Alles anzeigenAlso ich habe vollen Pespekt vor allen, die eine volle Stelle haben, sich hauptverantwortlich um mehrere Kinder kümmern, einen Haushalt führen, sich um einen Partner und um sich selbst kümmern.
Absoluten Respekt.
Ich schaffe das nicht, bedaure das sehr, denn ich habe den Eindruck, dass Teilzeit ein mieses Konstrukt ist und frage mich, wie andere das schaffen?
Im Kollegium kann ich schonmal niemand fragen, denn alle Mamas arbeiten Teilzeit und die eine, die Vollzeit arbeitet, hat das einzige Kind im Internat.
Wie wuppt ihr das? Der Tag hat doch nur 24 Stunden. Ich persönlich stehe um 5.30 Uhr auf und mein Tag endet nicht selten um 23 Uhr.
Da ist nicht mehr drin. Ich war, war, weil mein Leben nun durch Corona wesentlich entschleunigt ist, manchmal so fertig, dass mich der Gedanke ans Abschminken und Zähneputzen fast zum Heulen gebracht hat.
Also, her mit euren Tipps. 😁😎
Teilzeit IST im Lehrerberuf ein mieses Konstrukt. In den anderen Berufsfeldern im ÖD kannst Du bequem Deine 20 Stunden von 8 bis 12 jeden Tag in der Woche abreißen und wirst selten Probleme mit der Kinderbetreuung haben (Corona-Einschränkungen mal außen vor gelassen).
Vollzeit von beiden Elternteilen kann nur zu Lasten der Zeit für die Kinder gehen und benötigt ein umfangreiches familiäres oder sonstiges Betreuungskonstrukt.
Es gab Phasen, in denen mich meine Badroutine (und ich benutze außer Haargel eher wenig Kosmetika) auch gestresst hat und mich die Abläufe sehr gestresst haben. Das ist aber wohl manchmal leider so.
Im Idealfall ist der Partner/die Partnerin eher Stütze als zusätzliche Last. Wenn beide Elternteile zusammenarbeiten und vieles Hand in Hand geht und ineinandergreift, dann ist damit schon viel gewonnen. Doppelvollzeit plus mehrere Kinder plus Haushalt machen hier in der Nachbarschaft der eine oder die andere, aber das sieht man denen auch an. Immer gestresst, immer fertig aussehend, oft beklagend. Aber das (zu) teure Haus, die zwei (zu) teuren Autos, die elektronischen Gadgets und das Mithalten mit den anderen Nachbarn müssen ja irgendwie bezahlt werden.
Meine Frau und ich haben uns gesagt, dass es uns das nicht wert ist.
Wir haben ein günstiges Haus, zwei untere Mittelklassewagen, wenig elektronische Gadgets, meine Frau arbeitet bewusst unterhälftig, weil das mit drei Kindern sonst nicht zu leisten ist. Wir geben unser Geld sozusagen für unsere Zeit mit den Kindern aus. Das sieht man nicht. Das macht nichts her. Damit kann man nicht angeben. Da uns diese drei Aspekte aber völlig gleichgültig sind, macht uns unser Model glücklicher als die anderen Modelle.
Was in vielen Lehrerhaushalten offenbar nicht gelingt - und das meine ich nur beschreibend und nicht wertend - ist die klare Trennung der Phasen Arbeitszeit und Familienzeit bzw. Freizeit, weil die Übergänge fließend sind und es keine räumlichen und bei LehrerInnen keine gestigen klaren Abgrenzungen gibt.
Den direkten Vergleich habe ich selbst gespürt und spüre ihn noch immer, seidem ich in der Behörde arbeite. Da hier die Arbeitszeiten klar geregelt sind und Überstunden durch Freizeitausgleich kompensiert werden, kann ich trotz dauerhaften Homeoffices seit November 2020 meist direkt "abschalten", sobald ich den Dienstrechner abgeschaltet habe. Ich bin dann fertig - aber im Gegensatz zu früher eben nur mit der Arbeit und nicht mental oder physisch oder psychisch.
Und ich glaube, dass man das als Lehrkraft stärker in den Fokus nehmen sollte. Das frühe zu Hause sein hat sicherlich seine Vorteile, aber es täuscht darüber hinweg, dass man eben Vollzeit arbeitet und Nichtlehrer auch nicht vor 16 oder 17 Uhr zu Hause sind. Will man der Kinder wegen früher zu Hause sein, geht das in unserem Beruf. Aber es verschiebt die restliche Arbeitszeit eben in Zeiten, in denen Nichtlehrer frei haben. Die Alternative wäre eben, seine Arbeitszeit in der Schule und eben jeden Tag bis 16 Uhr oder so zu verbringen. Wie ich hier mehrmals schrieb, ist das die Konsequenz, die ich aus dem direkten Vergleich ziehen werde.