Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, wie man denn Lehrkraft, auch Seiten-/ Quereinsteiger, auch aus dem Ausland, wird. Das gilt identisch für alle, egal, wie die Muttersprache aussieht.
Als "normale" Lehrkraft studiere ich meine Fächer, erhalte so die Zugangsvoraussetzung für Referendariat und Einstellung.
Studiere ich als "Nicht-Muttersprachler" Deutsch, schließe ich das Studium erfolgreich ab, dann habe ich ebenfalls alle Berechtigungen. Evtl. mit dem Zusatz, dass ich noch ein Zertifikat für das Niveau C1 oder C2 vorlegen muss.
Nur: Wer gilt eigentlich als Nicht-Muttersprachler? Mir sind schon Lehrkräfte begegnet mit unterschiedlichstem Migrationshintergrund (z.B. beide Eltern Russlanddeutsche oder ein Elternteil deutsch, das andere türkisch oder ...). Diese Lehrkräfte waren teilweise seit ihrer Geburt, teilweise erst seit einigen Jahren in Deutschland. Müssen die einen Sprachtest absolvieren, auch wenn sie ihr Germanistik-Studium erfolgreich absolviert haben? (Sollte man sogar eine Zugangsbeschränkung zu dem Fach haben: Nur wer nachweisen kann, dass seine Familie seit mindestens zwei Generationen in D lebt & zu Hause Deutsch spricht, darf Deutsch auf Lehramt studieren? [Dass das ironisch gemeint ist, muss ich hoffentlich nicht extra erwähnen.]
Als Quereinsteiger legt man bei der entsprechenden Behörde Nachweise über erbrachte Studienleistungen vor. Das können sogar einzelne Scheine sein. Es wird überprüft, ob das Studium gleichwertig ist mit einem Studium für ein Unterrichtsfach, z.B. Deutsch. Es wird geschaut, ob in den verschiedensten Bereichen (Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft) ausreichend SWS belegt wurden. Ist das der Fall, dann kann auch ein Studium an einer ausländischen Universität (für manch einen hier fühlt sich das nach "DaF" an) anerkannt werden für das Fach Deutsch. Genausogut könnte ein ausländisches Studium ergänzt werden durch weitere, ausgewählte Studienleistungen an anderen Universitäten (weltweit). Um mal ein Beispiel zu benennen: Wir haben mal einen Quereinsteiger eingestellt, der hatte in drei verschiedenen Ländern auf ebensovielen Kontinenten studiert. Alle Studienleistungen (also auch die Aufbaustudien) wurden bei der entsprechenden Behörde vorgelegt, es wurden alle entsprechend auf ihre Vergleichbarkeit mit den Studienordnungen der Fächer überprüft und anerkannt.
Noch ein letztes Wort zum "perfekten" Muttersprachler: Das eine bin ich, das andere nicht (also Muttersprachler, aber bestimmt nicht perfekt). Mir geht es oft genug so, dass ich im Deutschen Fehler mache, mir die Worte fehlen etc.
Und meine Kollegen aus anderen (südlicheren oder östlicheren) Bundesländern haben teilweise ganz schön starke Akzente... So intensiv habe ich das noch bei keiner "ausländischen" Lehrkraft gehört.