Beiträge von Bolzbold

    Die Unterscheidung wird dann relevant, wenn es zu realen Kriegseinsätzen für die Soldaten kommt. Dann stellt der Staats sein Staatsinteresse i.d.R. über mein Eigeninteresse auf Leben.

    Sollte dann dieses Eigeninteresse auf Leben nicht auch im Vorfeld entscheidungsrelevant sein, wenn es darum geht, ob ich mich bei der Bundeswehr verpflichte oder nicht?
    Und von welchen Kriegseinsätzen reden wir hier?

    Erst neulich gab es einen Artikel über Beamte in der Zeit. Dort beklagen die Beamten, dass sie abgeordnet oder versetzt wurden. Sie wussten es vorher, malten sich das Ganze aber "schön" vor dem Hintergrund der Sicherheit der Verbeamtung. Das kann man auf den Dienst an der Waffe übertragen.

    Ich sehe bei den Tipps der GEW ehrlich gesagt wenig sachliches, außer dass man die Bundeswehr nicht mag und sie deswegen nicht in der Schulen haben möchte.

    Das war ehrlich gesagt auch meine Lesart.

    Also nochmal zurück zum Thema, auch tibo

    Was sind denn neben diesen Forderungen - denn nichts anderes ist das - handfeste Argumente, warum die Bundeswehr als potenzieller Ausbildungsanbieter nicht auf den BOT oder wo auch immer auftreten sollte?

    Rein fiktiv: Dass eine Ausbildung bei der Bundeswehr bei den BOT ähnlich beworben wird, wie eine Ausbildung in "normalen" Ausbildungsbetrieben und die SuS in dem Alter kaum eine Differenzierung zwischen Staats- und Eigeninteressen machen - zumal es sich in einigen Klassen überwiegend um minderjährige SuS handelt.

    Die Trennung zwischen "Staatsinteresse" und "Eigeninteresse" halte ich für konstruiert.
    Bei einer Rekrutierung von 17jährigen müssen deren Eltern mit unterschreiben. Das ist also eine Entscheidung von drei Personen. Ich gehe davon aus, dass man sich im Vorfeld über die Motivlage Gedanken macht.

    Ich finde es unerträglich, bei Minderjährigen (!) in der Schule (!) für eine Armee zu werben. Ich finde die UN-Kinderrechtskonvention mit ihren Ergänzungen alles andere als "Schwachsinn", sondern einen guten moralischen Kompass. So gehen die Meinungen auseinander.

    Ich fände eine faktenbasierte Meinung hier überzeugender.
    Die UN-Kinderrechtskonvention - vermutlich spielst Du hier auf Artikel 38 an - kommt hier überhaupt nicht zum Tragen.
    Und auch die Bundeswehr ist sich ihrer Verantwortung bewusst.

    Mit 17 Jahren zur Bundeswehr

    Was genau empfindest Du daran unerträglich?

    Flupp

    Danke, dass habe ich mich auch gefragt. Mir scheint, dass es sich hier eher um ein dienstliches Gespräch handelt.

    Wenn das Thema nicht benannt wird, mag das der vom TE angeführten unangenehmen Dramaturgie der Schulleitung folgen. Dann wäre es unnötig und wäre im Bereich "Bossing" anzusiedeln.

    Es kann aber auch bewusste Taktik sein, wenn es um ein heikles Thema geht, bei dem man sich aus verschiedenen Gründen nicht vorbereiten soll.

    Letztlich weiß es niemand außer der SL. Und der TE ist verhindert. Dann muss die Sache eben warten.

    Es ist immer eine Frage, womit bzw. mit wem ich mich vergleiche.
    Der Westen verbraucht ein Vielfaches an Ressourcen von dem, was in der Dritten Welt verbraucht wird. Somit wären wir eigentlich fast alle "Umweltsäue".
    Gleichwohl gibt es auch bei uns Leute, die besonders nachhaltig oder weniger ressourcenverschwendend leben. Wenn diese Leute ab und an einmal fliegen, sei es ihnen von Herzen gegönnt.

    Letztlich muss sich jede/r selbst fragen, wie verantwortungsbewusst er/sie mit unserem Planeten umgeht und das auch vor sich selbst verantworten.

    (Mögliche Datenschutzbedenken aber als Argument für die eigene „Abneigung aus dem Bauch heraus“ vorzuschieben, halte ich für Entwicklungshinderlich (aber in dem Thema auch für sehr Deutsch).

    Das ist in der Tat typisch Deutsch. (Und ich frage mich, wie viele KollegInnen eigentlich aus Bequemlichkeit auf den Websites, die sie aufrufen, "alle Cookies akzeptieren" anklicken und sich nicht die Mühe machen, das händisch abzulehnen... oder wie viele sich auf diversen Social Media Kanälen austoben ohne sich über den Schutz oder die Verwendung ihrer Daten durch die großen Konzerne Gedanken zu machen.) Aber klar das ist natürlich etwas völlig anderes...

    Ich hatte eine Kollegin, die damit recht offen umgegangen ist und meiner Erinnerung nach recht viel Verständnis für ihre Fehlzeiten bekam.

    Wärst Du in meinem Kollegium, würden wir in einem persönlichen Gespräch die Spielräume ausloten und dann irgendwie eine Möglichkeit finden (beispielsweise auch kurzfristig ermöglichtes Fehlen an Tagen X und Y, dafür Vertretungsbereitschaft an Tagen A und B oder Einspringen für die vertretenden KollegInnen C und D, damit diese mal eine Stunde früher gehen oder später kommen können, oder Tausch von Unterricht nach Absprache innerhalb einer Klasse etc.)

    Dann kämen wir ohne Minusstunden und den oben geäußerten Verdacht der unberechtigten Krankmeldung aus.

    In meiner Stadt durfte nichtmals selektiert werden, sondern es wurde bei Überanmeldungen gelost (außer, es waren bereits Geschwister auf der Schule). Das macht die Jagd auf viele Anmeldungen noch absurder, denn je "netter" eine Schule sich präsentiert, desto mehr ungeeignete Kandidaten melden sich da auch an.

    Ist das nicht Wortklauberei? Letztlich wird selektiert bzw. entschieden, wer genommen wird und wer nicht. Ob das nun per Losverfahren oder auf andere Weise erfolgt ist für den Prozess des Selektierens doch unerheblich.

    Wir müssen uns Gedanken darüber machen, dass SchülerInnen heute lieber durch AI erstellte "geleckte" Ergebnisse abgeben. Dass man sich unlauterer Hilfsmittel bedient, hat es immer schon gegeben. Meiner Wahrnehmung nach nimmt das nur jetzt Überhand - nicht zuletzt weil die SchülerInnen im taktischen Vorteil sind und zu viele KollegInnen Klausuraufsichten als Freistunde begreifen, wo man korrigieren, lesen oder daddeln kann.

    Wir müssen in der Tat mit den Menschen arbeiten, die wir haben - aber wir müssen die Art unseres Arbeitens ändern, da wir effektiv viel zu wenige SchülerInnen noch erreichen.

    Also ich habe es immer so erlebt, dass der Tag der offenen Tür ein Kampftag ist. Es geht darum mehr Bewerber als Plätze zu bekommen. Und warum? Weil man jetzt selektieren kann. Hört keiner gerne aber das ist des Pudels Kern. Da wir freie Schulwahl haben und keine Zuweisungen kämpft jeder darum nicht die Schule zu sein mit 90 Plätzen aber nur 60 Anmeldungen. In den Fall bekommen die Schulen dann nicht die Möglichkeit kleinere Klassen zu bilden, sondern sie bekommen alle Schüler die aus welchem Grunde auch immer in anderen Schulen abgelehnt wurden. Diese Ablehnung wird meist als Verletzung empfunden. Und 20 % seelisch verletzte Schüler zum Start zu haben, die gnädigerweise jetzt von einer Schule genommen wurden, das sind nätürlich prima Startbedingungen.

    Richtig. Und damit ist man in der Situation, dass sich die Katze dort in den Schwanz beißt.
    Gleichwohl wurden diese Schüler nicht gnädigerweise genommen sondern mussten genommen werden - das ist von beiden Seiten keine Wunschbeziehung. Bestenfalls zweite oder gar keine Wahl gewesen zu sein, ist auch für die Motivation des dortigen Kollegiums bestimmt förderlich...

    Mhh, ziemlich viel Zündstoff für Ärgernis...

    Ich frage mal ganz dumm (Ich weiß dass ich dumm bin, sehr dumm sogar!): Wozu überhaupt noch Tag der offenen Tür?

    Ich meine, die Schüler haben doch eh eine Schulpflicht. Insofern braucht man nicht für Kunden zu sorgen. Und dunsemal zu meiner Schulzeit in den 1960ern hatte ihn auch niemand vermisst.

    Und dann noch ein anderer Aspekt: Sollte man sich nicht lieber Gedanken machen, den Arbeitsplatz Schule für die kommende Lehrergeneration attraktiver zu gestalten?

    Es ist doch Realität, dass das Nachwuchsproblem noch größer werden wird. Samstagsarbeit macht ihn nicht attraktiver. Ist die veränderte Realität in den oberen Hierarchien des Schulsystems noch nicht ins Bewusstsein angekommen?8)

    In Regionen, gerade in Städten, wo Schulen sich einem Konkurrenzdruck ausgesetzt sehen, war der TdoT ein Mittel, um aktiv um SchülerInnen zu werben. In den Nuller- und Zehnerjahren war das für einige Schulen ihm wahrsten Sinn des Wortes existenziell. In vielen Städten stellt sich das Problem nicht mehr in der Form, als dass bei den hohen Übertrittsquoten an Gymnasien diese sowieso ihre Plätze voll bekommen.

    Es ist aber offenkundig Teil der Tradition.

    Man kann hinterfragen, wieso das gerade ein Samstag sein muss, da Wochenenden auch für die Familien oft "heilig" sind und man dann nicht an drei aufeinander folgenden Wochenenden an sechs Gymnasien vorbeischauen möchte. Aus meiner Sicht wäre auch ein Freitag(spät)nachmittag problemlos machbar. Der Probeunterricht im Vormittagsbereich am Samstag wird ohnehin überbewertet - und Mitmachaktionen auch an Unterricht angelehnt, kann man auch nachmittags anbieten.

    Da ist es dann eine Frage des Mutes, wann die erste Schule sozusagen aus der Reihe tanzt und ein entsprechend überarbeitetes Angebot vorlegt.

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