Zitatrow-k schrieb am 13.05.2006 17:34:
@alle:
Das "Erziehen" gefällt mir nicht recht. Meine Absicht (Intention) war es, dass wir hier -jeder für sich- eine EINSICHT bekommen, woran es liegt, dass sich das Klima verschlechterte.
Dabei "erziehen" wir uns selbst -jeder für sich, denn wir arbeiten an uns -wieder jeder für sich. So meine Absicht bzw. mein Ziel.
Nehmen wir das einmal so, wie Du es gesagt hast.
Dann gäbe es demzufolge also eine nicht unerhebliche Diskrepanz zwischen Deiner Intention und der Rezeption vieler Leser.
Es gibt Leute, die behaupten, eine Botschaft sei ausschließlich das, was der Empfänger daraus mache. Beispiele davon hatten wir vor langer Zeit intensiv in diesem Forum.
Wenn Intention und Rezeption nicht zusammenpassen, ist per se erst einmal niemand "schuld" oder alleine verantwortlich.
Derartige Probleme in der Kommunikation ergeben sich aus den unterschiedlichen "Weltbildern" der Kommunikationspartner.
Ich kann mich Stefan nur anschließen, dass eine Diskussion - in diesem Fall auch über Kommunikation - also Metakommunikation - nur dann fruchtbar ist, wenn man nicht nur den fremden Standpunkt hinterfragt sondern auch seinen eigenen.
Das Ergebnis mag am Ende zwar dasselbe sein, doch basiert es dann auf der Auseinandersetzung mit beiden Standpunkten und nicht nur auf dem Beharren des eigegen und dem Kritisieren des fremden Standpunktes.
Ist das nicht etwas, was wir Pädagogen unseren Schülern vermitteln sollen und wollen - Kritisches Hinterfragen der eigenen und der fremden Position?
Die hinter den Begriffen stehende Theorie des interkulturellen Lernens und der interkulturellen Kompetenz zielen genau darauf ab.
Fassen wir also zusammen:
In einer Diskussion um gegensätliche Standpunkte geht es also - wie Stefan und andere schon sagten - nicht nur um die Kritik am Fremden sondern auch um die Selbstreflexion.
Gruß
Bolzbold