Zitat
Aktenklammer schrieb am 23.07.2005 17:08:
Stelle ich mich jetzt doof an, wenn ich sage, dass aber trotzdem ein Unterschied zwischen der Bedeutung des K. z.B. im Deutsch- und im Fremdsprachenunterricht ist. Im Deutschunterricht kann ich eine Geschichte lesen und dann kann sich jeder Leser aufgrund seiner individuellen Erfahrungen, seines persönlichen Zugangs und eben seiner Konstruktion dieser Geschichte annähern und sich den Zugang konstruieren. Im FU gibt es feste Regeln, sodass der Konstruktionsweg zur Erlangung der Regeln individuell gestaltet werden kann (und muss), aber der Endpunkt, die Beherrschung von z.T. strikten Regeln ist vorgegeben, am Ende ist das Konstruktionsergebnis - die Regel - am besten bei allen gleich?
Der FU dient aber nicht ausschießlich dem Erlernen von Regeln. Genausowenig macht sich das Maß der fremdsprachlichen Kompetenz an dem Wissen und Anwenden von bloßen Regeln fest. Das Konstruktionsergebis kann einerseits das Beherrschen der Regel sein, muss es aber nicht. Wenn Du beispielsweise Wortschatzarbeit machst, dann geht es um Wortgruppen, Semantik etc. Das entzieht sich zum Teil einer Regelbildung.
Lassen wir mal die Grammatik weg und kehren zum Kern des Konstruktivismus zurück.
Jedes Individuum konstruiert sich sein Wissen selber. In der Schule also jeder Schüler für sich. Diese Wissenskonstrukte werden beständig mit denen des jeweiligen Gegenübers abgeglichen und gegebenenfalls vernetzt (Gruppenarbeit wäre eine Situation, in der das stattfindet).