Man müsste eigentlich viel früher ansetzen. Berichtigungen sind für Schüler ein lästiges Übel - bei schlechten Arbeiten sogar eine regelrechte Strafe. Zum einen fehlt es am Willen, sich mit seiner schlechten Leistung noch einmal auseinanderzusetzen, zum anderen fehlt es wie Du richtig sagst, schlicht am Wissen bzw. der entsprechenden Kompetenz. (Oh wie ich das K-Wort hasse!)
Die korrekte Berichtigung einer Klassenarbeit, die keine Verschlimmbesserung sein soll, setzt also voraus, dass der Schüler die Fehler erkennt, die richtige Lösung kennt (und ich korrigiere alles das, was der Schüler können und wissen müsste, nicht jedesmal positiv!) und diese Lösung auch aktiv im Kontext anwenden kann. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Das fehlende Können hat der Schüler vorher schon unter Beweis gestellt. In der Berichtigung soll er aus dem Nichts plötzlich dieses Können dennoch an den Tag legen. Das kann so nicht funktionieren.
Eigentlich kann man bei den meisten Schülern, die jenseits der vier in einem Fach stehen, auf die Berichtigung verzichten, weil sie schlichtweg für diese Schüler keinen greifbaren Vorteil oder Lernzuwachs hat.
Je länger ich darüber nachdenke, desto (noch) weniger halte ich von Berichtigungen.
Gruß
Bolzbold