Beiträge von Bolzbold

    Mir sind ehrlich gesagt keine Vorgaben bekannt, aber ich werde mich am Montag erkundigen. Es handelt sich um wirklich sehr grobe Fehler. Ganze Absätze mit falscher Syntax, falschem Ausdruck und schlechter Rechtschreibung wurden als richtig deklariert. Ich kenne die Noten der Erstkorrektur nicht, aber ich befürchte, dass sie stark von meinen abweichen werden. Eine Drittkorrektur wird wohl notwendig sein.

    Das fände ich auch heftig. Da wäre mein erster Gang dann in der Tat zum Erstkorrektor.

    Es gibt bei uns im Schnitt 5-10% der Schüler (m/w/d), die Englisch abwählen. Manche sind in dem Fach einfach schwach, Andere sind einfach in der 2. Fremdsprache stärker und erhoffen sich dadurch eine bessere Abinote am Ende. Ich sehe jetzt nicht, warum jemand, der z.B. in Latein richtig fit ist, später keine allgemeine Hochschulreife machen sollte.

    Deshalb ist ja auch nicht von Englisch sondern von einer "aus der Sekundarstufe I fortgeführten Fremdsprache" die Rede. Das kann jede beliebige Fremdsprache sein.

    Mathe als Prüfungsfach. Du hast doch geschrieben, dass man Mathe durch Sport oder Kunst ersetzen kann :weissnicht:

    Nicht ersetzen. Sport, Kunst und Musik als Abiturfächer bedingten bisher automatisch Mathematik als Prüfungsfach, weil ansonsten bei vier Prüfungsfächern die "zwei-aus-drei"-Regelung nicht zu erfüllen gewesen wäre. Das fällt nun weg. An der Bedeutung von Mathematik ändert sich nichts. Die Mathe-Bindung traf auch keine Aussage über die Wertigkeit der Fächer. Das kennt die Prüfungsordnung nicht.

    Das tue ich eigentlich gerade, ja. In welchen Bundesländern muss man denn kein Mathe belegen, es war mir nicht klar, dass das offenbar viele betrifft?

    Worüber reden wir? Mathematik als Abitur- und damit Prüfungsfach oder die schlichte Belegung von Mathematik bis zum Ende der Q2? Letzteres ist durch die KMK-Vereinbarung ja seit vielen Jahren so festgelegt.

    Das halte ich mindestens für diskussionswürdig. Entlastung kann auch durch Zusammenstreichung dessen, was Schule anbietet, geschaffen werden, und hier reicht das Spektrum von außerunterrichtlichem Schnickschnack bis hin zu Lehrplänen und Stundentafeln.

    Schafft man Mehrbelastungen, sollte man als Arbeitgeber eigentlich grundsätzlich verpflichtet sein direkt mal zu erläutern, wie genau das dann in die gesetzlichen Arbeitszeiten passt.

    Da bin ich bei Dir. Das wird es aber vermutlich innerhalb der mir verbleibenden Dienstzeit (17 Jahre, wenn die Pensionsgrenze nicht weiter nach hinten geschoben wird) nicht geben. Da werden die Länder verzögern und täuschen und tricksen, bis die Rechnung wie politisch gewollt passt.

    Ich verstehe wahrscheinlich immer noch nicht. In Ba-Wü gab es ein ausgeklügeltes System, was man abwählen durfte, Mathe und Deutsch waren immer dabei. Ich bin wahrlich kein Mathegenie und mein Abi wäre besser ohne Mathe gewesen. Ich fände die Note dann aber auch weniger realistisch. Gerade beim Kampf um Studienplätze wie Medizin: die Abiturienten aus NRW können mit Kunst und Deutsch eher einen Studienplatz kriegen als Sachsen und Bayern, die Mathe machen mussten. Wo ist da noch irgend eine Vergleichbarkeit?

    Wenn ich mir die Vergleiche bastle, komme ich natürlich auf entsprechende vordergründige Ungerechtigkeiten.
    Dann müssten wir eher grundsätzlich darüber sprechen, ob Mathematik immer als Abiturfach belegt werden muss. Das sehen viele Prüfungsordnungen der anderen 15 Länder ebenso wenig vor wie NRW.

    ich find, Du machst Dir das zu einfach. Klar merkt man, wenn die Inhalte von Dritten erstellt wurde, aber wie geht man damit um, wenn es nicht zugegebenwird? nen Täuschungsversuch kann man nicht nachweisen. und Leute, die unsicher stammeln gibts auch immer, selbst wenn de Ahnung haben.

    Das kann man verhindern, indem die Präsentation in der Schule unter Aufsicht mit entsprechend präparierten digitalen Endgeräten innerhalb einer festgelegten Zeit analog zu einer Klausur erstellt wird.

    das 5. Abiturfach war nicht Inhalt der KMK-Vereinbarung. Wir hätten locker bei 4 bleiben können. und je nachdem, wie dieses 5. Fach ausgestaltet wird - wenn die Prüfung z.B. in einem NW-Projektkurs stattfinden soll, würde es mich wundern, wenn die Mathebindung für Kunst wegfällt.

    Das hätten wir wohl - gleichwohl mit der Einschränkung bei der Profilbildung und eben der besagten Mathebindung. Sonderfälle wie die Prüfung in einem NW-Projektkurs würde ich für einen Augenblick außen vor lassen. Mir ging es um Kombis im Rahmen des "Standardkursunterrichts" wie z.B.

    D/E/Ku/GSW/NW. Die "zwei aus drei"-Regelung wäre erfüllt, ebenso das Abdecken aller Anforderungsbereiche. Ob ein PK NW dann gleichwertig wäre, weiß ich nicht.

    Das ist sonderbar und gilt nicht für alle Bundesländer. Wenn man mit Sprachen alleine sein Abitur bestehen kann, ist es halt keine allgemeine Hochschulreife mehr.

    Du missverstehst. Man musste damals, sprich Anfang der 1990er Jahre, sehr wohl die drei Aufgabenfelder abdecken, allerdings galt damals noch nicht die Kernfachregelung "zwei aus drei".

    Du verstehst doch aber, dass derartige Vorhaben dort, wo die Nöte ganz andere sind und wo ganz andere und dramatischere Weichenstellungen erwartet werden, als akademisch und als weit weg von den eigentlichen Problemen empfunden werden, oder nicht?

    Wie gesagt, unter anderen Umständen, zu anderen Zeiten würde ich damit nicht hadern.

    Und wie es um die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben und Fristsetzungen bestellt ist, wie locker man das handhaben kann, das beobachten wir doch beim Thema Arbeitszeiterfassung.

    Ja, das verstehe ich natürlich und sehe es jeden Tag aufs Neue.
    Gleichsam können wir uns keine zusätzlichen (grundständigen) Lehrkräfte backen, denn jede Form der wirklichen Entlastung würde dies als Voraussetzung haben.

    Grundsätzlich kann man freilich über bundesweite Vereinheitlichung und auch den Modus operandi der Abiturprüfungen nachdenken. ABER

    Wenn Frau Fellner denkt, dass dies die drängendsten Probleme in Schule sind - und die offensichtliche Priorisierung dieses Themas im Ministerium legt das nahe - dann hat sie jeglichen Kontakt zur Basis ihres Ressorts verloren.

    Es ist in der Regel die Basis, die so etwas entwickelt.

    Was die Priorisierung angeht, so schwebt über diesem Prozess das Bundesverfassungsgericht und der Beschluss der KMK nach Vereinheitlichung. Der Beschluss ist ja auf den Seiten der KMK einsehbar. Da gibt es auch entsprechende zeitliche Fristen, so dass man das nicht auf die lange Bank schieben kann. Der Prozess wurde ja schon vor einigen Jahren in Gang gesetzt.

    ist es eigentlich kein Nachteil, wenn man 5 Abiturfächer hat und dann etwaige Defizite in einem weiteren Fach in jedem Falle in die Abiturberechnung eingehen müssen?

    Theoretisch ja. Aber dann müsste ein Prüfling schon breitgestreut schwach sein. Eine Prüfungsordnung ist nicht auf jeden individuellen Eventualfall ausgelegt. Es gab hier bisher mitunter auch ganz spezifische individuelle Probleme. Das wird auch so bleiben.

    Worin siehst du da eine Verbesserung? Hier klagen doch alle alle Nas lang über Niveau-Verlust des Abitur, vor allem in NRW.

    Es ist eine Verbesserung für diejenigen, die diese Fächer als Abiturfächer belegen wollen und bisher wegen Mathe davor zurückschreckten. Das ist bisher ein Standortnachteil für diese Fächer. Für die Mint-Fächer gilt das bei vier Abiturfächern genauso. Du kannst nicht zwei von drei, respektive mit Informatik vier NW im Abitur belegen.

    Ich empfinde das (Nicht)Vorhandensein von Mathematik, das man ja auch mit der Kombi D/E/GSW/NW umgehen kann, nicht als Niveauverlust.

    Mathe sollte nicht aus dem Abitur fliegen, sondern einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Sprachliche Fächer sind in der allgemeinbildenden Schule überbetont und die Einstellung, dass es ja nicht so schlimm sei, "kein Mathe zu können" viel zu weit verbreitet.

    Das ist ja gerade die Fehlannahme, die auch die RP munter befeuert. Man kann auch ganz ohne Mathematik als Abiturfach Abitur machen. Belegen muss man das Fach hingegen sehr wohl.

    Und wenn wir schon von Niveauverlust sprechen: Wenn damals alles besser war, so konnte man damals Deutsch oder Mathematik zur 13 abwählen. Ich selbst habe eine Abiturfächerkombi gehabt, die heute gar nicht mehr zulässig wäre.

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