Beiträge von Shadow

    ...Eine kurze Bemerkung ins Heft. Allerdings guckt sie da nicht immer rein...


    Liebe Micky,
    da muss ich aber der Lehrerin mal den Rücken stärken.
    Natürlich guckt sie nicht von sich aus ins Heft, wie soll das denn gehen bei vielleicht 25 Kindern?!
    Deine Tochter muss selbstverständlich mit dem Heft und deiner Bemerkung zur Lehrerin gehen und es ihr zeigen. ;)
    LG

    Am liebsten würde ich der Lehrerin die Frage stellen, ob sie mein Kind nicht mag. Ich bin auf 180!


    Micky, komm erstmal runter! ;)
    Das hat ja nun nichts damit zu tun, ob die Lehrerin dein Kind mag, oder nicht.

    Erstmal würde ich in Erfahrung bringen, was es mit diesen 10 Blättern auf sich hat.
    Ob die Lehrerin wirklich gesagt hat, dass das alles bis Dienstag nachzuarbeiten sei oder ob es vielleicht nur ein Missverständnis ist.

    Sofern deine Tochter die "alten" Buchstaben beherrscht und sie die sonstigen Aufgaben dazu erledigt hat, würde ich auch vorsichtig anfragen, worin dann der Sinn besteht, diese ganzen Blätter noch zu bearbeiten. Dadurch lernt deine Tochter auch nicht mehr Selbstständigkeit.

    Es wäre sicher sinnvoll, wenn du in Zusammenarbeit mit der Lehrerin und deiner Tochter für die Zukunft dann eine Vereinbarung triffst, wie ihr es gemeinsam schaffen könnt, dass deine Tochter selbstständiger wird, sich die erforderlichen Stempel einholt usw.
    Arbeitsblätter, die sie in der Schule nicht schafft, falls sie zu sehr träumt, könntet ihr ja zuhause nachholen.

    Wenn deine Tochter besonders große Schwierigkeiten hat, sich zu organisieren, könntest du die Lehrerin ja auch freundlich bitten, dass sie dir das genaue Vorgehen bei der Buchstabenerarbeitung mal erklärt (wie das nun mit den Stempeln ist, was die Lehrerin kontrolliert und was nicht etc)., so dass du darüber informiert bist und es nicht zu Missverständnissen kommt.
    Ggf. kannst du dann auch zuhause kontrollieren, was deine Tochter so im Unterricht schafft und was nicht.

    Eine Versetzung in die Parallelklasse oder eine andere Schule löst das Problem der Selbstständigkeit und der Träumerei ja nun auch nicht. Insofern würde ich davon abraten.

    Die sicherste Auskunft darüber kann dir nur das Schulamt selbst geben.
    Frag doch dort einfach mal nach!
    Ansonsten steht genaueres doch dann auch im Vertrag. Aber es ist natürlich richtig, sich vorher gut darüber zu informieren!

    Ich vermute, dass man nach den 2 Jahren immer noch DaZ Lehrkraft ist, aber dann nur an einer Schule. Somit wird man auch keine "normale" Klasse übernehmen, sondern immer noch im DaZ Bereich arbeiten. In anderen Bereichen ist es jedoch möglich, bei der Bezirksregierung einen Antrag auf Entpflichtung von bestimmten Aufgaben zu stellen. Das könnte ja dann vielleicht auch für den DaZ-Bereich gelten.
    Da würde ich mich vorher aber auch erstmal schlau machen.

    ... diese Sitzordnung ist aber natürlich auch Ausdruck meiner Haltung, was ich von ihnen erwarte: eben dass sie mit jedem umgehen können, sie müssen keine Freunde sein, sich nicht mal mögen, aber tolerieren und miteinander arbeiten müssen sie können, das fordere ich ein) ...


    Das könnte von mir sein! :)
    Zwar lasse ich Sitzordnungen über längere Zeiträume bestehen, aber ich sage das immer bezogen auf Partner- oder Gruppenarbeiten.
    Das verstehen auch Grundschüler schon ganz gut und reißen sich dann am Riemen.
    Für manche ist es echt eine große Herausforderung, aber mit der Zeit klappt es immer besser.

    Vielen Dank für eure Antworten, da ist einiges Neues für mich dabei.


    @ Dejana


    Von „Kagan“ habe ich noch nie gehört. Das klingt ja auch interessant. Da muss man nur gucken, dass das immer ungefähr aufgeht mit den Kategorien.
    Verstehe ich das richtig, dass dann der Lehrer diese Sitzordnung entsprechend der Kategorien festlegt und die Kinder davon nichts ahnen? Oder wissen die Kinder, warum sie so sitzen, wie sie sitzen?



    Gar kein Freund bin ich von ständigem Wechseln des Sitzplatzes. Meiner Meinung nach schafft Kontinuität auch Sicherheit, d.h. die Schüler/innen wissen, was auf sie zukommt.

    Das sehe ich auch so. Gerade auch für Kinder mit Förderbedarf ist diese Kontinuität wichtig. Ich muss allerdings sagen, dass ich es in einer Klasse gesehen habe, die wirklich regelmäßig alle 2 Wochen bunt durchmischt. Das klappt durchaus. Es kommt wahrscheinlich wirklich auf die Konstellationen in der Klasse an. Aber mir persönlich wär das auch nichts.


    Bei meiner Tochter war es so, dass die Lehrerin in der Grundschule häufig die Plätze wechseln ließ. Ein bestimmter Teil der Schüler/innen, durfte sich einen neuen Platz wählen, die anderen warteten solange an der Wand im Klassenraum. Dann wurde gefragt: "Wer möchte neben X sitzen? Ach, die A, die B, die C, der D. Na, X, neben wem von denen möchtest du gern sitzen?" - Das System fand ich persönlich völlig daneben.

    Da stimme ich dir voll und ganz zu, das halte ich auch für ein absolutes No-Go!


    Das mit dem Aufschreiben auf Zettel praktizieren wohl viele. Hat nur den Nachteil, finde ich, dass es für den Lehrer bei einer großen Klasse sehr viel Zeitaufwand bedeutet, alles so hinzukriegen, dass es nachher für den Lehrer selbst passt und jedes Kind noch neben einem „Wunschpartner“ sitzen kann.
    Und wenn es dann nicht funktioniert, fängt man wieder an umzusetzen… Finde ich immer so aufwändig. Aber gut, vereinzelt Kinder umsetzen muss man immer mal wieder, von daher ist es eigentlich egal.


    Ich selbst bin von den „Wunschpartnern“ eher weggekommen im Laufe der Zeit, weil es mir zu viel Unruhe reinbrachte.
    ;)

    Ok, das stimmt!
    Aber meistens ist es so, dass sie vorher über eine eindeutig erkennbare Nr. versuchen, einen zu erreichen und wenn das nicht klappt, kommt irgendwann eine Handynummer, weil sie glauben, dass man dann eher dran geht. Das hatte ich jetzt auch mal.
    Da ich aber nicht allzu oft von fremden Handynummern angerufen werde, habe ich mir die Mühe gemacht, die Nr. zu googlen und bin nicht dran gegangen. Dann rufen sie auch nicht mehr an.
    Ansonsten lege ich durchaus sofort auf, aber vielleicht hat ja noch einer einen lustigen Spruch auf Lager.

    Hallo!
    Da ich immer wieder auf verschiedene Modelle stoße, wie Lehrer die Sitzordnung in der Grundschule festlegen, würde mich mal interessieren, wie ihr das so handhabt.
    Ich meine jetzt nicht die Sitzform (Hufeisen, Gruppentische etc.).

    Bisher habe ich mir um die Sitzordnung nicht zu viele Gedanken gemacht.
    Ich habe auf Rechts-/Linkshänder geachtet, auf Kinder die aufgrund von Seh- oder Hörproblemen weit vorne sitzen müssen und wenn Kinder an ihrem Sitzplatz nicht aufmerksam sind, habe ich sie eben entsprechend umgesetzt.
    In der Regel galten Sitzordnungen bei mir über einen längeren Zeitraum, mal mindestens von Ferien zu Ferien oder länger.

    Es gibt aber ja auch ganz andere Varianten.
    So mischen manche alle zwei Wochen die Sitzordnung durch, so dass jeder mal neben jedem sitzt.
    Oder Kinder schreiben Zettelchen, neben wem sie sitzen wollen und dann versucht der Lehrer das irgendwie hin zu kriegen.
    Oder oder oder...

    Für welches System habt ihr euch entschieden und was seht ihr für Vorteile?
    Wie oft wechselt ihr die Sitzordnung?

    Vielleicht mag der ein oder andere dazu was schreiben :)

    LG
    Shadow

    Sprüche hab ich gerade keine parat, aber in der Regel sieht man doch schon an der Nummer, dass es Werbeanrufe sind.
    Ich gehe einfach gar nicht erst ran, da ist mir meine Zeit zu schade für. ;)

    Man schaue auch die Lehrer an Gemeinschaftsschulen an. Meistens sehr motivierte, engagierte und sehr gute Lehrerpersönlichkeiten. Nach zwei Jahren, wenn nicht schon früher, oft dem Burn-Out nahe.


    Genau das habe ich auch beobachtet, allerdings an Grundschulen.
    Ich kenne selbst sogar einige Lehrer und Lehrerinnen, die sich haben versetzen lassen, obwohl sie im Prinzip voll hinter diesem System stehen und überaus engagiert und motiviert waren. Zum Glück haben sie rechtzeitig die Notbremse gezogen.

    Ein Aspekt, der auch nicht zu unterschätzen ist und den ich sehr interessant finde:
    Mein Eindruck ist, dass mittlerweile auch viele Eltern erkennen, dass an Schulen, an denen in dieser Art gearbeitet wird, zu wenig Lernzuwachs bei rum kommt. Deshalb nehmen sie ihre Kinder von der Schule oder wollen sie erst gar nicht mehr dort einschulen.
    Einige dieser Schulen konnten sich anfangs vor Anmeldungen kaum retten. Mittlerweile haben sie Mühe, überhaupt genügend Kinder einzuschulen und es laufen sogar im laufenden Schuljahr reihenweise die Eltern/Schüler weg.
    Finde ich sehr interessant diese Entwicklung.
    Wer weiß, vielleicht kommt ja doch noch "das große Umdenken"... ;)

    Ihr tut aber auch echt so, als ob das nicht alles später noch erlernbar wäre.
    Ich war wegen des Prüfungszeitraums nicht mit auf Klassenfahrt und Lesenacht- fand ich schon schade. Viele Dinge haben irgendwie nicht stattgefunden, weil es zeitlich nicht passte.
    (...)

    Natürlich lernt man auch später noch sehr viel, gerade Organisatorisches.
    Da lernt es sich vielleicht sogar intensiver, weil man dann evtl. die erste eigene Klasse hat und sich einfach mit vielen Dingen befassen muss.

    Dennoch gehört es für mich ganz klar zum Ref. dazu, dass man eben nicht nur seinen Unterricht vorbereitet und lernt, zu unterrichten, sondern sich am Schulleben beteiligt, so gut es geht. Eine Klassenfahrt (wenn möglich), Ausflüge, Elternabende, Elterngespräche, Schulweihnachtsfeier, sonstige schulspezifische Veranstaltungen gehören für mich selbstverständlich dazu.
    Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, mich nur um meine Unterrichtsstunden zu kümmern.
    Klar ist das stressig und man darf auch sicher mal Nein sagen, aber nur weil ich gerade "in Ausbildung" bin, kann ich mich doch davon nicht fernhalten. Ob das jetzt in die Beurteilung mit reinfließt, war mir vorher überhaupt nicht bewusst. Mir war wichtig, dass ich für mein späteres Berufsleben schon möglichst viele Erfahrungen mache, ohne dabei verantwortlich zu sein. Eben ganz entspannt ;)
    Übrigens war ich auch auf Klassenfahrt, trotz UB, der ein paar Tage später stattfand. Es war mir einfach wichtig.

    Ich habe aber auch noch keinen Ref. gesehen, der sich nicht am Schulleben beteiligt, von daher wundere ich mich, dass das anscheinend häufiger vorkommt...

    (...) Hier gibt es keinesfalls 6 Wochen ohne Kopfrechnen, bei uns im Speziellen derzeit das Einmaleins. Das ist wie mit Sport. Man muss im Training bleiben. Das Gleiche gilt für Lesen, wobei das meine Tochter freiwillig und gerne macht. ;) Hätte ich einen (oft lesefaulen) Jungen, wäre auch das Pflichtprogramm. ;) Ich sehe viel zu oft, wie selbst gute Rechner nach den Sommerferien mehrere Wochen brauchen, um wieder in die Spur zu kommen.


    Ich denke, die meisten hier sind sich einig, dass man natürlich "am Ball bleiben muss", gerade was solche Grundlagen wie Kopfrechnen und Lesen angeht. Und ich behaupte mal, dass die meisten Kinder auch in den Ferien hier und da spielerisch Kopfrechnen üben, sei es auf einer Autofahrt o.ä. und dass auch viele Kinder mehr oder weniger regelmäßig selbst lesen oder auch mal dazu in den Ferien ermuntert werden.

    Der Unterschied besteht für mich darin, dass hier eine ganze Reihe an Buchstaben nachgearbeitet oder Arbeitspläne aufgearbeitet werden sollen und nicht Basisfertigkeiten trainiert werden.


    Ich habe derzeit Kontakt zu verschiedenen Diplom-Psychologen und Diplom-Pädagogen, die z.T. in der Hochschullehre tätig sind und werde das Thema mal ansprechen - bin gespannt (ist allerdings niemand dabei, der sich Primarschuldidaktik auskennt)


    Ja, frag ruhig mal, da bin ich auch mal gespannt.
    Wobei es vermutlich an der Uni auch wieder alles positiv dargestellt wird.
    Wenn man es aber in der Praxis mal sieht, was sich in der Theorie so toll anhört, dann sieht man manches eben doch anders ;)

    Shadow, ich habe versucht sehr ausführlich zu berichten warum es klappt und warum ich das System gut finde. Du bestreitest das einfach, ohne Argumente, ohne Beispiele.

    Hallo,

    ich hoffe, es wird jetzt kein Roman, was ich hier schreibe.
    Anja, ich habe nicht bestritten, dass dein System, so wie DU es betreibst, nicht funktioniert. Schon in meinem 1. Posting habe ich geschrieben, dass es „solche und solche Schulen gibt und dass es letztlich darauf ankommt, wie der Lehrer es handhabt“. Es freut mich, wenn die Arbeit in deinen Matheklassen so funktioniert. Dennoch stößt mir etwas auf. So zum Beispiel das hier:


    Auch bei mir arbeiten Kinder in den Ferien. Nämlich, die die im Grunde leistungsbereit sind, aber einfach Träumer oder Schnecken sind. ;) Sie könnten also mit mehr Zeit schon weiter sein und genau diese Kinder arbeiten bei mir auch mal in den Ferien. Alles auf freiwilliger Basis, aber schon mit meinem Wunsch.

    Ich finde, das widerspricht sich, genau wie bei der Lehrerin, die Micky im Ausgangspost beschreibt. Wenn man doch nach so einem „individuellen und jeder in seinem Tempo Arbeitsplan-System“ arbeitet, kann man doch dann nicht ankommen und die Kinder in den Ferien arbeiten lassen, nur weil sie langsamer sind und schon weiter sein könnten?? Mal abgesehen davon, dass Kinder auch ein Recht auf Ferien haben. Finde ich äußerst fraglich.



    Hast du denn so ein System wirklich schon unterrichtet?


    Ja, das habe ich, da ich an eine Schule kam, die mit Arbeitsplänen arbeitete. Es war allerdings im Unterschied zu dir eine jahrgangsgemischte Klasse 1 – 4. Ich habe sowohl selbst damit arbeiten müssen, als auch einen Einblick in viele Klassen bekommen. Darüber hinaus habe ich an Schulen hospitiert, die ebenfalls mit Plänen arbeiteten.

    Ich halte das Ganze für ein sehr schwieriges System. Es mag Lehrer geben, die das alles im Blick und im Griff haben, du gehörst vielleicht dazu, aber die scheinen selten zu sein. Obwohl fast alle Lehrer an solchen Schulen besonders engagiert sind und voll dahinter stehen, so habe ich es zumindest erlebt, steht die Umsetzung dann doch auf einem anderen Blatt. Es kommt viel zu wenig Lernzuwachs dabei rum. Ich persönlich kann und will nicht in dieser Weise arbeiten, weil ich sehe, dass

    • die allermeisten Kinder mit Arbeitsplänen überfordert sind
    • mindestens zwei Stunden täglich (Mathe und Deutsch) alleine vor sich hin gearbeitet wird und Gespräche über Unterrichtsinhalte nur sporadisch stattfinden
    • viele Kinder unter ihren Leistungen bleiben und der Lernzuwachs gering ist
    • die meisten Kinder die von ihnen geforderte und erwartete Selbstständigkeit und Selbstverantwortlichkeit für ihr Lernen einfach noch nicht haben (können)


    Es wird meiner Meinung nach (zu) viel Selbstständigkeit von den Kindern verlangt. Das schlägt sich dann nieder in den Leistungen. An einer Schule war es zum Beispiel so, dass in einer Klasse weit über ein Drittel der Kinder eine Klasse wiederholen musste bzw. 3 Jahre die Schuleingangsphase besuchte. Da frage ich mich, ob das noch Sinn der Sache ist.

    Wie gesagt, ich freue mich, wenn dein System, so wie du es umsetzt, funktioniert.
    Alle Erfahrungen, die ich in dieser Hinsicht gemacht habe, gehen aber wirklich in eine andere Richtung. Mir tun die Kinder leid. Die einzigen, die meiner Meinung nach damit klar kommen, sind die wenigen wirklich leistungsstarken Kinder. Für Kinder mit Förderbedarf halte ich dieses System auch für gut, allerdings nicht, weil ich der Meinung bin, dass sie mit Plänen "mehr" lernen, sondern weil sie einfach mit ihrem Förderbedarf nicht auffallen, da sowieso jeder alleine vor sich hin arbeitet. Das ist wohl ein Vorteil für diese Kinder.
    Für den Großteil (schwach bzw. normalbegabte Kinder) ist aus den Erfahrungen, die ich gemacht habe, dieses System eher von Nachteil.

    LG
    Shadow

    Noch eine Ergänzung:
    Die leistungstarken Schüler kommen sicher gut mit Arbeitsplänen klar, da sie ja auch in der Lage sind, sich selbstständig Dinge beizubringen. Da stimme ich durchaus zu. Aber wie viele solcher wirklich leistungsstarker Kinder hat man in der Klasse? Vielleicht 2-4?

    Aber das heißt doch nicht, dass sie in einem Unterricht ohne Arbeitspläne nicht genauso schnell und genauso viel lernen würden.
    Wenn sie eine Aufgabe geschafft haben, muss man sie ja nicht mit weiteren Arbeitsblättern "beschäftigen". Da gibt es ja nun durchaus Möglichkeiten, dass solche Schüler dann darüber hinaus weiter lernen, sei es am PC/Laptop, mit Freiarbeitsmaterialien, als Helferkind, in einem Forderheft, mit einem wie oben schon erwähnten Knobel/Rätsel/Sonstwasarbeitsplan etc.

    Noch schlimmer als bei den Normalbegabten sieht es dann bei den schwachen Schülern aus. Für die ist diese neue Unterrichtsform leider so gar nichts.
    Klar gibt es Helfersysteme etc. in den Klassen. In der Grundschule mag das auch funktionieren, so dass auch die schwachen Schüler von den stärkeren profitieren.
    (...)

    In den Klassen 5/6 mag das alles noch funktionieren. (...)


    Ganz ehrlich:
    Meiner Meinung nach funktioniert das auch in der Grundschule nicht.
    Das wird schlicht und ergreifend alles im Zuge der Inklusion schöngeredet.
    Genauso die jahrgangsübergreifenden Klassen 1-4, in denen natürlich mehr oder weniger zwangsweise mit diesen ganzen Plänen gearbeitet werden muss. Wird genauso schöngeredet.


    Naja, wie dem auch sei - gestern war Elternabend und da wurde erzählt, dass einige Kinder bis zu 10 Buchstaben zurückhängen! Und die Lehrerin greift nicht ein, weil die Kinder ja selbstständig werden sollen. Order an die Eltern: Nacharbeiten!


    Da widerspricht sich die Lehrerin ja quasi selbst. Finde ich schon seltsam diese Anordnung, wenn sie doch die Kinder selbstständig arbeiten lassen will. Entweder steht sie hinter ihrem System oder nicht...

    Was das Thema Arbeitspläne und "alleine vor sich wurschteln" angeht, was oben angesprochen wurde:
    Alle Schulen, die mit solchen Plänen arbeiten, werden auch hier als das "Nonplusultra" dargestellt. Sei es in den Medien, vom Schulamt oder auf Fortbildungen. Da sollten sich andere Schulen mal ein Beispiel dran nehmen, wie schön individuell und jeder in seinem Tempo dort gearbeitet wird, bla bla bla.
    Wenn man selbst mal gesehen hat, wie das an einer solchen Schule läuft, ist man häufig anderer Meinung.
    Mir tun die Kinder einfach leid, die da alleine vor sich hinwurschteln und sich fast alles selber beibringen müssen. Häufig bleiben die normalbegabten Kinder unter ihren Leistungen.
    Gemeinsame Gespräche über Unterrichtsinhalte, Einführungsstunden oder Reflexionen finden viel zu selten statt.
    Natürlich gibt es auch da solche und solche Schulen, letztlich kommt es auf den Lehrer an, wie er es handhabt. Aber alles, was ich in dieser Richtung gesehen habe (und das war viel), war erschreckend.

    Mir hat es gerade im Ref. immer geholfen, wenn ich mir im Vorfeld genau überlegt habe, welche Transferleistung ich von den Schülern erwarte. Das habe ich auch für mich noch einmal klar notiert und mir dann entsprechende Fragestellungen und Hinweise aufgeschrieben, mit deren Hilfe ich die Schüler dahin bringen wollte. Den Zettel hatte ich dann immer dabei und konnte in Reflexionsphasen falls nötig drauf gucken und weitergehende Impulse liefern, die mir spontan vielleicht nicht eingefallen wären.

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