Beiträge von Bolzbold

    Zumal 99% der Dinge innerhalb des Unterrichts stattfinden - ich bin immer noch so sauer ...

    Also ich suche in solchen Situationen das eins zu eins Gespräch, was ich bisher immer auf Augenhöhe führen konnte. (In der Tat lassen KollegInnen schnell das "Pädagogensprech" sein, wenn sie während des Gesprächs erfahren, dass man selbst auch Lehrer ist.
    Allerdings lasse ich die Kolleginnen dann immer gewissermaßen kommen, d.h. ich lasse sie zunächst ihre Eindrücke schildern und passe meine Strategie dann während des Gesprächs an. Das hat im Falle eines älteren Englischkollegen mit der Bitte um mehr Transparenz bei der Leistungsbewertung im Sinne der häuslichen Förderung und Verbesserung der Leistungen verhältnismäßig gut geklappt. (Ich hatte im Vorfeld schon befürchtet, ihn damit konfrontieren zu müssen, dass die Art und Weise, wie er seine Klassenarbeiten stellt und bewertet, schon seit einiger Zeit so nicht mehr zulässig war...)

    Mutter hatte das vor ein paar Jahren mit ihrem Sohn und war damals total enttäuscht, dass die Lehrerschaft sich nicht in der Pflicht sah.

    Jetzt ist es ähnlich - ich habe den Klassenlehrer erneut angeschrieben und es kam eine Antwort, die mich aber noch mal mehr schockiert hat.

    Ja, er habe Veränderungen an meiner Tochter erlebt, er wolle demnächst mal ein Gespräch mit ihr und der Sozialpädagogin führen. Die Stimmung in der Klasse empfände er als normal, und was die Schüler nach der Schule in ihrer Freizeit machen würden, dafür wären Lehrer ja nicht zuständig. :ohh:

    Kann mir jemand ein feedback geben? Wie ist das bei euch?

    Nur so viel kurz und bündig:

    SchülerInnenverhalten, das außerhalb der Schule stattfindet, aber in die Schule hineinwirkt, kann, darf (und sollte) sehr wohl auch durch die Schule sanktioniert werden. Der Kollege macht sich da einen zu schlanken Fuß.

    Also sei mir nicht böse, aber Du lässt uns nach wie vor im Trüben stochern.

    a) Hat Dein Partner dort bereits eine Stelle in Aussicht?
    b) Als was möchtest Du arbeiten?
    c) Habt Ihr bereits Kinder oder wollt Ihr noch welche haben? Wo und wie sollen sie aufwachsen?

    So ein "Projekt" würde ich nur dann starten, wenn ich konkrete Jobaussichten in Norwegen hätte und ich mich lange im Vorfeld darüber informiert hätte. Ferner würde ich mir gut überlegen, ob ich dann ggf. je nach Länge des Aufenthalts aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden möchte oder nicht. Dann wäre es natürlich auch noch wichtig, eine Art "Rückzugslinie" zu haben, d.h. was passiert, wenn man sich trennt, wenn die Jobaussichten nicht so sind wie gedacht?

    Und das hier solltest Du Dir auch sehr genau ansehen.

    BVA - Auswanderer - In­for­ma­tio­nen für Aus­wan­de­rer nach Norwegen (bund.de)

    Ohne alles gelesen zu haben: Du darfst in der Elternzeit in Teilzeit keine Mehrarbeit machen, weil dadurch der Anspruch auf Elterngeld erlischt. Das habe ich gerade letzte Woche nochmal mit der BeZReg und dem/der betroffenen Kolleg:in abgeklärt. Das sollten auch eigentlich alle Stunden- und Vertretungsplaner:innen im Hinterkopf haben (ich habe den/die Kolleg:in darauf hingewiesen, woraufhin er/sie bei der BezReg nachgefragt hat, nicht umgekehrt).

    Ich kann dir nur raten, mit der/dem Stundenplaner:in zu sprechen. 12 Stunden möglichst (ganz) ohne Freistunden kann ich mir jetzt gerade nicht so ganz vorstellen, aber je flexibler du einsetztbar bist (lieber Sek I, als Sek II, möglichst nicht in Kopplungen/Schienen), desto einfacher wird das. 12 Stunden an drei Tagen würde ich schon als machbar bezeichnen. Auch hier gilt: Augen auf bei der Unterrichtsverteilung und Tipps im Stundenplanbüro holen.

    Edit: ihr müsstet ein Teilzeitkonzept haben. Da würde ich auch einfach mal reinschauen.

    Ergänzung: Teilzeitkräfte dürfen gegen ihren Willen nicht zu früherem Kommen oder längerem Bleiben verpflichtet werden, da dies der Idee der Teilzeit widerspräche und die Anfangs- und Endzeiten eine gewisse Verlässlichkeit haben müssen.

    -Muss man während der Elternzeit unbedingt an der ,,eigenen" Schule arbeiten oder gäbe es auch die Möglichkeit, für die Dauer eines Jahres (während des Bezugs von ElterngeldPlus) an einer anderen Schule zu arbeiten? (Ich denke schon länger über einen Versetzungsantrag nach und das Gespräch heute hat mich ehrlich gesagt nur wieder darin bestätigt.)

    Ich danke euch schon einmal im Voraus für eure Antworten!

    In der Tat ist es so, dass Du auch an einer anderen Schule eingesetzt werden kannst, weil Du während der Elternzeit "frei wie ein Vogel" bist. Meine Frau hat das seinerzeit sogar an einer andere Schulform gemacht. Wenn im Anschluss Urlaub aus familienpolitischen Gründen genommen werden sollte, dann geht das grundsätzlich auch - allerdings dann wahrscheinlich nur innerhalb derselben Schulform. (Das ist auch abhängig vom konkreten Bedarf vor Ort.

    EDIT: Ach so und bitte. :) Ich stelle mir an solchen Stellen immer direkt die Frage, ob meine Einschätzung im Einklang mit der NVO steht und habe den Luxus, das meist sehr zeitnah schulrechtlich abklären zu können, wenn ich nicht selbst fündig werde oder zu faul bin nachzuschlagen (:rotwerd:). Ist doch schön, wenn über den Weg des Forums auch andere KuK von diesem speziellen Service profitieren können.

    So hat nahezu jedes Bundesland hier seine/n ExpertInnen. (Ich beispielsweise für Sek I und GOSt in NRW.)

    Letztlich müsste ein wie auch immer geartetes Verfahren zum einen effizienter sein und zum anderen keine Folgeprobleme mit sich bringen.

    Den Stress mit den Eltern - der hier in meinen Augen vorprogrammiert ist - würde ich mir nicht antun. Wenn ich gleichwohl den Anspruch habe, "anspruchsvollere Vokabeltests" als das reine Wort-Abfragen zu stellen, dann kann man diese pädagogisch-didaktische Entscheidung durchaus auch als Quelle des Problems erachten. Mit dem Bewertungssystem des/der TE würde man also nur an den Symptomen herumdoktern und weitere Probleme erzeugen, aber eben das ursprüngliche Problem mit der Korrekturlast nicht nachhaltig (und im Sinne der SchülerInnen) lösen.

    Mein erstes Jahr:
    (Auszug)
    1x Kl. 8 Englisch
    1x Kl. 9 Englisch
    2x Kl. 10 Englisch (davon eine als Klassenlehrer)

    1x GK EF Englisch
    1x GK Q1 Geschichte (ab dem zweiten Halbjahr)

    Mein zweites Jahr:
    (Auszug)
    1x Kl. 9 Englisch (plus Klassenleitung)
    1x Kl. 10 Englisch
    1x GK EF Englisch
    1x GK EF Geschichte
    1x GK Q2 Geschichte

    Man wird eingesetzt, wo man gebraucht wird...

    Das hatte in dem Fall tatsächlich mit dem Gleitzeitkonto zu tun - die Fehlzeiten werden erst dann nachträglich gebucht bzw. "neutral" gebucht, wenn man sich wieder gesund meldet. Tut man das nicht, zählt der Tag als "null Arbeitszeit" abgeleistet, so dass man dann mit 8:12 Stunden im Minus ist.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass der Mythos der "Gesundmeldung" auch hartnäckig als urban legend unter Mitarbeitern der BezReg verbreitet ist. Wobei Dich jeder Arzt bei diesem Wort anschaut als hättest Du sie nicht mehr alle.

    Das gibt es in der Behörde wirklich. Nach einer erfolgten Krankmeldung (egal ob mit oder ohne "Schein") musste man sich dort auch offiziell wieder "gesund" melden bzw. die Wiederaufnahme des Dienstes melden.

    Es gibt am Gymnasium ein festes Katalog an Aufgaben für A15, u.a. die üblichen Kandidaten "Koordination des Organisations- und Verwaltungsbereichs sowie Mitarbeit in der Schulverwaltung."

    Es wurde letztes Jahr folgende Aufgabe in das Katalog aufgenommen und es wurden einige A15 Stellen mit folgender Beschreibung ausgeschrieben:

    • Koordination der Schul- und Unterrichtsentwicklung mit dem Schwerpunkt Lehren und Lernen in der digitalen Welt sowie Mitarbeit in der Schulverwaltung.

    Nur weil es möglich ist, heißt nicht, dass man eine Stelle dafür zugewiesen bekommt.

    Das ist die klassische KoordinatorInnenstelle zur Schul- und Unterrichtsentwicklung. Wenn Schulen das mit dem/der Digitalbeauftragten kombinieren - hier bietet sich das ja an - ist das eine ganz andere Sache.

    (Am Rande: Die Position als Gefahrstoffbeauftragte(r) darf auch nicht als A14 ausgeschrieben werden. Die RISU sieht hier eine freiwillige Übernahme und Entlastungsstunden aus dem Schulleitungsdeputat vor. Es kommt jedoch vor, dass Schulleitungen die A14 offiziell anders ausschreiben, das dann später umwidmen und die Entlastungsstunden im Anschluss selbst einstreichen, weil der/die KollegIn ja befördert wurde.)

    Sehr schlechte Formulierung des Textes, denn:

    Bezieht sich dieser Auszug auch auf die Beförderungsämter?

    Höherer Dienst, gehobener Dienst? Neusprech: L2.1, L2.2.

    Das ist der Knackpunkt und wurde hier ja auch bereits angesprochen. Es würde wenig Sinn ergeben, die KollegInnen der Sek I in A13 einzugruppieren und das dann als Endstufe von L 2.1 einzurichten. Dann gäbe es im Sek I Bereich keine Beförderungsstellen mehr. Wenn man halbwegs schlau ist und das konsequent durchdenkt, müsste das L2.2 werden in Verbindung mit den dort existierenden Beförderungsmöglichkeiten.

    Es reicht im Grunde, wenn auf die Frage hin, wo ich denn herkäme, und auf meine Antwort "aus dem Rheinland" die Frage "und wo kommst Du wirklich her?" gestellt wird. Damit wird - ob aus Ignoranz, Unwissen oder Unbedachtheit - mittelbar impliziert, dass jemand, der/die nicht nordisch-arisch aussieht, kein/e Deutsche/r sein kann bzw. dass er/sie woanders herkommen müsse (und damit nicht wirklich dazugehören kann.)
    Es ist auch heute noch nicht selbstverständlich, dass ein/e "Nicht-Weiße/r" auch Deutsche/r sein kann. Das dürfte vor allem auf die MitbürgerInnen zutreffen, die man pauschal oder spontan dem türkisch-arabischen Kulturraum zuordnet.
    Vor mehreren Jahren wurde ich einmal gefragt, ob ich (mit Ur-süddeutschem Nachnamen) denn den Namen meiner Frau angenommen hätte (sprich: Jemand wie ich kann nicht auf "natürliche" Art und Weise einen deutschen Nachnamen haben.)

    Diese Geisteshaltung finden wir natürlich immer noch in unserer Gesellschaft. Aber die Leute, die heute (oder morgen) SchulleiterInnen werden, sollten genug Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund gemacht haben, dass dieser Umstand bei ihren Personalentscheidungen keine Rolle spielt.
    Bei mir war das so, aber das lag daran, dass ich eben ein geschliffenes Hochdeutsch spreche, in das ich gerne "Antiquismen" einstreue, um eben auch klarzustellen, dass ich deutsch sozialisiert bin. Das führt dann schnell dazu, dass man sich seiner Vorurteile entledigt...

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