Beiträge von Bolzbold

    Haeschenhuepf

    Das setzt voraus, dass das MSB die Pläne des MP im Voraus kannte. Danach sieht es nicht aus. Das Ganze mit den beweglichen Ferientagen zu verrechnen, haut den Schulen ihre individuelle Planung kaputt. Dass man da nicht rangeht, kann ich sogar verstehen. *Ganz einfach* ist es eben nicht. Und vermutlich wäre der Aufschrei auch hier in diesem Forum größer gewesen, wenn man an die beweglichen Tage rangegangen wäre.

    Wenn doch außerunterrichtliche Aufgaben generell mal so akribisch erfasst werden würden!

    Da reden wir von 2 Tagen und schon wird wieder einmal mehr unterstellt, Lehrkräfte hätten dann Urlaub, nichts zu tun, frei und Langeweile und müssten im Schulgebäude anwesend sein.

    Wo ist eigentlich die Arbeitszeiterhebung, die entsprechenden Ausgleich einfordert? Dann wären die 2 Tage ein Witz gegenüber den Tagen, die freizustellen wären.

    Diese Arbeiten werden bewusst und gewollt nicht erfasst. Das wissen wir aber doch bereits alle. Lehrkräfte arbeiten nur 6x45 Minuten am Tag, haben drei Monate bezahlten Urlaub und außerdem noch nachmittags frei.

    Wieso geht das denn nicht? Bei der Anzahl der Ferientage wird es sich kaum um ein Bundesgesetz handeln, sondern maximal um ein Landesgesetz, vermutlich aber eher um eine Verordnung in Absprache mit den Kultusministern der Länder. Dürfte wohl kaum ein Problem sein, so etwas durch im Zweifel das Parlament beschließen zu lassen. Selbst wenn die Anzahl der Ferientage Teil der Vereinbarung sind, womit die Länder sich gegenseitig die Abschlüsse anerkennen, glaube ich weniger, dass das ein Problem ist. Klär mich mal bitte auf

    Die Anzahl der Ferientage geht auf § 3 des Hamburger Abkommens von 1964 zurück, das ist also ein KMK-Beschluss.
    Würde man die beiden Tage zu Ferientagen erklären, was theoretisch denkbar wäre, könnten an diesen Tagen keine Klausuren geschrieben werden, was angesichts des ohnehin engen Zeitplans der Q2 zu erheblichen Schwierigkeiten führen würde. Da endet das Halbjahr nämlich mit den Weihnachtsferien, so dass die Klausuren nicht in den Januar verschoben werden können. Vorverlegen geht auch nicht, weil der erste Klausurblock gerade vorbei ist und die späten Klausuren des zweiten Blocks vermutlich auch die späten Klausuren des ersten Blocks waren. Ähnliches gilt auch für die Q1, wenngleich hier nach hinten etwas mehr Zeit ist.

    Man muss unserem MP zugute halten, dass er die juristische Terminologie nicht kannte, als er davon sprach, die Weihnachtsferien früher beginnen zu lassen. Rechtlich gesehen gibt es entweder nur Ferien - dann haben ALLE SchülerInnen frei - oder ein anders Konstrukt - hier eine Unterrichtsschließung. Ich gehe davon aus, dass es diesbezüglich sicherlich noch eine Schulmail geben wird.

    Vermutlich müssten Leute wie Lehramtsstudent erst einmal selbst Kinder haben und die Problematik am eigenen Leib kennen.
    Eltern sind schon sehr erfinderisch, was Betreuungsmöglichkeiten angeht - müssen sie auch sein. Bestimmte Konstellationen gehen bei dem einen, bei dem anderen aber eben nicht. Ist halt so.
    Von daher sind entsprechende paternalistisch klingende Lösungsansätze auch nicht unbedingt hilfreich. Der alte Schulleiter meiner Frau hat mehr oder weniger gesagt, dass es ja wohl selbstverständlich sei, Großeltern in der Hinterhand zu haben. Hatten wir aber nicht. Selbst schuld? Wohl kaum.

    Bei zwei Lehrern als Eltern ist die Stundenplanproblematik ein dickes Problem, weil man seinen Betreuungsumfang so gestalten muss, dass alle Eventualitäten abgedeckt sind. Wir haben eben keine verlässlichen Arbeitszeiten. Bei meiner jetzigen Tätigkeit kann ich sogar als Vollzeitler aufgrund des angeordneten Homeoffices fast die gesamte Betreuung abfangen.

    Die maximale Anzahl an Ferientagen ist festgelegt. Man kann also nicht mal eben zwei Tage aus dem Hut zaubern und an die beweglichen kann man verständlicherweise auch nicht ran. Da am 21. und 22. noch Klausuren geschrieben werden dürfen, gehe ich davon aus, dass die Lehrkräfte a) die Klausuren beaufsichtigten und b) sonstige Tätigkeiten vor Ort verrichten - genug Räume zum Ausweichen sollten ja vorhanden sein.

    Als kurzen Hintergrund: mein Vater ist selbst Arzt, daher kennt er alle meine behandelnden Ärzte persönlich, welche auch alle bereit wären sich ausgiebig Zeit zu nehmen, etwas anzufertigen das bestätigt, dass meine Chancen das Dienstalter zu erreichen gut sind. Würde das etwas helfen?

    Wenn das keine Gefälligkeitsatteste sind, dann vielleicht ja.
    Ansonsten wird hier niemand effektiv beurteilen können, ob Deine persönliche Krankheitsgeschichte eine Verbeamtung ausschließt oder nicht.
    Geh hin, sei ehrlich. Alles Weitere wird sich dann zeigen.

    Die Lösung kann aber auch nicht sein, Eltern aus dem Bildungs- und Erziehungsprozess auszuschließen, da sie dazu durch das Grundgesetz verpflichtet sind. Alleine deswegen finde ich den Vorschlag "Ganztagsbetreuung ab frühester Kindheit" von weiter oben problematisch.


    Wir sind uns sicherlich einig darin, dass nicht alle Eltern dieser Verpflichtung tatsächlich nachkommen. (Ungeachtet dessen wäre das auch eine Frage des Maßstabs.)
    Was machten wir mit diesen Eltern, die unfähig oder unwillig oder beides sind, ihre Kinder morgens mit Frühstück zu versorgen, auf Körperhygiene zu achten, dabei helfen das Material vollständig beisammen zu haben? Was machen wir mit Eltern, die ihren Kindern effektiv Gewalt, Täuschen und Tricksen als Lösungsweg vermitteln? Oder Hartz IV-Bezug und Schwarzarbeit als eine erstrebenswerte Lebensform? Oder auf der anderen Seite der Skala, dass sich Beschweren und mit dem Anwalt drohen OK sind, genauso wie das Nicht-Anmelden der Haushaltshilfe? Oder dass man unter einer "Eins" sich nicht wagen sollte, nach Hause zu kommen?

    Bildungs- und Erziehungsarbeit läuft in Teilen unbewusst - und wenn man sich dessen wiederum nicht bewusst ist (welch' Wortspiel), fährt man den Karren blind an die Wand. Man darf die Eltern nicht ausschließen - aber wenn sie unfähig und unwillig sind, ein Mindestmaß an Bildungs- und Erziehungsarbeit zu leisten, dann muss man als Staat auch Mittel haben, um die Kinder zu schützen. Da ist ein Ganztagsbetreuungsangebot für mich noch die mildeste Variante.

    So ganz erschließt sich mir das mit der sozialen Diskriminierung hier nicht. Es wäre eine zeitlich begrenzte Maßnahme, um genau den Kindern, die von Benachteiligung betroffen wären, zu helfen. Im ersten Lockdown hatten wir ja irgendwann auch bewusst die Kids in die Notbetreuung geholt (natürlich in Absprache und nur mit Einverständnis der Eltern), bei denen Zuhause gar nichts in Richtung Schule ging. Wahlmöglichkeiten auf freiwilliger Basis sind damit ja nicht ausgeschlossen.

    Es geht um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, also wie es ankommt und nicht wie es gemeint ist. Das ist ja eigentlich (fast) immer das Problem.

    Was spricht eigentlich dagegen, gerade die sozial schwachen und benachteiligten, jüngeren Schüler im Teilbetrieb vor Ort zu beschulen und dafür diejenigen, die es hinbekommen Zuhause lernen zu lassen?

    Ich weiß von einer Schulleitung, die genau das abfragen wollte. Wer kann sein Kind ohne größere Probleme Zuhause betreuen plus Einschätzung der Lehrer, ob der Schüler da auch etwas Lernen kann, um im Falle einer Schulschließung danach einzuteilen. Durfte so nicht stattfinden... Könnte aber auch eine sinnvolle Vorgehensweise sein.

    Das kann man als soziale Diskriminierung auffassen und von anderer Seite wiederum als Verstoß gegen die Chancengleichheit.

    Die einzige Chance, die man hätte, Kindern aus sozial schwachen Familien echte Chancen zukommen zu lassen, wäre eine Ganztagsbetreuung ab dem Kindergarten - und selbst zu diesem frühen Zeitpunkt sind die elternhausbedingten Unterschiede schon krass. Fehlende bildungsförderliche Werte, die die Kinder quasi mit der Muttermilch aufsaugen, kann man nur bedingt kompensieren.

    Natürlich sollte man dafür sorgen, dass jeder Schüler und jede Schülerin unabhängig vom Elternhaus eine gute Chance auf Bildung hat. Aber das Problem ist halt so alt, dass es absurd ist es jetzt als Argument gegen ein vernünftiges Vorgehen gegen Corona zu verwenden. Vorher haben sich viele auch nicht um SuS aus ärmeren Familien gekümmert und jetzt werden diese als Scheinargument vorgeschoben, weil man gegen Hybrid- oder Onlineunterricht wettern möchte. Das passt auch nicht. Vor allem, weil dann nach Corona wieder alles genauso sein wird wie vorher (und sich die Leute wieder nicht um ärmere SuS kümmern).


    So vorgeschoben ist das gar nicht. Im Zuge des Ruhens des Unterrichtsbetriebs im Frühjahr hat sich nur noch einmal sehr deutlich gezeigt, dass Kinder aus ärmeren oder sozial schwachen Familien besonders benachteiligt waren. Dass man das nun ändern möchte, darin vermag ich nichts scheinheiliges zu erkennen.
    Wir können aber gerne in einem anderen Thread darüber diskutieren, wie man sich besser um ärmere Schüler kümmern kann. Da geht es ja nicht nur um Bildung.

    Neben dieser Grundregel sollte man auch die Modalitäten des "Spiels", wie ich es bezeichnen würde, kennen.
    Im Zeitalter von WhatsApp und dem Wunsch der Eltern, dass ihre Kinder dieselbe Spielwiese erhalten sollen, wundert mich nichts mehr. Gruselig.
    Darauf sollte man auf keinen Fall eingehen oder sich davon beeinflussen lassen. Diese Gruppen haben eine furchtbare, selten fruchtbare Eigendynamik.

    Woran machst du das mit der Frau fest? Ich würde dem glatt widersprechen, denn Hilary Clinton hat vor vier Jahren auch die Mehrheit der Stimmen gehabt. Ocasio-Cortez ist eher für ihre extremen Positionen bekannt. Da würde sich eher eine moderate Kandidatin durchsetzen.

    Die Dame hat ja noch 15 Jahre Zeit, diesbezüglich zu "reifen". Sie hat auf alle Fälle "Feuer im Hintern", das imponiert mir.

    Ja, die gibt es sicherlich.

    Was hast Du Dir denn selbst schon dazu überlegt?
    Es ist immer etwas "schwierig", wenn jemand Hilfe möchte, ohne selbst ausreichend Informationen zu geben.

    Jahrgangsstufe, Leistungsstand, Auffälligkeiten, bisherige Methodenkenntnisse etc.

    Was "tolle Methoden" angeht: Die findest Du auch in einschlägiger Literatur. Wichtig ist jedoch, dass die Methode zur Lerngruppe und zum angestrebte Lernziel passt. Keine Methode ist aus sich selbst heraus toll. Sie ist dann toll, wenn durch die das angestrebte Ziel besonders gut erreicht wird.

    Ich würde gerne noch etwas ergänzen:

    Wenn politische Thesen so krude sind und im Gesamtzusammenhang fast schon zynisch wirken, dann wirken sie stärker aus sich selbst heraus als durch irgendeine Diskussion.

    Man wird sicherlich auch für andere Autokraten der heutigen Zeit (Putin, Lukaschenko, Orban, Erdogan etc.) zahlreiche "echte" Errungenschaften ausweisen können. Und jeder noch so grausame Diktator des 20. Jahrhunderts hat ebenfalls positive Errungenschaften vorzuweisen. Über diese Errungenschaften jedoch eine Diskussion anzufangen nach dem Motto, schaut her, es wird zu viel negativ über XY berichtet, man muss auch das Positive sehen, verhöhnt die Opfer der jeweiligen Politik. Das gilt besonders für damals, aber nicht minder für heute.

    Selbst wenn alle Thesen, die DaVinci kopiert hat, wahr wären, so sehe ich noch keine Verschwörung der Medien oder dieses Forums gegen Trump. Man ja auch einmal andersherum fragen. Wie kommt es zu dem Phänomen, dass die Mehrheit der User in diesem Forum hier - obwohl oder weil sie Akademiker sind - von Trump angewidert ist. Leiden wir alle unter Wahrnehmungsstörungen oder sind wir alle manipuliert? Oder liegt es vielleicht doch daran, dass es handfeste Gründe dafür gibt, von Trump angewidert zu sein?

    DaVinci

    Ich möchte auf die einzelnen Deiner Thesen hier nicht eingehen, weil sie das unberechtigterweise aufwerten würde.
    Du wirfst uns Einseitigkeit vor, dabei strotzen Deine Thesen - sofern sie nicht ein in diesem Fall übersehbarer Akt von Ironie gewesen sein sollen - von genau derselben Einseitigkeit. Mal wird nicht auf die Hintergründe geschaut, mal Ursache/Wirkung außer Acht gelassen, mal zu formalistisch vorgegangen.

    Eine starke Führungsfigur (bitte nicht Führerfigur!) braucht eine Ar*** in der Hose - da stimme ich zu. Sie muss auch Leuten in denselben treten können - aber sie braucht auch Werte, Normen und Anstand, muss sich ihrer Verantwortung stets bewusst sein und darf die ihr zugestandene Macht nicht missbrauchen.

    Gleichwohl ist die Abneigung gegen eine starke Führungsfigur in Deutschland historisch und mittlerweile auch gesellschaftlich bedingt. Wer Macht hat, ist per se suspekt und steht unter Generalverdacht, diese Macht zu missbrauchen. Wie die SPD mit ihren Parteivorsitzenden in den letzten 30 Jahren umging, ist das beste Beispiel innerhalb Deutschlands.
    In Zeiten der Krise braucht es Führungsfiguren. Zahlreiche Protestbewegungen haben sich in der Vergangenheit an unserer Kanzlerin abgearbeitet. Mal ist sie schwach und sitzt aus - dann wird eine starke Person gefordert, die mal Zug in den Laden bringt - mal wird von Merkeldiktatur gesprochen, wenn sie eben genau dies tut - eben immer abhängig davon, ob es einem in den Kram passt oder eben nicht.

    Was weder Deutschland noch irgendein anderes Land brauchen, ist eine Führungsfigur, die spaltet, die politische Gräben vertieft, die nur "wer nicht mit mir ist, ist gegen mich" kennt, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts aktiv benachteiligt, diskriminiert und nicht wertschätzt. Was niemand braucht, ist eine Person, die sich weigert, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen oder sich selbst kritisch zu hinterfragen.
    Wenn die Welt sich nicht so dreht, wie ich sie sehe, dann lügt sie oder hat sich gegen mich verschworen. DAS braucht nun wirklich niemand.

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