Beiträge von Friesin

    Man darf dann aber fragen, ob es sinnvoll ist. Was sollen die Lehrer denn in der Schule?

    Dasselbe, was sie bei schneebedingten Unterrichtsausfall oder bei "Hitzefrei" dort sollen:
    Vorgeblich irgendetwas Schulisches planen, erledigen, besprechen,
    tatsächlich..... nun ja.

    den Unterrichtsausfall nacharbeiten geht ja schlecht

    Nicht nur ehrlich, sie können auch anstrengend sein.
    Aber es sind ja nicht nur die Kinder. Du wirst als Lehrer auch mit Kollegen (gut, die hat man immer :D ) und Eltern zu tun haben. Und mit sehr viel Bürokratie, deren verschlungene Denkpfade man selten nachvollziehen kann. Gerade die letzten beiden Faktoren sollte man nicht unterschätzen.
    Ich will dir das Lehramt nicht ausreden.
    Und ich halte es für sinnvoll, erst mal den angestrebten Abschluss zu machen. Denn ein spät abgebrochenes Studium macht sich auch nicht gut im Lebenslauf. Danach solltest du aber dringend versuchen, dir einen Überblick über
    a. den Beruf des Lehrers im Alltag
    b. Berufsalternativen
    zu verschaffen.

    Hast du dich schon mal im Arbeitsamt beraten lassen? So unfähig, wie das Gerücht oft geht, sind die gar nicht ;)

    sei mir nicht böse, aber ich lese aus deinen Beiträgen eine gewisse Larmoyanz und die Tendenz, den "Umständen" die Schuld zu geben für das, was nicht so toll läuft.
    Da frage ich mich, ob der Lehrerberuf wirklich das Richtige für dich ist....
    Als Lehrer musst du viel Kritik einstecken können und brauchst ein enorm dickes Fell.

    "fortgehen"? Je nach Region ein häufiges Allerweltswort.

    Sinnvolles Wort bleibt übrig? "Sichtig" aus vorsichtig?
    Die Betonungsregel finde ich für Grundschüler extrem schwierig. Meistens fehlt ihnen das Gespür dafür

    Warum kann man nicht die oben genannten Grundregeln erarbeiten/ lernen lassen und dann die Ausnahmen thematisieren, wie oben vorgeschlagen?

    ich könnte mir "glücklich sein" eher als Einstieg in die Konditionalsätze vorstellen als ins futur simple :ka:

    Ansonsten fällt mir nur die Geschichte ein mit der Bauersfrau, die einen Korb Eier auf dem Kopf zum Markt trägt und sich ausmalt, was sie alles aus dem Erlös machen wird. Bis hin zum "schönen Mann, der um sie freit". Dann wird sie glücklich sein. Schlussendlich fallen ihr dann die Eier hin. Platsch.

    Sowas meinst du wahrscheinlich nicht :lach: . Was hat es denn mit dem Glücksein auf sich???

    Ich baue mittleweile auf gar nix mehr - wenn mir Neuntklässler mit Latein als 2. Fremdsprache im Italienischunterricht entgeistert entgegenwerfen, woran um Himmelswillen man denn ein direktes und ein indirektes Objekt erkennen würde und sie auch mit der Frage, wie man nach dem Dativ und dem Akkusativ fragt, nicht viel anfangen können ... was soll denn da von Siebtklässlern erwartet werden in Sachen Transfer "und überhaupt"??


    dann frag ich mich, was die Jahre zuvor gemacht worden ist im Unterricht. :ka: Wie sind sie denn dann überhaupt in die 9.Klasse gekommen?

    (Okay, direktes und indirektes Objekt sind keine gängigen Begriffe aus dem Lateinunterricht, eher aus dem Französischunterricht)

    du weißt ja selbst, dass der Lernzugang bei jedem Schüler anders sein kann.
    Was ganz gut hilft:
    post- its mit besonders hartnäckigen Vokabeln überall dort im Zimmer/ in der Wohnung anbringen, wo man häufig vorbeikommt. Dann jedes Mal laut vorlesen, was dort steht. Wichtig: nicht nur schauen, wirklich sprechen.

    Folgende Methode kann auch ganz gut wirken:
    jeder Schüler muss ein Vokabelheft führen. Darein schreibt er im Unterricht alle die Vokabeln, die er noch nicht oder nicht mehr kennt. Das muss täglich gelernt werden. In jeder Stunde nimmst du dir irgendein Vokabelheft von wem auch immer und fragst die Vokabeln ab-- nicht zwingend den Heftbesitzer, sondern irgendjemanden. Entweder er hatte die Voks auch aufgeschrieben und gelernt, weil sie ihm (wieder) fremd waren. Dann kann er sie in der nächsten Stunde.
    Oder aber er hatte sie nicht aufgeschrieben, weil er sie eh (noch) konnte. Dann kann er sie dir sagen.

    Deine Frage scheint so ein bisschen in Richtung "Zaubermethode" zu gehen. Vokabellernen ist und bleibt ein sehr regelmäßiges und manchmal auch mühsames Unterfangen, da kann man sich drehen und wenden, wie man will. ;)

    ich hatte mal einen 9t-Klässler, der zu Beginn des Schuljahres (Lektürephase) systematisch alte Vokabeln wiederholt hatte. Alleine und ohne Aufforderung meinserseits. Der hatte sich von seiner 5 bei meinem Vorgänger durch dieses konsequente Training auf eine solide 3 heraufgearbeitet. Jetzt am Schulajhresende könnte es knapp werden, das Ruder noch herumzureißen :gruebel:

    Zitat

    Sie wiederholen "ständig" und "können" die Vokabeln, aber sie bleiben nicht im Kopf.

    Eine falsche Selbstwahrnehmung ! Sie könnendie Wörter nicht richtig . Haben nur oberflächlich, bzw. kurzfristig gelernt.

    Du kannst ihnen auch regelmäßig Wiederholungslektionen aufgeben. Das wird Gemurre geben, aber bei hartnäckigen Klassen hilft nur eine ständige Wiederholung mit sehr regelmäßigen Tests.
    Leider hat man wirklich die Zeit, die man allein für Wortschatzarbeit bräuchte.

    Und ab einem bestimmten Punkt kannst du auch nichts mehr bewirken - da ist Vokabellernen ein langwieriges Geschäft und in der Hand der Schüler. Wie Instrument spielen.

    ich gehe mit meinen Schülern immer die neu zu lernenden Wortschätze durch und frage nach Eselsbrücken und anderen Assoziationen.
    Die sollen sie mit den Vokabeln aufschreiben zum Lernen. Nach Eselsbrücken frage ich beim Abfragen.
    Ich gebe Vokabeln nie von einem Tag auf den anderen auf. Ich achte darauf, dass immer mindestens ein Tag dazwischen liegt.
    Natürlich werden Vokabeln abgefragt, wenn sie auf waren, auch ältere dazu, und nach jeder Lektion mache ich einen schriftlichen Vokabeltest.


    Dann frage ich die Vokabeln oft im Zusammenhang ab, auch nach Synonymen und Antonymen.


    Dennoch gibt es immer Wörter, die eingeführt werden, aber dann in den Texten nicht wieder auftauch (je nach Lehrbuch). Damit muss man wohl leben, denn Vokabeln prägen sich eben am besten durch stetige Wiederholung ein. Vor einer Klassenarbeit lasse ich gezielt Vokabeln wiederholen, die vermutlich in Vergessenheit geraten sind.

    Das gilt auch für das Lernen zu Hause: ich betone immer, dass es nicht reicht, einmal die Vokabeln kurz zu können. Die SuS sollen sich mehrfach und an verschiedenen Tagen abhören lassen. Ob sies immer tun? Nicht alle. Das liegt dann aber nicht mehr in meiner Verantwortung.

    Das Patentrezept gibt es wohl nicht. In den gesprochenen Fremdsprachen klagen die Kollegen über genau dasselbe Problem. :(

    Zitat

    Ansonsten könnte vieles nicht stattfinden, denn zerteilen kann ich mich ja auch nicht.

    Und wenn dann das Eine oder Andere nicht stattfinden würde? Ketzerische Frage, ich ahne es... :flieh:

    Zur Mitarbeit der Eltern:

    meine Kinder sind schon älter, aber ich fand es als Mutter immer ganz furchtbar, wenn Aktionen nur stattfinden konnten mit Elternhilfe. Nicht hinzugehen war für die eigenen Kinder oft doof, das sah schnell aus nach "Mama will nicht" und hat das Kind traurig gemacht.
    Ständig mithelfen ging aber zeitlich nicht.
    Will man vielleicht auch nicht.
    Dazu kam, dass oft gerade sehr überbehütende andere Mütter mithalfen -- das brauchte ich nicht wirklich.

    Was ich damit sagen will:
    vll kann man auch schöne Dinge planen, ohne auf die Mithilfe der Eltern angewiesen zu sein. :)

    naja, mal ehrlich, du belohnst verhalten nicht, weil du es für
    selbstverständlich hältst, bestrafst aber andererseits, wenn das
    verhalten nicht auftritt. das ist etwas unfair den kindern gegenüber
    meiner meinung nach - sie haben noch nicht gelernt, was du wirklich
    willst

    man kann es sich auch kompliziert machen.
    Joy80 will das laute Verhalten nicht, sie thematisiert es öfters, sie sanktioniert unerwünschtes Verhalten.
    Was ist daran unfair den Kindern gegenüber?

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