Da gibt es mit Ausnahme von einem oder zwei UserInnen nicht viel rauszuhauen, weil (fast) niemand diesbezüglich Dir etwas unterstellt hat.
Was übrigens meine Fragen an Dich angeht, so habe ich diese Fragen Dir nicht gestellt, weil ich in Dir einen Fundamentalisten sehe. Dennoch denke ich, dass das Fragen sind, auf die man selbst Antworten wissen sollte - das Bekenntnis zur Verfassung hat damit erst einmal nur bedingt zu tun.
Gläubige/r Christ/in zu sein kommt in Deutschland natürlich vor, aber ich habe in den letzten 20 Jahren nur sehr, sehr wenige SchülerInnen oder KollegInnen kennengelernt, die das waren oder dies in irgendeiner Form ausgelebt haben. Der Prozess der Säkularisierung ist zudem hier recht weit fortgeschritten.
Gläubiger Moslem zu sein kommt in Deutschland mittlerweile auch vor, zieht aber vor dem Hintergrund der Erfahrungen bzw. der Berichte über Fundamentalismus und entsprechende Gruppen in Deutschland einiges an Argwohn auf sich. Ein weitere Aspekt ist auch der Umstand, dass der Islam nicht nur eine Religion ist sondern auch eine Kulturgemeinschaft.
Als gläubiger muslimischer Kollege bist Du in meinen Augen gut beraten, Dir dieses Argwohns - so unberechtigt er sicherlich oft sein mag - bewusst zu sein und dies auch ungeachtet Deines Eides auf die Verfassung in Deinem dienstlichen Handeln zu zeigen - insbesondere, wenn Du freitags regelmäßig früher aus der Schule in die Moschee verschwindest.
Das mag ungerecht wirken und der Voreingenommenheit von KollegInnen zu viel Verständnis entgegenbringen. Toleranz kann man nicht erzwingen - daher mein eher pragmatischer Ansatz. (Da ich oft erst einmal als "Migrant" gelesen werde, weiß ich, wovon ich spreche.)
Am Rande: Diesen pragmatischen Ansatz, kombiniert mit dem Bestreben, mein Gegenüber dezent seiner eigenen Voreingenommenheit zu überführen, pflege ich auch besonders auf dem platten Land im Urlaub, wenn ich als "Ausländer" gelesen werde. Ich spreche dann bewusst feinstes geschliffenes Hochdeutsch und streue hier und da ein paar Antiquismen ein und bin von einer ausgemachten Freundlichkeit gegenüber den Menschen - vorzugsweise an Bedientheken. Ab der Mitte des Urlaubs erkennt man mich dann dort wieder und erwidert die Freundlichkeit.