Oberstufenunterricht war für mich immer "reingehen - unterrichten - rausgehen". Aufgrund des feststehenden Lehrplans war nach zwei drei Jahren die fachliche Vorbereitung nicht mehr notwendig - im Sinne des lerngruppenadäquaten Unterrichts die didaktische hingegen nach wie vor notwendig.
Klausuren zu erstellen und zu korrigieren war oft nervig und angesichts meiner gewissenhaften Korrekturweise eigentlich bei vielen SchülerInnen Zeitverschwendung.
Gleichwohl waren die Tage IN der Schule mit viel Oberstufenunterricht in der Tat entspannend.
Was die Wertschätzung als Lehrkraft sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Schulsystems angeht, so muss man sich Letzteres einmal sehr genau ansehen. Ich habe dort im Rahmen der geltenden Gesetze früher oder später einiges gefunden, um das Leben meiner Frau und mir in unserem Sinne zu gestalten. ("Erzwungene" Versetzung durch Umzug während der Elternzeit, Wunschschule im Rahmen des Urlaubs aus familienpolitischen Gründen, Weiterentwicklungsperspektiven durch Wechsel in die Schulbehörde etc.). Wenn ich mir hier die regelmäßig wiederkehrenden Fragen nach Versetzung, Elternzeit etc. ansehe, dann bin ich mitunter erschrocken ob der Unbedarftheit vieler Lehrkräfte. Da ist mir oft zu viel "kau es mir vor, so dass ich mich selbst nicht geistig anstrengen muss" im Spiel. Aber sollten nicht gerade WIR das Erschließen neuer Fachinhalte beherrschen - zumindest erwarten wir das von unseren SchülerInnen...
Arroganz und Frustration in Kombination - wie man sie bei Firelilly leider immer wieder deutlich zu hören bekommt - sind auch Zeichen einer Unfähigkeit, aktiv etwas an der eigenen Situation zu ändern.
"Ich hatte solch' tolle Noten im Studium und im Referendariat und bin trotzdem Lehrerin geworden und geblieben" wirkt nicht sonderlich überzeugend. Und hier ist die mitunter abgedroschene Phrase durchaus einmal angebracht: "Jede/r ist seines/ihres Glückes Schmied." Wenn ich eine Situation nicht ändern kann, muss ich wahlweise meinen Umgang mit der Situation ändern oder aber aus der Situation rauskommen.
Firelilly spiegelt mir aber wiederum, wie es mir eine ganze Weile gegangen ist, bis ich irgendwann für mich nicht nur gesagt sondern entschieden habe, dass es so nicht weitergehen kann und wird. Klar, bei mir war auch ein bisschen Glück dabei, aber wer sich nicht aktiv um eine Veränderung seiner Situation bemüht, dem bleibt nur das Lamento. Und ich weiß, dass wenn ich an einer Schule landen sollte, an der ich mich langfristig nicht wohlfühlen sollte, dass ich dann erneut nach Wegen suchen werde, dieser Situation mittelfristig zu entkommen.