Beiträge von Bolzbold

    Die Tatsache, dass mir ein Kollege kurz vor der Rente und mit 65 sagte, dass er heute noch Puls bekommt, wenn sich SuS zickig verhalten hat mich nicht unbedingt positiv gestimmt, dass dies jemals ändern wird.

    Seine Aussage: Je älter, je dünnhäutiger würde man werden.

    Den Puls bekomme ich manchmal auch noch, aber mit dem Wissen um mein schulrechtlich korrektes Handeln und dem damit einhergehenden souveränen Auftreten geht der Puls dann auch schnell wieder runter.

    Jap. mein Mantra ist da immer 'Was bitte soll ein 16-jähriger zu mir sagen, das mich persönlich angreift' ? Damit seine persönliche Meinung über mich mich treffen kann, muß sie für mich einen Wert besitzen, und das tut sie nicht. Was Schüler persönlich von mir halten ist mir, mit Verlaub, pupsegal.

    Richtig. Es ist dennoch gerade für BerufsanfängerInnen ein Balanceakt, einerseits solchen SchülerInnenmeinungen gegenüber gleichgültig zu bleiben, gleichzeitig aber nicht das Gefühl zu vermitteln, die SchülerInnen wären einem als Menschen gleichgültig.

    Daher mein gut gemeinter Rat. Vielleicht sollten hier einfach mal die Sanktion im Forum durchdacht werden, denn scheinbar scheinen hier viele ihre fehlgeleiteten Kompensationsmöglichkeiten in diesem Forum abzureagieren und die Moderation nicht mehr ihrer Funktion gerecht werden zu können. Und nein. Ich meine damit nicht nur meine Beiträge. Ich habe quergelesen und war im negativen Sinne überrascht, welche Kommunikationsmechanismen von einigen angeblichen Lehrkräften an den Tag gelegt werden. Von erwachsenen Menschen, die Lehrer sind, erwarte ich einen professionellen Umgang mit Problemen.

    Stattdessen beweist dieses Forum in vielen Themen, warum wir im sozialen Bereich eine Mobbingquote von bis zu 110 Prozent haben.

    Liebe Millil85,

    wenn man diese oben von Dir zitierte Aussage mit nachstehender Aussage verbindet, dann komme ich nicht umhin, hier eine unfreiwillige Portion Selbstironie oder aber Selbstgerechtigkeit herauszulesen.

    Zitat

    Danke, aber dass du kein Lehrer bist, hast du mit deinen Beiträgen schon mehr als einmal selbst zum Ausdruck gegeben. Mit deiner Hineingekretsche in diesen Beitrag sagst du übrigens mehr über dich aus, als es 1000 Worte könnten. Vielleicht mal einen Workshop in Sachen Umgang mit Menschen machen. Deine Schüler tun mir jedenfalls aufrichtig leid.

    Das ist die Standardretourkutsche ad hominem, die hier in den letzten 20 Jahren immer wieder vorgekommen ist - frei nach dem Motto "wie kann so ein Arschloch Lehrkraft sein?"

    Ich halte dies für wenig zielführend, zumal man bei jedem/jeder UserIn Äußerungen finden wird, die auf die Goldwaage gelegt, aus dem Kontext gerissen oder auch einfach nur individuell interpretiert Zweifel an deren Eignung als Lehrkraft aufkommen lassen. Man versucht also, eine Auseinandersetzung dadurch zu "gewinnen", indem man sein Gegenüber moralisch delegitimiert.
    So kommen wir nur nicht weiter.

    Nur mal ein Beispiel in die andere Richtung: Würde man die Vehemenz, mit der Du hier auftrittst, auf Deine Persönlichkeit, die ich ja nicht kenne, übertragen und daraus Schlüsse auf Dein Handeln als Lehrkraft ziehen, dann könnte man sich des Eindrucks nicht vollständig erwehren, dass ein Teil der von Dir geschilderten Problematik vor Deinem digitalen Endgerät sitzt.

    Aber auch das hilft uns nicht weiter. Vielleicht konzentrierst Du Dich einfach auf die Antworten der UserInnen, die Dir hier wirklich versucht haben zu helfen. Alles andere führt letztlich auch zu einem Ausarten Deiner Threads, so dass das ursprüngliche Anliegen völlig untergeht - und daran hast Du einen Anteil.

    Warum soll ich mich jetzt mit der Schülerin anlegen? Insofern ist die Denweise schon richtig. Sie wird mit ihrer Lerneinstellung und den Noten eh auf die Nase fallen. Sie steht auch mit der besser gewerteten Arbeit fast 5.

    Das hat Seph meiner Lesart nach nicht gefordert. Es geht eher darum, dass man in Konfliktsituationen, die im schulischen Umfeld nun einmal vorkommen, dann gelassen und selbstbewusst auftreten kann, wenn man schulrechtlich korrekt handelt und um diese Korrektheit auch aktiv weiß.

    Die emotionale Verfassung DARF nicht an den Klassen ausgelassen werden. Das hilft am Ende auch niemanden

    Das ist sachlich völlig richtig.
    Gleichwohl kann sich wohl keine/r von uns vollständig davon freimachen, nicht auch im Laufe seiner/ihrer Dienstzeit auch mal weniger professionell gehandelt zu haben.
    (Wenn man daraus lernt und es im Anschluss anders bzw. besser macht, hat man dadurch sogar etwas gewonnen.)

    Und hier mal aus meiner "großen Revision". Ich habe eine Menge Leerzeilen weggelassen - das Ganze ist natürlich im Original im DIN A4-Format und mit funktionierenden Tabs.

    Revisionsbaustein: Beratungs-/Beurteilungsgespräch

    Bolzbold, StD

    Städtisches Gymnasium Großstadt

    20. März 2024

    Zeit: 10.45 – 11.15 Uhr

    Raum: 204

    Hospitation im Fach Deutsch in der Klasse 10c anlässlich

    der dienstlichen Beurteilung mit Beendigung der Probezeit


    Beratender/Beurteilender: Herr Bolzbold, StD

    Zu beratender/beurteilende Lehrkraft: Herr Probezeitler, StR a.P.

    Beurteilende Dezernentin: Frau Dezernentin, LRSD‘

    Dezernent des Bezirks der
    aufnehmenden Schule: Herr Dezernent, LRSD

    Schulleiter: Herr Schulleiter, OStD

    Ich habe das sehr, sehr schlicht gehalten bei dem Teil der Revision, wo nur die SL dabei war.

    Beispiel:

    Unterrichtsbesuch des Schulleiters Herrn OStD Schulleiter im Rahmen der dienstlichen Beurteilung im Vorfeld des Revisionsverfahrens

    Datum: 13. Februar 2024, 3. Stunde
    Lerngruppe: Klasse 8c
    Klassenlehrerin: Frau Lehrerin
    Fach: Geschichte (bilingual)

    Thema der Reihe: Herrschaftsformen in der frühen Neuzeit – Absolutismus in Frankreich

    Thema der Stunde: Herrschaftsentfaltung im Zeitalter des Absolutismus am Beispiel Ludwigs XIV.

    Folgestunde: Herrschaftsdarstellung - Bildanalyse am Beispiel des Herrschaftsportraits von Hyacinthe Rigaud

    Die Frage nach dem konkreten Nutzen aus einem Unterrichtsgegenstand kann man in jedem Fach zu jedem beliebigen Unterrichtsgegenstand stellen und die Situationen so konstruieren, dass man dieses Wissen wahlweise braucht oder nicht braucht.

    Ich erinnere mich an ein Schreiben, das eine ehemalige Schülerin aus der Behörde bekommen hat, als sie tatsächlich dort einmal nachgefragt hatte.
    Sinngemäß: "Das Gymnasium vermittelt eine breite Allgemeinbildung, die es einem ermöglicht, ein Studium gleich welcher Fachrichtung aufzunehmen und die Entscheidung bei Bedarf im Falle einer falschen Wahl auch nachträglich zu revidieren."

    Soviel zur Legitimation von Unterrichtsgegenständen.

    Als Musiklehrer muss einem klar sein, dass man Theorie nie um ihrer selbst willen macht sondern immer, um Phänomene zu beschreiben, zu erklären, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und auf andere Situation zu übertragen etc. oder um selbst entsprechend zu musizieren.
    Aufgrund des Umstands, dass Musiktheorie für immer mehr SchülerInnen aufgrund fehlender aktiver Musikerfahrung ein Abstraktum bleiben wird, tut man sich auch als Lehrkraft keinen Gefallen, seine SchülerInnen damit mehr als unbedingt nötig zu belasten.

    Es fällt mir mitunter schwer, aber auch ich muss mich dieser Realität stellen.

    Die TE hat ja nun bereits von mehreren Problemen, die sie hat, geschrieben.

    Wenn wir einmal das Ganze mit ein wenig Abstand betrachten, dann kann sie eigentlich gar nicht rational und noch weniger selbstkritisch an die Ganze Sache herangehen, weil das so empfundene erlittene Unrecht so erheblich ist, dass jede kritische Rückfrage nur das Gefühl nicht verstanden zu werden, verstärkt.
    Ich wage zu behaupten, dass die TE hier sich einen gewissen Tunnelblick angeeignet hat, was angesichts ihrer Situation erklärbar ist. Man muss hier berücksichtigen, dass sie mit ihren Gefühlen mehr oder weniger alleine dasteht und damit je nach Intensität rund um die Uhr umgehen muss.

    Wenn jetzt hier kritische Rückfragen oder auch mehr oder weniger deutliche Kritik an ihrem Verhalten laut werden, dann kann sie das im Moment nur als Angriff und als "alle sind doof und niemand versteht mich" empfinden.

    Ich bin hier selbst etwas zwiegespalten. Zum einen ließe sich anhand des Schreibstils der TE theoretisch auf ihre Auftreten vor Ort schließen, was ihr eine gewisse Mitverantwortung für ihre Misere zuschreiben würde. Zum anderen kann ich aber das Gefühl, dass sie hier bestimmten Situationen hilflos ausgesetzt ist und damit wahlweise leben muss oder einen Umgang damit finden muss, nachvollziehen, da ich es in Teilen selbst erlebt habe. (Ich musste da auch meinen Weg finden.)

    Wie ich jetzt in mehreren Threads, auch meinen eigenen, erleben durfte, durchzieht dieses Forum mittlerweile ein Geist von Selbstgefälligkeit und Meta-Diskussionskultur, was für Neulinge sicherlich mitunter schwer zu ertragen ist. Vor 20 Jahren waren die meisten von uns JunglehrerInnen oder im Referendariat, so dass das Verständnis für Probleme deutlich größer war. Das ist hier spürbar abhanden gekommen, auch wenn einige UserInnen wie beispielsweise CDL sich nach wie vor unglaubliche Mühe geben, differenziert und helfend zu antworten.

    Mit stellt sich damit die Frage, welche Diskussionskultur wir hier wollen. Soll das ein Ringen der alten Hasen und Häsinnen im Rahmen eines exklusiven Clubs sein, wie es tagtäglich hier stattfindet, oder wollen wir Neulingen nach wie vor helfend und mit Verständnis begegnen?

    Ich werde mich an geltendes Recht halten und nicht nach einer Meinung eines Vaters.

    Und genau das sollte man als Lehrkraft immer klarstellen mit Verweis auf die Rechtslage und dem Hinweis, dass Noten und Korrekturweisen, sofern sie rechtskonform sind, nicht zustimmungspflichtig sind.

    Zweitens: Als ich an der Uni war und wir in einer Klausur mehrere Rechenschritte hatten, bekamen wir zwar 0 Punkte für das falsche Endergebnis, aber Punkte für die weiteren Rechenschritte, wenn diese grundsätzlich richtig waren, nur eben mit der falschen Zahl gerechnet wurde.

    Was hat a mit b zu tun? Die Bewertungskriterien einer beliebigen Uni lassen sich nicht mit denen einer Schule vergleichen. Selbst innerhalb derselben Uni kommt es hier ggf. zu unterschiedlichen Bewertungen abhängig von dem/der DozentIn.
    Daraus kann kein Anspruch auf eine analoge Vorgehensweise an einer beliebigen Schule abgeleitet werden.

    Zitat

    Und drittens: Mir tun eure Schüler wirklich leid, wenn ich euch mit den Lehrern von damals vergleiche. Ich bereue, dass ich mich hier überhaupt angemeldet habe. Anständige Pädagogen benehmen sich nicht so.

    Der überwiegende Teil der Antworten war auf die Frage bezogen. Dass Dir die Antworten augenscheinlich nicht passen, nehme ich zur Kenntnis.

    Zwei abschließende Fragen:
    Was sind denn "anständige Pädagogen"? Und welche Qualifikation besitzt Du, um darüber urteilen zu können?

    Was sagt es über Dich selbst aus, wenn Du mit einem solchen Generalverdikt über Lehrkräfte um Dich schlägst?

    Danke für die anregende Diskussion!
    Da es sich nur um einen hypotethsichen - und im Rahmen dessen um den rechtlichen Aspekt - Fall handelt, kann ich leider nicht auf alle Antworten eingehen.

    Zur Unterscheidung zwischen Staatsinteresse und Eigeninteresse. Im Zweifelsfall würde der Staat sein Existensrecht über das der Soldaten stellen. Ich kenne die Vorträge der Bundeswehr während der BOT nicht und kann daher nicht einschätzen, inwiefern dort ein differenziertes Bild des Berufs dargestellt wird. Wenn ich mir einige Werbeplakate und Youtube-Formate anschaue, dann wird das Bild der Bundeswehr dort aber sehr rosig gezeichnet. Ich bezweifle, dass einige SuS in der Lage dazu sind, die potentiellen Gefahren, die mit solch einem Job einhergehen, korrekt einzuschätzen.

    Das Eigeninteresse des Staates - hier Staatsinteresse genannt - ist doch nicht losgelöst von dem der Soldaten oder seiner Bürger - insbesondere dann, wenn der Staat seine Bürger schützen will und muss.

    Deine Argumentation wäre eine Absage an der Existenz des Militärs wie auch an der aktiven Teilnahme an selbigem. Das kann man fordern. Die Realitäten sind aber andere - insbesondere, wenn mein Gegenüber meine Rechte nicht anerkennen möchte, sie mit den Füßen tritt oder mir meine Existenz schlichtweg abspricht.

    Sollte Schule nicht endlich von Aufgaben entschlackt werden, die der Gesellschaft/Eltern obliegen? Höre immer wieder von jungen Menschen, dass sie nicht im Traum daran dächten, Lehrer zu werden, weil Schule sich immer mehr zum sozialen Fußabtreter entwickeln würde. Das würde sich niemand mehr antun.

    Schule muss jetzt immer mehr mit anderen Arbeitgebern konkurrieren. Das ist gut so! Haben das die oberen Hierarchien im Schulsystem das überhaupt realisiert?8)

    Das wäre eine Frage an die oberste Schulaufsicht in den Besoldungsgruppen oberhalb B2...

    Die Unterscheidung wird dann relevant, wenn es zu realen Kriegseinsätzen für die Soldaten kommt. Dann stellt der Staats sein Staatsinteresse i.d.R. über mein Eigeninteresse auf Leben.

    Sollte dann dieses Eigeninteresse auf Leben nicht auch im Vorfeld entscheidungsrelevant sein, wenn es darum geht, ob ich mich bei der Bundeswehr verpflichte oder nicht?
    Und von welchen Kriegseinsätzen reden wir hier?

    Erst neulich gab es einen Artikel über Beamte in der Zeit. Dort beklagen die Beamten, dass sie abgeordnet oder versetzt wurden. Sie wussten es vorher, malten sich das Ganze aber "schön" vor dem Hintergrund der Sicherheit der Verbeamtung. Das kann man auf den Dienst an der Waffe übertragen.

    Ich sehe bei den Tipps der GEW ehrlich gesagt wenig sachliches, außer dass man die Bundeswehr nicht mag und sie deswegen nicht in der Schulen haben möchte.

    Das war ehrlich gesagt auch meine Lesart.

    Also nochmal zurück zum Thema, auch tibo

    Was sind denn neben diesen Forderungen - denn nichts anderes ist das - handfeste Argumente, warum die Bundeswehr als potenzieller Ausbildungsanbieter nicht auf den BOT oder wo auch immer auftreten sollte?

    Rein fiktiv: Dass eine Ausbildung bei der Bundeswehr bei den BOT ähnlich beworben wird, wie eine Ausbildung in "normalen" Ausbildungsbetrieben und die SuS in dem Alter kaum eine Differenzierung zwischen Staats- und Eigeninteressen machen - zumal es sich in einigen Klassen überwiegend um minderjährige SuS handelt.

    Die Trennung zwischen "Staatsinteresse" und "Eigeninteresse" halte ich für konstruiert.
    Bei einer Rekrutierung von 17jährigen müssen deren Eltern mit unterschreiben. Das ist also eine Entscheidung von drei Personen. Ich gehe davon aus, dass man sich im Vorfeld über die Motivlage Gedanken macht.

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