Beiträge von gingergirl

    Ich habe von meinem Vater gesprochen, der sehr lebendig mit mir hier unter einem Dach wohnt und mir gerne mal neue Perspektiven aufzeigt. Das finde ich für mich dann durchaus eine Referenz. Außerdem fand ich es interessant, dass damals wohl über lange Zeit der Unterricht ausgefallen ist. Ich wusste, dass die Generation eh schon kriegsbedingte Lücken hatte, aber dass sich das auch noch danach fortgesetzt hat, wusste ich nicht. Ganz zu schweigen von Brüchen in der Schulbiographie durch Vertreibung, Ausbombung etc.

    Und heute wird teilweise das Bild erweckt als hätten wir eine "lost Generation", nur weil über einen gewissen Zeitraum Unterricht in anderer Form als gewohnt stattfindet.

    Zum Thema "Leiden". Mein Vater, Jahrgang 1942, hat mir die derzeitige Situation mal ein bisschen zurechtgerückt. Seine Schwester, die Jahrgang 1938 ist, hat ihn daran erinnert, dass im Hungerwinter wohl 1946/47 im Winter die Schule zwei Monate lang ausgefallen sein muss. Da war es so kalt, dass einfach kein Unterricht stattfinden konnte. Mein Vater fragt sich zudem, wie er seine Kindheit überhaupt überstanden hat. Nie einen Kindergarten von innen gesehen, seine Mutter im "Dauer-Homeoffice", während er weitestgehend sich selbst überlassen war (meine Oma als Kriegswitwe hat in Heimarbeit im Akkord Kinderkleidung genäht). Außerdem während seiner Kindheit nie in Urlaub gefahren und praktisch auch nie den eigenen Landkreis verlassen. Trotzdem hat mein Vater auch ohne jegliche elterliche Unterstützung das Abitur gemacht und studiert (typische Lehrer-Aufsteiger- Biographie). Er hat wohl Recht und wir sollten vielleicht alle ein klein wenig demütiger sein. Den allermeisten Menschen in Deutschland geht es immer noch vergleichsweise verdammt gut.

    Also, strenggenommen sind es nur drei Tage oder nicht? Unsere Weihnachtsferien wurden doch um zwei Tage verlängert (7./8.1.). Ich habe mir nämlich tatsächlich überlegt, das mal als Mehrarbeit einzureichen. Dann müsste ich die zwei Tage im Januar aber gegenrechnen?

    Echt, Lindbergh, dabei war das in der Gastronomie doch immer alles tipptopp mit den Hygienekonzepten...

    Wollsocken80: du hast Recht. Ich hab das jetzt noch extra mal nachrecherchiert. In der Schweiz waren Großveranstaltungen über 1000 Teilnehmer erlaubt, allerdings nur von 1.-28. Oktober, wenn ich das richtig sehe. Davor verboten und danach auch wieder.

    Na ja, das kann man trotzdem nicht mit einer normalen Situation vergleichen. Es gab eben noch nie eine Maskenpflicht irgendwelcher Art während einer Influenzasaison. Außerdem ein Verbot von Großveranstaltungen, keine Clubs geöffnet. Außerdem habt ihr in der Schule doch auch Masken im Oktober getragen? Viele Menschen haben sich individuell doch auch trotz allem viel vorsichtiger verhalten.

    Du hast das wirklich nicht geschrieben, brauchst dich nicht angesprochen fühlen. Aber man sollte wirklich seriöserweise nicht Zahlen, die in einer Lockdownzeit entstanden sind ohne nennenswerte Immunisierung mit denen gleichsetzen, die ohne Lockdown, aber bei einer gewissen Grundimmunisierung der Bevölkerung entstanden sind. Ich hoffe ja auch auf solch ein Szenario, wie es Schmidt beschreibt. Das ist aber leider bisher nicht mehr als reines Wunschdenken.

    Ich denke natürlich nicht, dass wir einen Andpruch haben, auf ewig zu Hause zu sitzen. Aber wir und natürlich auch unsere Schüler sollten einen Anspruch darauf haben, in der Schule bestmöglich und professionell geschützt zu werden.

    Also professionelle Masken für alle (Lehrer und Schüler) Abstandsregeln, CO2Messgeräte, Luftfilter, einheitliche und konsequente Quarantäneregelungen kombiniert mit einem strengen Testreglement. Jetzt sind seit Mitte Dezember fast schon wieder 2 Monate ins Land gegangen und es tut sich einfach nichts.

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