Es reicht im Grunde, wenn auf die Frage hin, wo ich denn herkäme, und auf meine Antwort "aus dem Rheinland" die Frage "und wo kommst Du wirklich her?" gestellt wird. Damit wird - ob aus Ignoranz, Unwissen oder Unbedachtheit - mittelbar impliziert, dass jemand, der/die nicht nordisch-arisch aussieht, kein/e Deutsche/r sein kann bzw. dass er/sie woanders herkommen müsse (und damit nicht wirklich dazugehören kann.)
Es ist auch heute noch nicht selbstverständlich, dass ein/e "Nicht-Weiße/r" auch Deutsche/r sein kann. Das dürfte vor allem auf die MitbürgerInnen zutreffen, die man pauschal oder spontan dem türkisch-arabischen Kulturraum zuordnet.
Vor mehreren Jahren wurde ich einmal gefragt, ob ich (mit Ur-süddeutschem Nachnamen) denn den Namen meiner Frau angenommen hätte (sprich: Jemand wie ich kann nicht auf "natürliche" Art und Weise einen deutschen Nachnamen haben.)
Diese Geisteshaltung finden wir natürlich immer noch in unserer Gesellschaft. Aber die Leute, die heute (oder morgen) SchulleiterInnen werden, sollten genug Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund gemacht haben, dass dieser Umstand bei ihren Personalentscheidungen keine Rolle spielt.
Bei mir war das so, aber das lag daran, dass ich eben ein geschliffenes Hochdeutsch spreche, in das ich gerne "Antiquismen" einstreue, um eben auch klarzustellen, dass ich deutsch sozialisiert bin. Das führt dann schnell dazu, dass man sich seiner Vorurteile entledigt...