Beiträge von Meike.

    Zitat

    Und zu Meike: Dass man ausgerechnet als Lehrer Ungehorsam (bei Pfarrern) für derart fördernswert hält ... na ja

    Gehorsam halte ich für keinen Wert, der in der Schule vermittelt werden sollte. Er findet sich meines Wissens auch in keinem Rahmenlehrplan. Und das ist gut so. Aus Gehorsam sind die unschönsten Geschehnisse der Geschichte entstanden.

    Unabhängiges, kritisches Denken und Handeln, Respekt vor dem Mitmensch und seinem so-sein, Zivilcourage usw sind allerdings in der Tat Werte, die ich in meinen Lehrplänen und im Handeln der oben genannten Geistlichen wiederfinde.

    Und ja, das befürworte ich.

    Ein Glück gibt es auch ohne den Vatikan oder die entsprechenden Dogmatiker der evangelischen Kirche denkende Geistliche. Neben dem Pfarrer, der mich arme Atheistin und das schwule Paar aus den Beiträgen hier der Patenschaft für würdig befand, auch der hier.

    Zitat

    "Wir denken, dass Homosexualität zur Schöpfung gehört und dass wir uns Menschen zuwenden müssen, die ihre Homosexualität verantwortungsbewusst leben wollen", sagte Volker Jung, Präsident der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau. "Das ist ganz im Geist und Sinne Jesu, der Menschen Lebensdienliches zugesprochen hat," so Jung in einem Beitrag des Hessischen Rundfunks. Mit dieser Entscheidung hat er sich in seiner Kirche nicht nur Freunde gemacht.

    Ich hoffe, die werden mehr.

    Tja, soll ich meine Taufkarte jetzt zerreißen und meinem Patenkind sagen, er soll sich allein bespaßen? Und dem Pfarrer einen Beschwerdebrief schreiben? Konfirmiert bin ich übrigens. Und dann ausgtreten.
    Ich kenn auch eine Pfarrerin, die ein lesbisches Paar getraut hat. War ne nette Zeremonie. Zwar nicht in ihrem Kirchengebäude, aber mit ihrem Segen und mit - so dachten alle gläubigen Anwesenden - Gott.

    Hier noch ein paar Worte eines Schülers - imho ungewöhnlich vernünftig. Rückt die Diskussion auch wieder ein wenig ins Lot.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/c…e-a-942891.html

    Der Schüler klingt absolut vernünftig. Aber was er da so aus dem Briefverkehr beschreibt...

    Zitat

    SPIEGEL ONLINE: Können Sie da für die Mehrheit der Schüler in Baden-Württemberg sprechen? Was bekommen Sie denn an Reaktionen mit?

    Stärk: Inzwischen kriegen wir fast täglich Briefe, meist unterschrieben von "besorgten Eltern". Wir werden gebeten, uns gegen die Pläne des Kultusministeriums zu engagieren, immer wieder auch versehen mit dem Zusatz: "Ich bin nicht homophob". Dann werden aber Studien zitiert, die belegen sollen, dass diese Aufklärung Kindern schadet. Wir haben nur einen Brief von einem Schüler bekommen, der sich kritisch über die Pläne geäußert hat. Dem haben wir ausführlich geantwortet und erklärt, warum wir für die sexuelle Vielfalt an Schulen sind.


    :grimmig:

    Kinder haben keine Vorurteile, die übernehmen sie aus ihrem Umfeld...

    Das ist abolut wichtig im Hinterkopf zu behalten, wenn man sich Sorgen macht, dass die "armen Kinder durch diese Themen traumatisiert würden". Die stellen eigentlich ganz untraumatisiert nur recht offene Fragen. Wenn sie dann eine hysterische, peinlich berührte, abwehrende oder verurteilende Antwort bekommen, speichern sie das ab.

    Die Funktion eines Paten ist, das Kind in seinem christlichen Werdegang zu unterstützen.


    Ja? Ich bin Taufpatin eines evangelischen Kindes - selbst Atheistin - und habe im vorbereitenden Gespräch mit dem evangelischen Pfarrer ganz andere primäre Ziele festgelegt. Das ist bestimmt ein ganz übler Häretiker... ;) .

    Ich wette, dass es eine Menge Leute gibt, die sich bei dieser Diskussion sehr unbehaglich fühlen, aber wissen, sie sollten nicht dagegen posaunen, weil es nicht richtig wäre.


    Glaube ich auch, frage mich aber: wenn ich weiß, dass es nicht richtig ist, "dagegen zu posaunen", wieso überdenke ich dann nicht die Position, mit der ich mich so unbehaglich fühle, oder stelle sie zumindestens diskursiv dar? Warum hat man denn Angst vor dieser Diskussion?

    Vielleicht macht es Sinn, der Quelle dieses "Unbehagens" - auch Politiker haben ja bei der Homoehe zB lieber mit "mein Bauchgefühl sagt mir" und "ich glaube halt einfach" argumentiert, als mit Argumenten - mal auf den Grund zu gehen? Vielleicht kann man dem Unbehagen ja mit etwas Klarheit entgegenwirken... ?

    SteffdA, stimmt. Ich verwende das Wort Toleranz hier auch viell. unbedacht. Alternative ---?

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    Vielleicht hätten sie sich vorher in eine hetrosexuelle Partnerschaft begeben und wären dort sehr unglücklich.

    Das könnte sich z.B. dann ausweiten, wenn solche absurden gay transformation Zentren, die es u.a. in den USA zu Hauf gibt, auch hier als Geschäfts- und Ideologiemodell ansiedeln. Ist ja nicht so, dass das in Deutschland alle weit von sich weisen würden! ...

    Tröstlich pragmatisch die entspannten Meinungen der Schüler hier http://www.tagesschau.de/sendung/tagesthemen/index.html - allerdings weiß ich aus langjähriger Beratungslehrerpraxis, dass auch in gymnasialen Oberstufen noch genügend diskriminierende Vorfälle der übelsten Art an der Tagesordnung und die Schüler, die da in den Tagesthemen interviewt wurden, leider nicht die Norm sind und Aufklärung aber sowas von Not tut....

    Müssen sie ja nicht. Aber warum sollen sie nicht wisen, dass es Menschen gibt, die lieber Jungs/Mädchen wären? Man muss ja nicht alles zuende diskutieren. Fast jeden Kind denkt doch mal über das andere Geschlecht nach und redet darüber.Unddie meisten Erwachsenen kriegen eine halbwegs kinderkompatible Konversation dazu hin.
    Ich denke, dass man vor allem dann wirklich tolerant und offen Menschen gegeübersteht, die "anders" sind als man selbst, wenn man das von klein auf als Realität erlebt. Da reicht es schon, nicht in Absoluta zu sprechen "Alle Jungs sind..." . Die Kinder bis zum 15. Lebensjahr im Glauben zu lassen, es gäbe im Prinzip nur gesunde, heteroexuelle Mutter/Vater/Kinder-Konstellationen und dann plötzlich zu sagen "Überraschung! Es gibt da noch mehr!" und zu hoffen, dass das dann als gleichwertig akzeptiert wird, halte ich für nicht gut machbar.
    Ich bin übrigens der Meinung, dass man jedes Thema kindgerecht erklären kann und auch können muss. Die Frage nach so grausigen Konzepten wie Krieg müssen wir ihnen ja auch so beantworten können, dass sie nachts noch schlafen können. Und was das heißt, dass die Oma tot ist. Oder der Opa Krebs hat. Und man redet doch schon instinktiv nicht über jedes Detail oder den vollen Umfang der diversen Facetten menchlicher Natur mit kleineren Kindern, auch nicht im heterosexuellen Bereich bei der Frage wo die Babies herkommen. Warum sollte das bei anderen Themen nicht in gut vedaubaren Häppchen gehen?

    Mich persönlich erbost ja das hier sehr:

    http://www.sueddeutsche.de/bildung/petiti…eranz-1.1859429

    Zitat

    Darin propagiert Initiator Gabriel Stängle, der auch Leiter des Referats Erziehung, Bildung und Schulpolitik im baden-württembergischen Realschullehrerverband ist, ganz offen homophobes Gedankengut. So kritisiert er unter anderem, dass laut Bildungsplan im Unterricht künftig "verschiedene Formen des Zusammenlebens von/mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Transsexuellen und Intersexullen (LSBTTI)" thematisiert werden sollten, wobei die "negativen Begleiterscheinungen eines LSBTTIQ-Lebensstils" (das Q steht noch zusätzlich für das englische "queer") vernachlässigt würden. Als solche benennt der Lehrer beispielsweise eine "höhere Suizidgefährdung unter homosexuellen Jugendlichen" und eine "erhöhte Anfälligkeit für Alkohol und Drogen".


    Menschen zu diskriminieren, so dass diese sich an den Rand gedrängt und isoliert fühlen, und so folgerichtig eher zu Depressionen usw neigen, um DANN zu sagen, das sei ja ein "riskanter Lebensstil mit erhöhter Suizidgefahr", ist schon arg, arg unverschämt und verdreht.

    Für manche Kollegen schäm ich mich ....

    Und die Menge der Unterzeichner - Lehrer, Eltern... beängstigt mich.

    So viel ich weiß, ist die GEW die einzige Gewerkschaft, die bisher überhaupt irgendetwas erreichen konnte im Moloch Bildungssystem (Arbeitszimmerabsetzung usw. ). Wenn auch zum Teil gegen die Trägheit und die reflexartige Duckhaltung der betroffenen Kollegen, die nicht zu den Demos gehen, die Streiks boykottieren, die Petitionen nicht unterschreiben und lieber jammern und jammern und jammern und jammern. Am besten noch mit "Und was macht die Gewerkschaft??") *stöhn*

    Ich als gymnasiale Oberstufenlehrerin liege inhaltlich mit einigem in meiner Gewerkschaft quer, mit anderem nicht, es wird da kontrovers diskutiert und auch immer mal wieder umgedacht, wie jetzt bei der "Inklusion", die ich und viele andere schon immer (in der Umsetzung) kritisch gesehen haben. Eine Gewerkschaft ist ihre Mitglieder und immer im Prozess (hoffentlich!). Und die bestimmen auch den Ton. Wem's nicht passt, der soll eintreten und mitdiskutieren. Diskussionen werden nämlich zugelassen!
    Fakt ist: ich lasse mir von niemandem, der sich gar nicht organisiert und/oder einbringt, erzählen, was ihm an (m)einer Gewerkschaft nicht passt.
    So wie meine Fußball- Bezirksligavereinsjungs keinen Bock auf Kommentare von der Couch haben. ;)

    Wer sich organisiert, egal wo, macht schonmal was richtig. Noch besser macht er es, wenn er/sie selbst was zur Arbeit in der Gewrkschaft beiträgt. Als Personalrat, als Obmann/frau, als Mensch, der sich in den Arbeitsgruppen und Gremien engagiert. Am Inhalt meckern und inhaltlich selbst nichts beitragen halte ich für ignorierbar. Siehe hier , u.a.

    Der VBE ist mir persönlich suspekt gewesen, weil ich nie so recht erkennen konnte, worfür der steht. Und was der aktiv macht. Ich weiß, dass der Verband hier in der Gegend auf fast alle GEW Aktionen draufspringt: nachdem unsere Juristen das geprüft und unsere Arbeitsgemeinschaften die Konzepte ausgearbeitet haben.... :) Mit mehr ist er mir noch nicht aufgefallen.

    Wie wird denn in anderen Schulen damit umgegangen, wenn Schüler gegen ein bestimmtes Ziel Stimmung machen?
    Zwangsweise mitnehmen mit dem damit verbundenem Risiko? Oder dürfen sie sich ihr "Urlaubsziel" dann selbst aussuchen?

    Bei uns hängt die Studienfahrt auch inhaltlich am Turoren-LK. Wenn du einen Englich LK wählst, weißt du, dass du nach London fährst. Die Biologen fahren gern ins Watt und graben da ... nach was auch immer ;) ... Bei Mathe und Physik wird verhandelt, oft geht es in Städte mit großen Observatorien oder großen Schience Museums. Usw.

    Der Punkt ist, das du, wenn du einen LK wählst, weißt, dass es eine fachliche gebudnene Studienfahrt mit ausreichend Aktivitäten gibt. Reine Spaßziele werden bei uns nicht genehmigt, die Lehrer müssen ein klares Programm vorlegen, das mindestens 2/3 des Tages umfasst. Strand-Sauftage oder reine Shoppingtage gibt es nicht. Dafür hat man Urlaub.

    Und daher gibt es auch recht wenig Diskussion um solche Ziele/Akrtivitäten: die Lehrer ziehen da an einem Strang und die Ansage ist schon zu Beginn klar. Die allermeisten Kollegen sagen auch an, wo es hingeht: sie machen den Schülern ja schließlich auch das Reisebüro mit all dem irssinnigen Aufwand, den das bedeutet. Für einige Fächer gibt es Fachkonferenzbeschlüsse und feste Ziele mit schon einigermaßen festem Rahmenprogramm.

    Natürlich hatten wir auch schon den einen oder anderen Ausreißer uter den Kollegen, der ein Programm abgegeben, aber nicht umgesetzt hatte (Malta!). Ttsächlich SmSen sich die Schüler der Kurse aber untereinander, und tatsächlich war den in-Malta-am-Strand-Abhängern nach drei Tagen langweilig.... und sie waren nicht unneidisch auf die Kumpel/innen, die jeden Tag bei facebook posteten, was sie heut wieder alles gemacht hatten. Schlussendlich mögen die allerallermeisten Schüler ja neue Erfahrungen, gemault wird meist vorher, und hinterher gelobt. Das spricht sich dann rum.... :)

    Es gab auch schon Fahrten, die mangels Beteiligung "gestorben" sind, da den Schülern Rom zu kulturlastig war. Unsere Schulleitung schluckt das und fordert lieber das Kollegium auf, andere Ziele anzubieten (höher, schneller, weiter ... Malta).


    Interessant! Bei uns wurden schon Fahrten von der Schulleitung nicht genehmigt, weil sie nicht kulturlastig genug waren: zum Beispiel Malta!
    Fand ich gut.

    Die Schüler haben sich dran gewöhnt, dass es sich um Studienfahrten handelt und sie mit Kultur in Kontakt kommen werden. Man mault auch nicht mehr darüber. Ist halt so. Manche freuen sich gar drüber...

    Bei uns:
    Immer der Tutorenkurs, immer in der Woche vor den Herbstferien, Ziel nach Wahl des Kurses/oder der Tutoren aber ans Fach gebunden (=Studienfahrt!), Englisch fährt nach London, da wir eine reine Oberstufe sind, gibt es nur Tutoren und die fahren folglich nur einmal. Schüler-LEhrerrelation hängt vom Tutorenkurs ab = a:10 bis 1:26. Die meisten Kurse fahren zu zweit oder dritt, so dass kein Lehrer allein in Rom/London/Florenz/Prag rumsteht. Geschlecht des Lehrers egal, Doppelsbesetzung gibt's nicht, deshalb auch die zwei-drei-Kurs-Regelung. Kollegen werden nicht dienstverpflichtet, bzw es wünscht sich keiner einen Tutoren-LK, wenn er nicht auf Studienfahrt gehen will/kann. In Ausnahmefällen muss vertreten werden.

    Ich finde, da ist viel Richtiges drin:

    Sofie, ich finde auch nicht, dass du dich im Ton vergriffen hast, das passt eher auf Bemerkung Nr1 der von dir zitierten von Biologe! Mir ging es darum, dass ich den Eindruck hatte, dass es in den letzten Beiträgen - nicht nur von dir - darum ging, mit möglichst viel Druck seine Nichtschreibberechtigung nachzuweisen. Wenn ich mich da getäuscht habe, ist es ja gut.

    Danke alias. Ich denke, wenn wir ein Staatsexamen als Schreibvoraussetzung setzen, müssten wir all die unterrichtenden Seiteneinsteiger, die hier z.T. schon jahrelang als geschätzte user mitschreiben, rauswerfen.

    Ich habe persönlich auch das Gefühl, dass man sich jetzt arg auf den Biologen eingeschossen hat. Ja, ich verstehe, warum ein gewisser "ich kanns besser als alle"-Heiligenunterton hier empfindliche Reaktionen hervorruft, allerdings finde ich, dass bei genauerem und auch wohlwollenderem Lesen stellenweise auch Wichtiges und Richtiges in dem steckt, was Biologe schreibt. Vielleicht einfach nochmal mit dem Willen, die Belange des anderen sehen zu wollen, lesen?

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