Beiträge von Friesin

    ich mache mir immer wieder sehr schnell klar, dass ich Lehrer bin und kein Psycho-, Familien-, Erziehungs- oder Verhaltenstherapeut.
    Ich arbeite nicht in der Notfallseelsorge und ich habe meinen Schulabschluss gemacht.
    heißt:
    ich bin gerne bereit zu helfen, indem ich Probleme aufgreife, wenn sie erscheinen, und indem ich auf die entsprechenden Profis verweise.

    Ich helfe natürlich gerne bei Konfliktmanagement und selbstverständlich bei fachlichen Fragen,
    aber:

    ich bin -s.o.-- kein Heilsbringer für alle und jeden.

    Meine private Telefonnummer herauszugeben, würde mir im Traum nicht einfallen,
    und dienstliche Mails beantworte ich, wann ICH es für passend erachte. Meist ist das recht zeitnah, aber ich lese am WE z.B. keine dienstlichen Mails.

    Gegen Schüler muss ich mich dank meiner Haltung gar nicht groß abgrenzen, gegen Eltern auch nicht, aber meine SL macht mich da mitunter verrückt!!
    Daran arbeite ich noch. :gruebel:

    Ansonsten sind wir doch selbst schuld, wenn wir meinen, für alles und jeden zuständig zu sein :lach:

    Von mir aus sollen die digital, analog oder feinstofflich arbeiten. Von einem studierten Menschen kann ich aber erwarten, dass er sich mit seinen Werkzeugen auseinandersetzt. Tun sie [sorry, Verallgemeinerung] aber nicht. Sie wurschteln den lieben langen Tag 'rum und verpusten wertvolle Zeit. Sie haben halt keine Zeit die Axt zu schärfen, sie müssen noch so viele Böume fällen.

    Dass man um so zu arbeiten auch noch privates Geld ausgibt, ist mir wirklich nicht verständlich.

    dann ist es eben nicht verständlich.
    "Von mir aus" geht anders ;)

    Ebenso, wenn ich erkläre, dass Praktikumsbesuche mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein müssen, weil ich nicht mit einem Privatwagen fahre. Da kucken mich die Kollegen ganz vorwurfsvoll an und fragen mir in unpassendem Tonfall, was das denn nun soll. Der Besuch müsse nunmal gemacht werden und es ginge nicht anders, Dienstwagen gäbe es halt keine. Sie führen ja auch, warum ich denn so unkollegial sei. Patsch.

    dann gibts bei dem entsprechenden Schüler eben keinen Praktikumsbesuch. so what?
    Wir haben immer mal Schüler, die ca.300 km entfernt ihr Praktikum absolvieren. Irgendjemand aus dem Dunstfeld der Familie bietet dann einen Praktikumsplatz an. Soll ich da hinfahren? Egal ob mit Bahn oder PKW?
    Nein, die Schüler bleiben dann eben unbesucht.
    Oder solche Praktikumsplätze werden zukünftig nicht mehr akzeptiert.

    Ganz ehrlich? Überlebt auch jeder ;)

    Abgesehen von Prüfungsaufgaben habe ich auch noch nie einen "Erwartungshorizont" erstellt. Für mich wäre das Zeitverschwendung.

    mache ich immer. Für mich selbst.
    Und zwar bei anspruchsvolleren Interpretationsaufgaben und bei Quellenarbeit in Geschichte.
    Für mich ist das jedoch keine Zeitverschwendung, sondern eine Arbeitserleichterung.
    Aber vll hängt das einfach auch vom Fach ab :gruebel:

    Die Zeit, die dafür drauf geht, ist meine Arbeitszeit - das bedeutet, dass der Unterricht entsprechend weniger aufwendig vorbereitet ist, dass Klausuren länger liegen bleiben und dass ich mich eben in anderen Arbeitsgruppen nicht (oder nur eingeschränkt) einbringe.

    so handhabe ich das auch, allerdings immer in dem unangenehmen Bewusstsein, dass die Klausuren sich ja nicht von selbst korrigieren, nur weil ich die Korrektur aufschiebe. Und schwupps- liegt die nächste Klassenarbeit auf dem Tisch.
    Ich plane meine Klassenarbeiten immer komplett für das ganze Schuljahr am Schuljahresanfang. Und natürlich richte ich mich dabei in erster Linie nach meinem eigenen Korrekturtempo. (Ausnahme: die zentral festgelegten Sek II KLausuren)
    Aber aufschieben bringt dann kaum etwas, denn irgendwann staut es sich dann doch massiv. :daumenrunter:

    ich brauche ja selbst ein wenig Zeit, um mein Zeug aufs Pult zu legen. Soll es dann mit dem Unterricht losgehen, läute ich mit meinem Glöckchen. Einmal. Ansonste stehe ich still, schaue die Dauerquassler streng an, drehe demonstrativ Däumchen und als Letztes, in ganz hartnäckigen Fällen, notiere ich die verstrichene Zeit an der Tafel. Die wird dann addiert und bei Bedarf an einem Freitag nach Unterricht und nach Vorankündigung bei den Eltern nachgeholt.
    War allerdings noch nie nötig ;)

    ich würde gar nicht erst fragen "wer war das?" Was soll denn dabei herauskommen?
    Entweder beredtes Schweigen
    oder aber, falls sich doch jemand outen sollte, der Held des Tages?

    Ich würde klar machen, dass mit dem Gepfeife Unterricht nicht möglich ist, dass du deinen Schulabschluss hast und sie ihren noch möchten. Wer ihn nicht will, soll bitte gehen.
    Ansonsten Unterricht machen und z.B. TÜs einführen. Ab der nächsten Stunde ohne große Ankündigung.

    Aber um Himmels willen nicht das Detektiv-Spielchen anfangen,
    und unter gar keinen Umständen die Aktion: Der Lehrer, der sich schneller umdreht als sein Widersacher spielen. Dabei kannst du nur verlieren. An Zeit, an Ansehen, an Professionalität!

    Das vielleicht nicht, ein Erziehungsmittel ist das aber dennoch. Und als solches kann es zwar bei Fehlverhalten einzelner Schüler auf diese angewandt werden, aber nicht auf die ganze Klasse.

    das ist keine Erziehungsmaßnahme für die ganze Klase, sondern ein Entgegegenkommen des Lehrers, der ALLEN Schülern ermöglichen möchte, den Unterrichtsstoff zu lernen ;)

    ich weiß gra nicht, warum hier so schwarz gemalt wird.
    Wer weiß schon im Voraus über alle negativen Aspekte Bescheid, die der gewählte Beruf mit sich bringen könnte?
    Wer von uns hatte mit 17 alles auf dem schirm, was mit dem gewünschten Beruf zusammenhing?

    Ich wollte immer Lehrerin werden, seit ich klein war. warum auch immer.
    Und natürlich kann Nachhilfe ein erster Schritt in die Praxis sein. Freilich gibt es einen Mammut-Unterschied zwischen Nachhilfe geben und Unterrichten vor einer Klasse, aber wie soll ich als Schülerin mir denn Letzteres vorstellen? Wie soll ich als Schülerin erste Erfahrungen sonst sammeln?
    Was macht jemand, der Arzt werden will, denn im Vorfeld?
    Praktika kommen während des Studiums, bestenfalls nach der Schulzeit (was ich übrigens für recht früh halte, wenn man gerade selbst den Schülerstatus hinter sich gelassen hat)

    Potenzial verschwenden hört sich für mich ziemlich arrogant an, so als ob Lehramt keine fachlichen und menschlichen Qualitäten verlange.

    mein Rat an Intenta sum:
    mach es.
    versuche dir vorzustellen, für welches Fach du brennst und welches du dir langfristig als Dauerthema in deinem Leben vorstellen kannst.
    Aber auch das kann sich innerhalb des Studiums durchaus ändern.
    Und eine Einstellungsprognose kann man so viele jahre im Voraus eh nicht geben ;)

    Intenta es, ergo facias! :prost:

    wer sich kurz vor der Klassenarbeit /Klausur krank meldet, geht zum Arzt.
    Dann gibt es einen Nachschreibtermin.

    Wem plötzlich während der Arbeit schlecht wird, muss die Arbeit gelten lassen.

    In dem eingangs geschilderten Fall verstehe ich die Kollegen absolut nicht. Was soll man mit einem ko.... Schüler anfangen? Dass er sich während der Klausur noch mal übergeben muss? Womöglich noch auf die Arbeit? Und evt. noch alle anderen nicht nur nervös macht, sondern sie auch noch ansteckt?
    Versteh ich nicht.

    Oder gehen die Kollegen davon aus, dass der Schüler das Erbrechen absichtlich hervorgerufen hat? Fakekotzen?

    In Bayern, Sachsen und weiteren ländlichen Regionen finden sich die weniger Begabten eben damit ab, einen Beruf zu machen, bei dem man eben gesellschaftlich kein Ansehen (oder das eines Deppen) hat - notfalls Aushilfe auf dem Bauernhof.

    nein. die weniger intellektuell Begabten entscheiden sich, einen technischen Beruf zu erlernen. Sie machen eine gut bezahlte Ausbildung, werden heutzutage übernommen, verdienen recht schnell recht gut und haben mit Sicherheit ein gehobeneres Ansehen als ausgerechnet wir Lehrer :pfeif:

    Gilt für Bayern, kleinstädtisches Gebiet

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