In einer plutokratischen Demokratie muss das früher oder später so kommen.
Das Grundproblem der USA ist nicht die Verblödung sondern die Auswirkungen des religiösen Fundaments, das sich gleichwohl wie Verblödung liest. In den USA haben persönliche, teils religiös geprägte Überzeugungen denselben Stellenwert wie wissenschaftlich bewiesene Fakten. Der eigene Glaube wird der Wissenschaft gleichgestellt. Das lässt sich historisch erklären, führt aber zu diesen "Ausfällen", die wir hier gerade sehen. Hinzu kommt die "Ich-Mentalität", denn man muss es in den USA selbst "schaffen", da es kein vergleichbares soziales Netz gibt wie hier. Das schürt Abstiegs- und Verarmungsängste. Wenn sich dann ein "alter weißer Mann" wie Trump, der Erfolg suggeriert, hinstellt und MAGA und dergleichen brüllt, dann triggert das die ureigensten Instinkte vieler (weißer und oft männlicher) Amerikaner.
Gleichzeitig kommt hinzu, dass die weiße Bevölkerung um ihre "gottgegebenen" Privilegien fürchtet, weil immer mehr "Nicht-Weiße" ein Stück vom Kuchen abhaben wollen - und das sowohl auf lokaler bzw. nationaler Ebene wie eben auch auf internationaler Ebene.
Gleichwohl muss man dagegenhalten, dass die Reihenfolge Clinton, George W., Obama, Trump, Biden eine Abfolge von Extremen ist, sowohl im Guten wie im Bösen und immer in unterschiedlichen Bereichen. Dass Trump nach vier Jahren abgewählt wurde, hat den Zyklus gewissermaßen unterbrochen. (Bei George Bush sr. und Clinton war das ja bereits eine Ausnahme, weil Bush sr. auf Reagan folgte und eben kein Demokrat an die Macht kam.)
So gesehen könnte man hoffen, dass vier weitere Jahre Trump ohne Weltkatastrophen vorbeiziehen und danach eine "Katharsis" in Form eines (oder einer) jüngeren demokratischen Kandidaten das Ganze wieder ins Lot bringt.