Beiträge von Friesin

    ich wende all die Handlungsmöglichkieten an, die Buntflieger und Midnatso beschrieben haben.

    Dennoch habe ich zwei Schüler in verschiedenen Jahrgängen, die nichts machen. Nicht mitschreiben, nie (wirklich nie!) HA machen, keine Vokabeln lernen -- nichts. Nihil. Nada. Rien.
    Entsprechend sieht ihre Epochalnote aus.

    Das haben sie übrigens am Schuljahresanfang mitgeteilt beokmmen, das habe ich mehrfach den Eltern geschrieben. (habe die beiden schon seit 3 bzw.5 Jahren)

    Ganz ehrlich? Zwingen kann ich sie nicht. Ich habe meinen Schulabschluss gemacht, für den ihren sind sie dann selbst verantwortlich.

    Übrigens sind sie im persönlichen Gespräch höflich, im Unterricht und in der Pause sehr hilfsbereit.

    Zum letzten Satz:

    gerade in unruhigen Klassen lasse ich verstärkt Einzelarbeit machen, Partner oder gar Gruppenarbeit geht dort gar nicht. Erst wenn sie aus der Pubertät wieder raus sind, lasse ich mehr Spielraum. Vorher brauchen gerade solche Klassen enge Vorgaben. So zumindest meine persönliche Erfahrung.

    Für Geschichte: erstelle eine chronologische Reihenfolge der zentralen Ergebnisse in Stichpunkten. Das Wissen hakst du wahrscheinlich bei einem Fließtext auch nur auf deinem Erwartungshorizont ab.

    iDas ist ledigli

    Und dann bei der Darstellungsleistung schön Punkte abziehen!

    Frapper: in der Oberstufe wird in Geschichte kein pures Wissen abgefragt. Strenggenommen nimmt das in der SekI sukzessive ab

    yestoerty:
    nicht unbedingt.
    Viel text heißt ja nicht, viel Wissen. Sondern entweder viel Geschwurbel oder/und viel Drumherum, das nicht wirklich zum Thema gehört. Gibt dann auch Abzüge.

    Ich habe zwei (!) Schüler, die es schaffen, auf den Punkt genau das zu formulieren, worum es geht. Kurz, knackig, präzise. Ein Genuss

    Eine Klausur dauert bei Stress nur 30 Minuten und wird korrekturfreundlich gestellt. Nach 120Minuten hat man einen Klassensatz von 25 Klausuren korrigiert.

    Also wenige Seiten, eine Lösungsschablone und hilfreich ist eine Kategorisierung, d.h. alles richtig 100%, kleine Fehler 80%, Ansatz OK, viele Fehler60%......
    Brauchst nur noch prüfen, welche Kategorie die Teillösung erzielt hat.

    soso, die dauert also nur 30 Minuten. Dann hat "man" sie korrigiert.
    Wenn du meinst, dass "man" das so macht, dann könntest du ja mal eine Klausur in den Sprachen oder besser noch in den Gesellschaftswissenschaften für mich erstellen und korrigieren.
    Wäre dir sehr verbunden ;)

    in meinen beiden Fächern sind die Oberstufenklausuren auch am korrekturintensivsten. Du schreibst aber, dass du dir einen Erwartungshorizont anfertigst.
    Dauert es denn so lange, den zu erstellen?
    Und kannst du den nicht als eine Art Ratser nehmen bei der Korrektur?

    Ich habe anfänglich jede Schülerantwort minutiös für mich notiert, um ja die Vergleichbarkeit herzustellen. Mittlerweile geht das entspannter.
    Lediglich die Zweifelsfälle gehe ich erneut durch und vergleiche sie miteinander.
    Das müsste doch in Geo nicht viel anders sein als in Geschichte oder bei Textinterpretationen :gruebel:

    ich weiß nicht, ob meine Zeiteinteilung dir hilft, und ich muss dazu sagen, dass meine eigenen Kinder nicht mehr zu Hause wohnen:

    ich bereite am WE die ganze kommende Woche vor. Komplett. Mit jeder kleinen Vokabelabfrage, mit Kopiervorlagen, mit allem.
    Das geht momentan schneller als am Anfang (bin im 9.Jahr nach dem Ref). So brauche ich i.d. Regel nicht das ganze WE zum Vorbereiten und kann entspannt auch das eine oder andere Familientreffen einschieben.
    Meine Kinder wohnen wie gesagt zwar nicht mehr zu Hause, aber mehr als 250 km entfernt. Also mit mal schnell 3 Stunden zum Kaffee gehen, ist da nix :grimmig:

    Unter der Woche korrigiere ich am Nachmittag. Nach meinem Unterricht (VZ) brauche ich zwar ein halbes Stündchen mit einer Tasse Tee, bin dann aber wieder fit.
    Spätabends arbeite ich nicht mehr, also keine Nachtschichten. Länger als bis 19.30 Uhr mag ich nur in Ausnahmefällen am Schreibtisch sitzen.

    Schlampige Korrekturen wollte ich nicht einplanen, das wäre für mich ein absolutes NoGo, besonders in der Oberstufe. Lieber augfgewärmte Stunden aus der Retorte holen ;)

    Allerdings müssen m.M. auch nicht alle Korrekturen nach wenigen Tagen erledigt sein, und zum Glück gibt es in Thüringen da auch keine Termine oder Respizienzen.

    Ich bin übrigens morgens immer zur ersten Stunde an der Schule, auch wenn mein Unterricht später beginnt. Mein Mann steht eh auf ;)
    In der Zeit kann ich in Ruhe korrigieren oder für die Woche kopieren. Auch meine wenigen Freistunden nutze ich gerne für Korrekturen. Ich korrigiere allerdings immer quer, da kann man eher mal eine Zäsur setzen. Ginge das bei dir vll auch?

    Was ich mir allerdings abgewöhnt habe: ich nehme keine Termine mehr wahr, wenn ich nicht wirklich gerne hingehe. Also in der Schulzeit keine Termine mit Cliquen, in denen ich eher halbherzig (noch) bin. ich suche meine termine sehr genau aus, und das tut mir ausgesprochen gut ;)

    Trotzdem bleibt mir immer noch Zeit für die Leitung eines VHS-Kurses und für mein Hobby. Für mich passte es also.

    waren da vll Ideenanstöße für dich dabei?

    ich arbeite zwar an einem Gymnasium, aber an einem kleinen. Unser großes Plus ist die sehr persönliche Atmosphäre. Deshalb habe ich, obzwar Gym-Lehrer, meine eigene Klasse die ganzen 6 Jahre sehr eng betreut. Das wird dadurch unterstützt, dass wir pro Woche eine Klassenleiterstunde fest im Deputat verankert haben. Zu manchen Zeiten reicht das bei weitem nicht. Ob Liebeskummer, Ärger mit den Eltern, Probleme innerhalb des Freundeskreises: Probleme der Schüler werden wahrgenommen und sofort aufgegriffen. Sehr häufig erfolgreich.
    Das ist einerseits anstrengend, denn man ist als KL tatsächlich ständig im Zuständigkeitsmodus (schönes Wort übrigens :D). Ist aber auch sinnvoll und befriedigend. Mir gefällts (meistens)

    bei uns wird möglichst wenig Wechsel angestrebt. Und tatsächlich sind letztendlich die Klassen die schwierigsten, in denen viel Fluktuation herrscht(e).
    Ich habe eine Klasse von 5 bis 10 geleitet; anfangs waren sie nicht ganz einfach, aber im Laufe der Zeit wurde ihr Verhalten und unser Verhältnis immer besser, so dass ich in ihrem 10.Schuljahr dann auch die "Früchte" unserer Zusammenarbeit ernten konnte.
    Genügend andere Klassen habe ich dank VZ immer noch, auch immer Parallelklassen.

    Bin also durchaus für längeres Miteinander ;)

    P.S. Das Argument: mit Klasse xy kann ich gar nicht,
    oder
    mit Lehrer A kann ich gar nicht erledigt sich im Laufe der Zeit meist: man rauft sich zusammen. Man arbeitet an sich und an dem Verhältnis zur Klasse. Ein ganz wichtiger Entwicklungsprozess-- für beide Parteien!

    Nein. Weil ich die Anwesenheit überprüfe. Gehört das nicht dazu? Allein schon weil ich wissen will, ob ich eine zweite Arbeit stellen muss.

    Doch, das gehört dazu. Wie gesagt, ich merke beim Austeilen der Arbeitsbögen sofort, wenn jemand fehlt, weil dann eine Kopie übrig ist.

    Das hat auch nichts mit Chaos zwischen den Stunden o.Ä. zu tun, denn in der Prüfungsstunde sind ja nun wirklich alle mal leise ;)

    Auch als Lehrer gehe ich in Prüfungsstunden konzentrierter hinein, allein schon, um gerade jüngere Schüler nicht noch mehr aufzuregen

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