Trotzdem merke ich, wie sehr mich unsere unterschiedliche Lebensrealität belastet. Für mich war Freiheit immer etwas, das ich mir hart erkämpfen musste. Mein größter Traum war es immer, unabhängig zu sein – selbstbestimmt leben, die Welt entdecken, nicht eingesperrt sein.
Jetzt stehe ich am Ende meiner Ausbildung, Mitte 20 – und habe das Gefühl, plötzlich doch wieder fremdbestimmt zu sein. An Ferien gebunden, an horrende Preise, Menschenmassen, Vorgaben, die mich an genau das erinnern, wovon ich mich eigentlich lösen wollte. Es fühlt sich an, als würde ich für ein Leben mit ihm einen großen Teil meiner Freiheit aufgeben müssen, der für mich immer lebenswichtig war. Und das macht mir Angst.
Wie geht Ihr mit dem Thema Urlaub um? Oder ist das bei Euch Zuhause kein Problem?
Ich sehe hier eher das "Problem", wenn man eine Beziehung eingeht, dass der Partner eben bereits bestimmte Sachen "mitbringt" aus seinem bisherigen Leben - dazu gehört auch der gewählte Beruf.
Darüber hinaus empfinde ich Deinen Freiheitsbegriff als problematisch, weil abstrakt und absolut, ohne konkreten Bezug zur Lebensrealität. Jede Form von Lohnarbeit ist auch eine Form von "eingesperrt" sein, wenn man Deine Definition zugrunde legt. In vielen Berufen kann man nicht nach Lust und Laune Urlaub machen, da es Dienstpläne oder auch KollegInnen gibt, die ggf. zeitgleich Urlaub machen wollen.
Wenn man selbstständig ist, mag man dieses Leben vielleicht führen können, aber sobald man irgendwo angestellt ist, geht das in der Regel nicht.
Die Welt zu entdecken ist so ein Begriff, der erst einmal "groß" klingt, aber bei sehr vielen Menschen eben nicht in dem mündet, was er eigentlich bedeutet.
Wenn Du wirklich der Ansicht bist, Du müsstest einen großen Teil Deiner Freiheit aufgeben müssen (sic!) , wenn Du eine Beziehung zu einem Lehrer führst, musst Du für Dich eine Grundsatzentscheidung treffen. Das kann dann so pathetisch klingen wie "Für die Liebe - gegen die Freiheit" (und hat dann etwas von Telenovela). Gleichwohl wirst Du in meinen Augen ungeachtet Deiner Partnerwahl immer wieder auf solche Konstellationen stoßen, in denen es eben nicht die absolute Freiheit gibt.
Wie CDL bereits schrieb, ist das Thema Urlaub spätestens mit Kindern im schulpflichtigem Alter, teils auch schon im Kindergartenalter, wenn KiTas drei Wochen Sommerferien machen, "gegessen". Da geht es dann vor allem darum, dass die Kinder 12 Wochen im Jahr, in denen keine Schule ist, betreut werden müssen.
Nebenbei: Meine Frau ist auch Lehrerin, insofern haben wir hier keine Probleme. Wir sind froh, dass die Betreuung in den Ferien nie exklusiv an einem von uns hängenbleibt und freuen uns darüber, dass wir Urlaubspläne nie von den Dienstplänen verschiedener Unternehmen o.ä. abhängig machen müssen. Das empfinde ich durchaus als Freiheit.