Beiträge von Bolzbold

    Und dann kommt das eher kleine BK mit 110 Klassen. Oder das große BK mit 250 Klassen.

    Schlimmer geht immer.

    Eindeutig ist: Schulleitung/Leitung wird nicht angemessen wertgeschätzt. Sieht man deutlich an den offenen Stellen. Trotzdem bin ich dafür, dass alle Schularten gleich bezahlt und aber auch gleichen Zugang zu Beförderungsstellen haben. A13 für alle ist toll, aber wenns danach nicht weitergeht, ist das ebenso blöd. Am BK in NRW ist es jedenfalls schon eher schwierig, mit A13 in Pension zu gehen.

    304 von aktuell 371 ausgeschriebenen Schulleitungsstellen (inkl. Stellvertretung) sind für Grundschulen. Das geht schon seit vielen Jahren so. Das Problem ist bekannt.

    KonrektorIn für A13, RektorIn für A14.

    Am Gymnasium sind das jeweils zwei Besoldungsstufen höher (A15Z und A16).

    Demnächst also alle Primar- und Sek-I-Lehrkräfte auf A13. Da MUSS etwas passieren.

    In Artikel 21 GG heißt es so schön, die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.

    Ich nehme es schon seit über 20 Jahren wahr, dass der "Wille des Volkes" (der dürfte gleichwohl kaum eindimensional monolithisch sein...) von den Parteien geflissentlich ignoriert wird. Die Parteien haben Ideologien und Vorstellungen, wie Deutschland sein soll. Diese bieten sie alle vier Jahre bei den Bundestagswahlen zur Abstimmung an. Ich habe mich zunehmend in den letzten Jahren mit keiner der demokratischen Parteien vollständig identifizieren können - entsprechend habe ich bis auf braun-blau auch schon für alle großen Parteien irgendwann einmal gestimmt.

    Irgendwie kann ich mich des Gedankens nicht erwehren, dass ein Grund für den Erfolg der AfD sein könnte, dass diese eben diese Willensbildung berücksichtigt bzw. eher ein Ergebnis einer vorherigen vorhandenen Willensbildung ist, als dass sie die rechte Ideologie dem Volk aufgedrängt hätte. Somit fühlen sich dann auch ihre WählerInnenschaften dort besser aufgehoben und sind dann auch so schnell nicht mehr von dort wegzubewegen.

    Ausgehend von dieser These wähnt sich die AfD in der Gewissheit, dass ihre WählerInnen sie nachhaltiger unterstützen und sich diese WählerInnen von der AfD stärker repräsentiert fühlen als dies bei den anderen Parteien der Fall ist.

    Das ist ein nicht unerhebliches Problem - und ein AfD-Verbotsverfahren, ganz gleich, wie das ausfällt, wird daran nichts ändern.

    Willkommen in Deinem ersten Jahr.

    Ich habe an mittlerweile drei Schulen (nach dem Ref.) neu angefangen - jedesmal war das erste Jahr besonders kräftezehrend. Die SchülerInnen kennen Dich noch nicht und testen (sich und Dich bzw. an Dir) aus. Die Abläufe und Prozesse sitzen noch nicht (wie sollten sie auch), die Effizienz und das klare Trennen von Wesentlichem und Unwesentlichem, Wichtigem und weniger Wichtigem muss sich erst einstellen. Und darüber hinaus ist man an einigen Schulen "Schütze Arsch", weil man noch in der Probezeit ist und somit sich mittelbar sogar freiwillig klein macht und jede Zusatzaufgabe ohne Klagen "mit Freude" übernimmt.

    Da mussten wir alle einmal durch. Ich mache es gerade das dritte mal durch - und selbst mit über 50 Jahren und in Führungsverantwortung ist es an der neuen Schule so wie von Dir beschrieben. Klar, ich bin erfahrener und in einigen Dingen effizienter, aber trotzdem ist das erste Jahr immer kräftezehrend.

    Bei Englisch gebe ich dir, was die Aufgabenformate betrifft recht.

    Aber von Deutschkollegen habe ich schon sehr oft gehört, dass sie die Analyse noch nie selbst geschrieben haben. Vielleicht sind die besonders faul, mag sein.

    Ich schreibe sie nicht selbst. Aber ich muss den Text zumindest durchgehen und die möglichen Ergebnisse stichpunktartig herausschreiben, damit ich überhaupt legitime Bewertungskriterien habe - das gilt für Deutsch (das ich nicht unterrichte) wie für Englisch. Wenn man sich da einen faulen Lenz macht, mag man damit durchkommen, aber dass die Bewertungskriterien dann fundiert sind, wage ich zu bezweifeln. Und es würde mich wundern, wenn die SchüerInnen da nicht auch in der Luft hängen, es sei denn, die guten Noten werden verschenkt.

    Ich gebe auch zu bedenken, dass die Konzeption guter Mathematikklausur meiner Meinung nach durchaus auch aufwendig ist. Man kann nicht einfach Aufgaben übernehmen, man muss sie alle durch rechnen, sonst übersieht man Fallen. Und man muss (sollte) sie selbst durchrechnen, damit man eine gute Zeitplanung machen kann. Da haben es meiner Meinung nach Sprachkollegen oft einfacher, die quasi fertig sind, sobald sie einen passenden Text gefunden haben.

    Dies ist ein deutliches Indiz dafür, wieso eine solche Faktorisierung oder ein Vergleich zwischen dem Arbeitsaufwand in den eigene Fächern und den anderen Fächern erhebliches Konfliktpotenzial birgt. Die eigenen Fächer sind immer (angeblich) aufwändiger als die anderen. Die hier mitschwingende Ignoranz oder Unwissenheit halte ich für sehr problematisch.

    SprachenlehrerInnen sind nicht fertig, sobald sie einen Text gefunden haben, weil man bei der Erstellung des Erwartungshorizonts den Text genauso durcharbeiten muss wie später die SchülerInnen, damit der EWH überhaupt in sich stimmig ist. Wenn ich beispielsweise nicht vorher aus eigener Beschäftigung mit dem Text weiß, was man an Analyseergebnissen herausarbeiten kann und welche davon realistischerweise erwartbar sind und welche nicht, laufe ich in ähnliche von Dir erwähnte Fallen, dann wird die inhaltliche Korrektur willkürlich - und dann beschweren sich die SchülerInnen zu Recht, dass man ja nur der Lehrkraft nach der Nase schreiben müsste, damit man eine gute Note bekäme.

    Beispiel Englisch:

    Der Prozess des Text Findens beschränkt sich nicht auf eine kurze Google-Suche. Jeder Text muss gelesen und auf seine Klausurtauglichkeit hin begutachtet werden (lassen sich daraus die in Englisch die klassischen drei Aufgaben erstellen?) Oft müssen Texte dann noch sprachlich annotiert oder gekürzt werden. In NRW kommt seit einiger Zeit dazu, dass es nicht nur einen einzigen Text gibt sondern entweder einen zusätzlichen Sprachmittlungsteil oder einen Hörverstehensteil. Während der Sprachmittlungstext noch verhältnismäßig schnell gefunden ist, gestaltet sich die Suche nach passenden Hörtexten mitunter sehr aufwändig, hören, überlegen, ob das Ganze sprachlich und inhaltlich passt, dann müssen die Tracks noch geschnitten werden. Es müssen mindestens zwei sein. Dann müssen noch die Fragen zu den Hörtexten erstellt werden - wahlweise mit Multiple Choice oder mit freien Antworten.

    Ich beschwere mich nicht darüber, gleichwohl ist die Meinung eines Mathematikers über den Aufwand des Klausurerstellens in einer Fremdsprache - diplomatisch ausgedrückt - nur sehr bedingt hilfreich.

    Ich kann die Idee nachvollziehen, Humblebee, gleichwohl höre ich in meinem virtuellen Ohr dann das Geschrei nach "Zwei-Klassen-Gesellschaft".

    Ferner habe ich den Eindruck, dass die heftigen Auseinandersetzungen zwischen UserInnen primär zwischen den etablierten UserInnen stattfinden und die Trollversuche von Neulingen zum einen recht schnell erkannt werden, ebenso schnell gemeldet werden und dann von uns ModeratorInnen zeitnah auch unterbunden werden.

    Von daher hätten wir dann einen geschlossenen Bereich, in welchem dieselben Auseinandersetzungen stattfinden, die aber dann eben nicht mehr von jedem gesehen werden könne und vor Trollen sicher sind.

    (Es hat aber hier auch schon öfter UserInnen gegeben, die durch eine Vielzahl an mehr oder weniger tiefgründigen Beiträgen auf die entsprechende Zahl an Beiträgen gekommen sind - so wirklich schützt das dann auch wieder nicht.

    Alles bekannt. Von vor der Theke, auf der Theke, oberhalb der Theke und hinter der Theke.

    Wir sind aber in einem anonymen Forum. Da müssen Emotionen nicht so hochkochen.

    Ich bin hier mittlerweile seit über 20 Jahren aktiv - um genau zu sein seit 21 Jahren und einem Tag. Die Moderation ist Gegenstand von Diskussionen und mitunter auch Streit, seitdem es selbige gibt. Die Argumente sind dabei stets dieselben gewesen.

    Die einen rufen beim Eingreifen der Moderation "Zensur", die anderen "keine Zensur", wieder andere fühlen sich durch einen Beitrag angegangen oder beleidigt, und die "VerursacherInnen" sehen sich im Recht, weil sie ja lediglich auf andere UserInnen reagiert hätten.

    Nochmal:
    Wenn sich jede/r hier ein wenig zurücknähme, sich selbst nicht zu wichtig nähme und öfter seine/ihre eigene "Wahrheit" oder die eigene Sicht der Dinge nicht als die einzig richtige darstellen würde, bräuchten wir keine Moderation - ganz gleich, als wie gut oder schlecht oder scheinbar parteiisch und voreingenommen sie auch wahrgenommen wird.

    Ihr seid erwachsen - ein bisschen Selbstkontrolle sollte in einem Forum eigentlich kein Problem darstellen.

    Meine Frage an Euch: Warum klappt das nicht? (Die Antwort kann nicht lauten "der/die hat aber angefangen!")

    Machen wir uns nichts vor - die Standards wie wir sie von vor 20 Jahren kennen, sind abgesenkt worden. Gleichzeitig wird dies mit scheinbar neuen Kompetenzen, die zu überprüfen sind, so dass es neue/andere Aufgabenformate und Erwartungshorizonte gibt, begründet.

    [Zynismus ON]

    In Zeiten, wo 40% und mehr eines Jahrgangs ans Gymnasium gehen, geht das auch nicht anders. Würden die Gymnasien noch wie früher radikal "abschulen", würden sie gerade in Großstädten ganz stark am eigenen Ast sägen. Und welche Schulleitung will schon in die Geschichte eingehen, dass sie dazu beigetragen hat, dass ihre eigene Schule geschlossen wurde.

    Was würde dann mit den Gymnasiallehrkräften passieren, die dann nicht mehr am Gymnasium gebraucht würden? An den Gesamtschulen würden sie sich gegenseitig auf den Füßen stehen, sofern sie überhaupt dorthin wollten - und im Sek I-Bereich sind sie an anderen Schulformen nicht einsetzbar.

    [Zynismus OFF]

    OK, das war jetzt böse gedacht, aber vielleicht ist das auch gar nicht so weit von der Realität entfernt...

    In NRW:

    BASS 2024/2025 - 11-11 Nr. 1 Verordnung zur Ausführung des § 93 Abs. 2 Schulgesetz (VO zu § 93 Abs. 2 SchulG)

    § 5 - insbesondere die VV sind interessant.

    Böse gedacht:

    Man könnte also, wenn man wollte, die Koordinatoren ausquetschen, wenn man darauf setzt, dass sie selbst die entsprechenden Verordnungen nicht kennen und/oder den Konflikt mit der SL (und ggf. mit dem Dezernat) scheuen...

    Trotzdem merke ich, wie sehr mich unsere unterschiedliche Lebensrealität belastet. Für mich war Freiheit immer etwas, das ich mir hart erkämpfen musste. Mein größter Traum war es immer, unabhängig zu sein – selbstbestimmt leben, die Welt entdecken, nicht eingesperrt sein.

    Jetzt stehe ich am Ende meiner Ausbildung, Mitte 20 – und habe das Gefühl, plötzlich doch wieder fremdbestimmt zu sein. An Ferien gebunden, an horrende Preise, Menschenmassen, Vorgaben, die mich an genau das erinnern, wovon ich mich eigentlich lösen wollte. Es fühlt sich an, als würde ich für ein Leben mit ihm einen großen Teil meiner Freiheit aufgeben müssen, der für mich immer lebenswichtig war. Und das macht mir Angst.

    Wie geht Ihr mit dem Thema Urlaub um? Oder ist das bei Euch Zuhause kein Problem?

    Ich sehe hier eher das "Problem", wenn man eine Beziehung eingeht, dass der Partner eben bereits bestimmte Sachen "mitbringt" aus seinem bisherigen Leben - dazu gehört auch der gewählte Beruf.

    Darüber hinaus empfinde ich Deinen Freiheitsbegriff als problematisch, weil abstrakt und absolut, ohne konkreten Bezug zur Lebensrealität. Jede Form von Lohnarbeit ist auch eine Form von "eingesperrt" sein, wenn man Deine Definition zugrunde legt. In vielen Berufen kann man nicht nach Lust und Laune Urlaub machen, da es Dienstpläne oder auch KollegInnen gibt, die ggf. zeitgleich Urlaub machen wollen.

    Wenn man selbstständig ist, mag man dieses Leben vielleicht führen können, aber sobald man irgendwo angestellt ist, geht das in der Regel nicht.

    Die Welt zu entdecken ist so ein Begriff, der erst einmal "groß" klingt, aber bei sehr vielen Menschen eben nicht in dem mündet, was er eigentlich bedeutet.

    Wenn Du wirklich der Ansicht bist, Du müsstest einen großen Teil Deiner Freiheit aufgeben müssen (sic!) , wenn Du eine Beziehung zu einem Lehrer führst, musst Du für Dich eine Grundsatzentscheidung treffen. Das kann dann so pathetisch klingen wie "Für die Liebe - gegen die Freiheit" (und hat dann etwas von Telenovela). Gleichwohl wirst Du in meinen Augen ungeachtet Deiner Partnerwahl immer wieder auf solche Konstellationen stoßen, in denen es eben nicht die absolute Freiheit gibt.

    Wie CDL bereits schrieb, ist das Thema Urlaub spätestens mit Kindern im schulpflichtigem Alter, teils auch schon im Kindergartenalter, wenn KiTas drei Wochen Sommerferien machen, "gegessen". Da geht es dann vor allem darum, dass die Kinder 12 Wochen im Jahr, in denen keine Schule ist, betreut werden müssen.

    Nebenbei: Meine Frau ist auch Lehrerin, insofern haben wir hier keine Probleme. Wir sind froh, dass die Betreuung in den Ferien nie exklusiv an einem von uns hängenbleibt und freuen uns darüber, dass wir Urlaubspläne nie von den Dienstplänen verschiedener Unternehmen o.ä. abhängig machen müssen. Das empfinde ich durchaus als Freiheit.

    Reflektierter und empathischer Beitrag - der Übersicht halber nicht voll zitiert.

    Ich bin positiv überrascht.

    Wenn DAS Deine wahren Kompetenzen sind und das Deine wahre Persönlichkeit darstellen sollte, dann verstehe ich im Nachhinein Dein allererstes Posting und die ersten 10 bis 20 Beiträge von Dir in "Deinem" Thread nicht. Das passt überhaupt nicht zusammen.

    Wenn Du so reflektiert über die Situation anderer schreiben kannst, dann müsstest Du das doch bei Dir auch problemlos hinbekommen, - auch im Sinne von eigenständig entwickelten Lösungen, oder?

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