Beiträge von Bolzbold
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Solange Bildung Spielball politisch-ideologischer Grabenkämpfe ist, wird das nichts.
Welche Probleme haben wir? Welche sachlichen Lösungsansätze gibt es? Wie und wann gehen wir das an?
Das darf eigentlich nicht so lange dauern...
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Ich habe sowohl im US-Wahlen als auch im Wahlen in Deutschland Thread diverse Dinge geschrieben, die ich für sinnvoll halten würde. Das war aber nicht der Punkt, um den es in meinem obigen Beitrag ging, mit dem Tibo mit dem üblichen Reflex reagiert hat. Mich nervt, dass auch akademisch gebildeten Lehrkräften zu Trump nichts anderes einfällt als ihn in's Lächerliche zu ziehen oder mit plumpen Beschimpfungen anzugreifen, auch wenn das ersichtlich das ist, was ihn mit groß gemacht hat. Auch Tibo fällt nichts anderes ein, als genau das gleiche zu fordern wie die letzten 5 Jahre, nur lauter und aggressiver - die Vorstellung, dass Trumps Sieg daran gelegen hätte, dass die Medien seinen Irrsinn nicht deutlicher und früher herausgestellt hätten, ist geradezu eine Realitätsnegierung - die Medien haben Jahrelang kaum etwas anderes gemacht, es hat nur nichts genützt.
Ich stimme Dir da zu. Mich hat Trump als Person nur bedingt interessiert. Was viel besorgniserregender war und ist, das war und ist die Entwicklung in den USA, die das überhaupt möglich gemacht haben.
Vermutlich habe ich es hier auch irgendwo schon einmal geschrieben, aber spätestens seit Carter haben wir ein immer stärker ausschwingendes Pendel an "extremen" Präsidenten, gerade bei den Republikanern. Nicht weniger extrem waren die Demokraten, gleichwohl auf einer anderen Ebene, wenn es um PräsidentschaftskandidatInnen aus dem "Establishment" geht.
Nach Carter kam der Hardliner Reagan, gefolgt von Bush senior. Letztere waren eine Gegenreaktion auf den Softie Carter. Ihre klare Kante und ihre Politik haben immerhin die Wiedervereinigung ermöglicht und kurzfristig suggeriert, dass der Kalte Krieg und die Denke dahinter überwunden werden könnte.
Danach kam Clinton als liberaler Gegenpol mit seinen Skandalen, Stichwort Oral Office, gefolgt von George "Dabbelju", den texanischen Cowboy, über dessen überschaubaren Bildungsgrad auch viel gelästert wurde.
Dann kam Obama quasi als "Erlöser" und suggerierte, dass die USA nun endlich einige Grundprobleme in ihrer im Kern immer noch rassistischen Gesellschaft überwunden hätten. Obamacare? Pustekuchen. Es kam der noch krassere Gegenpol Trump, gefolgt von sleepy Joe, einem nicht minder krassen Gegenpol, der im Wesentlichen durch sein fortgeschrittenes Alter "glänzte", dem dann nur wieder Trump folgen konnte.
Wenn sich dieser Trend immer weiter fortsetzt, dann sind wir in den USA ganz klar auf Kurs Bürgerkrieg. In einem Land, wo das Gros der Bevölkerung bis an die Zähne bewaffnet ist, möchte ich mir das gar nicht ausmalen...
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An meiner Noch- immer - Schule ist es tatsächlich in erster Linie die Schulleitung selbst, die das Bedürfnis hat jedes Schuljahr ein neues, wegweisendes Projekt (mit dem man also medial und politisch glänzen kann) zu starten, wobei ALLE bisherigen Projekte dann gefälligst einfach weiterlaufen sollen, egal wie gut oder schlecht sie bereits implementiert wurden. Nichts darf je wegfallen, nichts wird einfach mal erst in Ruhe in der Tiefe implementiert, damit es tatsächlich Teil der Schulkultur werden kann. Das bringt der Schule in der Öffentlichkeit ein extrem gutes Image, sorgt aber auch dafür, dass immer mehr wirklich engagierte Lehrkräfte sich in den 5 Jahren, die ich jetzt an der Schule bin in die innere Emigration verabschiedet haben bezogen auf diese ganzen Zusatzprojekte. Das an der Schule all- präsente Mobbing im Kollegium hängt nun einmal immanent zusammen mit dem Führungsstil, der es zur Tugend macht, KuK regelmäßig zu überfahren, statt sie kollegial mitzunehmen.
Ich war tatsächlich immer sehr engagiert, bis mir irgendwann das Mobbing die Kraft geraubt hat, um das weiter leisten zu können, was ich leisten will im Beruf.
Das habe ich zum Teil an meiner ersten Schule so erlebt, da die Schulen innerhalb der Stadt meinten, heftigst um SchülerInnenzahlen konkurrieren zu müssen. Da entdeckte eine Schule mit Bili-Sprachzweig plötzlich das Musikprofil und die MINT-Freundlichkeit, die ursprüngliche MINT-Schule hat dafür dann einen Bili-Sprachzweig eingeführt. Das gipfelte dann in einer absoluten Beliebigkeit und Plakettenjagd - mit entsprechenden Auswirkungen auf das Kollegium bzw. vermutlich alle Kollegien der Gymnasien dieser Stadt.
Wenn ich mir heute das Kollegiumsfoto auf der Homepage ansehe, dann sind innerhalb der nicht einmal sieben Jahre, die ich jetzt "weg" bin (ich bin im Sommer 2019 verabschiedet worden) über die Hälfte des Kollegiums von gut 70 Personen neu, d.h. die andere Hälfte entsprechend versetzt (die RuheständlerInnen kann man an einer Hand abzählen.)
Die stv. SL Stelle an meiner aktuellen Schule war lange vakant, so dass mein Job tatsächlich erst einmal der ist, anzukommen und zu sehen, was möglich ist und was nicht. Dazu gehört dann eben auch wahrzunehmen, wie das Kollegium bzw. die einzelnen KollegInnen so ticken.
Die Komplexität von Führung und Führungsstilen und deren Auswirkungen auf Schule, im Einzelnen wie im Ganzen, war ja ursprünglich der Grund, weshalb ich nach der SLQ gar nicht in diese Position hinein wollte. Ich sehe aber jetzt, was ich alles an guten Dingen für das Kollegium bewirken kann - wieso sich manche Schulleitungen dann zu den von Dir beschriebenen entwickeln, verstehe ich daher immer weniger.
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Frage mal andersrum: vielleicht ist das Schäfchen auch nur verirrt, weil der Hirte seinen Job nicht kann?
Das wird immer in dem Buch "Das Hirtenprinzip" als einer der Gründe benannt für eine Herde, die wahlweise nicht läuft, oder verirrte oder verwahrloste Schäfchen hat.
Das kann man gerne grundsätzlich auch diskutieren - wobei dies in vielen Threads hier bereits wahlweise explizit oder indirekt thematisiert wird. Ich denke, da darf auch einmal ein Thread existieren, der die gegenteilige Frage stellt.
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Vielen Dank, @WillG für diesen ausführlichen und vertieften Einblick in die Dynamik eines Kollegiums.
Ich kann mich dieser Sichtweise vollauf anschließen, da ich vieles als Kollege und mittlerweile auch als Schulleitungsmitglied selbst mitbekommen und erlebt habe.
Was Deine Empfehlung am Schluss betrifft: Ich hätte tatsächlich gar nicht von mir aus die Absicht gehabt, dieses Problem aktiv zu verfolgen, wenn es nicht mich verfolgt hätte bzw. mir mittelbar aus dem Kollegium angetragen worden wäre. Ich habe hier vielleicht das Glück, dass es nicht zu meinen primären Aufgaben gehört, hier Mitarbeitergespräche zu führen. Was zu meinen Aufgaben gehört, ist zuzuhören und mitzubekommen und den KollegInnen das Gefühl zu geben, dass sie gesehen im Sinne von wahrgenommen werden (und nicht kontrolliert werden. Wie schnell das nach hinten losgeht, habe ich bei der ersten und einzigen Situation, die ich da hatte, erlebt und seitdem konsequent anders gehandelt.) Das sind dann Dinge, die ich mit meinem Chef besprechen und die er dann, wenn er die Notwendigkeit sieht, in die Hand nimmt.
Ungeachtet dessen pflege ich von Anfang an einen wertschätzenden und nicht-konfrontativen Kommunikationsstil, der auch bei Problemen konstruktiv-lösungsorientiert ist. Das wurde von den betroffenen Personen auch entsprechend so (positiv) aufgenommen. -
Handy und Taschenrechner haben schon früh dafür gesorgt, dass die Grundfähigkeiten des Rechnens verkümmerten. Wikipedia und KI sorgen jetzt dafür, dass die SchülerInnen auch in den nicht mathematischen Bereichen nicht mehr selbst denken sondern (vermeintlich) denken lassen.
Das ist in meinen Augen eine gefährliche Entwicklung. Die weitgehend unkritische Technikgläubigkeit und -hörigkeit in Verbindung mit pervertierter Meinungsfreiheit, die ja im Grunde Faktenfreiheit meint, ist eine wunderbare Grundlage für eine gesellschaftliche Entwicklung hin zu autoritären Systemen.
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("Disclaimer": Wenn hier im Thread vom "unteren Drittel" geschrieben wird, dann denke ich an die KuK, die nach Beginn Ihres Unterrichts auf den Schulhof rollen, sich dann im Lehrerzimmer erst mal eine Tasse Kaffee holen, um dann gemütlich in den Unterricht zu schlendern. Schwellenpädagogik inklusive. Oder die ohne Ausnahme an allen Tagen mit Dienstbesprechungen etc. sich krank melden. Oder die, die sehr regelmäßig montags krank sind. Dass alles sind dann auch die Kandidat*innen, die bei der Übernahme von zusätzlichen Aufgaben fehlen - oder sich mit dem Allerwertesten auf die Erledigung setzen.)
Ich schwanke gerade zwischen danke, das entspricht meiner Beschreibung für das "untere Drittel" und dann muss ich noch ein "unteres Zehntel" ergänzen und vielleicht lassen wir die Dritteltheorie einmal weg und nehmen in Anlehnung an die "Buchstabentheorie" weiter oben lieber individuellere Beschreibungen.
Letztlich ist das aber vermutlich auch egal, solange wir die Phänomene treffend beschreiben.
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Abschließend ein letzter Gedanke zum "engagierten oberen Drittel": an einer meiner Vorgängerschulen zeichnete sich dieses Drittel durch ein permanentes Generieren von Mehrarbeit für den Rest des Kollegiums aus und war damit maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass das "untere Drittel" eine zunehmend konsequentere Verweigerungshaltung eingenommen hat. Auch solche Mechanismen sollte man evtl. im Auge behalten.
Vielen Dank, das ist eine interessante und nachvollziehbare Sichtweise. Das gab es an meiner ersten Schule.
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Echt, alle Ideen und Vorgehensweisen, die hier genannt wurden, setzt du schon um?
Nein, das missverstehst Du. Einiges wird umgesetzt, anderes steht demnächst an - die die Revision des Geschäftsverteilungsplans und ein Blick auf die Belastungssituation der KollegInnen - nur um Beispiele zu nennen.
Ich finde es schwierig, wenn jemand, der selbst ein Beförderungsamt bekleidet, denselben Wunsch von anderen als "Anspruchshaltung" abtut.
Wenn man 15 Jahre Aufgaben übernommen hat und so blöd war, das nicht in einem Bereich zu tun, den der Chef zufällig für wichtig hält oder überhaupt auf dem Schirm hat, kann man die Lust verlieren, das noch 15 weitere Jahre zu tun. Insofern kann ich die Antwort bestens nachvollziehen.
Es geht nicht um den Wunsch nach Beförderung. Das sei jedem und jeder gegönnt. Es geht darum, dass Zusatzaufgaben mitunter nur dann übernommen werden, wenn man in absehbarer Zeit eine Beförderungsstelle bekommt. Ich kann das isoliert verstehen - nur kann das nicht funktionieren, weil das System es nicht hergibt.
Ich war lange genug einer von den "Blöden", die Du hier beschreibst. Und daher habe ich für mich andere Konsequenzen gezogen, ohne jedoch mein Engagement einzustellen oder komplett die Motivation zu verlieren. Mir war klar, dass ich eben diese damals noch locker 20 Jahre weiter in dem Beruf sein würde.
Ich leite keine Schule, aus dieser Perspektive ist das sicher anders, so wie halt immer alles eine Perspektivfrage ist. Mich muss auch niemand zur Arbeit motivieren. Wenn aber die Wahrnehmung meiner Schulleitung wäre, dass irgendwer nicht genug macht, würde ich ihr als erstes empfehlen, mal zu fragen, wer eigentlich was macht und dafür Wertschätzung entgegenbringen.
Ich habe eben diese Wertschätzung an meiner letzten Schule erfahren und an meiner aktuellen Schule mitbekommen, dass KollegInnen eben dies vermissen (nicht von mir persönlich aber generell von Schulleitung.) Da muss ich anteilig ran, keine Frage. Da ich aber wie mehrmals geschildert hier Vorbilder hatte, versuche ich mich daran zu orientieren.
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Noch ein Gedanke, mit dem ich keine Erfahrung habe, was ich aber schon mehrfach gehört habe: Es gibt Schulen, die vor Beginn des Schuljahres in einer Arbeitsgruppe alle Aufgaben sammeln, die halt einfach gemacht werden müssen. Dann werden die Aufgaben - je nach Aufwand - mit „Punkten“ versehen. Auch Klassenleitungen werden da mit einbezogen. Zu Beginn des Schuljahres werden dann in einer Gesamtkonferenz - abhängig von der Gesamtanzahl der Aufgaben und dem Deputat - festgelegt, wer wieviele „Punkte“ übernehmen muss, und dann suchen sich alle Lehrkräfte entsprechend ihres Punktekontos Aufgaben aus.
Ich bin immer nicht sicher, ob das ein guter Weg ist, Aufgaben zu verteilen, denn das bedeutet ja noch nicht, dass diejenigen, die Aufgaben übernehmen, das auch wirklich und engagiert machen. Aber es istzumindest transparent…
Vielen Dank - das ist gar keine so schlechte Idee.
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Mal so als 0-8-15-Schaf gesprochen: Ich brauche halt ne Vision bzw. ein Ziel.
Ich würde mich als überdurchschnittlich belastbar einschätzen und habe grundsätzlich eine hohe Arbeitsmoral. Ich wähle aber sehr genau aus, wo ich Zeit investiere.
In meinen ersten Jahren waren meine Arbeitsstunden im Job gesundheitsgefährdend hoch, dies zahlt sich jetzt jedoch aus: Die Vorbereitung geht leicht und schnell von der Hand. Das Kerngeschäft erfordert also nicht mehr meine gesamte Soll-Arbeitszeit (außer zur Korrektur-Hochsaison).
Daher habe ich meine Fühler nach weiteren Betätigungsfeldern ausgestreckt und bin vielerorts nicht auf Interesse und Förderung gestoßen, sondern eher auf Gleichgültigkeit bis Gegenwind. Schnell habe ich kapiert, dass Engagement keinen Einfluss aufs Gehalt hat, also sollte schon wenigstens emotional etwas dabei rumkommen.
[...]In unserem Bundesland ist die Schulleitung ohnehin ein zahnloser Tiger. Nahezu alle sind Beamte, es gibt faktisch keine Beförderungen, Beurteilungen haben einer albernen Quote zu folgen und interessieren eh niemanden...es geht also nur über eine Vision, mit Druck ist nichts zu erreichen.
Das hätte auch von mir stammen können.
Bei mir ist es aktuell so, dass ich noch im Anfangsstadium der Schulleitungstätigkeit stecke, was grob dem damaligen "Junglehrer" entspricht. Ich habe aktuell Visionen (brauche dafür aber keinen Arzt) und Ziele, die ich an meiner Schule verfolgen bzw. umsetzen möchte.
Sollte das eines Tages nicht mehr so sein, werde ich gehen bzw. etwas anderes machen. Wenn man sich einmal von seiner ersten Liebe äh Schule getrennt hat, fällt einem das beim zweiten oder dritten Mal dann bedeutend leichter.
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Alles anzeigen
Ich kann das absolut nachvollziehen - irgendwann ist auch einfach gut.
Ich glaube, es ist ein Fehler im System. Deswegen bin ich auch absolut für eine vernünftige Zeiterfassung.
Der Schulleitung geht es vielleicht genauso wie dir und sie meint, dass sie sich von der Schulaufsicht zu wenig wertgeschätzt fühlt.
Nur - wo soll das hinführen?
Jeder arbeitet noch im rechtlichen Rahmen und die Länder merken, dass die Schule entlastet werden müssen.
Vielleicht ändert sich dann etwas.
Oder es wird trotzdem nichts gemacht und es geht am Ende zu Lasten der Schüler*innen?
Ich habe keine Ahnung. 🤷🏻Die Zeiterfassung wird zu ganz vielen Problemen führen - sofern sie überhaupt annähernd realistische Werte für einzelne Tätigkeiten ausweist.
Es läuft dann alles auf zu wenig Personal hinaus, das eben nicht auf Bäumen wächst. Also muss dann getrickst werden, dass das Ganze trotz Zeiterfassung wieder passt. Es wird dann Pauschalen für einzelne Tätigkeiten geben, die lächerlich gering bemessen sein werden. Beispielsweise 10 Minuten durchschnittliche Korrekturzeit für eine vierstündige Deutsch-LK-Klausur.
Das Ganze wird vielen derjenigen, die noch motiviert und engagiert sind, den Rest geben.
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Entlastungsstunden würde ich nicht erfragen, sehr wohl aber, an welchen Aufgaben ich denn dann kürzen soll, denn meine Arbeitszeit ist ja bereits völlig für andere Aufgaben verplant. Ich habe kein Problem damit, weniger Unterricht zu planen, aber dann soll mir die Schulleitung das so sagen.
Wenn Du so argumentierst, könntest Du immer sagen, dass Du "voll" bist und nichts darüber hinaus mehr machen kannst. Man könnte seine Unterrichtsvorbereitung ja auch böse gesprochen künstlich aufblähen...
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Erst einmal danke für die Rückmeldungen bis hier. Das meiste von dem, was hier an Ideen und Vorgehensweisen genannt wurde, wird gegenwärtig gemacht bzw. steht jetzt demnächst an.
Ich möchte noch zwei Aspekte von Moebius aufgreifen, über die ich noch ein wenig nachdenken muss.
"- Mache dir klar, dass sich manche Menschen nur begrenzt durch Motivation packen lassen. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, mit minimalem Aufwand zu Arbeiten, wird sich sehr schwer damit tun, dies wieder merklich zu steigern.
Der Mensch als Gewohnheitstier - ja, das kann ich isoliert nachvollziehen. Aber das würde letztlich bedeuten, dass man hier nichts bewegen kann.
- Wenig Engagement ist für sich genommen erst mal niemandem vorzuwerfen. Die Frage ist: kommt derjenige seinen dienstlichen Pflichten nach und erledigt er seine Aufgaben. Es ist legitim, einfach nur seine Arbeit zu machen. Das ist in der Kommunikation wichtig, weil Gespräche schnell abgleiten, wenn man allgemein über "mangelnde Motivation und Engagement" redet, die Kritik muss konkret sein."
Da sind wir schnell in dem Bereich der Pflichten, die laut ADO über den eigentlichen Unterricht und die damit unmittelbar verbundenen Aufgaben hinausgehen - hier § 10 Abs. 1. Daraus ergibt sich dann die Frage, wieviel Einsatz man beispielsweise bei der Planung und Durchführung von Schulfesten o.ä. erwarten kann.
"Bekomme ich dafür Entlastungsstunden"?
"Bekomme ich dafür eine A14-Stelle?"
Das sind die Fragen, die dann als Reaktion auf die Bitte, dieses oder jenes zu übernehmen kommen. Ich finde diese Anspruchshaltung schwierig, zumal ja auch hinlänglich bekannt ist, dass es von beidem nicht genügend gibt... -
- Wie bei Schülerinnen und Schülern läuft Motivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Leistung ganz viel über Beziehungsarbeit. Ist nicht zu unterschätzen.
Bei Funktionskräften, die ihre Vorbildfunktion nicht erfüllen, Aufgaben nicht erledigen, die eigentlich ihrer Funktion entsprechen o.ä. hilft vermutlich nur ein klares direktes Gespräch. Ich habe hier selbst Erfahrung, aber noch keine gute Lösung gefunden.
Hm, da sind vermutlich keine neuen Ideen dabei…Das sind zwei Aspekte, die ich einmal aus Deinem ausführlichen Beitrag herauspicken möchte. (Danke für den Beitrag als Ganzes.)
Ersteres mache ich, seitdem ich an der Schule bin, ganz bewusst, was bei den betroffenen KollegInnen auch gut ankam. Sie fühlten sich gesehen, gehört und ernst genommen. Einige kannten das so gar nicht.Das mit den Funktionskräften ist so eine Sache... da müssen wir demnächst ran und die Aufgabenzuschnitte verbindlicher definieren.
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Aus aktuellem Anlass möchte ich die Frage stellen, wie Ihr, soweit in Schulleitungsfunktion, mit KollegInnen umgeht, die "verloren gegangen" sind.
Damit meine ich KollegInnen, die ihr Engagement auf das allernötigste reduziert haben, sich von allen zusätzlichen Aufgaben oder Veranstaltungen fernhalten und auch bei einer A14-Stelle die ihr übertragenen Aufgaben nicht oder unzureichend übernehmen und in ihrem ganzen Auftreten deutlich machen, dass sie unzufrieden sind oder bereits in die innere Emigration gegangen sind.
Ausgehend davon, dass ein Kollegium zu ungefähr einem Drittel aus hochmotivierten und engagierten, einem Drittel aus durchschnittlich engagierten und einem Drittel aus "verlorenen" besteht, bedeutet dies eine nicht unerhebliche Belastung für das obere Drittel.Ich würde diese "verlorenen" KollegInnen gerne zurückholen bzw. dabei helfen, ihren Weg in die Herde zurückzufinden.
(Nur zur Klarstellung: Mit Herde meine ich nicht eine unbewegte, farblose Masse an Menschen, die sich ohne eigenen Willen nach dem Willen des Schäfers bewegen.)
Wie würdet Ihr das anstellen?
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Ja, aber man kennt ja seine Pappenheimer. Solche Reaktionen sind immer Ausdruck eklatanter Führungsschwäche und wenn man eine Leitung mit diesem Problem hat, das weiß man das, dann tritt das nicht erst bei dieser Problematik auf.
Meine Frau und ich haben jeweils solche Schulleitungen erlebt - gleichzeitig war meine letzte Schulleitung ein absolutes Vorbild hinsichtlich ihrer Führungskompetenz. Das war sicherlich auch ein Faktor, weshalb dieses Problem gar nicht auftrat.
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Ich möchte schlicht von mir keine Bilder im digitalen Raum, wenn ich keinerlei Kontrolle darüber habe, wer wie wann wo Screenshots etc. erstellt und was damit weiter geschieht. Ganz grundsätzlich.
Diese Bilder werden nicht gespeichert - und alle Kollegen wissen (zumindest sollten sie das), dass keine Mitschnitte gemacht werden dürfen.
Im dienstlichen Kontext sehe ich da keine reelle Gefahr.
Streng genommen könnte auch jemand heimlich auf einer Konferenz in Präsenz Bilder oder Videos von Dir anfertigen. Ich halte solche Situationen jedoch für arg konstruiert.
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