Beiträge von Bolzbold

    Dass MinisterInnen, die vorher LehrerInnen waren, nicht unbedingt die besseren Alternativen sind, haben die Bildungsministerinnen NRWs der letzten 30 Jahre glaube ich eindrucksvoll gezeigt.

    Manchmal KANN es sinnvoll sein, nicht aus dem System zu kommen, wenn man denn genug Fachleute hat, die einen beraten und man deren Rat annimmt. Im MSB arbeiten viele ehemalige Lehrkräfte, die zum Teil SchulleiterInnen oder DezernentInnen waren. Sie alle haben praktische, theoretische und systemische Erfahrung mit Schule. Die kennen sich aus.


    Nun sind Entscheidungen im Bildungssystem eben in der Regel auch politische Entscheidungen - und da beginnt dann das Problem.

    Als ich jeweils die ersten Klausuren eines neu zugewiesenen Kurses korrigieren durfte, war das teilweise tatsächlich in den ersten zwei oder drei Jahren spannend. Auch die erste LK Klausur des jeweiligen LKs war nach mehreren Jahren noch irgendwo spannend, weil ich wissen wollte, ob sich die Ersteindrücke bestätigen. Da war immer mal die eine oder andere Überraschung dabei.
    "Spannend" waren auch immer Klausuren, die ich zum ersten Mal gestellt habe und wo ich "besonderes" Material verwendet habe. Ernüchternd waren hingegen oft die Reaktionen der SchülerInnen, die das so gar nicht zu würdigen wussten... :D

    Oberstufenunterricht war für mich immer "reingehen - unterrichten - rausgehen". Aufgrund des feststehenden Lehrplans war nach zwei drei Jahren die fachliche Vorbereitung nicht mehr notwendig - im Sinne des lerngruppenadäquaten Unterrichts die didaktische hingegen nach wie vor notwendig.
    Klausuren zu erstellen und zu korrigieren war oft nervig und angesichts meiner gewissenhaften Korrekturweise eigentlich bei vielen SchülerInnen Zeitverschwendung.
    Gleichwohl waren die Tage IN der Schule mit viel Oberstufenunterricht in der Tat entspannend.

    Was die Wertschätzung als Lehrkraft sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Schulsystems angeht, so muss man sich Letzteres einmal sehr genau ansehen. Ich habe dort im Rahmen der geltenden Gesetze früher oder später einiges gefunden, um das Leben meiner Frau und mir in unserem Sinne zu gestalten. ("Erzwungene" Versetzung durch Umzug während der Elternzeit, Wunschschule im Rahmen des Urlaubs aus familienpolitischen Gründen, Weiterentwicklungsperspektiven durch Wechsel in die Schulbehörde etc.). Wenn ich mir hier die regelmäßig wiederkehrenden Fragen nach Versetzung, Elternzeit etc. ansehe, dann bin ich mitunter erschrocken ob der Unbedarftheit vieler Lehrkräfte. Da ist mir oft zu viel "kau es mir vor, so dass ich mich selbst nicht geistig anstrengen muss" im Spiel. Aber sollten nicht gerade WIR das Erschließen neuer Fachinhalte beherrschen - zumindest erwarten wir das von unseren SchülerInnen...

    Arroganz und Frustration in Kombination - wie man sie bei Firelilly leider immer wieder deutlich zu hören bekommt - sind auch Zeichen einer Unfähigkeit, aktiv etwas an der eigenen Situation zu ändern.
    "Ich hatte solch' tolle Noten im Studium und im Referendariat und bin trotzdem Lehrerin geworden und geblieben" wirkt nicht sonderlich überzeugend. Und hier ist die mitunter abgedroschene Phrase durchaus einmal angebracht: "Jede/r ist seines/ihres Glückes Schmied." Wenn ich eine Situation nicht ändern kann, muss ich wahlweise meinen Umgang mit der Situation ändern oder aber aus der Situation rauskommen.

    Firelilly spiegelt mir aber wiederum, wie es mir eine ganze Weile gegangen ist, bis ich irgendwann für mich nicht nur gesagt sondern entschieden habe, dass es so nicht weitergehen kann und wird. Klar, bei mir war auch ein bisschen Glück dabei, aber wer sich nicht aktiv um eine Veränderung seiner Situation bemüht, dem bleibt nur das Lamento. Und ich weiß, dass wenn ich an einer Schule landen sollte, an der ich mich langfristig nicht wohlfühlen sollte, dass ich dann erneut nach Wegen suchen werde, dieser Situation mittelfristig zu entkommen.

    Hat irgendjemand hier geschrieben, dass er "schlechte Bedingungen besser als gar keinen Job" findet? oder liest du es gar aus meinem Beitrag heraus? Dann werde ich wirklich sehr missverstanden. 1) es war oben sarkastisch und desillusioniert zu gleich. 2) ich bin zu alt für die Weltrevolution, trotzdem will ich, dass es allen Menschen gut geht. Es geht mir nicht schlechter, nur weil ein anderer Mensch hungert oder gespiegelt bekommt, dass er weniger wert sei. :( Dadurch geht es mir sogar faktisch viel schlechter.

    Mir war die Ironie nicht entgangen, wenngleich sie nicht ganz so offensichtlich war.
    Diese Haltung ist mir bei SchülerInnen der Oberstufe jedoch oft begegnet - mitunter in Verbindung mit dem Spruch, dass die Putzfrauen (sic!) sich ja einen anderen, besseren Job suchen könnten, wenn sie den (mitunter absichtlich verursachten) Dreck der SchülerInnen nicht wegmachen wollen...

    "Man" sollte gar nichts ändern.

    Du, ich oder wer auch immer können jedoch überlegen, ob wir das zwingend fördern müssen.
    Und die Antwort, dass schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen immer noch besser wären als gar kein Job, reicht bis in die Anfänge der Industrialisierung zurück. Da sollten wir doch wirklich wenigstens ein bisschen weiter sein, oder?

    Wäre es diskriminierend, wenn ich bezweifle, dass derartige Feinheiten der deutschen Sprache einigen Boten nicht geläufig sind?

    Angesichts des Zeitdrucks, den die Leute offenbar haben, kann ich deren Arbeitsweise irgendwo verstehen. Leider ist das wieder einmal ein Beispiel wie Dekadenz prekäre Arbeitsverhältnisse aktiv fördert.

    Es heißt in der ADO, dass am Beispiel Klassenfahrten etc. die TZ-Kräfte dann eben proportional zu ihrem Deputat seltener fahren. Wenn dass HauptfachlehrerInnen sind, die dauerhaft Klassenleitungen haben, geht das nicht auf. Bei Wandertagen etc. geht das wie oben erwähnt auch nicht auf.

    Problematisch wird es auch, wenn man zwischendurch die Schule wechselt oder sich das Deputat verändert. Und abhängig davon, wie oft VZ-Kräfte auf Klassenfahrt sind (können ja auch mal zwei im Jahr sein bei Klassenfahrt und Studienfahrt) wird man effektiv auch einmal im Jahr oder wenigstens alle zwei Jahre "dran" sein. Bei ganz kleinen Kindern und PartnerInnen, die sich dafür nicht frei nehmen können, ist das ganz ganz bitter. Aber da sagen dann viele Außenstehende "Dein Problem".

    MrInc12

    Ich glaube kaum, dass das an Deiner Schule so laufen wird, weil das den Vorgaben der Schulmail nicht entsprechen würde. Alle Klasse in voller Klassenstärke ist auch gar nicht vorgesehen.

    Welche Möglichkeiten hast Du:

    Geringe Eskalationsstufe: Schulleitung
    Mittlere Eskalationsstufe: Bezirksregierung
    Hohe Eskalationsstufe: MSB - dieses bittet aber in der Regel dann die Bezirksregierungen, das Ganze in eigener Zuständigkeit zu prüfen.

    Das gilt für beide Jahrgangsstufen.
    Der Vorgriffserlass zur EPh wurde ja auch vermutlich mit dem Ziel herausgegeben, um im Vorfeld den Druck aus dem EPh-Klausurblock zu nehmen, da die EPh ja nicht ab dem 22. Februar wieder in Präsenz beschult wurde. Da die Q1 die Klausuren schreiben konnte bzw. kann, ist der zeitliche Druck da nicht so hoch.

    Also wenn die Ablage in der Personalbehörde ähnlich strukturiert ist wie bei uns, dann sollte so etwas mit zwei oder drei Mausklicks aufrufbar sein und in die Ablage für den (realen) Postausgang fertigstellbar sein. Das sind zwei Minuten Lebenszeit - und dafür wird die Sachbearbeiterin auch bezahlt. Sonst könnte sie bei 1.600 betreuten Lehrkräften alle Nachfragen mit "nein" beantworten.

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