Es gibt Frauen, die wollen ihre Schwangerschaft verheimlichen, weil ihnen das unangenehm ist, weil sie je nach kulturellem Hintergrund von Repressalien und Gewalt bedroht sind. Es gibt Frauen, die sehen es als den leichteren Weg an, das Kind "wegmachen" zu lassen als es auszutragen und zur Adoption freizugeben - nicht zuletzt auch, weil die Weggabe des selbst geborenen Kindes mit Sicherheit emotional nicht spurlos an der Mutter vorübergeht. Eine Abtreibung ist auch der "schnellere" Weg, der zwar auch psychische und physische Spuren hinterlassen kann, aber zumindest die Schwangerschaft dann früher beendet.
Ich bin froh, dass ich als Mann nie in dieses Dilemma kommen kann und als Partner von Frauen nie eine Abtreibung als Zaungast miterleben musste. Mein Bruder durfte das erleben, obwohl er das Kind gerne hätte haben wollen. Ich durfte mich im Rahmen von Komplikationen während zwei der drei Schwangerschaften meiner Frau mit der Thematik auseinandersetzen. Das war schon ziemlich heftig. Glücklicherweise sind es drei gesunde Kinder geworden.
Beiträge von Bolzbold
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Du kannst Dich direkt an den Petitionsausschuss des Landtags wenden. Die haben wir so etwas in der Regel auch eine E-Mail-Adresse.
So machen das zumindest in NRW eine Menge Leute.
Geh aber nicht davon aus, dass das den von Dir bemängelten Missstand behebt. Luftfilter und Plexiglasscheiben fallen in die Zuständigkeit der Kommunen. Entsprechend würde der Petitionsausschuss das - sofern er sich überhaupt in der Lage sieht, hier etwas zu veranlassen - das Ganze an die Kommunen verweisen. Ggf. hält er noch das Gesundheitsministerium oder das Kultusministerium für zuständig. Dann hast Du wieder die drei Player angesprochen, die diesbezüglich zusammenarbeiten müssen. So kommst Du keinen Schritt weiter. -
Diese klare Trennung von Arbeit und Freizeit bzw. Privatleben habe ich mir für meine Rückkehr in den Schuldienst auch vorgenommen.
Die Sache mit den Kolleginnen, die Dich am fortgeschrittenen Abend noch anhauen, ist von einer anderen Seite aus betrachtet auch wieder ein wunderbares Beispiel für diese fehlende Trennung zwischen diesen beiden Welten. -
Solche Sprüche habe ich zwar nicht expressis verbis zu hören bekommen, die Erwartungshaltung war seitens der Seminarausbilder jedoch vergleichbar.
Andererseits: Es gibt und gab auch immer LAAs, die wahlweise zu akribisch gearbeitet haben, weil sie alle Vorgaben um jeden Preis umsetzen wollten. Das führt dann u.U. auch zu nur 5 Stunden Schlaf pro Nacht.
Dass man angeblich immer zu wenig arbeitet, ist ein Gefühl, das man vermittelt bekommt, weil man immer noch dieses und jenes und sonstwas machen könnte und eben noch nicht die Erfahrung hat, dass dadurch die Welt auch nicht besser wird. -
Welche, kannst du ein paar Beispiele nennen?
Zum Beispiel die Thematisierung des Dritten Reichs, des Holocausts und des Umgangs damit. Das war in den 20 Jahren nach Kriegsende ein blinder Fleck im Unterricht.
Zum Beispiel die Problemorientierung im Geschichtsunterricht.
Zum Beispiel die Erkenntnisse zur Entstehung, Entwicklung und vordergründiger Beendigung des Kalten Krieges. -
Ich habe den persönlichen Eindruck, dass sich die Wahrnehmung z.B. der DDR, der Genderfrage, von Verarbeitung des zweiten Weltkrieges usw. verändert haben und sich das möglicherweise nicht nur in der Erziehung, sondern auch in der Schule widerspiegelt, was meint ihr? Bin ich schon altmodisch? Oder ist es egal, weil jede Generation Wichtiges weitergibt?
Bitte freundlich bleiben aber gerne ehrlich, ich bin gespannt

Das ist zwansgläufig so - und das ist gut so.
Je weiter weg man von Ereignissen geboren wird, desto mehr wächst man in Distanz dazu auf. Einen Unterschied könnte lediglich das "Wachhalten" der Erinnerungen im Rahmen einer Familientradition sein. Meine Großeltern waren die Kriegsgeneration. Geboren während oder unmittelbar nach dem 1. WK. Ich habe diese Generation oft als die um ihr Lebensglück betrogene Generation erachtet. Natürlich hatten die einen anderen Blick auf das Dritte Reich, die BRD, die DDR etc.
Meine Grundschullehrerin der 3. und 4. Klasse war auch ein Kriegskind. Mein Klassenlehrer der 5. bis 7. Klasse ein Spätteilnehmer am 2. WK. Diese Generation stirbt nun nach und nach aus. Auch die 68er erreichen jetzt ihr Pensionsalter und neue Lehrergenerationen sind nachgewachsen. Die Fachwissenschaft und die -didaktik - gerade in Geschichte - haben in den letzten Jahrzehnten viele neue Erkenntnisse und Herangehensweisen geliefert.
Bis auf die ersten Jahrgänge meiner Schüler sind alle deutlich nach der Wende geboren, kennen die DDR und den Kalten Krieg im Wesentlichen aus Erzählungen und Geschichtsbüchern. Ich selbst habe den Kalten Krieg "aktiv" miterlebt, ebenso als 15/16jähriger die Wende. Wenn ich meinen Schülern in der Q2 die Doku "Deutschlandspiel" zeige, kann ich viele Szenen "live" kommentieren, weil ich mich daran erinnere.
Mittlerweile sind die jungen KollegInnen auch schon nach der Wende geboren und kennen diesen Teil der deutschen Geschichte als Geschichte. Alleine dieser banal anmutende Umstand, dass wir Zeitzeugen unterschiedlicher Phasen deutscher Geschichte sind (oder eben nicht sind) trägt zu einem erheblichen Teil zu unserem Umgang mit selbiger bei.
Ich kann beispielsweise noch das Spannungsfeld zwischen NS-Opfer und Kriegsverbrecher innerhalb eines Zweiges meiner Familie aufziehen und dabei die Erzählungen meiner Großmutter und die Recherchen meines Onkels zu den beiden Ehemännern meiner Großmutter sowie zu dem früh gefallenen Großonkel miteinfließen lassen. Die nachwachsenden JunglehrerInnen können das teilweise gar nicht mehr, weil sie ihre Großeltern gar nicht mehr so lange erlebt haben.
Die heutigen Jugendlichen in Deutschland leben in einer Blase von Frieden, Wohlstand und "Ordnung". Sie kennen keinen Krieg, keinen echten Mangel, keine wirklichen Krisen, keine größeren politischen Umwälzungen. (Sie kennen dafür mannigfaltige Tötungsmethoden aus Computerspielen.)
Deine Frage lässt sich also zweifelsfrei mit "ja" beantworten.
Als ich geboren wurde, war der Zweite Weltkrieg 29 Jahre her. Mittlerweile ist es ein bisschen mehr geworden. Die unmittelbaren Probleme und Auswirkungen des Krieges sind weitgehend verblasst. Dafür sind andere Probleme hinzugekommen, die durchaus existenziellen Charakter haben.Die Flüchtlingskrise wird uns sicherlich die nächsten Jahrzehnte beschäftigen, weil wir nur die Symtpome, aber nicht die Ursachen bekämpfen (können). Die Integration von Menschen anderer Kulturen und Religionen, deren Werte und Normen sich nicht mit dem Grundgesetz vereinbaren lassen, wird uns ebenfalls noch über Jahrzehnte hin beschäftigen. Das Dilemma einer Religion und Kultur, die sich dem Westen gegenüber als überlegen erachtet, aber jeden Tag ihre effektive Unterlegenheit gespiegelt bekommt, wird in den nächsten Jahrzehnten noch viele Opfer fordern - und daran hat auch der Westen erhebliche Verantwortung. Und ja, vor dieser Auseinandersetzung habe ich Angst.
Und doch hoffe ich, dass ich meine Kinder zu anständigen Menschen erziehen kann und ihnen Möglichkeiten aufzeige, wie sie ihr eigenes Lebensglück finden und wahren können. -
Das geht auch bei zwei Kindern mit sieben Jahren Altersabstand...
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DU musst sie ja auch nicht kriegen...

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Wenn Du Dir regelmäßig die Schlagzeilen selbst in seriösen Tageszeitungen durchliest, wie viele Kleinkinder oder Babys von ihren Vätern totgeprügelt oder -geschüttelt werden, dann bekommt man eine Ahnung davon, was Schlafmangel und Hilflosigkeit mit Menschen ohne ausreichende Selbstkontrolle und -Reflexion machen. Ich kann den ersten Impuls dieser Leute nachvollziehen, aber wie die überwiegende Mehrheit handle ich nicht entsprechend.
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@Lehramtsstudent
Weil der wesentlich ältere Partner zum einen früher sterben kann und zum anderen nicht mehr so fit ist, sich aktiv um die Kinder zu kümmern. Ich merke beispielsweise, dass mich Schlafmangel mit Anfang 40 deutlich stärker mitgenommen hat, als es das noch mit Mitte 30 tat, als mein Ältester zur Welt kam.
Rein alterstechnisch fühle ich mich jetzt allmählich zu alt für ein viertes Kind und die ersten beiden Jahre ab Geburt. Abgesehen davon will ich auch keine Kommentare im Kindergarten hören wie "wirst Du heute mal vom Opa gebracht"... -
Das könnte in der Kriegsgeneration durchaus häufiger vorgekommen sein, weil junge Männer durch den Krieg einiges erlebt hatten. Während der erste Mann meiner Großmutter, der im Krieg gefallen ist, einige Jahre älter war, so war ihr zweiter Mann, den sie nach dem Krieg geheiratet hatte, drei Jahre jünger. Ob und inwieweit der Aspekt, dass es aufgrund der vielen Gefallenen nur noch eine überschaubare Auswahl gab, eine Rolle spielte - ich weiß es nicht genau...
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Ein heterogenes Äußeres bei Paaren muss nicht zwingend am Alter festgemacht werden. Es reicht schon, wenn man als "Arierin" mit einem "Halbmigranten" daherkommt, der abhängig vom Bildungsgrad und Klischeedenken als Türke, Araber, Italiener oder was auch immer wahrgenommen wird...
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Ich denke, das ist dieses OKCupid, oder?
OKSchmidt war schneller... -
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Wir drehen uns doch allmählich im Kreis. Fakt ist, "reich" ist immer eine Frage des Vergleichsmaßstabs.
Objektiv bin ich mit meinem "Vermögen" vermutlich nicht reich. Ich habe ein durchschnittliches Haus und zwei durchschnittliche Autos, beides keine Premiummarken. Ich investiere in meine Altersvorsorge und habe einen Notfallgroschen.
Subjektiv bin ich es unter Berücksichtigung meiner Gesamtsituation schon.
Ich bin reich an Gestaltungsspielräumen und an Wahlfreiheit, bestimmte Dinge auf diese oder eine andere Weise zu tun bzw. zu organisieren.
Ich bin reich an Sicherheit, weil ich weiß, dass ich im schlimmsten Fall die nächsten 20 Jahre "nur" meine A14 Besoldung beziehen werde, die mir aber insofern Planungssicherheit gibt, weil ich damit "arbeiten" kann.
Ich bin reich Sorgenfreiheit in Bezug auf die Existenz meiner drei Kinder, meiner Frau und mir.Für mich zeigt dies, dass die Diskussion, ob wir LehrerInnen zu den 10% der reichsten Deutschen gehören völlig müßig ist - und darüber hinaus unglaublich oberflächlich.
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Das erinnert mich an meine Internatsschüler ungefähr im Jahre 2002, die auf Seiten wie "bin ich heiss . de" oder so das englische Pendant gegangen sind, um junge Frauen und Mädchen auf einer Skala von 1 bis 10 zu bewerten. Schon damals war klar, je weniger Klamotten die Damen trugen und je mehr Busen sie zeigten, desto besser der Score.
Mir scheint, die heutige Software hat das noch einmal auf die Spitze getrieben. -
Tinder hat was von "Mensch als Wegwerfware"...
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Manche Leute sind regelrechte Frauen- oder Männermagnete und müssen kaum Eigenaufwand betreiben, um in eine Partnerschaft zu kommen. Es gibt Leute, die regelrecht von einer Beziehung in eine neue schlittern - kaum Zeit dazwischen. Andere Leute können einen extremen Aufwand betreiben, werden aber schlichtweg vom favorisierten Geschlecht nicht wahrgenommen - und wenn, dann eher in Form eines Kumpels, Bruders/Schwesters, guten Kollegen.
Das hört sich auf den ersten Blick vielleicht erstrebenswert an, aber Magnet zu sein ist nicht zwingend von Vorteil. Man hat womöglich mehr "Auswahl" an potenziellen PartnerInnen, aber es stellt sich die Frage, ob da der/die Richtige dabei ist. Auch das Beziehungsschlittern ist in meinen Augen ein Indiz für Beliebigkeit und weniger für Attraktivität. Es ist ja offenbar eben nicht der/die Richtige dabei - auch wenn man dies ausgiebig testet.
Das mit dem Aufwand und der Wahrnehmung ist vermutlich für die augenscheinlich weniger erfolgreichen Menschen so ein Problem. Dieser Aufwand fällt jedoch auf. Es fällt auf, wenn jemand alles tut, um aufzufallen - aber selten positiv oder aber eben primär für oberflächliche Menschen.
Man muss mit sich selbst im Reinen sein und sich selbst akzeptieren können - wenn man das ausstrahlt, wird man auch positiv wahrgenommen.
Allerdings muss man seinen Mitmenschen auch die Chance geben, dass sie einen Wahrnehmen, dazu zählt das in der Bude hocken und das Verweilen im vorhandenen Umfeld natürlich nicht. -
Ich persönlich kann mich auch mit einer gendergerechten Sprache arrangieren, wenn sie praxistauglich ist. Das ist das Gender-Sternchen in meinen Augen beispielsweise nicht. Es hemmt den Lesefluss und wirkt auf mich gekünstelt. Aussprechen kann man diese Variante nicht - und die bisherigen Möglichkeiten, wie man das angeblich doch könnte, überzeugen mich nicht.
Könnten wir nicht eine Endung als Ersatz für das "-er" definieren, die alle Menschen einschließt, so dass man nicht auf diese "partizipialisierten Verlegenheitsbegriffe" zurückgreifen muss? Andererseits stünde das wieder im Widerspruch zu dem, was ich oben schrieb, wobei ich mich damit aber anfreunden könnte.
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