Zumindest für NRW müssen wir hier zwischen mehreren Stellentypen unterscheiden.
Pädagogische Mitarbeiter bei QUA-LiS oder im MSB: Grundsätzlich alle Lehrkräfte - ggf. mit schulformspezifischer Einschränkung je nach Einsatzgebiet. In der Regel über Abordnung zwischen einem und drei Jahren. Danach geht es zurück in den Schuldienst. Aufgrund großzügiger Beförderungsmöglichkeiten ist im Anschluss eine Führungsposition in der Schule möglich.
Referenten im Schulministerium: Bewerbung für Lehrkräfte möglich, dann dauerhafte Versetzung ans MSB mit Möglichkeit des Aufstiegs.
Dezernenten in der Bezirksregierung: Bewerbung in der Regel nur für Schulleitungen möglich, dann dauerhafte Versetzung ans die BR. Aufstiegsmöglichkeiten bis in Führungsebenen des MSB möglich.
Sonstige pädagogische Mitarbeit in kommunalen Behörden: Abordnung in unterschiedlichem Umfang und in unterschiedlicher Dauer - jedoch in der Regel keine "endgültige" Versetzung.
Ja, es gibt diese Stellen.
ABER: Es ist kein Selbstläufer, dass ein "Schulinvalider" dort landet. Und es empfiehlt sich, diese Motivation im Bewerbungsverfahren nicht in dieser Form kundzutun.
Beiträge von Bolzbold
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Ergänzend dazu werden diese Lehrkräfte im Zuge der Entscheidung zur Rückkehr zu G9 als aufzubauende Reserve eingestellt, wenn der Bedarf an den Gymnasien ab dem Schuljahr 2026/2027 steigt - dann ist der jüngste G9 Jahrgang in der Q2 (dann statt Jg. 12 Jg. 13).
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Dass die persönliche Ansicht eines Prüfungskommissionsvorsitzenden zu "richtigem" Unterricht auch heute noch ausschlaggebend ist, finde ich ein Unding.
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Ich habe Shapeseares Romeo und Juliet in einem Q2 LK behandelt und habe einen kulturwissenschaftlichen Ansatz gemacht, indem ich die SuS zentrale Szenen des Stückes unter folgender Fragestellung untersuchen lassen habe: "Discuss whether Shakespeare's portrayal of Juliet could be considers progeressive by modern standards". Der Prüfungsvorsitzende meinte, dass der kulturwissenschaftliche Ansatz hier falsch sei und ich auf der sprachlichen Ebene hätten arbeiten müssen, um die Sprachprogression der Schüler zu fördern. Folglich habe ich die fünf erhalten.
Das finde ich mehr als unglücklich, weil es letztlich auch im Referendariat die Mär fördert, dass man dem Prüfer nach der Nase schreiben / unterrichten muss, um eine gute Note zu erhalten. Stünde das offiziell als einziger Grund im Protokoll, hätte ich dagegen Widerspruch eingelegt.
Sprachprogression in einem Q2 LK (sic!) als ein Ziel neben anderen Zielen kann ich im Grundsatz nachvollziehen, aber exklusiv auf der sprachlichen Ebene zu arbeiten der Sprachprogression halber ist schon ein sehr idi... äh individueller Ansatz. Das geben weder der Kernlehrplan noch sonstige Vorgaben her. -
Das verstehe ich nicht. considered?
Ich denke, dass das ein harmloser Tippfehler war.
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Kein Problem. Ich muss gestehen, dass ich da vor der gezielten Lektüre der APO SI auch kein handfestes Wissen dazu hatte, lediglich eine vage Ahnung, weil ich die APO-SI in einem anderen Zusammenhang vor kurzem in der Hand bzw. auf dem Monitor hatte.
Zur Ausgangsfrage:
Was die Zahl der Diffkurse in Relation zur Zügigkeit angeht, so dürfte alles, was über dieses Minimum hinausgeht, ggf. am Klassenfrequenzrichtwert scheitern. Außerdem ist "anbieten" nicht gleich "einrichten". Das Thema hatten wir aber irgendwann auch schon anderswo in diesem Forum, wenn ich mich nicht irre. -
VV zu § 15
15.2 zu Absatz 2
15.2.1 Jede Realschule bietet mindestens drei Schwerpunkte an.
15.2.2 Realschulzweige in organisatorischen Zusammenschlüssen von Schulen mit einer Klasse pro Jahrgang bieten neben Französisch ein weiteres Schwerpunktfach im Wahlpflichtunterricht an.
15.2.3 Der Wahlpflichtunterricht umfasst neben der zweiten Fremdsprache
- im naturwissenschaftlich-technischen Schwerpunkt das Schwerpunktfach Physik oder Chemie oder Biologie oder Technik oder Informatik,
- im sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt das Schwerpunktfach Sozialwissenschaften oder Politik/Ökonomische Grundbildung,
- im musisch-künstlerischen Schwerpunkt das Schwerpunktfach Kunst oder Musik.
(ab 01.08.2020 neu ab Klasse 5:)
15.2.3 Der Wahlpflichtunterricht umfasst neben der zweiten Fremdsprache
- im naturwissenschaftlich-technischen Schwerpunkt das Schwerpunktfach Physik oder Chemie oder Biologie oder Technik oder Informatik,
- im sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt das Schwerpunktfach Sozialwissenschaften,
- das Fach Wirtschaft,
- im musisch-künstlerischen Schwerpunkt das Schwerpunktfach Kunst oder Musik.
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Was ist denn überhaupt so schief gelaufen in Englisch?
Meine Literaturprüfung über Shakespeare im 1. St.Ex. lief auch doof (meine schlechteste von allen) und trotzdem unterrichte Shakespeare heute im Unterricht in der Oberstufe, und ich würde mal behaupten erfolgreich

Das können ganz banale Dinge sein, die in der Kommission jedoch ganz schlecht ankommen. Ich hatte beispielsweise einfach zu hoch gepokert.
Ich stimme Dir allerdings zu, dass man unabhängig von der Note im 1. StEx. eine Menge im Nachhinein dazulernen kann, so dass man sich doch letztlich noch zum Fachexperten mausern kann. Das Feedback meiner SchülerInnen in den 14 Jahren im Schuldienst war diesbezüglich immer eindeutig...
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Karl-Dieters Frage mag zwar zunächst sehr hart klingen, doch ist sie vermutlich die zentrale Frage,
Angst ist selten ein guter Ratgeber für Entscheidungen - das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. -
Ich kann die Erfahrungen von Maylin85 nur bestätigen.
Bei mir waren es "nur" sechs Monate als Vertretungskraft und das Glück, dass an einer Schule mit Bili-Profil die Nr. 1 woanders hingegangen ist. Meine Ordnungsgruppe war im Vergleich zu dem, was ich hier lese, vermutlich gruselig. Die Sünden der Jugend wird man eben nicht los. Aber letztlich hat alles gepasst. Und als es das nicht mehr tat, habe ich entsprechend reagiert. -
Die Kultusministerien halten sich mit einer genauen Taxierung dieser Arbeitszeit ganz bewusst zurück - NRW hat außerunterrichtliche Tätigkeiten im Wesentlichen als "Normaufwand" deklariert, um sich genau vor dieser Taxierung zu drücken. Der Schulbetrieb muss ja trotz massiger Überstunden - z.B. bei Doppelkorrekturfachlehrern - weiterlaufen.
Würde man von einem Arbeitszeitkonto ausgehen, wie es in der Schulbehörde existiert, dann würde man während der Schulzeit vermutlich in der Tat einige Überstunden anhäufen, die man dann als so genannte "FAZ-Tage" (Flexible ArbeitsZeit) abbauen kann. Dazu sind natürlich die Schulferien prädestiniert. Und so kommt es dann vermutlich zu dem stillschweigenden Agreement zwischen Schulbehörde und Lehrkräften, dass man eben nicht über den Urlaubsanspruch von 30 Tagen hinaus an jedem anderen Ferientag unter der Woche seine 8h 12' ableistet.
Nebenbei:
Was das Abarbeiten von Akten angeht, so gibt es zumindest in der Schulbehörde keine Vorgabe - die kann es auch nicht geben, weil das Arbeitsaufkommen nicht linear ist. Es gibt wiederkehrende Aufgaben, die "saisonbedingt" anfallen (z.B. ZP10 oder Abitur). Natürlich gibt es sehr eilige Vorgänge, die werden dann priorisiert. Ansonsten ist es insofern aber sehr entspannt, da man selbst bei zügigem und effizientem Arbeiten eben sagen kann "was ich heute nicht schaffe, mache ich morgen". Und wenn es etwas Dringendes ist, macht man eben Überstunden und baut sie dann nach Rücksprache mit dem Vorgesetzten ab, oder man geht eben an ein paar Tagen jeweils eine Stunde früher, kommt etwas später etc. -
Ich denke schon, dass Du damit eine Chance hast - immerhin hast Du ja Dein Examen bestanden. Natürlich wirst Du Dir ggf. im Auswahlgespräch kritische Fragen der Auswahlkommission anhören dürfen. Darauf solltest Du Dich vorbereiten.
Falls Du eine bili-Zusatzqualifikation gemacht hast und Du Dich an bili-Schulen bewirbst, wäre diese Zusatzqualifikation immerhin ein hartes Kriterium.
Und die Schulen, die Dich einladen, werden in der UPP-Note alleine sicherlich nicht pauschale Unfähigkeit annehmen. Die haben alle mal Examen gemacht und ggf. ähnliche Ergebnisse eingefahren... -
Samus Ausführungen kann ich nur unterstreichen. Deine hier geäußerte Motivation, auch wenn diese vielleicht nur ein Ausschnitt des Gesamtbilds ist, könnte in der Tat zu einem Problem werden.
Was Deine Persönlichkeit angeht - es gibt in jedem Kollegium die ganze Bandbreite an Persönlichkeiten, von extrovertiert bis Einzelgänger. Und es gibt immer die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln. Wenn ich auf mich selbst als 21jährigen zurückblicke, dann hätte mein heute 46jähriges Ich auch so seine Probleme, sich diesen Jungspund später als Lehrer vorzustellen. Eigene Schwächen und "Arbeitsfelder" zu erkennen, ist aber ein zentraler Baustein für eine Weiterentwicklung. Ich kenne genug Lehrkräfte, die eher introvertiert sind bzw. die keine Entertainer sind und trotzdem geschätzt sind. Umgekehrt können einen die Entertainer auch ziemlich nerven, wenn man mit der Art nicht kann.
Zurück zu Deiner Motivation:
Die Verletzungen, die Du als Kind und Jugendlicher erlitten hast, haben Dich geprägt. Inwieweit man daraus einen "Missionsgedanken" ableiten sollte, wage ich jedoch zu bezweifeln. Du wirst früher oder später feststellen müssen, dass Du eben nicht die Welt retten oder verbessern kannst - und das wäre die Fahrkarte in chronische Unzufriedenheit und Burnout.
Mit Physik und Erdkunde bist Du in der Sek I Nebenfachlehrer und hast entsprechend viele Lerngruppen, aber wenig Einfluss. In der Oberstufe kann das anders sein, wenn Du einen LK übernimmst und Tutor bist.
Deine Ängstlichkeit kann ich verstehen, doch wirst Du diese überwinden müssen - denn Schüler merken das ganz schnell, ob jemand in sich ruht und mit sich selbst im Reinen ist oder eben nicht. Auch wenn ich mit dem Rat, eine Therapie zu machen, nicht inflationär um mich werfe, so würde ich an Deiner Stelle überlegen, welche zentralen Baustellen es in Deinem Leben gibt und ob diese Deine Lebensqualität entscheidend einschränken. Dann kann eine Therapie durchaus sinnvoll sein. Was jeder Lehrer aber unbedingt lernen sollte bzw. gelernt haben sollte, ist, sich selbst so zu akzeptieren wie man ist und mit sich ins Reine zu kommen.
Ich wünsche Dir viel Zeit und Energie, in Dich zu gehen und zu einer tragfähigen Entscheidung zu kommen. -
Falls die TE den Schmoll-Artikel aus der FAZ meint, so dünkt mich, dass das Eingangsposting im Wesentlichen Trigger sein sollte.
Nur am Rande: Wenn ich Internetmobbing gegen Lehrkräfte als psychische Gewalt definiere, dann muss die Gewalt gegen Lehrkräfte angestiegen sein. Vor 20 Jahren war das nämlich noch nicht möglich - und was physische Gewalt angeht, haben sich die meisten Schüler gottlob immer noch im Griff. -
Ich stimme O. Meier hier ausdrücklich zu. Die Motivation, in die Schule zu gehen, darf nicht die Unzufriedenheit in Deinem aktuellen bzw. letzten Job sein. Und die Aspekte, die Dich so massiv gestört haben, kommen in der Tat auch im Schulwesen vor - eins zu eins.
Wenn Du nicht intrinsisch mit jungen Menschen zusammenarbeiten möchtest, Dich das ein Stück weit ausfüllt und erfüllt, dann lass die Finger davon. -
Das ist letztlich immer eine Frage, wie (schlimm) es vorher war.
Die freie Wirtschaft KANN besser bezahlen und KANN bessere Arbeitsbedingungen bieten. Ob, wann und wo das der Fall ist, das ist natürlich eine ganz andere Sache.
Der öffentliche Dienst KANN auch bessere Arbeitsbedingungen bieten - außerhalb des aktiven Schuldiensts. Ich weiß nicht, ob ich gerade wirklich meine 41 Stunden Büroarbeit mit 30 Tagen Urlaubsanspruch wieder gegen meinen "Halbtagsjob" mit "zwölf Wochen bezahltem Urlaub" eintauschen möchte.
Die Stänkerer wird das natürlich nicht besänftigen - sie werden dann irgendeine Charakterschwäche bei mir erfinden, die dafür verantwortlich ist... -
In Bayern kann nicht jeder aufs Gymnasium. In NRW schon. In Bayern gibt es fast keine Gesamtschulen. In NRW jede Menge.
Dass da unterm Strich qualitativ etwas anderes bei herauskommen muss, dürfte evident sein. -
Ergänzend zu Seph würde ich noch betonen wollen, dass Situationen besonders dann belastend sind, wenn man viele Mikroentscheidungen treffen muss oder viele Dinge am Besten gleichzeitig erledigt werden müssen und mitunter gedanklich diametral auseinandergehen.
Letzteres ist so ziemlich das einzige, was ich in der Behörde im Rahmen meiner Arbeit noch als belastend empfinde. 41 stunden im Büro sind ein Klacks gegen ein volles Deputat mit Korrekturfach, Stufenleitung, A14-Zusatzaufgabe und Ensembleleitung. -
Oft steht in entsprechenden Erlassen, dass den Ersatzschulen empfohlen wird, ähnlich zu verfahren.
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Ja, wenn die Arbeitszeit elektronisch erfasst wird und man auch noch angeben muss, welche Art Arbeit gerade gemacht wird, kann da natürlich niemand lügen.
Wieso muss denn die Lehrereigenschaft hinterfragt werden, weil jemand 3500 Stunden Jahresarbeitszeit für ein Gerücht hält?
Interessant wäre hier die Definition von Arbeitszeit. Wenn ich außerhalb des Unterrichts oder des heimischen Schreibtischs auf einem privaten Familienspaziergang aus unerfindlichen Gründen Gedanken über meine nächste Unterrichtsreihe, eine pädagogische Entscheidung, das Chorkonzert am kommenden Wochenende oder was auch immer mache, ist das dann nicht auch Arbeitszeit? Ich glaube, der fließende Übergang zwischen Freizeit und Arbeitszeit ist das, was vielen Lehrkräften sehr zu schaffen macht. Ich merke ja den direkten Unterschied, seitdem ich in der Behörde arbeite. Laptop aus, ausgestempelt, Feierabend. Bis zum nächsten Dienstbeginn. Klar, ab und an denke ich auch mal über einen Vorgang noch ein paar Minuten nach - das ist aber mittlerweile eher die Ausnahme - selbst im Homeoffice.
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