Beiträge von gingergirl

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    Anspruch wird nicht im Bundesland gemacht, sondern bei den Korrekturen. Und die sind kollegenabhängig, bestenfalls schulabhängig, das wissen wir doch.

    Meike, damit hast du ja so Recht. Ich bin ja auch in Bayern am Gymnasium tätig und kann den ewigen Lobgesang auf das achsohohe Niveau nicht mehr hören.
    Wie läuft denn das so in der Praxis? Da die Abituraufgaben in der eigenen Schule zweitkorrigiert werden, finden bei uns schon die üblichen Zweierpärchen zusammen, die Korrekturen dann unter vier Augen hochkorrigieren, falls die Schülerleistungen nicht passen. Bei uns in der Fachschaft wurde mal der Vorschlag gemacht, dass man die Zweitkorrekturen doch so aufteilen könnte, dass jeweils ein Lehrer alle Arbeiten jeweils eines Aufgabentypus aller Kurse nachkorrigieren sollte. Wäre eine riesige Arbeitserleichterung, da man sich nur in eine Fragestellung anstatt fünf einarbeiten müsste. Das wurde von der Mehrheit der Fachschaft aber brüsk abgelehnt, denn die Korrekturteams hätten sich doch bewährt ...
    Dass der Zweitprüfer auch in den mündlichen Prüfungen aus der eigenen Schule kommt, ist ebenfalls eine feine Sache. Ich bin mir sicher, dass die Schüler bei einem Kollegen, der seit Kurzem im Ruhestand war, die Fragen vorher wussten. Aber natürlich hatte der immer seinen Kumpan als Zweitprüfer dabei, der stellt schon nicht mal wenigstens eine nicht vorher abgesprochene Frage.
    Kurzum, aus BaWü kenn ich das aus meiner Schulzeit anders. Da haben die Abituraufgaben "Tour de Ländle" gemacht, d.h. der Zweitprüfer saß an einer ganz fremden Schule. Gingen seine Auffassung und die des Erstkorrektors zu sehr auseinander, ging die Klausur an einen dritten, der die Klausur dann abschließend bewertet hat.
    Auch für die mündlichen Prüfungen kam in BaWü der Zweitprüfer von einer anderen Schule. Durch dieses System der Fremdprüfer war meiner Meinung nach der Anspruch an die Schüler viel höher als hier in Bayern. Hier ist zwar die Aufgabenstellung auf dem Papier hoch, aber was dann in der Praxis dann zum Teil von einigen Kollegen erwartet wird.... jo mei!

    Hallo,

    ich habe auch ein Kind (3), arbeite derzeit 13 Stunden und diese Stundenzahl sehe ich als absolute Grenze. Mehr würde ich nicht schaffen. Ich finde schon, dass die Oberstufe vergleichsweise sehr vorbereitungs- und korrekturintensiv ist. Zur Zeit habe ich z.B. zwei Deutsch-Klassen, eine in der Unterstufe, eine in der 12. Die 7. Klasse kostet wirklich einen Bruchteil der Zeit. Eine Textzusammenfassung oder ein Bericht umfassen dort i.d. R. nicht mal eine Seite, das ist notfalls in ein paar Stunden runterkorrigiert. Die 12er schreiben im Vergleich dazu sehr umfangreiche Aufsätze, da bin ich pro Aufsatz ungelogen bei ca. 2 Stunden pro Mann an Korrekturaufwand dabei. In der 7. macht man notfalls mal "Buch auf" oder eine Übungsstunde, das kannst du dir in der 12. natürlich nicht leisten. Teilweise muss man sich fachlich in Themen auch ganz neu arbeiten. Hand aufs Herz, wie fit bist du z.B. zum Thema "Neue Innerlichkeit" in den 70er Jahren? War z.B. Thema meiner letzten Stunde...
    Dass man eher wenig in der Oberstufe eingesetzt wird, kann man sich als jemand mit fester Stelle auch wohl abschminken. Bei uns ist es so, dass Referendare, Vertretungslehrkräfte etc. natürlich nicht in der Oberstufe sind und deswegen die "Festen" natürlich dick in der Oberstufe unterrichten. Ich hatte jedenfalls in den letzten Jahren immer die Mehrzahl meiner Stunden in der Oberstufe zu unterrichten. Diese Jahr habe ich 8 von meinen 13 in der Oberstufe! Du kannst dir natürlich auch ausmalen, dass du dann auch beim Doppelabi sehr eingespannt sein wirst. Ich weiß, wovon ich spreche, wir haben das gerade hinter uns...
    Also, ich würde es an deiner Stelle nicht machen.
    Das Thema Inklusion ist bei uns gerade auch sehr aktuell, ich verstehe nicht, warum du denkst, dass dich das im GY weniger betrifft?

    Herr Rau: Ich glaube, dass du mich nicht richtig verstanden hast. Die Poltiker, die das mit den 40 Prozent immer behaupten, verstehen unter Abiturienten alle Schulabgänger, die eine "Hochschulzugangsberechtigung" haben, also Leute mit "fachgebundener Fachhochschulreife, Fachhochschulreife, fachgebundener Hochschulreife und allgemeiner Hochschulreife". Unter einem "Abiturienten" versteht man aber landläufig doch eigentlich nur den, der wirklich die allgemeine Hochschulreife hat. Nur die führt bei uns immer noch zu einer ganzen Reihe von Berufen (Lehrer, Pfarrer, Arzt, Richter, du weißt schon).
    Insofern finde dich die Aussage mit den 40 Prozent einfach irreführend. Mehr wollte ich nicht sagen. Mit einer fachgebundenen Fachhochschulreife ist die Studienauswahl halt wirklich nicht so prickelnd. Das Problem ist, dass hier die Leute ähnlich wie du aus der Vergangenheit kaum Leute kennen, die den "zweiten Weg" gegangen sind. Da "prügelt" man sein Kind dann halt durchs GY.

    Mhh, viele Migrantenkinder gibts an meiner Schule wirklich nicht. Am Schuljahresanfang muss der KL doch immer so einen Zettel ausfüllen, ob es Migranten in seiner Klasse gibt. Ich habe einmal was reingeschrieben, da ist der Papa aus Nordeuropa....
    BaWü ist auch ein Flächenland und da klappt das auch, dass man es irgendwie zur nächsten Berufsschule schafft, an der man die Fachhochschulreife macht... Hier hat der Frankenwäldler halt Pech gehabt. Na ja, der braucht auch keine Fachhochschulreife, wofür auch? Oder soll er doch gleich in die Städte abwandern, daheim hat er doch eh keine Aussichten...

    @ Herr Rau: "Abiturienten" bitte nicht mit "Absolventen mit allgemeiner Hochschulreife" gleichsetzen. Auf die hohe Prozentzahl kommt man nur, wenn man wirklich alle Leute, die eine Fachhochschulreife erworben haben, wenn auch sogar nur fachgebunden, als "Abiturienten" zählt. In Bayern gibt es auch heute noch Gegenden, da ist es nicht mal möglich, die Fachhochschulreife zu erwerben, da die nächste FOS zu weit weg ist. Das kannst du dir aus Münchner Sicht gar nicht vorstellen... Bei uns hat sich deswegen sogar eine Initiative gegründet, die zum nächsten Schuljahr eine private FOS ins Leben ruft: (KLick ). Die zwei größten Industriebetriebe vor Ort stellen sogar beide je 400000 Euro dafür zur Verfügung!
    Bis zur Einführung der Einführungsklassen vor drei Jahren war es doch auch fast unmöglich, die allgemeine Hochschulreife nach der Mittleren Reife zu machen. Ich bin aus Baden-Württemberg, wo es immer möglich war, mit einer guten Mittleren Reife noch die allgemeine Hochschulreife zu machen. Im Vergleich dazu habe ich Bayern immer als "Entwicklungsland" erlebt.

    Hand aufs Herz, wie viele Leute deines Alters kennst du, die als frühere Realschüler später dann noch das Abitur gemacht haben? Aus Bayern fällt mir da gerade eine einzige ein (Kollegin von mir, Mittlere Reife, dann Ausbildung, dann Nürnberg-Kolleg), aus Ba-Wü habe ich jetzt gerade bei 20 Leuten das Zählen aufgehört... Dabei bin ich relativ lange weg und habe hier ein viel "akademischeres" Umfeld.

    Es ist etwas weg vom Thema, aber ich frage mich auch, wieso bei Lehrerpaaren es nicht üblich ist, dass beide Teilzeit arbeiten. Ich kenne so viele, bei denen "Muddi" Teilzeit macht und "Vaddi" Vollzeit als Lehrer arbeitet. "Muddi" hetzt dann nach ihrer letzten Stunde aus der Schule um die Kleinen aus dem Kiga/Schule abzuholen, während "Vaddi" weiterhin das Lehrerzimmer unterhält oder an seiner dann oft doch vergeblichen "Karriere" im Schuldienst (haha) arbeitet.

    Mein Mann ist auch Lehrer und für uns beide ist Teilzeit perfekt, wir haben beide einen freien Tag, unser Sohn hat eine klasse Beziehung zum Papa, da der genauso viel Zeit mit ihm verbringt wie mit mir. Ich bin zufrieden, weil die ungeliebte Hausarbeit gerecht verteilt ist :) Und ehrlich gesagt, sind wir auch in der Schule entspannter, als wenn einer von uns beiden mit vollem Deputat buckeln würde.

    Ich habe bekannte Lehrerpaare schon oft angesprochen, warum sie denn nicht beide TZ arbeiten würden. Die Frauen antworten dann immer: "Für meinen Mann wäre das nix, der kann das nicht". Die Männer geben mir unter der Blume dann immer zu verstehen, dass sie das Schulleben dann doch einfacher finden als sich mit einem trotzenden Zweijährigen rumzuschlagen, außerdem könnten das die Kollegen ja komisch finden, wenn man TZ arbeitet. Nun ja.

    Ich habe übrigens mal in Frankreich ein Praktikum in einer Firma gemacht (IT-Bereich). Dort war gleich in der Nähe des Eingangs eine große Spielecke eingerichtet. Als ich verwundert fragte, wozu die da sei, wurde mir erklärt, dass die für für Kollegenkinder für Notfälle sei. Wenn die Tagesmutter krank sei oder die Krippe mal wieder bestreikt würde, nähme man das Kind einfach mit ins Büro. Tatsächlich habe ich dann auch erlebt, dass Kinder mit ins Büro genommen wurden. Die wurden dann abwechselnd von den Leuten dort in der Spielecke bespaßt. Interessanterweise waren es vor allem Väter, die ihre Kinder mitbrachten (in der Firma arbeiteten halt hauptsächlich Männer). Ich empfinde diese Lösung in Notfällen besser als die Schullösung! In Deutschland aber undenkbar. Die Französinnen arbeiten aber halt nicht nur "hobbymäßig", vielleicht liegt's daran.

    Hawkeye, die Refis am GY bekommen für ihren Einsatzschuldienst immer am letzten Schultag vor den Ferien Bescheid. Das gibt es bei euch an der RS so doch nicht mehr, dass man dümmstenfalls alle halbe Jahre den Ort wechselt.

    Ich würde mich auch an der Schule selbst umtun und vor Ort im Käsblatt eine Anzeige schalten. So hat die Wohnungssuche bei mir jedenfalls immer geklappt. Im ländlichen Raum bringen die Online-Anzeigen wohl nicht so viel. In Tourismusregionen sind wie von Hermine schon empfohlen die Touriinfos ebenfalls noch eine Option.

    So ein Mist, und da sind noch vor gar nicht langer Zeit an meiner Schule Lateinstunden über Monate ausgefallen, weil einfach keine Lehrer da waren.
    Schon in Thüringen die Schulen in der Nähe abgeklappert?
    Ansonsten würde ich an deiner Stunde dann evtl. noch Nachhilfe anbieten, da geben manche Leute mit dementsprechend Schotter z.T. ziemlich viel dafür aus. Und gute Nachhilfelehrer in Latein gibt es nicht allzu viele. Nachhilfe ist doch noch angenehmer, als was Ungelerntes zu machen...

    Hallo Friesin,
    jetzt habe ich mich nach ewig langer Zeit hier mal wieder eingeloggt, um dir zu antworten. Die Stellensituation hat sich in Bayern innerhalb kürzester Zeit wohl immens verschlechtert. An meiner Schule (Seminarschule) haben von 19 Refis in diesem Jahr 3 eine Stelle bekommen.

    Hast du dich schon mal in dem Bundesland umgetan, das nördlich von dir liegt? Ich weiß ungefähr, wo du wohnst, da gibt es doch einige Orte, die in fahrbarer Entfernung liegen (mittlerweile schnelle Verbindung durch die Autobahn). Die Referendare an meiner Schule sind zum großen Teil dabei, Bayern zu verlassen, da sie auf absehbare Zeit hier ihre Chancen sehr schlecht einschätzen.
    So ein Mist, ich habe dich hier als stille Mitleserin als kompetente Kollegin schätzen gelernt und ich verstehe nicht, warum dein Können nicht weiterhin geschätzt wird...

    Du musst bedenken, dass du am GY eben alle Klassen unterrichtest. Der Korrekturaufwand für eine Schulaufgabe in der 5. Klasse in Mathe oder von Exen in einer 7 Klasse in Natur und Technik ist natürlich schon geringer als der in der Oberstufe, egal ob jetzt an der FOS oder am GY.

    Korrekturen sind aber nicht alles - ich habe einen Bekannten, der als gelernter Gymnasiallehrer an der FOS/BOS arbeitet und damit sehr glücklich ist. Er schätzt den Vorbereitungsaufwand als geringer ein (weil man eben weniger Klassenstufen hat, hat man sehr schnell alle Klassen schon mal gehabt und kann dementsprechend auf alte Materialien zurückgreifen). Auch gibt es kaum disziplinäre Probleme (die Schüler haben halt die Pubertät schon hinter sich :) ) und man hat so gut wie nie Eltern, die "bei jedem Mist auf der Matte stehen".
    Für mich wäre es trotzdem nichts, ich mag gerade die Tatsache, dass ich Schüler von 10-19 Jahren unterrichte. Andere wiederum schätzen es, fast nur mit "erwachsenen" Schülern zu arbeiten. Wenn die FOS eine Option für dich ist, würde ich dir empfehlen, noch vor deiner Entscheidung dort mal zu hospitieren!

    Wenn du die Nachhilfe schon ehrenamtlich machst, würde ich gar kein Geld ausgeben, sondern mir Material aus dem Netz holen. Für Deutsch-Übungen sehr empfehlenswert halte ich http://www.mittelschulvorbereitung.ch/. Klasse Übungen zu den von dir angesprochenen Bereichen!
    Da es sich um eine Schweizer Seite handelt, wo ja kein "ß" existiert, muss man dieses aber gegebenenfalls ersetzen. Lohnt sich aber auf alle Fälle...

    Hat nicht direkt was mit den Abiklausuren zu tun, aber gestern habe ich im Radio einen Beitrag gehört, dass "Euro-Lena" - und damit zur Zeit wohl Deutschlands Vorzeigeabiturientin- in Oslo ihre erste Pressekonferenz auf Englisch abgehalten hat. Sie wurde gefragt, wie sie denn ihren (wohl gestrigen) Geburtstag feiern möchte. Ihre Antwort so sinngemäß: "Everyone becomes a party hat, that will be funny!"
    Und das wurde im Radio auch noch so humorfrei wiedergegeben...

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    Wie neu ist diese Aussage denn? Jetzt nach der NRW Wahl?

    Ja, wurde letzte Woche vom Kultusminister verkündet, übrigens ohne Rücksprache mit dem Koalitionspartner FDP!

    Schüler dürfen noch nicht wählen, die Zahl der Familien mit Kindern nimmt stetig ab, während die Rentnerschar immer größer wird - ist doch klar, dass von den Politikern, erst mal an Bildung gespart wird und nicht an den Renten...

    Unser Schulklo ist fast 50 Jahre alt und seither nicht renoviert worden. Der Gestank da drin ist abartig. Es ist einfach ekelerregend, in meiner Schwangerschaft konnte ich den Raum nicht betreten, sonst hätte ich dauern k...... müssen.
    So habe ich ein Vermögen zum Bäcker um die Ecke getragen um dort die Toilette nutzen zu können. Meine Schule sollte jetzt eigentlich generalsaniert werden, wird wohl jetzt aber wieder nichts - kein Geld da. Solange dies so ist, finde ich Diskussionen um Sparen einfach lächerlich.

    Ach ja, in Bayern wird bereits gespart. Eigentlich sollten 1000 neue Lehrerstellen geschaffen werden - gestrichen!

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    Mit so einem Kochrezeptschema konnte man noch durchkommen, als man die Abituraufgaben selber gestellt und selber geprüft hat. Wenn meine Schüler in der Prüfungssituation nicht in der Lage sind, flexibel auf wechselnde Operatoren zu reagieren, meine ich, dass ich als Lehrer etwas falsch gemacht habe.

    Bevor du mir unterstellst, dass ich meine Schüler nicht ordentlich aufs Abi vorbereite, sollte ich dir vielleicht mitteilen, dass es im bayerischen Abitur eigentlich keine "wechselnden Operatoren" gibt. Diese sind nämlich fast schon formelhaft und so gut wie immer gleich. Der Operator lautet immer ganz allgemein beispielsweise bei der Gedichtanalyse "Erschließen Sie das folgende Gedicht/die folgenden Gedichte". Danach folgt eine Zusatzfrage, die bisher so gut wie immer entweder hieß "...und erarbeiten Sie eine Interpretation, in der Sie auch auf epochen- und zeittypische Merkmale eingehen". Die zweite Möglichkeit sieht so aus, das Gedicht mit einem anderen Werk der Wahl (muss man im Kopf haben!) unter einem ganz bestimmten Motiv/Thema zu vergleichen, z.B. Schuld, Einsamkeit, Liebe...

    Wenn ich mit den Schülern nicht vorher en detail "kochrezepthaft" besprochen habe, was bei "erschließen" von ihnen verlangt wird, werden sie Schiffbruch erleiden.
    Ich muss auch noch erläuterm, dass bei uns im Abi theoretisch jedes Gedicht/jeder Dramenausschnitt/jeder Prosaausschnitt der deutschen Literatur drankommen kann, denn es gibt keinerlei Vorgaben oder Einschränkungen hinsichtlich des Prüfungsstoffes. Bei uns ist heißt es eben nicht "dieses Jahr ist dran: Woyzeck, Effi Briest und die Iphigenie".

    Wir machen in den zwei Jahren einen "Durchzieher" durch die Literaturgeschichte von der Klassik an bis heute und die Schüler müssen wirklich den ganzen Stoff beherrschen. Wir müssen also zu allen Epochen die wichtigsten Autoren, die historischen Hintergründe, die epochentypischen Merkmale usw. besprechen. Auch mit dem neuen G8-Abitur, bei dem Deutsch Pflicht für alle sein wird (ab 2011), wird dieses Vorgehen zumindest für die literarischen Aufgaben wohl auch so beibehalten.
    Die Themen sind manchmal sehr abgefahren, dieses Jahr war im Gk (!) ein Gedichtvergleich von zwei expressionistischen Gedichten dran (in Ordnung), ein Dramenausschnitt von E. Strittmatter (außer dass er "Der Laden" geschrieben hat, in der DDR wohl ziemlich groß war und in letzter Zeit wegen einer Nazigeschichte im Gerede war, weiß ich ehrlich gesagt auch nix über den;-)) und ein Ausschnitt aus dem "Marmorbild" (hätten wir in meinem jetzigen 11er-Kurs sogar gelesen gehabt, juhu, kommt aber nun nächstes Jahr nicht mehr dran, Mist!). Diie Aufgaben sind jetzt nur aus dem Kopf wiedergegeben, Abi war erst vor ein paar Tagen, habe nur mal kurz im Lehrerzimmer einen sehr kurzen Blick auf die Aufagben geworfen.
    Angesichts des Mörderprogramms und der Tatsache, dass der Operator immer gleich ist, halte ich es nicht für angebracht, mich mit den Operatoren aufzuhalten, sondern pauke lieber mit meinen 11ern Literaturgeschichte!

    Die Diskussion ist doch echt "akademisch". Bis zum Abitur habe ich mit meinem Deutschkurs doch bis zum Umfallen beispielsweise die Gedichtinterpretation geübt. Da ist es den Schülern dann im Abi schnurz, ob da als Operator steht "Interpretieren/Analysieren/Erschließen oder Basteln Sie aus dem Text einen Papierflieger :-)", solange sie auf der Prüfungsvorlage irgenwas Gedichtähnliches finden, wird dann halt das im Unterricht besprochene Erschließungsschma abgespult...

    Das sehe ich auch so. Herr Gurrath kann privat so viele Mädels sich um Stangen räkeln lassen und diese mit Tonnen von Kunstblut überschütten, aber ich würde nicht wollen, dass er meinen Sohn in Ethik unterrichtet.

    Finde außerdem, dass sich eine so doch wohl sehr zeitintensive Tätigkeit nicht mit dem Referendariat verträgt. Wundert mich eigentlich, dass ihm nicht daraus ein Strick gedreht wurde...

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