Beiträge von gingergirl

    Es tut mir leid, aber am ersten Schultag Erstklässler Steckbriefe schreiben/erstellen zu lassen, wird man doch gerade wenn man die "Rahmenbedingungen und die Zielgruppe" betrachtet, mit bestem Gewissen als Unsinn bezeichnen dürfen... Vielen Erstklässlern muss man leider erst mal beibringen, wie man einen Stift oder eine Schere hält, wie soll denn dann das mit den Steckbriefen am ersten Tag funktionieren?

    Die Lesenacht für Fünftklässler kann man meiner Meinung nach nicht mit dem Frühstück am ersten Schultag vergleichen. Sicherlich ist die Lesenacht, wie du sie beschreibst, eine sinnvolle Sache. Und dürfte - abgesehen vom Schlafdefizit- auch ohne großen finanziellen Ausgaben deinerseits auskommen, oder?
    Das Problem, das hier wohl viele mit dem Vorschlag für den ersten Schultag haben, ist doch aber die Tatsache, dass aus dieser Aktion bei einem finanziellen und hohen zeitlichen Aufwand (einkaufen, dekorieren, abspülen ...) noch nicht einmal ein pädagogischer Nutzen ableitbar ist. Ich weiß wirklich nicht, was das am ersten Schultag bringen soll.
    Genau hier liegt doch das Problem: Hier wird offenkundiger Unsinn (Stichwort Steckbriefe!) von Leuten, die von der Praxis keine Ahnung haben, verzapft. Und darüber wird man sich doch mal ärgern können, ohne dass einem gleich mangelndes Engagement vorgeworfen oder ein Berufswechsel nahegelegt wird...

    Nachdem die Haarthematik ja jetzt durch ist :), würde mich aber noch eines interessieren:


    Was ist ein Gammeltag? Stelle mir jetzt so was wie eine große Pyjamaparty darunter vor...?

    Hast du die Stunden abgezogen, die "Minusstunden" waren, sprich deine Klasse war auf Exkursion, im Schullandheim, es war doch mal hitzefrei oder ...? Erst wenn du diese Stunden abgerechnet hast, kannst du mit den Überstunden rechnen. Und dann kommen gar nicht mal mehr so viele zusammen. Werden bei euch auch Randstunden vertreten? Da bei uns die 6. Stunde in der Regel nicht vertreten wird, fallen bei mir im Schnitt nur 1-2 Stunden Vertretung an, manchmal komme ich auch völlig ohne davon.

    Die Situation ist wirklich sehr schlecht: Ich gehe 10 Tage nach Unterrichtsbeginn in Babypause und werde nicht ersetzt! An meiner Schule sind eigentlich alle davon ausgegangen, da der Termin fast zeitgleich mit dem Unterrichtsbeginn zusammenfällt, dass ihnen irgendein Ersatz zugewiesen wird. Allerdings bin ich ja am Stichtag (Schuljahresanfang) offiziell noch da, deswegen erfolgte keine Zuweisung. Dass ich von den 40 Schulwochen im nächsten Schuljahr nur noch 2 (!!) Wochen zur Verfügung stehe, interessiert nicht. Jetzt wird von der Schulleitung krampfhaft eine Aushilfe für mich gesucht. Wer sich also in der Lage fühlt, im nächsten Schuljahr 24 Stunden Deutsch/Geschichte an einem nordbayerischen Gymnasium zu unterrichten, soll sich bitte melden!


    Lehramtsbefähigung ist kein Muss, bei uns haben auch schon Biologen. FH-Designer, Studenten etc. unterrichtet :-)


    Besonders verbittert mich, dass die Öffentlichkeit von diesem Skandal überhaupt keine Notiz nimmt. Kürzlich ging wegen der schlechten Ärzteversorgung/Hausarztproblematik hier eine Protestwelle los. Scharenweise gingen Omis auf die Straße, um sich für eine Verbesserung der Situation der Hausärzte einzusetzen - und es wurde bei der Politik wirklich etwas erreicht.


    Aber welche Omis demonstrieren für eine bessere Unterrichtsversorgung ihrer Enkel??? Na jaa, so lange halt irgendwie Unterricht stattfindet, egal von welcher Qualität, ist ja alles in Ordnung...

    Du schreibst ja selbst, "es kamen Fragen zu den 4 Vorlesungen" dran. Leider stützen sich die Examensfragen aber eben nicht auf Vorlesungen!

    Ich wohne im nördlichen Oberfranken und da sind die Jobs in der Wirtschaft wahrlich nicht so dolle bezahlt, da kann ich finanziell mit den meisten Akademikern in meinem Alter auf jeden Fall mithalten bzw. liege darüber. Ich brauche mich auf jeden Fall nicht mit leitenden Angestellten in der Chemieindustrie zu vergleichen, die gibts hier weit und breit nicht...


    Tja, nachdem sich deine Erfahrungen wohl hauptsächlich auf NRW zu beziehen scheinen, kannst du vielleicht wirklich nicht mitreden. Die Doppelabsolventen, die ihre Erfahrungen aus BY haben, haben mir das genau so beschrieben. Einen treffe ich bestimmt Montag Morgen wieder am Kopierer :-)
    Die Examensfragen werden hier alle halt zentral von München gestellt und werden auch zentral korrigiert. Wenns dumm läuft, kommen irgendwelche Spezialthemen dran. Da kannst du dich einfach nicht so genau darauf vorbereiten wie in einer mündlichen Diplomprüfung, in der dich ein Prof prüft, der dich idealerweise als Hiwi oder aus einem Seminar kennt und zur Grundlage seiner Prüfung seinen Vorlesungszyklus gelegt hat. Bitte erzähl mir nicht, dass du in deiner mündlichen Prüfung nur den Oberbegriff "Experimentalphysik" als Vorgabe hattest. Bei meinem Diplom-Freund war das Themengebiet auf jeden Fall von vornherein eingegrenzter, was nicht ausschließt, dass auch "quergefragt" wurde.
    Note 4 und 5 im schriftlichen EWF-Examen ist wahrlich keine Seltenheit, sondern fast an der Tagesordnung. Ich habe aber noch nie gehört, dass reihenweise Physik-Diplomer (ich kenne wirklich viele frühere Mitstudenten meines Freundes) mit Note 4 oder 5 aus ihren mündlichen Diplomprüfungen gegangen sind...

    Hermine, stimme dir zu: Finde auch, dass ich wirklich gut verdiene! Und ich hoffe inständig, dass ich niemals so werde wie mir bekannte Studiendirektoren (!), die immer schwadronieren, wie viel Geld sie in der Wirtschaft verdienen könnten und wie unterbezahlt sie seien.
    Aber ich finde es nicht in Ordnung, dass ich in den letzten zwei Jahren so geschätzte 8000 Euro netto mehr verdient habe als meine bessere Hälfte. Wohlgemerkt: Ich habe die Fächer D/G und er M/Ph und wir hatten fast auf das Komma genau die gleiche Abschlussnote nach dem Ref.


    ... auch im Abi lagen wir notenmäßig kaum auseinander, obwohl er ja ein Diplomer und ich nur ein "Lehramtskannibale" bin :-).



    Quereinsteiger: Wenn deine These stimmen würde, müsste bei Leuten, die Staatsexamen und Diplom gemacht haben, auch ungefähr die gleiche Endnote rauskommen? Ich kenne sowohl in Biologie als auch in Physik Kollegen, die beide Abschlüsse gemacht haben. Verblüffenderweise haben sie im Diplom wesentlich besser abgeschnitten als im Examen. Sie haben es darauf zurückgeführt, dass das Diplom aus in beispielsweise Physik - ich denke vier insgesamt - mündlichen Prüfungen bestand, deren Prüfungsthemen mit dem Prof abgesprochen werden konnten. Im hauptsächlich auch schriftlich abgeprüften Examen hingegen sind die Prüfungsaufgaben ja zentral gestellt und so kann man viel eher daneben liegen. Das gilt vor allem auch für die von Hermine schon angesprochene erziehungswissenschaftliche mehrstündige Klausur, die für viele schon eine ganz schöne Hürde darstellt.

    Also, dann ist das bei RS anders. Mein Zukünftiger ist auch Quereinsteiger M/PH für LA GY, bei ihm steht das so auf dem Zeugnis. Wäre auch eine einseitige Bevorzugung der Diplomer, deren Noten im Vergleich zum Examen einfach besser sind.


    Neu angestellte Lehrer bekommen seit - drei Jahren denke ich- wirklich kein Weihnachtsgeld mehr, war eine der bekannten Stoiberschen Sparmaßnahmen. Das gilt nicht für so genannte Altverträge, sprich Leute, deren Verträge schon länger als diese Zeit laufen, sind davon ausgenommen.


    Mein Freund und ich sind gleichzeitig mit dem Ref fertig geworden, ich mit Planstelle und er mit Supervertrag als Angestellter. Wir sind in der gleichen Alterstufe und gleiche Steuerklasse, deswegen kann ich ganz gut vergleichen, was unterm Strich bei beiden übrig bleibt. Er hatte im Monat 300 Euro netto weniger als ich, wobei man bedenken muss, dass Frauen etwas mehr in der privaten Krankenversicherung zahlen als Männer. Die häufig kolportierten 500 Euro weniger stimmen meiner Erfahrung nach also nicht, aber das fehlende Weihnachtsgeld schmerzt wirklich!

    Ich glaube, da verwechselst du was. Supervertrag bedeutet, dass man am GY auch erst mal angestellt wird und nach zwei Jahren verbeamtet wir. Man hat also auch mehr Abzüge als die Beamten. Trifft meinem Gefühl nach fast die Hälfte der GY-Absolventenüge. Besonders blöd ist, dass man auch kein Weihnachtsgeld bekommt, das leppert sich. Ist das bei deiner Freundin aber nicht auch so, dass sie nach einer gewissen Zeit verbeamtet wird?

    Was meinst du mit "Angestelltenvertrag"? Ein befristeter Aushilfsvertrag? Laut BLLV lag im Jahr 2006/2007 die Einstellungsnote bei 3,41 bei D/G für LA RS. Darunter dürften meiner Meinung nach nur die wirklich festen Stellen fallen.


    [URL=http://http://www.bllv.de/cms/index.php?id=2294]


    Liebe Grüße, drücke die Daumen für die Stelle!


    ginger

    Weil man in Zeiten des Lehrermangels den Malus wahrscheinlich gerne mal "übergeht", schließlich braucht man ja die Leute. Ändert sich das Ganze, dann holt man ihn wieder aus der Versenkung, um Leuten von vornherein keine Chance zu geben.


    Mach dir keine Sorgen, mit deinen Examensnoten bist du sicherlich nicht das Ende der Fahnenstange, sondern so im Mittelfeld und letztes Jahr ist ja jeder auch mit D/G besser als 3,5 im Examen zumindest mit einem Supervertag (also auch Festeinstellung) eingestellt worden.Und im September ist Landtagswahl, da versucht man noch die Lücken zu stopfen.

    Völlig undurchsichtig das Ganze. Bin vor zwei Jahren mit Deutsch/Geschichte fertig geworden, bei mir im Seminar war auch eine Kollegin aus Sachsen. Sie hatte ebenfalls mit einem Malus gerechnet, auf dem Zeugnis war dann aber nur so etwas vermerkt wie "Eine Gesamtnote konnte nicht festgelegt werden", wie es auch beispielsweise bei Quereinsteigern gemacht wird. Damit hat sie dann ohne Probleme eine Planstelle bekommen. Ich denke, das wurde aufgrund der günstigen Einstellungssituation damals so gemacht. Da der Lehrermangel seither fast noch größer geworden ist, hast du doch die besten Chancen auf Planstelle bzw. Supervertrag oder warum hast du denn Bedenken?

    Ein Freund von mir war bis zur Wende (1989 16 Jahre alt) in der DDR in einem kleinen Thüringer Kaff in der Schule. Er hat dann schon nach neuem System ein 1,0-Abi gemacht und anschließend ein Jurastudium in Bayern mit absoluten Bestnoten absolviert. Er beteuert mir gegenüber immer, sich während seiner Schulzeit niemals gelanweilt zu haben, kann mir aber nur schlecht begründen, warum. Deswegen meine Frage an die im Forum, die sich noch erinnern: Wie war das mit der Langeweile/Unterforderung/Differenzierung in der DDR? Ich finde es interessanter, von eigenen Erfahrungen zu hören als sich in abgehobenen Theoriediskussionen zu verlieren :-)

    Dein Schnitt ist nicht sooo schlecht, wie du im Moment vielleicht denkst. Bei mir im Seminar z.B. war niemand besser als 2,2. Deine Note dürfte sich ziemlich genau im Mittelfeld der Absolventen bewegen. Bei uns im Seminar haben sich dann auch alle im 2. Examen im Vergleich zum 1. Examen verbessert.
    An deiner Stelle würde ich auf jeden Fall gleich zum Ref antreten, denn ab 2011 gibt es das G9 nicht mehr, also werden weniger Lehrer benötigt. Im Moment werden Lehrer gebraucht, das wird sich aber ändern je länger du wartest, denn in einiger Zeit werden viele Studenten ins Ref drängen.


    Es ist nicht gesagt, dass du dich überhaupt verbesserst. Ich kenne einige, die zur Notenverbesserung angetreten sind und kaum jemand hat sich verbessern können. Beim einen lief Deutsch besser als beim ersten Versuch, dafür aber Geschichte schlechter oder umgekehrt. Und die Examnsfragen sind ja wirklich ein Glücksspiel. Außerdem ist es wohl immer besser mit dem Ref im Sommer anzufangen und dann auch fertig zu werden, denn dann wirst du auch zum Ende des Schuljahres fertig, wenn immer generell mehr Leute benötigt werden (Pensionierungen).
    An deiner Stelle würde ich lieber ernsthaft über eine Erweiterung in Sozialkunde nachdenken. Wenn du tough bist, geht das auch parallel zum Ref (kenne einige, die das durchgezogen haben). Du verbesserst damit deine Chancen wirklich. In der neuen Kollegstufe ist Geschichte und Sozialkunde ein Kombifach und sollte am besten von einem Lehrer unterrichtet werden, der die Facultas für beide Fächer hat.

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