Die Arbeitszeit ist ein Scheinmessinstrument, da es den Output der Arbeit nicht erfasst.
Wenn ich 20 Akten innerhalb eines Arbeitstages erledigen soll und das in vier Stunden schaffe, habe ich die anderen vier Stunden "frei". Ich hätte damit faktisch "nur" vier Stunden gearbeitet. Aber mein Output wäre genauso hoch wie bei jemandem, der das in acht Stunden erledigt.
In unserem Beruf ist es aber so, dass wir eine Vielzahl an Aufgaben, die regelmäßig wie spontan auf uns zukommen, innerhalb unserer Arbeitszeit zu erledigen haben. Wann und wie wir das tun, ist egal. Wir sind dabei für einen vertretbaren qualitativen Output sowie für unsere Effizienz - auch angesichts der Erhaltung unserer Gesundheit - selbst verantwortlich.
Ich weiß nicht, ob ich da eine Arbeitszeiterfassung haben wollte.
Eine Arbeitszeiterfassung würde auch den Zeitbedarf bestimmter Tätigkeiten normieren und das wahrscheinlich aus rein fiskalischen Gründen zu unseren Ungunsten.
Gleichzeitig würde dadurch bei hocheffizienten KollegInnen die Menge der Arbeit steigen, da es ja dann nicht sein kann, dass sie - um beim Vergleich zu bleiben - 20 Akten in vier Stunden abarbeiten und dann nichts Produktives mehr tun.
Das schafft ganz andere Formen von Ungerechtigkeit wie von erheblichen Überlastungen bei KollegInnen die aus den Korrekturen oder langwierigen Beratungsgesprächen oder, oder, oder nicht herauskommen.