Ich habe im Ref viel gelernt ... von erfahreren Lehrern, die mir viel beigebracht haben. Bis heute profitiere ich davon.
Ich will hier nichts von Leuten hören, die ein paar nette Studien gelesen haben, sondern von Praktikern profitieren. Wenn ich an der Schule ein Problem habe, gehe ich auch zum Kollegen X, der schon seit 30 Jahren im Geschäft ist und nicht zu Aushilfskraft Y, die ein paar Stunden unterrichtet und ansonsten noch studiert. Also Susanna, ich will von dir einfach nix mehr zum Thema hören!
Ich arbeite nämlich leider nicht an einer Versuchsschule und zum Studienlesen habe ich keine Zeit. Ich verbringe die Hälfte meiner Zeit in der Oberstufe und muss die Leute aufs Abitur vorbereiten. Daneben habe ich wie wild zu korrigieren (Deutsch). Nun gehöre ich auch zu denen, die ab nächstem Jahr ohne Unterstützung bei der Inklusion dabei sind. Auf den Unterricht mit meiner Schülerin mit Handicap ab dem nächsten Schuljahr werde ich mit 30 Minuten (!) Einführung von einer Förderlehrerin vorbereitet. Kein Scherz.
Eigentlich habe ich Arbeitsbedingungen und Schüler, von denen die meisten hier träumen können. Bayerisches Gymnasium in der Provinz, keine nennenswerten disziplinarische Schwierigkeiten, unkomplizierte Eltern. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir den guten und leistungsbereiten Schülern, die es bei uns zweifelsohne gibt, zu wenig gerecht werden. Wir haben so klasse Schüler, die bei dem täglichen Kleinklein, den es halt bei uns auch gibt, nie so zum Zuge kommen, wie sie es verdient hätten. Und dann werden sie von den anderen auch noch als "Streber" abgestempelt.
Ich stimme Siliciums Ausführungen zur "Elite" deswegen so was von zu! Hätt' ich auch nicht gedacht, dass es mal soweit kommt ![]()