In allen Ländern, die ich bisher bereist habe oder mit deren Landsleuten ich Kontakt hatte ist ein ausgeprägtes Nationalgefühl gang und gäbe. Flüchtlinge will niemand haben, selbst überzeugte Christen in Italien/auf Malta sind dafür, alle angekommenen Flüchtlinge in den Knast zu sperren oder zumindest in ein Arbeitslager.
Na dann dürfen wir uns ja hier noch einiges mehr erlauben - ist das die Schulssfolgerung daraus?!
Zitat
Das verlinkte Interview vergleicht die momentane Lage in Deutschland mit klassischen Einwanderungsländern. Das klappt so nicht. Kanada, USA und Co suchen sich hochqualifizierte Fachkräfte aus aller Welt zusammen, die integrations- und arbeitswillig sind und eine gute Bildung mitbringen und die aus aller Welt kommen.
Dennoch hängt erfolgreiche Integration auch am Integrationswillen der Einheimischen. In der Vergangenheit waren es keinesfalls nur hochqualifizierte Fachkräfte, die in die USA oder Kanada ausgewandert sind. Dort hat man eine andere Tradition der Einwanderung.
ZitatWir nehmen momentan unbesehen Menschen aus nur einem Kulturkreis auf, die teilweise über gar keine Bildung verfügen und keine Ahnung haben, wie wir hier leben.
Was sollen wir also tun? Sie in Arbeits- oder Umerziehungslager stecken? Sie zurückschicken? Auf sie schießen, wie die Rechtsaußenfraktion vor einiger Zeit forderte?
Welche sinnvollen und menschlich vertretbaren Alternativen haben wir in Europa, mit diesen Menschen umzugehen, außer sie für eine gewisse Zeit aufzunehmen und durchzufüttern?
Wir Europäer sollten ferner eine Sache niemals vergessen: Unser Wohlstand basiert zu einem nicht unerheblichen Teil darauf, dass wir seinerzeit die ganze Welt kolonisiert haben und die dortige Bevölkerung ausgebeutet haben. Als wir gingen, hinterließen wir Strukturen, die dieses Ausbeutung nun auf "demokratische Weise" fortsetzten bzw. "legal" ermöglichten.
Wir Europäer bzw. unsere Urgroßelterngeneration hat die Situaiton im Nahen Osten durch rücksichtslose Arroganz und Ignoranz überhaupt erst entstehen lassen. Die Golfkriege und der Krieg gegen die Taliban haben ihr übriges dazu beigetragen.
Und jetzt gehen wir hin und jammern über Flüchtlinge, die entweder vor Kriegen fliehen oder vor wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit - beides Faktoren, die wir Europäer primär zu verantworten haben? Und dann schieben wir den ganzen Terrorismus am Besten ausschließlich auf die Religion, den Islam, um uns letztlich wieder die Hände reinzuwaschen und mit dem Finger auf die Muslime zu zeigen?
Ich sehe zum gegenwärtigen Umgang mit der Flüchtlingskrise keine Alternative - es sei denn, wir trügen aktiv und finanziell dazu bei, die wirtschaftliche und damit mittelbar auch politische Situaiton im Nahen Osten zu verbessern.
Denken wir zurück: Was hat uns (vereinfacht dargestellt) in die Arme der Nazis getrieben? Perspektivlosigkeit. Was hat uns zurück in den Schoß der Demokratie getrieben? Wirtschaftliche Prosperität.
Wir wollen billiges Öl, Demokratie in Länder anderer Kulturen exportieren, weil wir glauben, wir bzw. sie sind die Heilsbringer. Das strotzt nur so von Borniertheit und Arroganz, dass einem schlecht wird.
Und demnächst eröffnet ein neuer Primark seine Türen - und die Leute strömen in Scharen hinein...