Beiträge von Bolzbold

    Wenn man Dankbarkeit oder Anerkennung erfährt, kann man sich glücklich schätzen; erwarten sollte man dies aber nicht.

    In der Schule kommt die Wertschätzung wenn überhaupt von meinen KollegInnen sowie von einigen wenigen Schülern. Die Schulleitung sagt zwar auch nach den Konzerten artig danke und überreicht die obligatorische Flasche Wein, dafür durfte ich mir aber auch schon eine Abreibung im Schulleiterbüro abholen, wenn meine Ensembles mal nicht so zur Verfügung standen wie erwartet.

    Es gibt ein paar Schüler, die vor einigen Jahren Abitur gemacht haben und zu denen ich heute noch Kontakt habe und die ganz explizit sagen, in welchen Punkten ich sie weitergebracht habe. Auch wenn das höchstens 1% der Schüler sind, so ist dieses sozusagen posthume Lob mir sehr viel wert.

    Was mich jahrelang sozusagen "befeuert hat", war das Gefühl, dass ich bei vielen SchülerInnen mit dem, wie ich gearbeitet habe, etwas erreichen konnte. Dass sie etwas gelernt haben, dass ich ihnen bei ihrer Entwicklung zur Seite gestanden habe. Und wenn sie dann nach dem Intensivkurs in Sarkasmus, Ironie und Wortwitz, den sie in der Unterstufe alle bei mir kostenlos erhalten, in der Oberstufe dann den einen oder anderen Spruch locker kontern oder selbst mal einen Spruch vom Stapel lassen, dann weiß ich, dass die Saat sozusagen aufgegangen ist.
    Dankbarkeit von der Institution Schule im eigentlichen Sinne zu erwarten, ist mit ein Freifahrtschein in den Burnout und in die Depression.

    Nachdem ich ja jetzt eine Weile lang nicht mehr an der Front arbeiten werde, habe ich Glück gehabt, in einer Abteilung zu arbeiten, wo man ein wertschätzendes Miteinander pflegt und wo der Vorgesetzte bei allen zeitlichen Verpflichtungen auch mal persönlich vorbeischaut und sich Zeit nimmt. Das ist auch eine Form von Wertschätzung und Anerkennung.

    Das ,,fürchten‘‘ wäre mir zu stark. Es ist eher das dumpfe Gefühl, dass die Eltern darauf mal intensiv angesprochen werden müssen, aber es tendenziell in ein Konfliktgespräch münden könnte und ich nicht weiß, wem damit geholfen wäre. Glaubst du, dass so etwas sinnvoll sein könnte? Vielleicht denke ich auch falsch.

    Glaubst du, dass es was mit wenig Halt zu tun hat? Ich rätsele schon länger, woher das Verhalten kommt, aber ganz oft gelange ich bei ,,besser negative Aufmerksamkeit als gar keine Aufmerksamkeit‘‘, weil da irgendwas zu Hause nicht zu laufen scheint.

    Du projezierst Deine Ängste auf ein noch nicht stattgefundenes Gespräch und möchtest das letztlich vermeiden, weil Du in der Tat Angst davor zu haben scheinst. Das ist aber völlig unbegründet. In dem Moment, wo Du klar machst, dass es Dir um das (langfristige) Wohl des Kindes geht, hast Du die Eltern auch bei schwierigem Schülerverhalten mit im Boot.
    Das Gespräch sollte zeigen, dass Du
    a) Probleme beschreibst,
    b) trotzdem zeigst dass Du das Kind wertschätzt,
    c) konstruktive Lösungsvorschläge machst, die die Eltern miteinbeziehen und nach einer vereinbarten Zeit sozusagen "evaluiert" werden.

    Von dem Gedanken, dass Du möglicherweise die Einzige bist, die das Kind versteht und mit ihm klar kommt, würde ich mich ganz schnell verabschieden. Jede Lehrkraft hat ihre eigene Art, mit schwierigen Schülern umzugehen - und das hängt von ganz vielen Faktoren ab.

    Noch eine Sache: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese ganzen Gedankenspiele "was wäre wenn" oder "man könnte doch" oder "vielleicht sollte man lieber nicht" zu überhaupt nichts führen. Sie ändern weder die Situation noch sind sie eine echte Hilfe. Es besteht doch offenbar Handlungsbedarf - also handle.

    In meinem Fall wären es 500 Euro netto (!) Unterschied zwischen A14 und A15.
    Was die Arbeitsbelastung angeht, so ist eine Koordinatorenstelle, je nachdem, welches Gesamtpaket da geschnürt wird, wirklich viel Arbeit.
    Andererseits erhalten bei uns die Koordinatoren in der Regel eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung, was sich dann auch in weniger Vorbereitung, weniger Korrekturen und mehr Möglichkeit, im Büro in der Schule zu arbeiten, äußert.
    Dann sollte man nicht vergessen, dass die A15 Stellen in NRW keinesfalls exklusiv die drei einschlägigen Koordinatorenstellen sind. Da der Stellenkegel ja mathematisch bestimmt wird, können an einigen Schulen auch mehr als die üblichen drei A15 Stellen plus die A15Z vorhanden sein.

    Man muss die Arbeit wirklich machen wollen und man muss auch dazu befähigt sein - dann ist sie machbar. Wie ich bereits schrieb konnte ich mir nicht vorstellen, die nächsten mindestens 22 Jahre Berufstätigkeit mit immer denselben Aufgaben zu verbringen ohne die Chance auf eine Weiterentwicklung oder alternative Perspektiven. Die habe ich mir jetzt selbst geschaffen und kann, wenn die Zeit reif ist, mir in Ruhe überlegen, wie es dann weitergehen wird.

    Und natürlich gibt es unter den Lehrerinnen und Lehrern auch solche, die wahlweise Karriere machen wollen und/oder aktiv Schule mitgestalten wollen - und das nicht nur mit Kuchebacken zu Schulfesten.

    Die neue Technik und die neuen Apps laden dazu ein, sie zu benutzen. Oft nur um ihrer selbst Willen oder um der Kommunikation um zu kommunizieren.

    Ich habe beispielsweise vor zehn Jahren mit den Eltern meiner Schüler primär per E-Mail kommuniziert. Und das habe ich mit Ausnahme von Telefonaten, die ich initiiert habe oder wo mich Eltern in der Schule angerufen haben, auch konsequent so beibehalten. Da entscheide ich, wann und wo und ob ich eine Mail lese und entsprechend reagiere.

    WhatsApp ist einerseits ein Segen aber gleichzeitig auch eine Seuche, weil es zu unreflektierter, spontaner Kommunikation verleitet, die eben oft doch nicht zielführend ist. Hinzu kommen diese beiden Häkchen, die mal grau, mal blau sind und die alleine bereits Missverständnisse hervorrufen wie "der hat doch die Nachricht gesehen, wieso antwortet er nicht sofort?" Ganz, ganz gruselig.
    WhatsApp-Gruppen entwickeln manchmal auch eine Eigendynamik, die ich bedenklich finde. Daher käme es für mich niemals infrage, einer Eltern- oder Schüler-WhatsApp-Gruppe beizutreten - von der Möglichkeit, mich Tag und Nacht zu kontaktieren mal ganz abgesehen.

    Meiner Kenntnis nach darf man das 2. StEx. durchaus noch machen, da es zur Berufsausbildung zählt.
    Die "Bafög"-Sünder vor einigen Jahren waren so ein Fall.

    Wenn es dann um die unbefristete Einstellung in den Schuldienst geht, sieht das hingegen ganz anders aus. Da kann das Land an der charakterlichen Eignung als Lehrer durchaus Zweifel haben und auf der Basis der erwähnten Vorstrafe eine Einstellung in den Schuldienst verweigern.

    Also bei Menschenbissen kann ich das noch nachvollziehen. Aber bei Kratzern?! Dann wären die Arztpraxen jeden Tag gerammelt voll mit Kindergartenkindern und Grundschülern, die wegen Kratzern untersucht werden müssen...

    Wenn man sich einmal einen Zeugnisreport gebastelt hat, der das Schullogo, die sonstigen Schulinfos etc. enthält und nicht gerade neue Vorgaben bezüglich der Formulare vom Schulministerium kommen, kann man mit Schild wunderbar Zeugnsse drucken.
    Für die Arbeit mit den Reports gibt es entsprechende Fortbildungen von kompetenten Moderatoren. Ich sehe da kein Problem.

    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie das Medikament nicht mehr verträgt. Man kann an der Dosierung sowie an dem Präparat noch "spielen".

    Ansonsten hat plattyplus es bereits gesagt: Die Entscheidung über einen Schulwechsel weg vom Gymnasium steht doch erst dann an, falls sich die Dinge so entwickeln wie von Dir befürchtet. Gib Dein Kind ans Gymnasium und warte ab, was passiert. Ich habe in meiner Schulkarriere mehrere Kinder erlebt, die ohne Medikamente faktisch nicht beschulbar waren, mit Medikamenten hingegen schon. Und trotz (oder wegen) der Schulform Gymnasium, an der ich arbeite, haben wir im Kollegium Wege gefunden, mit ADHS-Kindern umzugehen.

    Würdest Du auch nicht mehr Autofahren, weil theoretisch ein Unfall passieren könnte?

    Solange die Referendare das verkürzte Referendariat machen und je nach Einstellungsturnus vom zweiten Halbjahr eines Schuljahrs bis zum Ende des ersten Halbjahres des nächsten Schuljahres bdU erteilen, wird sich daran nichts ändern. Das bringt Stundenpläne durcheinander und sorgt dafür, dass bei uns z.B. auch mal eben 90 Stunden durch das Kollegium übernommen werden müssen. Ein Teil davon wird ab den Osterferien durch den Wegfall der Q2 kompensiert werden, aber eben auch nur ein Teil.
    Wer sich das ausgedacht hat, kann von Schulorganisation keine Ahnung gehabt haben.

    Das tun sie bei uns einmal oder zweimal. Dann merken sie, dass die Nachschreibeklausur alles andere als leicht war. Für gewöhnlich sind solche Schätzchen in der Leistungsskala auch eher im unteren Drittel zu finden. Sich da auf Nachschreibetermine zu verlassen wirkt da eher wie eine Verzweiflungstat, die letztlich keinen Gewinn bringt. Ärgerlich ist es für die KollegInnen, die jetzt Zeit und Mühe aufbringen müssen für eine Nachschreibeklausur, trotzdem.

    Welche Distanz? Was hat das mit unprofessionellem Lehrerhandeln zu tun, Schüler über eine Raumänderung, kurzfristige Stundenplanänderung oder Terminverschiebung zusätzlich zu den normalen Wegen zu informieren.Die Unprofessionalität ergibt sich nicht durch das genutzte Medium, sondern nur durch die Art der übertragenen Informationen.

    Ich würde niemals private Dinge darüber preisgeben, was aber medienunabhängig ist.

    Das sehe ich im schulischen Kontext insbesondere aufgrund der Art und Weise, wie SchülerInnen Informationen behandeln und weitergeben, als problematisch an.

    Können studierte Menschen vielleicht sich auch einfach einmal selbst informieren? Die Infos zur Verbeamtung etc. sind nun weiß Gott nicht schwert zu ergoogeln. Und diese Panik um die Verbeamtung, weil etwas auf einer Arztrechung (sic!) als Diagnose steht...

    Ich schrieb es ja schon anderswo: Wer informiert ist, hat nichts zu befürchten.

    Bezüglich der "Klagemöglichkeiten"und Widersprüche kann ich mich nur wiederholen:

    Das Bewusstsein, dass man in jeder Situation rechtlich sicher handelt bzw. handeln könnte, trägt ungemein zur Souveränität einer Lehrkraft bei.

    Von einer studierten Lehrkraft kann man erwarten, dass sie Gesetzestexte findet, liest, versteht und danach handelt.
    Die APO-SI, die APO-GOSt, das Schulgesetz, sowie die ADO sind alle in der BASS zu finden und sind sprachlich keine Herausforderungen und durchaus verständlich. Die VVs und die in den kommentierten Ausgaben enthaltenden Hinweise zur Rechtspraxis helfen darüber hinaus wirklich weiter. Das dürfte für die anderen Bundesländer ebenfalls gelten.

    Auch wenn das nicht zwingend ein Positivindiz für meine bisherige Arbeit als Lehrer herhalten kann, so hatte ich in den vergangenen 13 Jahren keinen Widerspruch und keine Notenbeschwerde bei der Schulleitung. In pädagogischen Fragen kann man sich durchaus mal uneinig sein, aber das kann man von Angesicht zu Angesicht klären.

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