Beiträge von Bolzbold

    *Weil es mir früher oder aktuell auch so schlecht geht, darf es einem Referendar heute ruhig auch so schlecht gehen*

    Überaus empathisch.

    Ich hatte damals eine Schule, die 40km Luftlinie von meinem Wohnort entfernt war, mit ÖPNV aber nicht unter zwei Stunden erreichbar war. Das hieß also um 5 Uhr aufzustehen, um 6 Uhr den Bus zu nehmen, um 6.30 den Zug, um dann um 8 am Schulort zu sein und um 8.20 Uhr die erste Stunde zu halten.
    Klar könnte ich jetzt sagen, ich hatte es damals auch so beschissen, also stell Dich nicht so an, lieber TE.
    Das hilft ihm aber nicht weiter - insbesondere nicht mit Familie.

    @Mister S
    Wenn Dir das Seminar bereits gesagt hat, dass alles verteilt ist, dann ist der Drops in der Regel gelutscht. Nebenbei, meine Seminarleiterin war damals ähnlich verständnisvoll...
    Es wird Dir daher wohl nichts anderes übrig bleiben, als in den sauren Apfel zu beißen und zu pendeln. Alternativ kannst Du natürlich auch nochmal die übergeordneten Stellen ansprechen.

    Ja, es ist doof. Ja, es ist unfair im Vergleich zu den Referendaren, die nur zehn Minuten zur Schule haben und entweder mehr Freizeit haben, mehr Schlaf bekommen oder mehr UB-Vorbereitung machen können als Du.
    Ich kenne das.
    Aber: Es ist wider Erwarten zu überleben und es geht vorbei.
    Vielleicht wirst Du dadurch sehr effizient, nutzt die Zeiten im Zug und schaffst während der Fahrt den Rollenwechsel vom Referendar zum Vater und Partner.
    Vielleicht findest Du im Anschluss dafür eine Schule in der Nähe und eine, an der Du langfristig glücklich wirst.

    Kopf hoch. Scheiße passiert - immer wieder. Was zählt, ist, was man daraus macht.

    Im Falle sexueller Gewalt gibt es wie gesagt auch noch andere Anlaufstellen, die einen beraten können. Ich habe vor einiger Zeit in einem konkreten und akuten Fall Beratung von zwei lokalen Stellen in Anspruch genommen, um sicher zu sein, wie ich vorgehe.
    Meine SL hat mir damals Rückendeckung in der Form gegeben, dass sie mir freie Hand ließ und darauf vertraute, dass ich wisse, was ich tue - natürlich nicht ohne mir die Bandbreite der Handlungsmöglichkeiten und Konsequenzen aufzuzeigen.

    Ich möchte den Beitrag von Krabappel ganz dick unterstreichen.
    In den 13 Jahren im Schuldienst nach dem Referendariat habe ich KEINEN Fall an meiner Schule erlebt - auch nicht an der meiner Frau oder aus dem sonstigen Bekanntenkreis - in dem einem Probezeitler die Verbeamtung verweigert worden wäre.
    Die Hürden hierfür sind recht hoch angesetzt - aus gutem Grund.

    @Buntflieger

    Da Du offenbar ein nicht unerhebliches Problem mit dem System Schule hast bzw. in allem und jedem offenbar einen potenziellen Gegner siehst und findest, würde ich an Deiner Stelle in der Tat einmal überlegen, wieso Dir hier so viel Gegenwind ins Gesicht weht. Ich bin seit mehr als einem Jahrzehnt in diesem Forum aktiv und habe Threads über eine Vielzahl an Problemen etc. gelesen. Darunter waren auch User, die ähnlich wie Du geschrieben haben. So konsequent wie Du hat das aber bislang kaum keiner durchgehalten.

    @TE

    Natürlich darf man hier seinen Frust rauslassen, wenngleich man sich seine Worte mitunter schon überlegen sollte.
    Einiges, was Du schreibst, ist argumentativ betrachtet Unsinn bzw. steht in falschen Zusammenhängen.

    Du hast hier sowohl Hinweise und Tipps als auch klare Kritik an Deinem Stil bekommen. Beides solltest Du Dir zu Herzen nehmen und daraus Handlungsoptionen oder -alternativen entwickeln.

    Das ist so unnötig kompliziert gemacht aufgrund verschiedener Gesetzeswerke, die da greifen.
    Wenn jeder Schulträger einen gesonderten Wartungsvertrag mit einem kommerziellen Anbieter abschließen muss etc.

    Da wäre es doch einfacher, sich auf einen festen Pool an Geräten zu einigen, diese vom Land vorzugeben und ebenso über eine landesinterne IT-Infrastruktur einrichten und warten zu lassen.

    Das Ganze wird ohnehin im Sande versickern, zumal die NRW-CDU unter Laschet ja strikt gegen die GG-Änderung ist.

    Je nach Vorfall kann eine sofortige Suspendierung zur Gefahrenabwehr angemessen sein. Die Anhörung von Schüler wie Eltern wäre jedoch zwingend nachzuholen.

    Derjenige, der die Maßnahme verhängt - hier die kommissarische SL - steht auch mit seiner Unterschrift dafür gerade. Als "gemeiner Lehrer" würde ich so etwas nie unterschreiben, denn die Unterschrift würde mich auch dafür "haftbar" machen, wenn die Entscheidung falsch oder unangemessen war.

    @Miss Jones

    Es ist erschreckend, wie viele KollegInnen gar keine Kenntnisse im Schulrecht besitzen oder eben sich mit Halbwahrheiten und ewig tradierten Mythen durch den Schulalltag schlagen. Das ist ein aktives Versäumnis der KollegInnen. Das Dienstrecht sieht vor, dass man sich mit den für den jeweiligen Beamten geltenden Vorschriften bekannt machen MUSS. Wenn ich noch nicht einmal meine Dienstordnung kenne, nach der ich arbeiten darf/soll, dann ist da schon Holland in Not.

    Liebe Dafina,

    die angebotenen Lösungen sind einerseits plausibel, andererseits müssen sie zur Persönlichkeit der jeweiligen Lehrerin passen. Würdest Du so auftreten wie hier gesagt, käme das bei Deiner von Dir beschriebenen Persönlichkeit total unauthentisch rüber. Bei Miss Jones und Mrs Pace kann ich mir das hingegen SEHR GUT vorstellen... ;)

    Du schreibst, dass Du leicht gebückt vor der Klasse stehst - dass Du verunsichert bist und eine "Beißhemmung" hast.
    Das merken natürlich auch Deine Schüler sofort und gehen soweit, wie Du sie letztlich lässt. "Setz Dich durch" ist natürlich auch so eine altkluge Phrase, die nur von Leuten kommen kann, die glücklicherweise dieses Problem nicht haben oder kennen.

    Du brauchst meines Erachtens Rollenklarheit - in zwei Richtungen.

    a) Du brauchst Rollenklarheit, was Deine Position als Lehrerin im Kollegium und gegenüber der Schulleitung angeht. Selbst in der Probezeit bist Du nicht Teil des Gesindes, das analog zum ostelbischen Gutshof in der Vorkriegszeit immer nur zu tun hat wie der Gutsherr aka Schulleiter befiehlt.
    Du bist Lehrerin in der Probezeit und genießt auf der Basis des Schulgesetzes, des Landesbeamtengesetzes und der Allgemeinen Dienstordnung auch gewisse Rechte. Du bist jetzt schon faktisch unkündbar, es sei denn, Du fährst den Karren richtig gegen die Wand, was ja ganz offensichtlich nicht der Fall zu sein scheint.
    Die kollegiale Zusammenarbeit ist Teil der Pflichten, die man als Lehrkraft hat, so dass Du Dich durchaus an KollegInnen wenden kannst und das auch tun solltest. Da sind mit Sicherheit einige gleichaltrige KollegInnen, mit denen man zusammenarbeiten kann. Gerade in der aktuellen Junglehrergeneration sollte das doch der Fall sein.

    b) Du brauchst Rollenklarheit, was Deine Position als Lehrerin gegenüber den Schülern angeht.
    Das heßt konkret, dass Du in der Tat den Schülern sagen darfst (und mitunter musst), wo es lang geht. Wie groß oder klein, dick oder dünn oder wie auch immer man aussieht, ist dabei sekundär. Eine aufrechte Haltung und eine entsprechende Entschlossenheit sind hier wesentlich. Schüler merken wie gesagt, wen sie vor sich haben. Deine Unsicherheit überträgt sich auf die Schüler - gerade in der Pubertät wollen diese ja Grenzen erfahren. Und die musst Du setzen. Das kann man auf der zwischenmenschlichen Ebene lösen (einzelne Störenfriede bei der Ehre packen, konkret ansprechen und ermahnen) und/oder auf der formalen Ebene (konkrete Sanktionen - Ausschluss aus dem laufenden Unterricht, Nacharbeit unter Aufsicht, Elterngespräch etc.). Wichtig ist dabei, dass Du Dir darüber im Klaren bist, was Du willst und dass Du das dann mit der nötigen Entschlossenheit durchsetzt. Gerade bei den 15jährigen Jungen solltest Du Dich vor versammelter Mannschaft aber auf keinen Machtkampf einlassen.

    und

    c) Du musst aus der - wie soll ich es sagen - "Opferrolle", in der Du Dich gerade mehr oder weniger befindest, herauskommen. Du musst die Initiative zurückgewinnen, damit Dir die Schulleitung eben nicht diverse Fortbildungen etc. aufbrummt, die Eltern oder die Schüler blöd kommen. Du kannst an der Situation durchaus etwas ändern, wenn Du auf der Basis Deiner Schwächen, derer Du Dir ja bewusst bist, konkret überlegst, was Du anders machen möchtest. Das solltest Du dann mit aller Entschlossenheit tun.

    Das würde sicherlich einiges entspannen. Bisher wollte ich mir noch nicht eingestehen, dass mich das Volldeputat evtl. überfordert. Aber ein Beruf, wo man nicht in der Lage ist in Vollzeit zu arbeiten? Irgendwie auch komisch. In anderen Berufen erhält man (während der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit!) Gelegenheit, sich in die Materie einzuarbeiten. So ganz einsehen will ich das nicht.

    Letztlich würdest Du trotzdem auf das Zeitvolumen einer vollen Stelle kommen, weil Du ja jetzt die Zeit hast, die Dinge entsprechend Deinem gegenwärtigen Tempo zu erledigen. Das ist ein ganz dickes Minusgeschäft!

    Bevor Du Dir metaphorisch den Strick nimmst, sei noch einmal ganz ausdrücklich folgendes angemerkt:

    JEDER Junglehrer, der frisch aus dem Referendariat kommt, arbeitet mit voller Stelle, mehreren Korrekturgruppen und dem ganzen Tamtam, das Schule so mit sich bringt, in den ersten Jahren mehr als eigentlich vorgehsehen und als eigentlich gesund ist.
    Auf die Lebensarbeitszeit gerechnet gleicht sich das aber nach ein paar Jahren auf jeden Fall aus, weil Du Routine bekommst, effizienter arbeitest, nicht mehr so oft nachfragen oder nachschlagen musst, Du in Deinen Entscheidungen selbstbewusster und zügiger wirst und auch natürlich nicht mehr so viel vorbereiten musst. Die ersten Jahre sind hart, aber ES WIRD BESSER! Ganz bestimmt.

    Die Schulleitung kann nicht widersprechen, die Bezirksregierung bei "falschen Zeiträumen" hingegen schon.

    Die vom TE beschriebene Vorgehensweise sollte eigentlich funktionieren. Sinnvoll ist es, im Dezernat nachzufragen und mit dem entsprechenden Sachbearbeiter zu sprechen. Der kann dort nämlich unter Umständen schon die entsprechenden Weichen stellen.

    Also ich sag mal so: Ich brauche auch 1 Stunde für eine Oberstufenklausur in der Fremdsprache, aber sicherlich nicht 2-3 Stunden. Das kommt höchstens bei Abi-Klausuren vor, die du ja nun mal nicht jedes WE hast (s. Titel).

    Das ist schon eine ganze Menge. Als ich noch Vollzeit gearbeitet habe, hatte ich mal 167 Klausuren pro Quartal (!!!) bei 6 Korrekturgruppen, davon die Hälfte Oberstufe. Das war schon hart. Zumal Englisch in Klasse 10 auch nicht wesentlich kürzer dauert.

    Das Problem bei dir wird daran liegen, dass du die Zeit in der Woche nicht optimal nutzt. Eigentlich müsstest du ja ca. 9 Stunden am Tag arbeiten, und damit meine ich wirklich Arbeit und nicht Freistunden absitzen. Da sind wir nämlich schon beim Kern des Problems: Du verbringst viel Zeit in der Schule, die du aber ja nicht nur mit Unterrichten verbringst. Du hast ja nicht jeden Tag 9 Unterrichtsstunden. Zu Hause danach möchtest du aber auch nicht mehr korrigieren. Also ist es doch logisch, dass du so viel WE Arbeit hast.

    Wenn du in der Schule konsequent in jeder freien Minute korrigieren würdest und auch nachmittags / abends noch etwas, bis die 9 Stunden voll sind, dann hättest du auch mehr freie WE. Deine Entscheidung. Du magst es offensichtlich lieber so, was ja auch okay ist.

    Manchmal lässt sich WE Arbeit einfach nicht vermeiden, das sind aber vielleicht pro Quartal 2-3 WE, also 8-12 im Jahr, keine 52!


    DAS dürfte in diesem konkreten Fall tatsächlich das Hauptproblem sein. Problem ja deshalb, weil es der TE als solches dargestellt hat.
    Man kann effektiver und schneller werden. Wenn ich aber effektiv von meinen rechnerisch 41 Stunden pro Woche nur 30 bis 35 arbeite, dann verschiebt sich der Rest in der Tat aufs Wochenende.

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