Beiträge von gingergirl

    chilipaprika: in deiner Rechnung fehlt, dass die Schüler ja auch irgendwie zur Schule kommen müssen. Meine Kinder (GS, GY) fahren beide mit dem Bus, der Großteil meiner Schüler mit dem Zug. In "normalen" Zeiten sind beide sehr gut gefüllt, im Bus stehen sie dicht gequetscht sogar im Mittelgang. Würde man auf 1,50 m Abstand achten, müsste man 5 Busse statt einen Bus fahren lassen... Denkt mal an die Schlange, die am Zug üblicherweise beim Einsteigen entsteht. Wenn da alle Schüler in den 13 Uhrzug mit Abstand einsteigen, dann hat die Bahn noch viel mehr Verspätung als gewohnt😁

    Elterntaxis sind jetzt auch nicht die große Alternative. Ich könnte sie z.B. wie viele nicht bringen und Elternfahrgemeinschaften mit 4 Kindern aus der Nachbarschaft im Auto sind ja auch nicht besser.

    Nur mal so den Vergleich zur Industrie. Mein Bruder arbeitet bei einer Firma, die ein wichtiges Teil für CT-Geräte herstellt. Die werden gerade verstärkt nachgefragt, da man Co-vid-Lungenentzündungen im CT schnell diagnostizieren kann. Er arbeitet bei der Logistik, die Dinge müssen schließlich ausgeliefert werden. Homeoffice geht in diesem Bereich natürlich nicht.

    Um die Leute möglichst vor Ansteckung zu schützen, arbeiten sie derzeit auch im Versand Schicht, damit sich möglichst wenige Leute begegnen. Abstandhalten wird total großgeschrieben. Die Firma wird ständig desinfiziert, z.B. an Türgriffen.

    Überall wird nach Lockerung gerufen: https://m.focus.de/gesundheit/new…d_11826174.html

    "Da sowohl Kinder als auch die meisten jungen Eltern nicht zur Risikogruppe gehörten, sollten Kitas und Schulen schon bald wieder öffnen."

    Ja, die vielleicht nicht, aber was ist mit dem Lehrerkollegium und Beschäftigten in den Kitas und Schulen?

    Wenn wir bei uns alle Kollegen Ü60, die mit Herzleiden, Diabetes, Asthma, hohem Blutdruck etc. rausnehmen, dann können wir gleich wieder den Betrieb einstellen. Mal abgesehen davon, dass doch eh schon eklatanter Lehrermangel herrscht. In Bayern sind deswegen schon alle Altersvorruhestandsregelungen für U65 ausgesetzt worden.

    Valerianus: ich hatte vor langer Zeit mal ne virusbedingte Lungenentzündung mit anschließender Rippenfellentzündung. Damals war ich 22, in körperlich bester Verfassung. Diese Krankheit (ich war nicht im Krankenhaus, vom "normalen" Hausarzt behandelt) hat mich damals wochenlang ausgenockt. Ich hatte lange Zeit noch Probleme mit dem Atmen, musste Atemübungen machen und lange Spaziergänge in der Natur. Erst nach einiger Zeit ging es dann auch wieder besser.

    Jahre später hat der Amtsarzt bei der Untersuchung für die Verbeamtung mir gesagt, dass man diese Lungengeschichte beim Abhören der Lunge noch deutlich hören würde. Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich auf eine Lungentzündung im Zusammenhang von Corona-Viren gerne verzichten. Zumal ich leider keine 22 mehr bin.

    In Bayern dürfte man derzeit schon noch Ausflüge machen (fällt unter Sport), es kraxeln sogar noch Leute auf Berge oder machen Skitouren. Die Bergwacht bittet aber eindringlich, davon Abstand zu nehmen: https://www.all-in.de/kempten/c-loka…nehmen_a5059848

    Absolut nachzuvollziehen. Ich würde deswegen von Ausflügen in Schluchten, in die Berge etc. unbedingt absehen. Im Tegernseer Tal sind die Wanderparkplätze deswegen schon abgesperrt worden.

    Hmhh, ich stelle mir gerade vor, wie bei uns Schule weiter funktionieren sollte, wenn wir wieder anfangen würden und alle aus dem Kollegium mit Hochrisiko daheim bleiben müssten. Wenn man also alle mit hohem Blutdruck, Asthma, Krebsvorerkrankung, Diabetes außer Dienst stellt, ist an normalen Schulbetrieb eigentlich nicht zu denken. Bei uns wären geschätzt 20 Prozent rauszunehmen.

    Ich habe am letzten Schultag meinen Klassen genaue Anweisungen gegeben, was sie in den drei Wochen zu tun haben. Hatte schon die ganze Woche Arbeitsmaterialien vorkopiert, da ich mit Schulschließungen gerechnet hatte. Klasse 10 z.B. hat für den Auftrag einen Übungsaufsatz zu schreiben (bisher hat das fast die ganze Klasse auch gemacht und mir zurückgeschickt). Dann sollen sie die Lektüre, die jetzt anstehen würde, lesen und Aufträge dazu bearbeiten und einen Lernzirkel zum Grundwissen Lyrik durcharbeiten. Alles Sachen, die wir in den nächsten Wochen auch besprochen hätten. Die Klasse hat für die 3 Wochen meiner Meinung nach also genug zu tun und bei Unklarheiten können sie sich per Mail oder Threema bei mir melden. Wird eher weniger genutzt.

    Klasse 9 Geschichte hat den Auftrag, auf einer online verfügbaren existierenden Lernplattform das Lernmodul zum Thema Zweiter Weltkrieg durcharbeiten. Die Materialien sind so klasse, so gut könnte ich die selbst nie zusammenstellen.

    Wenn ich jetzt aber anschaue, was manch andere Kollegen sich beim Online-Learning für einen wahnsinnigen Aufwand mit Videokonferenzen und Lernplattformen mache, frage ich mich ehrlich, ob ich es mir nicht ein bisschen einfach gemacht habe. Wie seht ihr das?

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