Ich fürchte, dass bei der Häufigkeit des Themas NS-Zeit in der Schule die Schüler in der Oberstufe irgendwann auch "satt" sind.
Das ist jetzt eine Generation, die drei Generationen nach der Kriegsgeneration geboren wurde und die immer weiter vom Geschehen weg ist und die ggf. auch in der eigenen Familie keine unmittelbar Betroffenen mehr kennt.
Ich arbeite im Unterricht viel mit Bildern, die menschliche Schicksale jedweder Art zeigen. KZ-Überlebende, Besatzungs-GIs, Trümmerfrauen und -kinder, Kriegsversehrte etc. Die Beschäftigung mit dem individuell erfahrenen menschlichen Leid, mit den Wünschen und den Bedürfnissen der gezeigten Personen, mit der Frage, wie man diesen Menschen im Idealfall Genugtuung oder Gerechtigkeit hätte widerfahren lassen können, zeigt den Schülern die ganze Bandbreite menschlicher Güte sowie menschlicher Abgründe, die bis heute parallel nebeneinander existieren.
Besonders betroffen sind sie angesichts der himmelschreienden Ungerechtigkeit, dass den Opfern des NS-Terrors niemals echte Gerechtigkeit widerfahren ist. Dass sie mit ihrem Leid weitgehend alleine gelassen wurden.
Das wirkt dann letztlich doch recht spürbar nach und regt die Schüler zum Nachdenken an.