wozu muss mein kind "bluten"... um hart zu werden.. dann kann ich es auch nachts 1 jahr alleine im zelt schreien lassen (wie so manche indianerstämme), um mein kind hart zu machen fürs leben...
dies ist mal wieder ein typisches Beispiel dafür, wie man Diskussionen mit schrägen Beispielen ad absurdum führen kann
Wird ja gerne hier gemacht.
Coco: hier ging es wohlweislich nicht um einen Säugling, der schreien oder im übertragenen Sinne "bluten" soll. Hier geht es schlicht um eine Studentin, die als gemeinhin als erwachsen angesehen wird und darum, dass der Papa sich in ihre ureigensten Dinge einmischt, bzw. die für sie übernimmt. Eine Seminararbeit, erst recht eine Abschlussarbeit, ist in der Tat nicht mehr Sache von Mama und Papa.
Und nein, es ist ganz gewiss nicht egal, wie man irgendwann einmal an seinen Job kommt. Wer nämlich nicht dazu imstande ist, seine Jobsuche ohne die tatkräftige Unterstützung von Mama und Papa zu erledigen (und damit ich nicht moralische und/ oder finanzielle Unterstützung, sondern dass Mama und/oder Papa mit zum Vorstellungsgespräch gehen, sich erkundigen, was die Bewerbung macht usw), der wird auch im Job kaum erwachsen und eigenverantwortlich agieren können. Woher denn auch? Wurde ja nie gelernt. Als Personalchef wollte ich so jemanden nicht im Kollegium einstellen.
Es geht also nicht ums "Hart machen". Es geht darum, Kindern, seinen Kindern, zuzutrauen, eigene Schritte zu gehen. Ihr Leben selbst zu leben. Früher nannte man das "Abnabelung", und das passierte meist im Alter zwischen ca. 14 und 18. Ein sinnvoller und notweniger, mitunter schmerzhafter Prozess.
Wichtig für die Jugendlichen, um lebensfähig die nächsten Abschnitte ihres Weges gehen zu können.
Wichtig aber auch für die Eltern, um sich ihrerseits abzunabeln. Oder vielleicht sollte ich sagen "um abgenabelt zu werden".
Denn auch Eltern müssen, wenn die Kinder selbstständig werden, ihren (gemeinsamen) Weg neu definieren. Ihre Rolle im Familiengefüge neu definieren.
Als "Kind" würde ich mich bei obiger Situation fragen, warum meine Eltern so wenig Vertrauen in mich haben.
Als Elternteil würde ich mich fragen, was ich gravierend falsch gemacht habe, wenn mein Kind in gewissem Alter seine Dinge nicht regeln kann.
Helikoptereltern scheinen dazu nicht imstande zu sein. Oder nicht willens. Warum nur?
P.S. Den Fragebogen konnte ich beim besten Willen nicht ausfüllen. Die Fragen setzen voraus, dass ich meine "Lernziele" und die bereits erreichten Schritte in Prozentzahlen benennen kann. Da ich aber keine Fahrprüfung mit festgelegtem Punktesystem als Lernziel habe, bin ich für diese Art der Fragestellung der falsche Adressat. Vielleicht ein kleiner Anruf bei Mama und Papa.....? 