Wir sollten uns dringend von der Idee endgültig verabschieden, dass ein Volk eines beliebigen Drittweltlandes nur darauf wartet, von Europa oder den USA oder beiden "befreit" zu werden. Das ist aus meiner Sicht eine Form von Neokolonialismus und moralischer Hybris - und es ist in der Vergangenheit mehrmals schiefgelaufen.
Wenn Bevölkerungen in Drittweltländern ihre unterdrückerischen Regime nicht selbst beseitigen können, mag das partiell an fehlendem Willen liegen. Oft sind es die fehlenden Mittel und die Vorstellung, dass sowieso nur das Recht des Stärkeren zähle. Ein weiteres großes Problem, vor allem in Afrika, sind die ethnischen Konflikte, die durch die willkürlichen Grenzziehungen der Europäer verschärft wurden. Es würde nicht per se Frieden bringen und es ist völlig illusorisch, das hinzubekommen, aber die Neugestaltung der Landkarte Afrikas nach ethnisch homogenen Ländern würde vieles einfacher machen.
Solange sich zusätzlich kleine Cliquen an die Macht klammern, weil sie so auch an den Reichtum des Landes kommen und wissen, dass sie ohne diese Macht nicht mehr lange am Leben wären, weil dann die nächste Clique kommt, ist da keine Verbesserung zu erwarten. Ferner haben die reicheren und mächtigeren Länder dieser Erde ja auch ein Interesse daran, dass das so bleibt - zynischerweise idealiter ohne die Migrationsbewegungen - weil wir sonst nicht günstig an Rohstoffe kommen. Irgendwoher will unsere Lebensstandard ja finanziert werden.