Das Problem ist in meinen Augen immer die Kombination aus kognitiv anspruchsvoller Arbeit und ihrer entsprechenden Präsentation und sprachlichen Darstellung.
Du hast zum einen Schüler, die vielleicht analysieren können, aber sprachlich schwach sind und es nicht ausdrücken können.
Du hast zum anderen die Schüler, die nicht analysieren können und dafür aber wenigstens sprachlich ein bisschen etwas können.
Du hast dann noch Schüler, die weder das eine noch das andere können.
Und Du hast die Leute, die beides sehr gut können.
Wenn methodisch sauberes Arbeiten und die Fremdsprache zusammenkommen, ist es fast unmöglich, alle Schüler gleichermaßen zu aktivieren.
Ich habe bisher die Schüler Analysen nur zu einem einzelnen Teilaspekt in Kleingruppen erarbeiten lassen (also maximal vier Leute). Diese Ergebnisse sollten dann allen Schülern zugänglich gemacht werden (z.B. per Email an Dich schicken und Du druckst es für alle aus). Dann können die Schüler in der anschließenden Stunde in Partnerarbeit die Teile zu einem Gesamtwerk verbinden. So hat der ganze Kurs eine Musteranalyse, die aber nicht von Dir sondern von den Schülern kommt.
Als Hilfestellung kann man den Schülern eine Vokabelliste mit Formulierungsvorschlägen bzw. Satzbausteinen an die Hand geben, anhand derer man dann die einzelnen Aspekte versprachlicht. Es empfiehlt sich hier, mehrere Varianten vorzuschlagen, damit die Schüler nicht immer dasselbe schreiben.
Ansonsten muss man sich glaube ich von der Illusion frei machen, dass bei Textanalysen in der Fremdsprache ein hohes Maß an Schüleraktivität herstellbar ist. Bei Grundkursen ist das aus meiner Erfahrung sehr schwierig. Bei Leistungskursen ist es etwas besser.
Gruß
Bolzbold