Beiträge von Friesin

    ch halte nichts von solchen Maßnahmekatalogen, da ja die Gründe der Schüler immer individuell sind, aber auch die Art, wie sie auf solche Maßnahmen reagieren bzw. sie diese wahrnehmen.


    Ja und? Die Kollegen haben ja immer noch die Möglichkeit den Schüler anzuhören und zu entscheiden, was jetzt hier als Grund vorlag und - im absoluten Einzelfall - auch mal gegen eine Maßnahme zu entscheiden. Ich habe jedenfalls in England nicht annähernd so viel Gemecker über Maßnahmen erlebt, wie hier - und sie wurden auch nicht so oft als willkürlich gesehen. Es war klar: "if I do X I'll get Y. So I better don't... " - es herrschte insegsamt eine relativ hohe Disziplin und eine relativ hohe Verlässlichkeit. Ich habe das als extrem angenehm empfunden und so hier in Deutschland nie wieder angetroffen.

    Ich finde das britische Vorgehen absolut sinnvoll. An unserer Schule sind wir auch dabei, einen einheitlichen Maßnahmenkatalog für alle Lehrer auszuarbeiten.
    Das sorgt für Transpartenz und Klarheit, bei Schülern wie übrigens auch bei Lehrern.
    Es unterbindet diese ewigen Diskussionen à la "aber ich hab doch nur...." oder "bei Herrrn/Frau XY dürfen wir auch immer...."
    Ich möchte als Lehrer auch schnell handeln können, ohne vorherige "Befindlichkeitsaufnahme".

    Wer bei Rot über eine Ampel fährt, weiß, was ihn erwartet. Da ist es auch völlig wurscht, ob er den Zug noch unbedingt bekommen musste oder einfach nur gepennt hat.

    ich kann dir nur für Geschichte antworten:
    im Studium musst du Quellen lesen und einordnen, deuten, in Beziehung zu einander und zu der Vorgeschichte/Rahmenbedingungen setzen können.
    Du musst Fragestellungen anhand von Primär- und Sekundärliteratur entwickeln und lösen können. Du musst Beurteilungkompetenz entwickeln.
    Dafür musst du Englisch, Französisch, Latein können. Du musst als Voraussetzung oft ein Latinum mitbringen oder es im Studium erwerben.
    Du musst auch imstande oder zumindest bereit sein, dir Quellen in anderen Sprachen (Bspw. italienisch) zu erschließen.
    Du musst Interesse an literarischem Arbeiten am PC und/ oder der Bibliothek haben.

    Und natürlich wird ein grober Überblick über verschiedene geschichtliche Epochen stillschweigend vorausgesetzt, genau wie das Interesse an z.T. sehr speziellen, punktuellen Fragestellungen.

    Was du ganz sicher nicht können musst: Jahreszahlen rauf und runter beten :D

    Als Lherer sieht das dann wieder ganz anders aus.
    Da musst du, gemäß den Vorgaben deines Bundeslands, auswählen, welches Thema/ Unterthema du wie ausführlich für die Schüler reduzieren musst. Du musst Schüler mit Ungewohntem vertraut machen und scheinbar Vertrautes in Frage stellen.
    Du musst Schülern mit fachspezifischen Methoden vertraut machen (verschiedene Formen der Quellenarbeit).
    Du musst mit Schülern Fragestellungen entwickeln, bzw. sie diese entwickeln helfen.

    Du musst als Lehrer im Prinzip aus einem Riesenfundus an historischen Zusammenhängen die wichtigsten herausfiltern und die Schüler dabei unterstützen, sie sich zu erarbeiten.

    ich denke mal. dass das für alle Schulformen so gilt.

    Du hast noch gar nicht mit dem Studium begonnen.
    Ivh würde dir raten, genau das zu studieren, wofür du dich am meisten interessierst. Alles andere wäre halber Kram. Immerhin musst du nicht nur ein anspruchsvolles Fachstudium, sondern auch dein ganzes weiteres berufliches Leben mit dem Fach zubringen.

    Prognosen über den Bedarf und - viel entscheidender- über die Einstellungspraxis in 5-7 Jahren sind schwierig. Richtig valide werden die nie sein.

    Das mit den vielen Latein-Refs in Bayern hat mir 2011 jemand aus dem Regierungsbezirk (befasst mit Einstellungspraxis) gesagt sowie zwei der Hauptpersonalräte aus München.

    Zitat

    In Latein werden die Einstellungschancen als "hervorragend" prognostiziert, zumindest in NRW.


    In Bayern gibt es mittlerweile sehr viele Referendare mit Latein. Der Bedarf wird die nächsten Jahre gedeckt sein.

    *gähhhn*

    langsam wird es arg ermüdend zu wiederholen, dass niemand etwas gegen sinnvoll eingesetzten und gut gemachten Frontalunterricht hat. Genausowenig wie gegen sinnvoll eingesetzte und gut durchgeführte andere Unterrichtsformen.

    Können wir damit das leidige Thema beenden, oder soll da in alle Ewigkeit weiter drauf rumgeritten werden? Vll könntet ihr eure persönlichen Steckenpferde anderswo reiten, per PN oder mail?

    Mit Filzern auf Wachsmalern, das dürfte schwierig werden. Wachskreiden sind wasserabstoßend, da würden die Filzstifte dran abperlen.
    Würde ich, wenn, dann großflächig ausprobieren.
    Aber du könntest die Umrandungen mit Filzstiften arbeiten und dann das Innere mit Wachskreiden ausfüllen lassen. So rum gehts ;)

    Eine Bekannte von mir hat das Thema in Kl. 4 gemacht. Wenn du magst, kann ich dir die Unterlagen mal raussuchen. Soll ich?

    Ich will den thread nicht mit Einzelfachbetrachtungen kapern, aber wie in jedem anderen Fach auch würde ein Wandersmann genau wie jeder andere Referendar lernen, dass es auch bei Latein verschiedenste Methoden des Unterrichtens gibt, die je nach Lernziel und nach Schülergruppe spezifisch angewandt werden sollten. Wie gesagt, das würde er in jedem Fach erleben. Und auch nach dem Ref würde die Realität ihn ganz schnell einholen, wenn er nur Vortragsunterricht hielte. In jedem Fach. Das funktioniert nämlich so nicht. In keinem Fach.

    Nein, der Korrekturaufwand in Latein ist nicht vergleichbar mit dem in Deutsch. Eine Übersetzung ist schneller korrigiert als ein Aufsatz. Und der Aufsatzteil in einer Lateinklausur hält sich sehr in Grenzen.
    :daumenrunter:


    Sicherlich ist der Aufwand nicht mit dem bei einer Deutscharbeit-Korrektur vergleichbar, aber sehr in Grenzen hält sich da gar nichts. Das ist genauso ein Vorurteil wie folgendes

    Zitat

    Man sollte aber auch - oder vielleicht gerade - im Lateinunterricht auf einen Methodenmix Wert legen. Gerade dieses Fach läuft Gefahr, schnell sehr eintönig zu werden. Und da sich überproportional viele konservative Frontalpauker in Latein-Fachschaften finden, hat das Fach auch den entsprechenden Ruf.

    Das zeigt mir nur, dass von der modernen Lateindidaktik einfach nichts weißt.
    Tut mir Leid, das ist reine Vorurteilspolemik. Stammtischniveau. :daumenrunter:

    umindest an weiterführenden Schulen halte ich nichts davon, Bemühungen in Form von besseren Noten zu honorieren. Wenn ich sehe, dass sich ein Schüler anstrengt, kann ich das verbal loben oder entsprechende Kommentare ins Heft schreiben. Aber wenn bei all den gut gemeinten Bemühungen letztlich gemessen an der Sachnorm trotzdem keine guten Leistungen erbracht werden, dann ist die Note eben weiterhin schlecht.

    ich stelle mir das ebenfalls sehr schwierig vor.
    In meinem Fach: wenn ein Schüler statt in der letzten Arbeit 47 beim nächsten Mal "nur" 27 Fehler macht, hat er seine Leistung um ein Beträchtliches verbessert.
    Dennoch hat er den Text nicht verstanden, also das Ziel des Hauptteils der Arbeit nicht erreicht.
    Ihm schreibe ich natürlich unter die Arbeit, dass er sich toll gesteigert hat, und ich gebe ihm diese Rückmeldung auch noch mal im persönlichen Gespräch. Aber ich kann ihm doch kein Ausreichend geben, geschweige denn eine bessere Note.

    Wäre wahrscheinlich auch anfechtbar.

    Und wie das bei Abschlussprüfungen aussehen könnte, daran mag ich gar nicht denken.

    Würdet ihr so eine individuelle Beurteilung eigentlich auch z.B. beim Führerschein anwenden wollen?

    und die individuelle Bezugsnorm (wie hat das Kind sich für seine Verhältnisse verbessert, was hat es dazu gelernt?).

    heißt das dann, dass ein Kind, das schon viel kann, das kognitive Kompetenzen mitbringt, schlecht abschneidet?
    Eines, dem der Lenrstoff "zufliegt", das sich also kaum anstrengen muss, bekommt schlechtere Noten?

    Ich tue mich schwer damit, diese individuelle Bezugsnorm für die stärkeren Schüler mir vorzustellen.

    Und nein, 100% objektiv können Leistungsmessungen nie sein. Vielleicht bei Zeiten und Weiten im Sport??

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