Wie sicherlich bekannt ist, habe ich drei Kinder - und das von mir eingangs beschriebene Verhalten einiger Mütter ist mir auch schon bei meinem Ältesten und meinem Mittleren begegnet. Damals war es jeweils nur eine Mutter, wenngleich Nachbarin A da auch schon entsprechend drauf war.
Mir will nicht in den Sinn, wieso man die Kinder nicht einfach spielen lassen kann, wieso man diese kurzlebigen Allianzen knüpft, obwohl man vor ein paar Wochen noch übelst über die andere Nachbarin abgelästert hat. Meine Frau hat hier mitgelesen und wir sind uns einig darin, dass wir bei unserer Linie bleiben - d.h. wie spielen diese Spielchen nicht mit - und dass wir unseren Kleinsten zu stärken versuchen, so dass er nicht primär auf diese Kinder fixiert ist, für deren Eltern ein Ausschließen anderer Kinder zu den Kollateralschäden gehören, die eben zum Wohle des eigenen Kindes entstehen. Dieses Fähnlein nach dem Wind hängen und sich dem anderen andienen oder anbiedern war und ist nicht unser Ding und wird es auch nie sein.
Manche Dinge rächen sich auch eines Tages. Im Falle unseres Ältesten hat die damals entsprechend agierende Mutter heftigste Probleme mit der Computerspielsucht und den Unverschämtheiten ihres Kindes - positiver Nebeneffekt: Das Kind ist seit Jahren kaum noch draußen auf dem Platz.
Nachbarin A hat erhebliche Probleme mit ihrem Ältesten, weil sie ihn zu einem Narzissten erzieht, der mittlerweile der Ansicht ist, weil er ist, müsse man ihn vergöttern. Er akzeptiert keine Grenzen, weil er sie nie gesetzt bekam. Damit haben seine Eltern jetzt zu kämpfen, auch wenn seine Mutter das naturgemäß völlig anders sieht. Er kann nicht verlieren, muss immer bestimmen und haut ab, wenn es nicht nach seiner Nase geht. Mein Mittlerer hat dies "entschlüsselt" und ihn damit entzaubern können - seitdem kommen sie tatsächlich halbwegs normal miteinander aus.
Was unseren Jüngsten angeht, so wirkt sich Corona und der Umstand, dass wir ihn nicht in den Kindergarten geben, hier besonders heftig aus. Dadurch glucken natürlich auch die anderen Nachbarinnen stärker aufeinander.
Aber eine Sache gibt meiner Frau und mir die nötige Kraft, das durchzustehen: Bis jetzt haben wir mit unserem Verhalten langfristig richtig gelegen, da sich bei uns alles letztlich zum Guten entwickelt hat. Die beiden Großen haben einen kleinen, aber loyalen Freundeskreis - die Nachbarskinder fallen da eher unter "erweiterter Bekanntenkreis". Und das Verhalten der Nachbarinnen hat sich irgendwann gegen diese selbst gewandt - metaphorisch ernten sie bereits das, was sie gesät haben.
"Schade" ist so gesehen nur, dass die Nachbarn, mit denen wir uns wirklich gut verstehen und auf die man sich zu 100% verlassen kann, keine gleichaltrigen Kinder haben.