Beiträge von Susannea

    und zum Glück wird es wahrscheinlich nie dazu kommen, das Grundschullehrkräfte Analysis lernen müssen.

    Nochmal, bei uns im Studium mussten sie es, für die Sekundarstufe I, die wir ja auch unterrichten dürfen, muss man es auch immer noch. Wie das nun verteilt wird, kann ich nicht sagen.

    Also wahrscheinlich nie dazu kommen, ist einfach falsch, denn es war ja so ;)

    Die Uni begründet eben auch gut (und mit ähnlichen Argumenten, wie ich), warum dem so sein muss.

    Mir war nicht so ganz klar, warum du das so betonst. Wir machen das in der Grundschule, ist nur nicht so komplex, das man dafür Analysis in der Uni belegt haben muss.

    Naja, weil immer wieder von einigen betont wurde, dass das ja erst Oberstufenlerninhalte sind, was sie eh schon lange nicht mehr sind. Aber inzwischen sind sie eben auch Stoff der Grundschule und nicht mehr nur der Mittelstufe.


    Naja, um die Zusammenhänge dafür zu verstehen, bleibe ich dabei, dass man das in der Uni belegt haben sollte.

    Sagen wir es mal so, bei uns haben einige QE ein sehr hohes Selbstbewusstsein, kommen schon an und haben noch nicht einen Kurs an der Uni belegt, nicht eine Klasse von innen gesehen und haben aber schon eine Liste, was wir alles bei uns verbessern müssen. Und wenn man dann ein halbes Jahr mit über 30 Krankheitstagen geschafft hat und dann groß tönt, dass man nur Tutor für die neuen QE machen kann, dann rollen sich natürlich allen die Fußnägel auf. Aber nicht nur den "normalen" Lehrern sondern auch den anderen QE.

    Es gibt solche und solche, allerdings habe ich noch keinen Lehrer mit solch einer Selbstüberschätzung bisher erlebt und ich war schon an vielen Schulen.

    statt seitenweise zu überlegen, ob der Besuch von Analysis I der große Game Changer in der Grundschullehrerausbildung ist.

    Ich habe doch eindeutig geschrieben wir hatten Analysis I und Algebra I, genauso wie Stochastik, Lineare Algebra usw. genauso wie Zoologie, Botanik usw. (mit den Diplo-Biologen zusammen) und ja, für mich muss das auch genau so aussehen im Studium (wie ich auch geschrieben habe), denn trotzdem hatten wir noch genügend Grundschulpädagogik und Erziehungswissenschaften, viel mehr als heute und auch Fachdidaktik mit sogenannten Schulpraktischen Übungen, wo man schon im 3. Semester dann selber mit dem ganzen Seminar Stunden plant und selber unterrichten muss.
    Das fehlt hier an vielen Unis heute.

    Susannea, wir tun einfach mal jetzt so als dürftest du den Studiengang "Lehramt Primarstufe" in deinem Bundesland von Grund auf neu konzipieren. Wie würde dieser inhaltlich aussehen?

    Meiner würde vermutlich genau so aussehen, wie er es damals getan hat.
    Erziehungslwissenschaften, Fachwissenschaften, Didaktik, "Nebenfächer" direkt in der Grundschulpädagogik usw. Wir hatten nämlich auch genügend Praxis, nur die Jahrgänge danach nicht mehr ;)
    Einzig bei der Aufteilung sollte man dann evtl. darauf achten, dass es eben nicht funktioniert, dass Biologie Diplom und Lehramt das alles genau gleich machen, weil eben Lehramt noch ein weiteres Fach (Grundschulpädagogik mit den entsprechenden Teilbereichen, bei mir waren es damals dann noch fünf, drei Fächer, allgemeine Grundschulpädagogik und Anfangsunterricht) und Erziehungswissenschaften hat.

    Das hat damals einfach nicht funktioniert und die Leute waren ganz erstaunt, immerhin klappte der Stundenplanbau bei den Diplombiologen doch so reibungslos :autsch:

    Um das bisschen Hochsprung/Gedichtinterpretation/Englischübersetzung/Kunststoffeigenschaften zu vermitteln, muss man doch kein Staatsexamen machen. Das könnten genausogut ein Physiotherapeut, eine Leseratte, ein Engländer und ein Chemielaborant erklären.

    Genau, das könnte doch eigentlich jedes Elternteil.
    Ach, da haben ja viele im Lockdown gemerkt, dass es so einfach dann doch nicht ist. :pfeifen:

    Ich musste übrigens gerade an unsere einzige gescheiterte Quereinsteigerin denken.

    Die ist an der p,q-Formel gescheitert. Und ja, bei Grundschulmathematik (nicht im Hauptfach), denn auch dort geht man davon aus (so wie ich auch), dass man Kindern nicht erklären kann, wie sie Formeln umstellen können/müssen und Werte ablesen bzw. für Variablen einsetzen, wenn sie dazu selber nicht mal in der Lage sind.

    Und gerade weil der Unterricht inklusiv ist, gehört ein großer Anteil des Sonderpädagogik-Studiums mit ins reguläre Lehramt.

    Genau, war bei uns auch so, wir hatten 30 SWS (damals gabs noch keine Credits, sprich 45 Zeitstunden je Woche ein Semester lang), Sozialwissenschaften, Psychologie und Pädagogik inklusive Sonderpädagogik.

    Allerdings sind wir uns hoffentlich alle darüber einig, dass Grundschullehrkräfte (auch ohne höhere Mathematik) ihren Schüler*innen mehr als 2 Seiten im Buch voraus sind.

    Nein, darüber sind wir uns leider nicht einig, denn die Erfahrung zeigt eben, dass das bei einigen nicht der Fall ist. In diverse Fächern.

    Dieser Kompetenzerwerb gehört aber imho viel mehr ins Studium von Grundschullehrkräften als höhere Mathematik, weil die o.g. Kompetenzen die Grundlage der Arbeit sind.

    Dieser Kompetenzerwerb gehört genauso ins Studium, wie höhere Mathematik

    Analysis I Goethe Uni SoSe23 Blatt 5

    Warum genau sollen Grundschullehrer das können?

    Weil sie nicht nur bis Klasse 4, sondern 10 unterrichten dürfen und weil man auch diese Grundlagen braucht um die Notwendigkeiten diverser Dinge in den ersten vier Schuljahren zu erklären.

    Aber wenn man sich einmal überlegt, was unser Dienstherr eigentlich von uns erwartet und fordert, ist das gar nicht mit 43 h die Woche zu schaffen.

    Danke, sehe ich genauso!

    Aber es müssen im Prioritäten gesetzt werden, weil man gar nicht alles schafft. Wenn man aber zu Hause nichts tut, weil man nur Grundschullehrkraft ist, dann hat man einmal das System und die Wichtigkeit der ersten Schuljahre nicht verstanden und auch kein A13 verdient.

    Genau das!

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