Bislang ist hier primär etwas von einer Leitungsstelle an einer Grundschule zu lesen - schön wäre es, wenn wir zusätzlich noch mehr Erfahrungsberichte für die weiterführenden Schulen hätten.
Ich habe mir diese Frage mit Schulleitung ja/nein bei junger Familie auch in letzter Zeit gestellt. Bei uns ist aufgrund der Personalplanung in den letzten 20 Jahren demnächst ein großer Umbruch zu erwarten. Die 50+ Kollegen werden dann pensioniert und es werden die entsprechenden Stellen frei. Aufgrund der "fetten Dekade" mit vielen Neueinstellungen schwimmen ein paar Kollegen und ich nun mit auf der vordersten Welle (A14, Dienstalter, Erfahrung). Da es kaum Mittelbau gibt, also Kollegen 40+, die ja bei gleicher Eignung den Vorzug bekämen, haben wir ausgezeichnete Chancen.
Hier zeigt sich aber schnell, dass dieser Schritt von A14 auf ggf. A15Z (also stellv. Schulleiter an Gymnasien) doch zeitlich ein wie oben auch beschrieben erheblicher Mehraufwand ist. Finanziell ist das sicherlich weniger reizvoll, weil die paar hundert Euro im Monat mehr sicherlich die Mehrarbeit nicht aufwiegen. Hier sind es erneut der Idealismus, die Visionen und der Gestaltungswille, für die man letztlich doch einen hohen Preis bezahlt.
Nach zahlreichen Gesprächen mit dem derzeitigen "Amtsinhaber" habe ich den Eindruck gewonnen, dass das eigentlich eine Stelle ist, bei der die Kinder idealerweise die Grundschule fast beendet haben bzw. bereits an weiterführenden Schulen sind. Außerdem ist diese Stelle nur schwer mit den Bedürfnissen einer jungen Familie in Einklang zu bringen - vor allem was die Präsenzzeiten und die Arbeitsflut in Stoßzeiten angeht. Der Sprung auf eine Schulleitungsstelle oder eine Koordinatorenstelle wird letztlich dann doch wie in der freien Wirtschaft ein "Karrieresprung" sein, bei dem sich dann auch bei Lehrern die Frage stellt, wem oder was man nun die Priorität einräumt - Schule oder Familie. Ich weiß derzeit nicht, ob ich bereit wäre, diesen Preis zu bezahlen bzw. ob es das wert wäre, für eine Leitungsstelle die junge Familie hintenan zu stellen.
Andererseits besitzt der Einstelllungsjahrgang ab 2005 wohl nie mehr so gute Chancen auf entsprechende Beförderungs- und Leitungsstellen wie es aktuell bzw. in den nächsten fünf Jahren der Fall ist. Bei der Flut an Neueinstellungen ist ein paar Jahre später die Konkurrenzsituation innerhalb des Kollegiums enorm. (Und das hat der PhV-Personalratsvorsitzende in meinem Bezirk auch noch einmal deutlich unterstrichen.)
Die aktuellen Schulleiter und Koordinatoren haben bei uns entweder bereits erwachsene Kinder oder Kinder im Teenageralter. Die meisten davon haben ihre Stellen auch entsprechen "spät" angetreten, d.h. nicht als die Kinder noch klein waren. Ich denke schon, dass es da einen Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung und Familie gibt - unabhängig davon, ob die Stellen früher besetzbar gewesen wären.
Gruß
Bolzbold