Beiträge von Friesin

    von einigen krausen Ideen , die hier genannt worden sind, möchte ich wieder auf etwas Prinzipielles zurückkommen:
    überlege dir deine Konsequenzen. Nenne sie einmal deutlich. Es sollten immer dieselben sein, und sie sollten dem Anlass angemessen sein (nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen). Sie müssen durchgesetzt werden.Ganz konsequent. Keine Diskussion. Keine Ausnahme. Kein Zorn deinerseits. Zorn sollte man sich für einen Extremfall aufsparen.
    Ebenso wichtig: nicht drohen: "Wer jetzt noch einmal, der...", um dann diese Drohung beim nächsten Störfall zu wiederholen, statt sie durchzusetzen.

    Dabei wäre es wichtig, dass man selbst nicht das Gefühl hat: Ich Böse, ich ärgere die Kinder.
    Nein, du erziehst sie zu mitarbeitenden Schülern.


    Und - wurde schon genannt, ging aber vll etwas unter--:mit ganz viel Lob arbeiten bei denen, die sich gut verhalten !!!!

    ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass eine gute Organisation das A und O ist. Ob nun mit Eckspannern (mache ich auch :D , farblich je nach Jahrgang zugewiesen, Parallelklassen jede ein einem eigenen Spanner) , Lehrerkalendern (meiner ist von 4 teachers, für mich ist er optimal), oder ob mit handgearbeiteten Nappalederfächern-- völlig wurscht, Hauptsache gut durchorganisiert und händelbar.
    Alles notieren, was man für die nächste Stunde verspricht oder sich im Stillen vornimmt.
    Zu Hause arbeite ich viel mit Post-it-Zetteln, die haben die Vorteil, man sieht so schön, wenn der Stapel abnimmt. :D

    "Nachhalten von Hausaufgaben" = Kontrolle ?
    Mache ich immer zu Beginn einer Stunde. Eisern. Mit Zettel, um mir diejenigen zu notieren, die keine gemacht haben. Argumente höre ich mir zwar an, lasse mich aber auf keine Diskussionen ein.
    Und wenn ich mit Kollegen etwas abgesprochen habe: aufschreiben. Nicht auf irgendwelche Fliegezettel, sondern immer ins gleiche Heft/Kalender/was auch immer.
    Je mehr System deine Organisation hat, desto leichter machst du es dir! ;)

    ganz unkritisch kann ich das nicht sehen, gerade weil wir in einer Zeit der zunehmenden Kommerzialisierung leben.
    Was, wenn große Geldsummen gerade von z.B. stark rechts gerichteter Seite kämen? Von Scientology o.ä.?
    Und des Weiteren: muss man den Kindern wirklich zeigen, dass es gar keinen werbefreien Raum gibt?
    Skeptische Überlegungen meinerseits

    Vermutlich stehe ich mit diesen Ansichten mal wieder alleine, aber ich finde es schlimm, dass viele Eltern gar nicht mehr "das beste aus ihrem Kind" machen wollen, um ihm gute Fähigkeiten zu vermitteln und ihm dadurch einen guten Schulstart zu ermöglichen. Es wird immer so getan als würde dem Kind damit was ganz Schlimmes angetan, selbst hier im Forum habe ich das schon gemerkt, als man mir ungefähr sagte "Die armen Kinder, Du siehst nur das Humankapital".

    das kann man so nicht stehen lassen.
    es gibt genauso diejenigen Eltern,die ihren Kindern alles ermöglichen, sie beonders vielfältig fördern wollen. Deren Kinder haben dann einen randvollen Terminkalender und sindnicht fähig,sich alleine zu beschäftigen und auch mal Langeweile auszuhalten.

    Zwischen diesen beiden Extremen scheint sich heute Erziehung abzuspielen. Gemeinsam ist beiden Gruppen, dass sie (Vorsicht: Verallgemeinerung!) ihren Kindern viele Entscheidungen überlassen und wenig Grenzen setzen.

    Bei Kandidaten, die eine 5 oder 6 aus Faulheit haben, habe ich keine Hemmungen, dies auch (nicht nur für sie, sondern auch für die Eltern) entsprechend zu formulieren:

    "Dir fehlt eine Einleitung und die Stilmittel nennst du einfach, ohne sie zu deuten - das hatten wir vor der Arbeit ausgiebig geübt!"

    Das notiere ich bei der Korrektur an Ort und Stelle, d.h.wenn mir ein Stilmittel einfach ohne Deutung oder Inhaltsbezug "hingeklatscht" wird, mache ich das Zeichen für"fehlt" und schreibe "Deutung" hinzu.
    Als Resümmée unter die Arbeitschreibe ich eherPositives. In ganz beratungsresistenten Fällen schreibe ich schon auch mal etwas wie: Das und jenes Kapitel hast du nicht gründlich genug geübt/beachtet,... Allerdings soll das mehr den Eltern oder dem Nachhilfelehrer als Hinweis gelten ;)

    Silicium beschreibt in einem anderen Thread seine schulische Laufbahn, in der er eine Art Überflieger gewesen sein muss.
    Intellektuell mag das hinkommen, doch drängt sich bei mir ganz stark der Verdacht auf, dass es ihm menschlich nicht wirklich gutgetan hat. Lassen wir ihm also sein schlichtes Weltbild, er hat es offenbar nie anders gelernt....

    (Für mich persönlich ein abschreckendes Beispiel gegen frühe Einschulung und Überspringen von Schuljahren, doch das gehört hier strenggenommen genausowenig rein wie die momentane Diskussion :whistling: )

    4. Sehr motiviert sind Schüler eine gute Berichtigung abzuliefern, wenn ich ihnen die Möglichkeit eröffne, damit ihr Ergebnis ein bisschen zu verbessern. Das ist nie eine Massenbewegung sondern nur für Schüler im 5er-Bereich wirklich interessant.

    das hätte ich auch gerne erklärt.
    Verstehe ich das richtig, dass du die Noten im Nachgang noch mal abänderst, wenn die Schüler eine vernünftige/korrekte Berichtigung abgeben? ?(

    Zitat

    Es gibt Studien die zeigen, dass mathematisch naturwissenschaftlich überdurchschnittlich begabte Schüler auch in anderen Begabungsbereichen (Sprachen, Gesellschaftswissenschaft) gute bis überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen. Kann ich gerne raussuchen, habe ich selber gelesen für ein Seminar.

    Und genauso gibt es Gegenbeispiele ! Die Durchfallerquoten kommen auch deswegen zustande, weil sie künstlich hochgehalten werden (s. Jura)

    Zu deinem eigenen Beispiel bezüglich Unterrichten im Primarbereich:
    Silicium, du kannst freilich lesen und (so hoffe ich) auch schreiben. Aber.
    kannst du das auch jemandem beibringen, der davon keinerlei Ahnung hat? Nur weil du es beherrschst, kannst du doch diese Fähigkeiten nicht weitervermitteln. Im Gegenteil, ich wage sogar zu behaupten: was du wie selbstverständlich kannst, ist dir nicht bewusst und von daher schwer zu vermitteln an jemanden, der dazu noch überhaupt keinenZugang hat.
    Genausogut kann man anders herum argumentieren: das fachliche Wissen kann man sich aneignen - wie auch immer.
    Auch bei physikalischem und chemischem Wissen kann dir manch Nichtstudierter das Wasser reichen.

    Aber ich sehe schon, mit dir zu diskutieren ist relativ sinnfrei....

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