Beiträge von Bolzbold

    Alles bekannt. Von vor der Theke, auf der Theke, oberhalb der Theke und hinter der Theke.

    Wir sind aber in einem anonymen Forum. Da müssen Emotionen nicht so hochkochen.

    Ich bin hier mittlerweile seit über 20 Jahren aktiv - um genau zu sein seit 21 Jahren und einem Tag. Die Moderation ist Gegenstand von Diskussionen und mitunter auch Streit, seitdem es selbige gibt. Die Argumente sind dabei stets dieselben gewesen.

    Die einen rufen beim Eingreifen der Moderation "Zensur", die anderen "keine Zensur", wieder andere fühlen sich durch einen Beitrag angegangen oder beleidigt, und die "VerursacherInnen" sehen sich im Recht, weil sie ja lediglich auf andere UserInnen reagiert hätten.

    Nochmal:
    Wenn sich jede/r hier ein wenig zurücknähme, sich selbst nicht zu wichtig nähme und öfter seine/ihre eigene "Wahrheit" oder die eigene Sicht der Dinge nicht als die einzig richtige darstellen würde, bräuchten wir keine Moderation - ganz gleich, als wie gut oder schlecht oder scheinbar parteiisch und voreingenommen sie auch wahrgenommen wird.

    Ihr seid erwachsen - ein bisschen Selbstkontrolle sollte in einem Forum eigentlich kein Problem darstellen.

    Meine Frage an Euch: Warum klappt das nicht? (Die Antwort kann nicht lauten "der/die hat aber angefangen!")

    Machen wir uns nichts vor - die Standards wie wir sie von vor 20 Jahren kennen, sind abgesenkt worden. Gleichzeitig wird dies mit scheinbar neuen Kompetenzen, die zu überprüfen sind, so dass es neue/andere Aufgabenformate und Erwartungshorizonte gibt, begründet.

    [Zynismus ON]

    In Zeiten, wo 40% und mehr eines Jahrgangs ans Gymnasium gehen, geht das auch nicht anders. Würden die Gymnasien noch wie früher radikal "abschulen", würden sie gerade in Großstädten ganz stark am eigenen Ast sägen. Und welche Schulleitung will schon in die Geschichte eingehen, dass sie dazu beigetragen hat, dass ihre eigene Schule geschlossen wurde.

    Was würde dann mit den Gymnasiallehrkräften passieren, die dann nicht mehr am Gymnasium gebraucht würden? An den Gesamtschulen würden sie sich gegenseitig auf den Füßen stehen, sofern sie überhaupt dorthin wollten - und im Sek I-Bereich sind sie an anderen Schulformen nicht einsetzbar.

    [Zynismus OFF]

    OK, das war jetzt böse gedacht, aber vielleicht ist das auch gar nicht so weit von der Realität entfernt...

    In NRW:

    BASS 2024/2025 - 11-11 Nr. 1 Verordnung zur Ausführung des § 93 Abs. 2 Schulgesetz (VO zu § 93 Abs. 2 SchulG)

    § 5 - insbesondere die VV sind interessant.

    Böse gedacht:

    Man könnte also, wenn man wollte, die Koordinatoren ausquetschen, wenn man darauf setzt, dass sie selbst die entsprechenden Verordnungen nicht kennen und/oder den Konflikt mit der SL (und ggf. mit dem Dezernat) scheuen...

    Trotzdem merke ich, wie sehr mich unsere unterschiedliche Lebensrealität belastet. Für mich war Freiheit immer etwas, das ich mir hart erkämpfen musste. Mein größter Traum war es immer, unabhängig zu sein – selbstbestimmt leben, die Welt entdecken, nicht eingesperrt sein.

    Jetzt stehe ich am Ende meiner Ausbildung, Mitte 20 – und habe das Gefühl, plötzlich doch wieder fremdbestimmt zu sein. An Ferien gebunden, an horrende Preise, Menschenmassen, Vorgaben, die mich an genau das erinnern, wovon ich mich eigentlich lösen wollte. Es fühlt sich an, als würde ich für ein Leben mit ihm einen großen Teil meiner Freiheit aufgeben müssen, der für mich immer lebenswichtig war. Und das macht mir Angst.

    Wie geht Ihr mit dem Thema Urlaub um? Oder ist das bei Euch Zuhause kein Problem?

    Ich sehe hier eher das "Problem", wenn man eine Beziehung eingeht, dass der Partner eben bereits bestimmte Sachen "mitbringt" aus seinem bisherigen Leben - dazu gehört auch der gewählte Beruf.

    Darüber hinaus empfinde ich Deinen Freiheitsbegriff als problematisch, weil abstrakt und absolut, ohne konkreten Bezug zur Lebensrealität. Jede Form von Lohnarbeit ist auch eine Form von "eingesperrt" sein, wenn man Deine Definition zugrunde legt. In vielen Berufen kann man nicht nach Lust und Laune Urlaub machen, da es Dienstpläne oder auch KollegInnen gibt, die ggf. zeitgleich Urlaub machen wollen.

    Wenn man selbstständig ist, mag man dieses Leben vielleicht führen können, aber sobald man irgendwo angestellt ist, geht das in der Regel nicht.

    Die Welt zu entdecken ist so ein Begriff, der erst einmal "groß" klingt, aber bei sehr vielen Menschen eben nicht in dem mündet, was er eigentlich bedeutet.

    Wenn Du wirklich der Ansicht bist, Du müsstest einen großen Teil Deiner Freiheit aufgeben müssen (sic!) , wenn Du eine Beziehung zu einem Lehrer führst, musst Du für Dich eine Grundsatzentscheidung treffen. Das kann dann so pathetisch klingen wie "Für die Liebe - gegen die Freiheit" (und hat dann etwas von Telenovela). Gleichwohl wirst Du in meinen Augen ungeachtet Deiner Partnerwahl immer wieder auf solche Konstellationen stoßen, in denen es eben nicht die absolute Freiheit gibt.

    Wie CDL bereits schrieb, ist das Thema Urlaub spätestens mit Kindern im schulpflichtigem Alter, teils auch schon im Kindergartenalter, wenn KiTas drei Wochen Sommerferien machen, "gegessen". Da geht es dann vor allem darum, dass die Kinder 12 Wochen im Jahr, in denen keine Schule ist, betreut werden müssen.

    Nebenbei: Meine Frau ist auch Lehrerin, insofern haben wir hier keine Probleme. Wir sind froh, dass die Betreuung in den Ferien nie exklusiv an einem von uns hängenbleibt und freuen uns darüber, dass wir Urlaubspläne nie von den Dienstplänen verschiedener Unternehmen o.ä. abhängig machen müssen. Das empfinde ich durchaus als Freiheit.

    Reflektierter und empathischer Beitrag - der Übersicht halber nicht voll zitiert.

    Ich bin positiv überrascht.

    Wenn DAS Deine wahren Kompetenzen sind und das Deine wahre Persönlichkeit darstellen sollte, dann verstehe ich im Nachhinein Dein allererstes Posting und die ersten 10 bis 20 Beiträge von Dir in "Deinem" Thread nicht. Das passt überhaupt nicht zusammen.

    Wenn Du so reflektiert über die Situation anderer schreiben kannst, dann müsstest Du das doch bei Dir auch problemlos hinbekommen, - auch im Sinne von eigenständig entwickelten Lösungen, oder?

    Wenn Du Dir die Zahl der Beträge von CDL anschaust und die überwältigend positiven Reaktionen, dann hat CDL alle Legitimation hier so aufzutreten. Und ja, CDL ist sicherlich näher an einem "Beratungsgott" als die meisten anderen UserInnen hier. Ich habe es nicht selbst untersucht, aber CDL dürfte mit Abstand die kompetentesten und hilfreichsten Beiträge hier verfasst haben - das dürfte zumindest anhand der Reaktionen auch die Meinung der aktiven UserInnen hier sein.

    zurück zum Thema

    Mir fiel dank eines anderen Threads noch ein Vorteil für manche NRW-KollegInnen ein, sie enthalten Entlastungsstunden für Korrekturen oder als Klassenlehrer, kenne ich in Baden-Württemberg an keinem Gymnasium (theoretisch natürlich möglich).

    Die Entlastungsstunden für Korrekturen sind ein Tropfen auf den heißen Stein - aus meiner aktiven Dienstzeit an mittlerweile drei Schulen nach dem Ref. kenne ich keine Lehrkraft, die für die Korrekturen mehr als eine Stunde Entlastung bekommen hätte. Mehr gibt der Entlastungstopf unter Berücksichtigung aller KollegInnen und deren Belastungssituationen sowie der Entlastung für Zusatztätigkeiten unterhalb der Beförderung nicht her.

    Anrufen und fragen. Ich habe mir A14 mal angeschaut (bevor ich was Anderes sehr spannendes für dieselbe Besoldung gefunden habe) und sehr ehrliche Antworten von den Schulleitungen bekommen, als ich angerufen habe.

    Wieder aus erster Hand:
    Kollege ruft bei anderer Schule wegen einer Funktionsstelle an. Schulleiterin meldet sehr ruppig zurück, dass man einen Hauskandidaten habe.

    So darf das eigentlich nicht sein. Da erwarte ich von jeder Schulleitung, dass sie sich an die Regeln hält.

    Vergleichen wirst du es nur bei erreichbaren Aufgaben, Schulart und Schulgröße können.

    Außerdem hängt es natürlich auch davon ab, welchen Stellenwert eine Schule einer Aufgabe einräumt. Die Anzahl der Entlastungsstunden gibt dann vor, wie viel Zeit man ca. investieren soll. Bei zwei Entlastungsstunden wird wohl weniger erwartet als bei zehn.

    Das hat mitunter weniger mit den Erwartungen zu tun als mit der "Wertigkeit", die die Schulleitung der Aufgabe beimisst. Anders kann ich mir bestimmte Bandbreiten bzw. das Beispiel mit der Mittelstufenkoordination, das ich oben angeführt habe, nicht erklären.

    Eigene Erfahrung:

    Bundesland: NRW

    Schulform: GY (>600 SuS')

    Funktion: stv. SL

    Besoldungsstufe: A15Z

    Entlastungsstunden: 12 (ca. ein halbes Deputat von 25,5 Stunden/Woche


    Bundesland: NRW

    Schulform: GY (>1000 SuS')

    Funktion: Koordinator eines Profils der Schule

    Besoldungsstufe: A15

    Entlastungsstunden: 1

    Quelle aus erster Hand:


    Bundesland: NRW

    Schulform: GY (>600 SuS')

    Funktion: Oberstufenkoordination

    Besoldungsstufe: A15

    Entlastungsstunden: 1-6 (nach Auskunft der BR und auf der Basis des "Pakets", das diese Aufgabe umfasst)

    Bundesland: NRW

    Schulform: GY (>1000 SuS')

    Funktion: Mittelstufenkoordination

    Besoldungsstufe: A15

    Entlastungsstunden: 0 (!) Die Begründung dafür war, dass die zusätzliche Arbeit durch die A15 abgegolten wäre. (Das empfinde ich als eine Unverschämtheit, weil das dann ja bei A16 auch als Maßstab angelegt werden müsste...)

    Generell gibt es zwei Entlastungstöpfe in NRW. Der eine ist der des Kollegiums, daraus werden z.B. auch die Korrekturentlastungen genommen. Ggf. werden hier auch Entlastungen an Koordinatoren gegeben, wenn sie Aufgaben übernehmen, für die es laut Konferenzbeschluss Entlastungen geben soll - sofern es keine Leitungsaufgaben sind.

    Der andere ist der Schulleitungstopf, über den die Schulleitung verfügt und je nach übertragenen Leitungsaufgaben dann den KoordinatorInnen anteilig Entlastungsstunden zuweisen kann.

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