Beiträge von Piksieben

    Das Wort "Praktikum" war vielleicht ungeschickt gewählt, aber ich denke, es ist jetzt geklärt, dass man auch ohne zweiwöchiges Praktikum auswärts hospitieren kann.

    Danach zu fragen ist legitim, dafür ist doch so ein Forum da.

    Ich habe mich anfangs gar nicht getraut, zu fragen, ob mein Unterricht umgeplant werden kann. Dann wurde ich aber sehr deutlich darauf hingewiesen, dass das zu meiner Ausbildung gehört. Wie soll das auch anders gehen, wenn man eine Gruppenhospitation machen will. Eigentlich hatte ich noch nicht mal Lust drauf, ich hätte lieber meinen Unterricht gemacht. Im Nachhinein war es aber doch nützlich, vor allem im Seiteneinstieg, bei dem man ja in der Regel an der Schule bleibt, an der man ausgebildet wird. Und sich um solche Erfahrungen aktiv zu bemühen heißt doch nicht, dass man sich für besser hält. Engagement für die eigene Entwicklung wird doch ausdrücklich gewünscht.

    Nein, das müsste er/sie nicht, ich weiß nicht, woraus du das liest. Es geht prinzipiell darum, ob man auch mal an einer anderen Schule zu Gast ist. Und das war bei uns selbstverständlich - vom Seminar aus, nicht von der Ausbildungsschule. Ich glaube, einige reagieren hier etwas überempfindlich, weil oft Neulinge hier aufschlagen, die alles besser und cooler zu machen glauben. Das kann ich aus dem Eingangsthread nicht herauslesen. Dass man auch mal was anderes sehen will als Unterricht an der eigenen Schule finde ich selbstverständlich.

    In meiner Ausbildung (auch Seiteneinstieg) war eine sogenannte Gruppenhospitation üblich. Wir sind mit der Seminargruppe zu einem Unterrichtsbesuch an die Schule eines Teilnehmers gefahren. Das ist zwar kein Praktikum, aber doch immerhin ein lehrreicher Einblick. Diskutiert wurde dann natürlich auch. Und natürlich waren innovative Unterrichtsprojekte gefragt.

    Wir haben auch gemeinsam Unterricht vorbereitet, den dann einer gehalten hat und der danach diskutiert wurde. Ich nahm an einem Workshop an einer anderen Schule teil, wo es nur um Unterrichtsprojekte ging, die man einander vorgestellt hat.

    Ich habe immer gedacht, dafür ist Ausbildung gedacht. Und natürlich wurde ich freigestellt, wenn ich auswärts war.

    Also, einfach fragen.


    Wundere mich, dass hier sowohl das Referendariat mit seinem Praxisbezug als auch die Uni mit ihrem Nichtpraxisbezug ständig bekritelt werden. Denken manche, dass sie intuitiv alles allein könnten? Dass die Bücher, aus denen ihr euer Wissen habt vom Himmel fielen?

    Man verfällt in einer Ausbildungssituation leicht in ein Schülerverhalten und gibt gern den Lehrern die Schuld daran, wenn etwas nicht so läuft. Man müsste eigentlich neugierig sein, aber man stellt die Borsten auf. Ich stelle das gelegentlich an mir selbst fest, wenn ich in einer Fortbildung sitze. Ja, es ist irgendwie kindisch.

    Theorie ist ja sozusagen geronnene Praxis. Das ist ja gerade das Wertvolle daran: Dass man sich aus dem Alltagsgeschäft löst und die Dinge von einer höheren Warte aus betrachtet. Mir hat das immer Spaß gemacht und ich kann mit dem destruktiven Gejammer vom fehlenden Praxisbezug auch nichts anfangen. Die praktische Erfahrung muss man sich ohnehin selbst erarbeiten.

    Meine Ausbildung im Seiteneinstieg war auch kein bisschen praxisfern. Die Dozenten waren alle aktive Lehrer und wir sprachen viel über das Alltagsgeschäft. Die theoretischen Themen wurden immer auch aus der Perspektive der Praxis behandelt. Man redet ja auch nicht nur mit den Dozenten, sondern auch miteinander.

    Dann gibt es noch Ergebnis, Zeugnis, Erlebnis, Atlas ... sehe ich häufig falschgeschrieben bei meinen Schülern. Ich hatte mich früher nie über diese Ausnahmen gewundert. Ich stelle es mir auch schwierig vor, Grundschülern zu erklären, dass "Bus" ein Fremdwort sein soll.

    Aber das mit dem -nis kann man sich ja vielleicht separat merken. Finsternis fällt mir auch noch ein. Ist grad schon so dunkel :)

    Ich staune ja immer wieder, wie sehr sich Lehrerinnen und Lehrer Dinge auch nach Jahrzehnten Berufserfahrung noch zu Herzen nehmen. Ich denke, ein bisschen mehr Gelassenheit würde uns allen nicht schaden.

    So eine Lerngruppe ist ein sonderbarer Organismus, da kann ein einzelner Schüler alles zu Brei machen. Oder man hat so richtig Nette da, die die ganze Stimmung positiv beeinflussen. Ich habe Klassen, da sage ich, was wir tun wollen, und dann sitzen die da und arbeiten und ich fühle mich überflüssig. Bei anderen kommen dann die immergleichen blöden Fragen, das Gemecker, das das alles zu viel und zu schwer sei (ja, diese Klagen sind schon so eine Art Hintergrundgeräusch), sie stören und machen sich lustig. Und das bei Parallelklassen mit der prinzipiell gleichen Klientel. Manchmal gelingt es, das Klima zu wandeln, man gewöhnt sich aneinander, manchmal bin ich einfach nur froh, eine Klasse los zu sein.

    So toll scheint die Lerngruppe ja auch bei anderen nicht zu funktionieren, wenn sie da auch zuweilen laut sind. Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht immer ganz ehrlich, wenn sie behaupten, gut klar zu kommen.

    Kurzum, ich würde vor allem daran arbeiten, das alles nicht persönlich zu nehmen und nicht mit nach Hause. Du verstehst dein Handwerk. Lass dich nicht verrückt machen

    Und da melden sich Leute freiwillig? Warum sollte man das machen?

    Bei uns gibt es auch einen zentralen Nachschreibetermin (nachmittags), aber da werden die Kolleginnen und Kollegen fein nach Alphabet eingeteilt. Den Einsatz verschieben kann man ja immer noch, aber dass ein Teil einfach raus ist weil "keine Lust", das finde ich doch fragwürdig.

    Ich weiß, Kombipräparate werden eigentlich gar nicht empfohlen - trotzdem hilft mir Aspirin Komplex am schnellsten und besten.
    Aber gleich zwei Tütchen. Unterstützend: Lindenblütentee, Suppe mit viel Zwiebeln, Inhalieren, Gummibärchen (oder andere Figuren, gern zur Hälfte Lakritz oder sauer), im Bett bleiben und vor allem: Nicht ärgern. Ist doch auch mal schön, nicht überlegen zu müssen, ob man sich zur Schule schleppt oder nicht, und die Mediathek leerzugucken. Und irgendwann geht dann auch wieder ein Buch.

    Gute Besserung!

    Kriegt die Schule denn mit, mit wem du zusammenlebst?
    Was wäre denn passiert, wenn du deinen Freund gar nicht erwähnt hättest?
    Ich würde wahrscheinlich nichts mehr aus meinem Privatleben erzählen und abwarten.
    Notfalls ausweichend antworten. Und ansonsten meinen Job so machen, dass man mich ungern rauswerfen würde, weil man mich braucht.

    Ich finde es auch unfassbar, dass man sich 2019 mit so etwas auseinander setzen muss, aber ich bin halt auch nicht christlich - der Austritt aus der Kirche war eben durchaus begründet. Mit "so etwas" zum Beispiel.

    Wenn dein Sohn Hausaufgaben macht, um keinen Ärger zu kriegen, reicht das doch für's Erste als Motivation. Überleg doch mal, wie viele Dinge du tust, um "keinen Ärger zu kriegen". Man kann überhaupt nicht früh genug anfangen, ohne großes Theater auch die Sachen zu machen, auf die man gerade keine Lust hat. Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert. Je weniger man darüber nachdenkt, ob man nun den Müll rausbringt und warum, desto besser. Irgendwann muss man das drin haben. Wenn man jung ist, fehlt halt diese Erkenntnis, und der Prozess bis dahin, den wir Erwachsenen steuern müssen, heißt "Erziehung".

    Klar, leuchtende Kinderaugen, wenn man einen neuen Buchstaben lernt oder ein Luftsprung, weil es endlich ans schriftliche Dividieren geht - das wäre fein. Aber woher will man wissen, dass es wunderschön ist, ein Buch zu lesen oder Mathematik zu machen, wenn man es noch nicht kann?

    Belohnungssysteme helfen nur wenig bei der Erkenntnis, dass es manchmal sehr lange dauert, bis etwas wirklich Spaß macht. Ist nun mal so beim Sport, bei der Musik und eben auch beim Lernen: Ohne Fleiß kein Preis. Ja, Eigenmotivation wird gestört durch "Fleißkärtchen". Wer Profifußballer werden will, trainiert halt. Ein Lob ist ein Ansporn, um zu sehen, dass man auf dem richtigen Weg ist. Das ist aber was anderes als eine Belohnung. Die ist nicht notwendig. Nur für Dinge, die man nicht so gern macht.

    Wirklich schmerzhaft finde ich dagegen, dass wir Jugendlichen oft Dinge anbieten müssen, für die sie gerade gar nicht bereit sind. Sei es eine klassische Lektüre oder Unterricht zu früh am Morgen. Es gibt so wunderschöne Gedichte, die durch den Unterricht zu Unterrichtsstoff werden, und das in einem Alter, in dem man gerade ganz andere Sachen im Kopf hat.

    Ich möchte natürlich erreichbar sein. Schon innerhalb der Schule hat man bei uns oft keine Chance, jemanden zu finden, wenn man nicht anruft oder eine Whatsapp schreibt. Es ist nervig, wenn man eine dringende Frage hat und erreicht den Kollegen nicht. Kann sein, er kann grad nicht. Aber aus Prinzip nicht erreichbar sein?

    Erreichbar sein gibt mir Freiheit: Ich weiß, wenn etwas Dringendes ist, kann man anrufen. Ansonsten habe ich meine Ruhe und kann in den Garten gehen, ohne dass es hinterher heißt: Piksieben, wo in aller Welt waren Sie denn?

    Aber man kann sich das Leben auch selbst schwer machen.

    Natürlich muss man sich am Anfang um die Tastatur kümmern. Das ist doch klar. Mache ich selbst bei meinen deutlich älteren Schülern. Schon, weil ich sichergehen will, dass sie wissen, was ich meine, wenn ich von der Tabulatortaste spreche.

    Viele kennen das kaum noch mit der Tastatur, weil zu Hause nur noch gewischt wird.

    Müssen wir uns halt drauf einstellen.

    Bisschen wenig Info, elmustardo. Was ist dein Ziel? Was steht denn auf deinem Plan? Woher sollen wir wissen, was du vergessen hast, wenn wir nicht wissen, was du vorhast?

    Das Dagstuhldreieck finde ich auch hilfreich, um die unterschiedlichen Perspektiven (Wie funktioniert das? Wie wirkt das? Wie benutze ich das?) zu beleuchten.

    Vielleicht verrätst du uns etwas mehr darüber, was das Ziel deines Vorhabens ist.

    Auf die eingangs gestellte Frage kann ich nicht antworten, aber mich ärgern diese Kommentare ein bisschen.

    Ich finde die Idee, ein Pedelec zu leasen, gar nicht schlecht. Die Dinger kosten einen Haufen Geld und man weiß nicht, wie sich die Technik entwickelt und wie lang der Akku hält. Am Ende der Laufzeit kann man das Rad doch wohl zurückgeben und sich ein besseres Modell leasen oder kaufen. Man müsste es halt durchrechnen, aber es ist doch so gedacht, dass man mit dieser Idee Geld spart. Alles andere wäre tatsächlich sinnlos.

    Ich habe mir vor zwei Jahren ein Pedelec gekauft (für einen Haufen Geld, von dem ich vorher nicht sicher wusste, ob der gut investiert ist) und fahre fast nur noch damit zur Schule. Ich finde das total super und amüsiere mich über die schwankenden Spritpreise, die mich jetzt kaum noch interessieren. Mit dem normalen Fahrrad fahre ich im Urlaub, der Weg zur Schule dauert zu lang und ist mir aufgrund der Höhenunterschiede einfach zu anstrengend. Mein Rad fährt mit Ökostrom.

    Noch sind die Einzelheiten ja nicht klar, aber einfach nur rumzustänkern statt sich zu freuen, dass endlich mal was in diese Richtung unternommen wird, finde ich blöd.

    Natürlich kannst du der Schulleitung sagen, dass du deine Aufgabe - oder Teile davon - abgeben möchtest. Du kannst auch fragen, was du jetzt liegen lassen sollst. Solche Sachen funktionieren immer nur nach Absprache und nur dann, wenn beide Teile einverstanden sind. Da wäre ich nicht zögerlich und würde klar meine Wünsche kommunizieren. Und mal einige Zeit die Arbeitszeit dokumentieren, auch für dich selbst.

    Achte auch ein bisschen drauf, dass man deine Arbeit sieht. Gerade in der EDV versenkt man ja manchmal viele Stunden und keiner merkt's weil: läuft doch.

Werbung