Beiträge von Friesin

    ich arbeite zwar an einem Gymnasium, aber an einem kleinen. Unser großes Plus ist die sehr persönliche Atmosphäre. Deshalb habe ich, obzwar Gym-Lehrer, meine eigene Klasse die ganzen 6 Jahre sehr eng betreut. Das wird dadurch unterstützt, dass wir pro Woche eine Klassenleiterstunde fest im Deputat verankert haben. Zu manchen Zeiten reicht das bei weitem nicht. Ob Liebeskummer, Ärger mit den Eltern, Probleme innerhalb des Freundeskreises: Probleme der Schüler werden wahrgenommen und sofort aufgegriffen. Sehr häufig erfolgreich.
    Das ist einerseits anstrengend, denn man ist als KL tatsächlich ständig im Zuständigkeitsmodus (schönes Wort übrigens :D). Ist aber auch sinnvoll und befriedigend. Mir gefällts (meistens)

    bei uns wird möglichst wenig Wechsel angestrebt. Und tatsächlich sind letztendlich die Klassen die schwierigsten, in denen viel Fluktuation herrscht(e).
    Ich habe eine Klasse von 5 bis 10 geleitet; anfangs waren sie nicht ganz einfach, aber im Laufe der Zeit wurde ihr Verhalten und unser Verhältnis immer besser, so dass ich in ihrem 10.Schuljahr dann auch die "Früchte" unserer Zusammenarbeit ernten konnte.
    Genügend andere Klassen habe ich dank VZ immer noch, auch immer Parallelklassen.

    Bin also durchaus für längeres Miteinander ;)

    P.S. Das Argument: mit Klasse xy kann ich gar nicht,
    oder
    mit Lehrer A kann ich gar nicht erledigt sich im Laufe der Zeit meist: man rauft sich zusammen. Man arbeitet an sich und an dem Verhältnis zur Klasse. Ein ganz wichtiger Entwicklungsprozess-- für beide Parteien!

    Nein. Weil ich die Anwesenheit überprüfe. Gehört das nicht dazu? Allein schon weil ich wissen will, ob ich eine zweite Arbeit stellen muss.

    Doch, das gehört dazu. Wie gesagt, ich merke beim Austeilen der Arbeitsbögen sofort, wenn jemand fehlt, weil dann eine Kopie übrig ist.

    Das hat auch nichts mit Chaos zwischen den Stunden o.Ä. zu tun, denn in der Prüfungsstunde sind ja nun wirklich alle mal leise ;)

    Auch als Lehrer gehe ich in Prüfungsstunden konzentrierter hinein, allein schon, um gerade jüngere Schüler nicht noch mehr aufzuregen

    Huepferli, das sind selbst auferlegte Auflagen.

    Was bewegt dich dazu, so streng mit dir selbst zu sein?

    Warum dieses Perfektionsstreben? Hast du das in anderen Bereichen auch?

    Auf diese und ähnliche Fragen würde ich an deiner Stelle gucken wollen, dann merkst du, welche Mechanismen da bei dir am Werk sind und wie du nachsichtiger mit dir selbst umgehen kannst ;)

    meine Kollegen der neuen Fremdsprachen (E, F, Span) haben exakt dasselbe Problem:
    kein nachhaltiges Vokabellernen, keine Grammatikkenntnisse (auch nicht der deutschen Grammatik), kein dauerhaftes Verankern der frisch gelernten Inhalte.
    Plus mangelndes Sprachgefühl.

    Sprachen und Mathe sind bei uns generell die schlechteren Fächer, Latein eher noch weniger als die modernen Fremdsprachen wegen des fehlenden aktiven Sprachgebrauchs.

    Und nein, Probleme mit den Kollegen gibt es nicht. Wir sprechen uns aber auch fachübergreifend sehr eng ab.

    wogegen sollte denn geklagt werden? Dagegen, dass du das an der Schule eingeführte Lehrbuch verwendest??

    Tafelanschriebe zum Lernen sind allerdings schon sehr wichtig, und je strukturierter, desto *lern* ;)
    das lässt sich ja recht schnell verbessern.

    Ansonsten würde ich das Gespenst der klagenden Eltern mal wegschieben ;)

    Du kannst sicher nachweisen, dass du den Lehrplan erfüllst und deine Noten sind transparent, also.... :pfeif:

    edit: ernst nehmen würde ich die Kritik auch. Auch vll mal mit dem begnadeten Kollegen reden. Aber du solltest dir nicht ins Hemd machen ;)

    nur mit Worten kann man nichts bewirken.

    Bei uns sind die Bocklosen, die trotz alles Hilfsangebote nichts tun, irgendwann auf die Regelschule gewechselt, weil es nicht anders ging, d.h.weil sie am Gymnasium nach zweimaligem Sitzenbleiben nicht mehr bleiben konnten.
    Dann mussten sie gehen, ob sie wollten oder nicht.

    Eigentlich sind da die Eltern gefragt. Die Reaktion der Eltern im vorliegenden Fall zeigt mir die typische Elternhilflosigkeit angesichts der Tatsache, dass der Junior bockt und ihre (!) Träume vom Abi des Jungen den Bach hinuntergehen. Würden die Eltern nämlich entschieden das Kind auf eine andere Schulform schicken, würden sie hinter der Entscheidung stehen, wäre es für den Sohn doch noch leichter. Und vor allem könnte er noch einen Abschluss machen, vermutlich sogar einen akzeptablen. Klar muss man auf jeder Schulform arbeiten und den A.... hochkriegen, aber meist ist so ein Schulwechsel ja auch eine neue Chance.

    den Schülern, von denen wir es hinterher erfahren haben, hat der Wechsel unheimlich gut getan.

    das ist wohl das Einzige, was du als Lehrer tun kannst. Leider.

    Ich war immer davon ausgegangen, dass der Duden den jeweiligen Ist-Stand der Sprache beschreibt. Weniger, dass da jemand eine neue Regel festlegt.

    Wer da nun was feststellt und/oder Feldforschung betreibt...keine Ahnung ;)

    Meiner Meinung nach sollte die Rechtschreibung in jedem Fach und in jeder Klausur angeschaut und korrigiert werden.

    so wird es bei uns auch gehandhabt.
    Allerdings haben diese Fehler keinen direkten Einfluss auf die Benotung, außer bei wiederholten groben Verstößen gegen die Rechtschreibung in der Oberstufe (dann kann die Note herabgesetzt werden) und natürlich außer bei frisch erlernten Fachbegeriffen.

    Wahrscheinlich interessiert die Schüler die RS nicht, solange sie zwar angestrichen, korrigiert, aber nicht gewertet wird.

    ach ref war schonzeit? oh hab ich auch übersehen...

    nicht, was die Prüfungen angeht.
    Aber

    du hast deutlich weniger Stunden
    du darfst keine Klassenleitung haben
    du darfst kein Abitur abnehmen
    du darfst keine Elternabende halten (alleine nicht)
    du darfst keine Klassenfahrt alleine machen
    du musst alle naselang die Klassen wechseln, damit du überall mal eingesetzt wirst
    du darfst /kannst nur begrenzt für Vertretungen herangezogen werden
    dein Unterricht wird je nach BL betreut.

    Das meinte ich mit Schonzeit, also dein Einsatz aufs gesamte Schulleben gesehen.

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