entweder die Unterrichtsstundenzahl senken, was allerdings nicht passieren wird, da dies nicht in der Hand der einzelnen Schulen liegt und die Bildungspolitik sich da wohl quer stellen würde.
Oder eine Schule müsste sich entschließen, dass ein Großteil der schulinternen Veranstaltungen flach fallen muss um genügend Zeit zur Korrektur und zum Unterrichten zur Verfügung zu haben.
Im Zeitalter sinkender Schülerzahlen und hoher Erwartungen seitens der Eltern wäre das ein Todesurteil für jede so handelnde Schule.
Zitat
Hätte eine Schule massive Probleme genug Schüler zu bekommen, sobald bekannt wird, dass dort eben aus Zeitmangel wenig Schulaktivitäten geboten werden, die Anzahl der Konferenzen auf die minimal mögliche Häufigkeit heruntergesetzt wird, und diese Zeit lieber in besser vorbereiteten Unterricht fließt?
Ja, hätte sie. Die Vorbereitung des Unterrichts und der entsprechende Erfolg korrelieren auch nicht immer. Es gibt das Sprichwort, dass je besser Du Dich vorbereitest, desto härter trifft Dich der Zufall. Das trifft auf Schule voll und ganz zu.
Zitat
Also welche Tätigkeiten und Zusatzbelastungen solle man am ehesten streichen?
Was wäre aus Eurer Sicht die wichtigsten Schritte, um die Probleme mit der Arbeitsüberlastung zu lösen
1) , die jeder Lehrer für sich durchführen sollte
2) , die das Kollegium als Gesamtes vereinbaren sollte
3) , die ein Schulleiter anordnen sollte
4) , die unbedingt von den Lehrerverbänden gefordert werden sollten
Dazu mache ich mir in den nächsten Tagen Gedanken - das kann man nicht so ad hoc beantworten.
Zitat
Kann man sagen, dass dieses System der Arbeitsüberlastung umso stärker aufrecht erhalten wird, je besser man überhaupt versucht die Häufchen abzubauen? Wäre es sinnvoller demonstrativ Dienst nach Vorschrift zu machen und allerlei Dinge schleifen zu lassen um darauf hinzuweisen, dass unter diesen Bedingungen nicht angemessen zu arbeiten ist?
Ja und nein. Ja, das System wird dadurch aufrecht erhalten. Nein, man kann nicht Dienst nach Vorschrift machen, weil dies ein mechanistisches Bild unserer Arbeit voraussetzen würde. Dienst am Menschen - und das ist einer der Hauptbestandteile unseres Berufs - lässt sich leider nicht mit der Stechuhr verrichten.
So, und nun doch noch ein paar aus der Hüfte geschossene Ideen:
a) Es wäre sicherlich sinnvoll, es den Lehrern zu ermöglichen, sich wieder auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Das heißt, dass der Verwaltungskram von Verwaltungsprofis erledigt werden sollte. (Und sei es auch nur das stupide Durchnummerieren der einzelnen Seiten, Konzept- und Aufgabenblätter eines Satzes an Abiturklausuren, die dann noch geheftet werden müssen).
b) Zentrale Prüfungen könnten auch zentral korrigiert werden, damit eine echte Vergleichbarkeit gewährleistet ist. (Das würde den NRW-Gesamtschulen aber die Legitimation das Abitur abzunehmen entziehen...)
c) Konferenzen könnten zeitlich gestrafft werden, wenn über die Sache diskutiert würde und nicht darüber, welche Fraktion des Kollegiums gerade die hyperpädagogische (oder die renitenteste, die konservativste, die rückständigste, die innovativste, die überengagierteste etc.) ist.
d) Die Instandsetzung, Anschaffung und Pflege von elektronischen wie analogen Medien müsste über gesonderte Medienwarte erfolgen und nicht über einen A14er bzw. jemanden, der das werden will.
Es gäbe sicherlich noch viele andere, schulspezifische Verbesserungen.
Gruß
Bolzbold