ZitatAktenklammer schrieb am 23.07.2005 12:47:
Ich exerpiere gerade als Vorbereitung für das Kolloqium. Ein Thema ist auch Konstruktivismus. Im Seminar ist mal die Frage angeklungen, inwieweit sich Konstruktivismus und Fremdsprachenunterricht vereinen lassen, da die Schüler sich die Regeln ja nicht selber konstruieren können. Nun kriege ich das für mich aber nicht so richtig "auf die Reihe" ... wie seht ihr das, inwieweit lässt sich der Konstruktivismus mit dem FU vereinbaren?
Gehst Du hier nicht von einem falschen Verständnis von Konstruktivismus aus bzw. legst es zu eng aus?
Konstruktivismus meint doch, dass Wissen konstruiert wird - und der Grammatikunterricht im FU läuft mitunter ja auch so, dass die Schüler eine neue grammatische Struktur kennenlernen, deren Regel sie im Verlauf der Stunde konstruieren müssen. Natürlich können die Schüler das - vor allem auf der beschreibenden Ebene.
Viele Englischlehrwerke (English G 2000 z.B.) bauen darauf, dass die Schüler eine neue Struktur aus einem Text heraussuchen sollen und dann deren Funktion bzw. deren Regel (re)-konstruieren sollen.
Dadurch reflektieren die Schüler die Sprache selbständig und konstruieren mit den von ihnen selbst formulierten Regeln ihr Wissen über die entsprechende grammatische Struktur.
Zur weiteren Lektüre empfehle ich Timm "Englisch lernen und lehren" sowie beispielsweise W. Peterßen "Lehrbuch Allgemeine Didaktik", aber auch Rüschoff/Wolff "Fremdsprachenlernen in der Wissensgesellschaft".
Gruß
Bolzbold
