Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben: Es ist für mich auch völlig nachvollziehbar, wenn Teilzeitkräfte etwas mehr auf Sonderbehandlung bestehen, immerhin "erkaufen" sie sich diese mit Gehaltseinbußen - und Teilzeit ist ohnehin immer ein Minusgeschäft. Was ich hingegen nicht nachvollziehen kann ist, wenn junge Mütter (und in meiner bisherigen Erfahrung waren es ausschließlich Frauen), die Vollzeit arbeiten, regelmäßig Sonderbehandlung einfordern, weil sie sich um das Kind kümmern müssen und dabei immer wieder anführen, dass der Vater das selbstverständlich nicht erledigen kann, da der in seinem Job unabkömmlich ist. Ich frage mich dann immer, was den Job des Mannes so viel wichtiger macht als den Job, den wir machen. Und dadurch entsteht eben auch das Vorurteil der Hobbylehrerin, die nur so zur Selbstverwirklichung ein bisschen arbeitet, quasi als Alternative zum VHS Töpferkurs. Den richtigen Beruf übt dann der Mann aus, deshalb ist der auch unabkömmlich, die Lehrerin hingegen kann einfach nicht kommen/früher gehen/später kommen.
Wie gesagt, das gilt für Vollzeitkräfte. Teilzeit ist ein anderes Thema.
Wenn der Partner nicht auch im öffentlichen Dienst arbeitet, dann kann seine Arbeitssituation schon dergestalt sein, dass er solche Ansprüche nicht stellen kann, auch wenn sie ihm theoretisch zustünden.
Solange es Arbeitgeber gibt, die für die familiären Belange eines Mitarbeiters kein Verständnis haben, weil der Umsatz bzw. der Gewinn stimmen muss, wird sich der nicht im ÖD Beschäftigte zweimal überlegen, ob er hier auf Vergünstigungen bestehen oder nur um Verständnis bitten soll.
Das ist im öffentlichen Dienst mit dem sicheren Job im Rücken natürlich eine ganz andere Sache.
Was ich ganz oft feststelle bei jungen Studienrätinnen, ist, dass sie keine Karriereambitionen haben und oft Partner haben, die deutlich mehr verdienen (und dementsprechend von ihren Arbeitgebern auch deutlich stärker gefordert werden). Diese Kolleginnen arbeiten dennoch - mit oder ohne Kind - sehr engagiert und motiviert und machen auf mich überhaupt nicht den Eindruck von Hobbylehrerinnen.
Problematisch kann es dann werden, wenn die Ansprüche an Haus und Auto so exquisit sind, dass die Kolleginnen ein Jahr nach der Niederkunft schon wieder mit mindestens halber Stelle arbeiten gehen müssen. Und ja, diese Kolleginnen rotieren dann ziemlich, weil sie Geld verdienen müssen und dennoch ihren Kindern gerecht werden wollen.