Beiträge von Friesin

    ich fand die erste volle Stelle deutlich entspannter als das Ref. Die KL war an einem bayerischen Gymnasium eher ein Verwaltungsakt und barg wenig Zusatzarbeit.
    Allein die Tatsache, dass man keine Seminartermine mehr hatte, empfand ich als ungeheuer entlastend.

    Plattenspieler: ich habe nicht Theologie studiert und bin keine Relilehrerin. Ich erhebe auch nicht den (wissenschaftlichen?) Anspruch, der "Komplexität des Themas" gerecht zu werden. Soooooo komplex ist das Thema Sexualität und Homosexualität im besonderen für mich an diesem Punkt nämlich gar nicht:

    Die Kirche hat zu beidem Vorstellungen, die ich -- vorsichtig ausgedrückt -- verquer finde.
    Ich sollte vll dazu sagen: ich bin katholisch und das gerne.
    Das hebelt jedoch nicht meine eigene durchdachte Meinung aus und schon gar nicht entbindet es mich der Eigenverantwortung in Fragen der Sexualität, z.B. der Verhütung, der Partnerschaftsgestaltung usw usf.

    zum Thema Glaubensgrundsatz:
    Vielleicht sollte man sich als Christ mal wieder mit dem Glaubensbekenntnis auseinandersetzen. Optional auch mal mit den 10 Geboten. Und schauen, was alles nicht darin steht.
    Back to the roots.


    Wie würdest Du denn als Religionslehrerin darauf reagieren, wenn die Schüler Dich konkret nach der Haltung der Kirche zum Thema Homosexualität befragen, weil sie da in den Medien irgendwelche irritierenden Behauptungen aufgeschnappt haben? Einfach ignorieren? Lügen?


    Ich würde versuchen klarzumachen, dass kirchliche Sexualmoral entstanden ist zu einer ganz anderen Zeit und in einer Gesellschaft, die völlig anders war als unsere heutige westliche. Dass man damals genausowenig über Sexualität wusste wie über die Entstehung der Welt. Dass damals im Judentum das Patriarchat die übliche Gesellschaftsform war, die bei uns auch heute nicht mehr die Gültigkeit hat.
    Dass die kirchliche Sexualmoral kein Glaubensgrundsatz ist!

    Was soll daran so schwer sein?
    ich muss als Geschichtslehrerin ständig klarmachen, dass es zu anderen zeiten einfach andere, auch andere moralische Regeln gab. Wir jagen und verbrennen auch niemanden mehr wegen einer vermuteten "Teufelsbuhlschaft", zu einer bestimmten Zeit war das jedoch völlig normal. Und leider Gottes auch von der Kirche abgesegnet.

    Zitat

    der damit verbundene Druck, den ich mir an der Grundschule bei bestem Willen nicht so hoch vorstellen kann. Am Gymnasium kommt die Mentalität der Leistungsgesellschaft doch schon sehr häufig zum Vorschein.

    fast alle Eltern wollen, dass ihr Kind aufs Gymnasium wird gehen können. Deshalb machen sie Druck, oft schon wie oben geschrieben, ab der ersten Klasse.
    Hinzu kommt die weit verbreitete Meinung "Schule kann jeder, denn jeder war ja mal Schüler". Und das ist besonders bei Eltern von Grundschülern weit verbreitet. Der Leistungsdruck, den die Eltern machen, beginnt früh, jeder will -auch fachlich- mitreden, jeder gibt Tipps und weiß es besser. Naja, fast jeder ;). Dazu kommt oft eine eklatante Fehleinschätzung der Leistungsfähigkeit des eigenen Sprösslings. Und überhaupt: früher haben wir doch auch......

    Diese Art von Druck hast du am Gymnasium definitiv nicht. Auch da mag es schwierige und verblendete Eltern geben, aber in den Sprachen meinen sie meist, fachlich nicht mitreden zu können. Und wenn ein pubertierender Teenager einfach keinen Bock hat und nicht lernen will, stöhnen dessen Eltern meist genauso wie du selbst über ihn.

    vielleicht wäre es eine Möglichkeit, die Arbeiten am Gym schon bei der Planung etwas korrekturfreundliocher zu gestalten?
    ich weiß, dass das in den Sprachen nicht immer zu 100% geht, aber mit einem soliden Erwartungshorizont und mit Absprachen im Kollegenkreis geht auch da Einiges, besonders in der Sek I.

    Mich würde noch interessieren, ob Kollegen mit Nebenfächern ähnliche Erfahrungen mit Störungen, Respektlosigkeiten und einer nicht vorhandenen Arbeitshaltung machen oder bin ich einfach an einer Schule mit schlimmen Schülern gelandet?

    da kann ich nicht mitreden, ich habe in beiden BL an zwar großen, doch sehr ländlichen Schulen gearbeitet.

    ich sehe grade, der Tipp, die Kollegen mit ins Boot zu holen, kam ja schon.

    Zu katta:
    Ich versuche zwar, an eventuell erkrankte Schüler zu denken (vor allem in der Unterstufe), in erster Linie ist das aber die Aufgabe der Mitschüler. Jeder Schüler sucht sich zu Jahresbeginn einen Mitschüler, der daran denken muss, im Krankheitsfall für ihn Blätter mitzunehmen.
    Wenn ich noch Blätter übrig habe und keiner ruft danach, wandern sie in den Papierkorb. Mein Rücken dankt es mir.


    Bzw.mehr noch Aufgabe der wieder gesunden Schüler. Sie müssen sich kümmern. Bei uns gibt es extra Partner für den Krankheitsfall, doch der wieder gesunde Schüler sollte nicht die Hände in den schoß legen und darauf vertrauen, dass ihm alles hinterhergetragen wird. Schon gar nicht vom Lehrer. Stichwort Eigenverantwortung.

    ich bin auch vor einigen Jahren nach BY gewechselt (Gym, aus NDS) und musste zu meiner großen Verwunderung feststellen, dass die mündlichen Noten tatsächlich anders entstehen.

    Qunatität wird nicht als mündliche Note, sondern als Mitarbeitsnote in einem allgemeinen Bereich bewertet.
    Und ja, du als Lehrer hast die (Hol-) Pflicht, diejenigen Schüler, die sich von sich aus nicht melden, aufzurufen und abzufragen. Dann hast du eine mündliche Note.
    Überhaupt:
    Abfragen spielen eine große Rolle bei der mündlichen Notengebung. Fand ich auch äußerst gewöhnungsbedürftig aus den von dir genannten Gründen.
    Du kannst es auch so handhaben:
    über einen gewissen Zeitraum (je nach Wochenstundenzahl 4-8 Wochen) legst du dein Hauptaugenmerk auf einzelne Schüler, die du auch verstärkt aufrufst. Die Schüler wissen das natürlich vorher nicht. Daraus bildest du dann die mündliche Note. Auch hier wieder: Qualität, nicht Freiwilligkeit.
    Insgesamt zählt dann, je nach Fach, die so entstandene mündliche Note deutlich weniger als die schriftliche. Man rechnet auch anders zusammen:
    1. Durchschnitt aller schriftlichen Noten
    2. Durchschnitt aller mündlichen Noten.

    Dann je nach Fach: Durchschnitt 1 mal Gewichtungsprozent, Durchschnitt 2 mal Gewichtungsprozent = Gesamtnote.
    Da kommen u.U. völlig andere Noten bei heraus als bei anderen Systemen: mal bessere, mal schlechtere.

    ich habe vielmals mit (Fach) Kollegen diskutiert, bzw. mich aufklären lassen, spätestens nachdem die erste zornige Mutter bei mir auf der Matte stand: "Meine Tochter hatte immer eine mündliche 1, sie weiß und kann doch alles. Nun soll sie plötzlich auf 4-5 stehen???"
    Stimmte. Sie zeigte es nur nie. :autsch:
    So habe ich allmählich erfahren, wie anders das bayerische System ist. Von selbst sagt dir das niemand, weil die Kollegen es nicht anders kennen. :D

    stehe auch gerne per PN zur Verfügung ;)

    da wirst du so viele unterschiedliche Antworten bekommen, wie es Kollegen gibt.
    Ich persönlich arbeite mit Spannmappen und für zu Hause mit Ordnern.
    ich habe gerne für jede Klasse ein system, welches ich auch einzeln mit in die Schule nehmen kann.

    Die Unterlagen der vorherigen Stunde nehme ich nur dann mit, wenn irgendetwas aus der letzten Stunde aktuell noch mal aufgeriffen werden muss, ich es aber nicht noch mal aufschreiben möchte.


    Keiner würde sein Kind deswegen weniger lieben. Das ist wohl klar. Allerdings kann mir auch niemand erzählen, dass sich jemand darüber freuen würde oder sich genauso freuen würde, wie wenn der Sohn eine Frau mit nach Hause brächte. Und beim einzigen Kind erst Recht nicht. Vor allem wenn man an möglichen Nachwuchs denkt.

    mir ist es völlig sch...egal, wie meine Kinder ihr Leben gestalten. Ob Männlein mit Weiblein, Männlein mit Männlein, Weiblein mit Weiblein, Paar mit Kind, Paar mit vielen Kindern, Paar ohne Kinder aber mit Topfpflanzen, Paar mit Hund, Single,
    es ist mir völlig sch...egal, wie viele Sexual - und Lebenspartner sie haben,

    es ist ihr Leben.
    Und so wie es ist, ist es gut, solange sie zufrieden sind.

    Da meine Kinder bereits erwachsen sind, weiß ich, wovon ich rede.

    Zum Glück ist keiner von ihnen - nicht mal der, der sich selbst ununterbrochen schadet- ignorant, rassistisch, sexistisch, oder auch nur stammtischmäßig so tumb drauf wie ich es hier z.T. lesen "darf".

    Beschämend, wenn solche Leute tatsächlich Lehrer sind *pfui*

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