Beiträge von Bolzbold

    Schaut man sich die Kommentare in dem einen oder anderen Nachrichtenportal an, wird mir schlecht - und das hat nichts mit der Ampel-Koalition zu tun.

    Seit Jahren erlebe ich eine intellektuelle Ver(bl)ödung des politischen Diskurses - es ist faszinierend, welch simple Weltbilder man in solchen Kommentarspalten findet und welch scheinbar simple Lösungen es gäbe. Sinngemäß "alle illegalen MigrantInnen raus, alle PolitikerInnen zurücktreten, alle Lehrkräfte nicht mehr verbeamten" etc. pp.

    Wenn die Wahrnehmung der Politik bzw. politischen Handelns oder des Weltgeschehens auf dem Niveau von Youtube, Tiktok oder Instagram erfolgt und diese Medien nun künftig die Menschen beeinflussen, dann haben wir nicht nur bereits ein dickes Problem, sondern das Problem wird uns irgendwann ziemlich heftig um die Ohren fliegen. Das Ganze korreliert ja mit dem insgesamt wahrgenommenen intellektuellen Niveau der Gesellschaft, was wir auch hier im Forum finden, aber eben auch in den PISA-Ergebnissen. Die Trumps, Putins, Orbans, Erdogans und Höckes (weitermachen könnte man bei LePen, Meloni etc.) auf dieser Welt sind klare Beispiele dafür, dass einem ganz erheblichen Teil der Bevölkerung einfache Lösungen, bei denen man selbst nicht mitdenken und -handeln muss und die im Idealfall im eigenen Sinne sind, am liebsten sind. Realitätsverweigerung in einer immer komplexer werdenden Welt.

    Mittlerweile überlege ich, ob es nicht notwendig wäre, die Allmacht der Medien zu begrenzen. Jedes Medium kämpft um sein Überleben und überbietet sich auf unterschiedlichen intellektuellen Niveaus darin, die jeweilige Regierungskoalition runterzuschreiben oder die nächste drohende Apokalypse zu verkünden. Wie steht es um die Klicks und die Werbeeinnahmen äh um die Verantwortung der entsprechenden Medienhäuser? Die Macht von Meta, Google und den anderen Unternehmen bekommen wir tagtäglich zu spüren - sind wir womöglich mittlerweile schon in einer Mediendystopie angekommen, in der große Medienkonzerne letztlich die Weltgeschicke bestimmen und sich gleichzeitig aus jeglicher Verantwortung stehlen können?

    Herrlich. Das ist mal Satire. Und SBZ als "Sonderbewirtschaftungszone" - super Idee.

    Obwohl: Wenn die ganzen ostdeutschen Bundesländer früher oder später faschistisch werden, dann könnten wir auch den "antifaschistischen Schutzwall" wieder aufbauen - der könnte genauso angelegt werden wie der alte, da die Sperrzonen ja schon auf der richtigen Seite lagen. Vor allem trüge er dann seinen Namen ob des neuen Zwecks tatsächlich zu Recht.

    Ich vergleiche das, weil die Linke als SED-Nachfolgepartei auch in Teilen verfassungsfeindlich ist und vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Trotzdem finden es die anderen Parteien aber inzw. in Ordnung mit dieser Partei Koalitionen einzugehen. Bei der AfD hingegen wird ein riesen Bohei gemacht.

    Für mich stehen diese beiden Parteien auf einer Stufe. Wer die Brandmauer zur AfD fordert, darf selber mit den Linken auch nicht koalieren, weder im Bund (noch nicht passiert) noch in den Ländern (sehr wohl passiert)!

    Kann man so sehen. Wir unterhalten uns dann noch einmal, wenn die erste Landesregierung mit AfD-Beteiligung oder ggf. mit absoluter Mehrheit der AfD am Ruder ist...

    Bolzbold Ich habe den Eindruck, dass in Behörden die 41 Stunden Woche besser eingehalten wird als bei vielen Schulleitungen. Aber das weißt du besser als ich.

    Sagen wir so - die 41 Stunden können in der Tat leichter eingehalten werden. Ab der Gruppenleitung aufwärts (B4) ist das jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr der Fall. Das habe ich selbst bei zwei Gruppenleitungen miterlebt.

    Ich finde es für eine normale Lehrkraft angemessen und für die SL einer großen Schule geradezu unverschämt. Und die SL Gehälter unter A16 mehr als skandalös.

    Zum Vergleich:

    In der oberen Schulaufsicht haben die DezernentInnen die Dienstbezeichnungen (Leitende/r) Regierungsschuldirektor/in, sprich Besoldung nach A15/A16.
    In der obersten Schulaufsicht haben die MinisterialrätInnen ein Anfangsgehalt von A16, später dann B2. ReferentInnen in der Regel A15, ganz wenige A16.
    In den vorgesetzten Behörden bekommt man trotz mehr Verantwortung keinen signifikant höheren Sold.

    Zumindest im ÖD geht das Maß an Verantwortung nicht mit der Besoldung einher - das Verrechnen von potenziellen Toten finde ich ziemlich morbide.

    Dass Verantwortung auch ein Kriterium für die Bezahlung einer Tätigkeit sein kann, dürfte hingegen evident sein.

    Auch wenn ich einer AfD-Regierungskoalition auf Landes- wie auf Bundesebene sehr ablehnend gegenüberstehe und ich hier ja auch schon Auswanderungsgedanken geäußert habe, frage ich mich, was eine solche Regierung konkret anders machen würde.
    Am Landes- oder Bundesverfassungsgericht käme eine solche Regierungskoalition auch nicht mal eben so vorbei, wenn Gesetzesvorhaben entsprechenden Charakter haben.
    Viel mehr Sorgen müsste man sich in den ostdeutschen Bundesländern machen, was das gesellschaftliche Klima hinsichtlich des Umgangs mit Minderheiten betrifft oder mit Leuten, die eben faktenbasiert und nicht verschwurbelt denken. Dann bekommen wir vom Prinzip her vergleichbare Verhältnisse wie in den USA. (Die Entwicklung in den USA ist für mich gesellschaftlich vor diesem Hintergrund der absolute Super-GAU.)

    Wenn Politik immer mehr in die Richtung des berühmten Pippi-Langstrumpf-Liedes abdriftet ("ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt" [ganz abseits von Fakten]), findet das natürlich auch auf Bevölkerungsebene NachahmerInnen.

    Ich habe ja in den letzten 20 Jahren nun sowohl die Mitarbeitenden der Kultusbürokratie wie auch mehrere Schulleitungen kennenlernen dürfen.
    Wenn wir die Situation nüchtern betrachten, dann ist die Besoldungsgruppe A16 gemessen an der Verantwortung, die man für ein System mit an die 1.500 Personen oder mehr trägt, augenscheinlich bescheiden bemessen.
    Das Schulleitungsteam an meiner aktuellen Schule ist weder profilneurotisch noch anderweitig "auffällig". Wobei, auffällig sind ihre professionellen und gleichzeitig unglaublich wertschätzenden Umgangsformen und ihr Führungsstil. Das kannte ich bisher in dieser Form so gar nicht.
    Auch in der Kultusbürokratie habe ich sehr kompetente und wertschätzende Menschen kennenlernen dürfen. Was hier zu dem Eindruck beiträgt, dass die sich nur ihre Hintern plattsitzen, ist wie so oft das Primat der Politik - und Politik folgt eben anderen Motiven als dem der Sache.

    Rein finanziell lohnt sich ein Aufstieg nach A16 tatsächlich nicht - das sieht auch meine Schulleitung so. Aber sie "brennt" dafür - das hat sie klar zum Ausdruck gebracht. Und das spürt man an jedem einzelnen Tag. Dennoch hat sie Hobbys und ein eigenes Privatleben - und sie wirkt alles andere als überlastet. Hier sitzen die richtigen Leute an der richtigen Stelle.

    Profilneurotiker, Narzissten und andere psychisch auffällige Personen finden wir übrigens nicht minder häufig in den Führungsetagen in der freien Wirtschaft. Dort richten sie mitunter ganz erheblichen ökonomischen Schaden an, um sich dann im Extremfall in jahrelangen Wirtschaftsprozessen verteidigt von zig Staranwälten mit einem Deal mit der Staatsanwaltschaft freizukaufen oder gar mangels handfester Beweist freigesprochen zu werden.
    Im Onlineauftritt der Zeit findet sich eine Vielzahl an Artikeln, die sich mit dieser Thematik beschäftigt.
    Macht lockt manche Persönlichkeitstypen an wie das Licht die Motten. Das gibt es überall. In der Politik, in der Wirtschaft und natürlich auch im Schulsystem.

    Aha… wie gut dass das nicht DU entscheidest…

    Und ja… haben wir wie gesagt schon gemacht … bin ich nicht stolz drauf war aber ganz klar eine Geldentscheidung .. bei 15.000€ überlegt man halt …

    Das ist dann die klassische Täter-Opfer-Umkehr - quasi die Notwehr gegen den Staat, der ja Steuern haben möchte (von denen er unter anderem uns alimentiert, aber lassen wir das...)

    Die Frage ist, wo ich das überhaupt bei der Bez-Reg Köln machen kann mit der Beschwerde. Ich finde dazu nichts konkretes.

    Du reichst die Beschwerde bei der Abteilungsleitung ein - diese wird wohl wissen, wer das Ganze dann bearbeitet.

    Gleichwohl sollte man bedenken, dass, wenn zu viele Menschen gleichzeitig an einer zu kleinen Decke zerren, immer einige frieren müssen. Das hat chili ja anschaulich verdeutlicht.

    Die Klage oder auch die niedrigschwellige Beschwerde treffen obendrein leider immer die Falschen. Weder wird die Abteilungsleitung daraus konkrete Handlungsschritte ableiten, noch wird der/die RegierungspräsidentIn deswegen aktiv(er) werden.

    Mal eben so neue Leute einzustellen oder den "faulen MA" eins auf den Sack zu geben, funktioniert halt nicht. Innerhalb wie außerhalb des ÖD je nach Branche gleichermaßen.

    Nur mal für mich zum Verständnis:
    Wir sind hochnäsig, weil wir Dir sagen, dass Dein Vorgehen so nicht in Ordnung war und Du Dich besser vorbereiten sollst?
    Wir sind hochnäsig, weil wir nicht in dasselbe Horn wie Du tuten und skandieren, dass Noten nicht aussagekräftig sind?
    Wir sind hochnäsig, weil wir unsere Examina bestanden haben und wissen, wie es geht bzw. wie es nicht geht?
    Wir sind hochnäsig, weil wir, die wir in der Schule arbeiten, Dir dasselbe gesagt haben, was wir unseren SchülerInnen auch gesagt hätten?

    Gut, wenn das Deine Definition von hochnäsig ist, bin ich hochnäsig. Und dafür brauche ich mich nicht zu schämen.

    Allerdings muss ich auch eines sagen - und entschuldige mich im voraus für meine Offenheit: Wer aus dem Deutsch-Examen mit Bestnoten rausgeht, hat vermutlich großes Interesse am Fach und viel gelernt. Wer mit soliden Noten rausgeht, hat entweder großes Interesse am Fach ODER viel gelernt. Wer "gerade so" besteht, hat wahrscheinlich weder noch. Das ist fatal, auch für das spätere Unterrichten. Es wäre schade, wenn du dir eingestehen müsstest, dass du jahrelang die falschen Fächer studiert hast. In diesem Fall würde ich dir aber dringend raten, dir vor dem Antritt des Referendariats eine Alternative zu überlegen.

    Das kann ich unterstreichen. Auswendiglernen hätte mir auch nicht geholfen, dafür aber eine solide Vorbereitung, in der ich die Themen systematisch angehe und "verinnerliche". Dann kann ich auf Fragen flexibel reagieren.

    Dass das Staatsexamen nichts über die Kompetenzen aussagt, ist eine gefährliche Haltung. Für diejenigen, von denen man im Anschluss etwas, sagt es eben sehr wohl etwas aus. Es ist der in meinen Augen durchschaubare Versuch, das, woran man gescheitert ist, zu delegitimieren, um sein Scheitern schönzufärben.

    Hinsetzen - strukturiert lernen - und eben auch historische Grundpositionen kennen - dann wird das auch.

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