Beiträge von Piksieben

    Anders herum gefragt: Wenn es sich ergibt, dass ich Kinder von Freunden unterrichte, muss ich dann die Freundschaft kündigen und zum Sie übergehen? Oder muss das Kind auf eine andere Schule gehen?

    Und wer genau ist übergriffig, wenn man gleichzeitig eine Veranstaltung besucht? Muss ich als Lehrerin Veranstaltungen meiden, in denen Eltern meiner Schüler sitzen könnten?

    Und wer ist befugt, mir zu verbieten, zu einem Fußballspiel zu gehen, weil da jemand neben mir stehen könnte, dessen Kind von mir Noten bekommt?

    Kurz gesagt, ich verstehe die Frage nicht.

    Mir fällt aber ehrlich gesagt nichts Tröstlicheres ein.

    Und ich finde die Aussicht auf ein "Jenseits" alles andere als tröstlich. Ewiges Leben? Gruselig! Trifft man dann alle Leute wieder, die man schon im Diesseits nicht mochte? Wie alt sind die? Was macht man den ganzen Tag? Überwachen die uns von da oben? Können die uns nicht einfach in Ruhe lassen und wir die?

    Tröstlicher finde ich den Gedanken, jemanden gehen zu lassen. Loslassen können. Jemandem die Ruhe gönnen (was auch ein Bild ist, denn der Verstorbene merkt davon nichts).

    Das mit dem Himmel ist ein Bild für Kinder, die sich vorstellen wollen, dass jemand noch weiter existiert. Tut er auch gewissermaßen, aber eben in der Vorstellung der Hinterbliebenen, in ihren Herzen. Das finde ich eine sehr schöne und tröstliche Vorstellung. Jeder Mensch hinterlässt Spuren.

    Andererseits finde ich das mit den tröstlichen Sprüchen ohnehin fragwürdig. Das mit der stummen Umarmung, für die manchmal gedankt wird, hat schon seine Berechtigung.

    Überhaupt auf die Idee zu kommen, nach einem in die Länge gezogenen und schlecht abgeschlossenen Bachelorstudium einen Master anzufangen, zeugt von einer großen Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Mit abgeschlossener Ausbildung (oder hast du die auch abgebrochen?) und Berufserfahrung sowie einem Bachelor das Lehramtstudium als einzige Alternative zu Hartz 4 darzustellen, ist ziemlich kindisch und klingt wie: Wenn ihr mir jetzt nicht sagt, dass ich Lehrer werden kann, dann lasse ich mich eben bis an mein Lebensende vom Staat finanzieren und ihr könnt dafür blechen.

    Etwas gern zu machen heißt noch lange nicht, dass man es gut kann. So ist das leider! Was kannst du richtig gut? Was fällt dir leicht? Das herauszufinden wäre für dich im Moment viel wichtiger. Warum scheitern deine Bewerbungen (schreibst du überhaupt welche)? Die Noten sind sicher ein Grund, aber ich vermute, nicht der einzige. Statt dich erneut auf ein Studium zu stürzen, dem du möglicherweise oder sogar wahrscheinlich nicht gewachsen bist, solltest du dich erst einmal fragen, warum du dich ständig so verzettelst. Besser noch fragst du jemand anders, der dich gut kennt oder der das professionell macht.

    Bei uns fangen immer mal wieder Leute als Vertretungskräfte oder Seiteneinsteiger an, die dann ziemlich schnell wieder weg sind. Nicht freiwillig allerdings. Das ist auch keine schöne Erfahrung, glaub mir. Ob das bei dir so wäre, weiß hier natürlich niemand, aber dir jetzt zuzuraten ohne dich zu warnen wäre auch nicht richtig.

    Natürlich muss man zu Konferenzen erscheinen.Wie soll das denn sonst funktionieren?

    Dieser Anspruch "Das ist mein freier Tag, da komme ich nicht" führt genau dazu, dass einige Stundenplaner auf dem Standpunkt stehen, dass freie Tage möglichst vermieden werden, das geht so weit, dass Stunden verschoben werden, nur damit jemand keinen freien Tag hat.
    Nein, es geht nicht immer, alle Wünsche zu erfüllen, aber inwieweit es geht, hängt eben auch von den Ansprüchen und der Bereitschaft des Kollegiums ab.

    Auch wenn ich es mir gerade auf dem Sofa gemütlich gemacht habe: Wenn in der Schule etwas Dringendes ansteht, mache ich mich auf den Weg. Im Gegenzug kommt man mir entgegen, wenn ich mal ein Problem habe und meine Stundenpläne sind einwandfrei.

    Ich verstehe das ganze formale Getue nicht. Nein, es gibt keinen Anspruch auf einen freien Tag, aber ja, wenn alle sich kooperativ verhalten, funktioniert das gut. Reden hilft.

    Wenn meine Schüler für diese Demos um eine Beurlaubung bitten würden (bislang hat es keiner getan), würde ich sie auffordern, eine ausführliche Begründung zu schreiben, aus der ich ersehen kann, dass ihnen das Thema wirklich unter den Nägeln brennt. Und dann würde ich diskutieren wollen, wie sich das mit den Kaffee-to-go-Bechern verträgt und was man selbst sonst noch so beizutragen hat.

    "Oma hat Geburtstag" reicht ja auch nicht. Da müsste Oma schon zu einem imaginären Freund mutieren (danke dafür, Kalle).

    Man kann und muss nicht in allem konsequent sein, das ist klar, trotzdem, einen Mindesteigenbeitrag sollte man schon leisten.

    Ich finde es super, dass die Schüler endlich mal Wirbel verursachen und sich für etwas einsetzen. Ihnen zu drohen finde ich grundfalsch und sinnlos, und was Christian Lindner bei Zeit online vorschlägt ("Klimatag" an den Schulen - von oben verordnet, was soll das) ist auch wieder so ein typisches: "Mutti macht schon". Mutti macht eben nicht.

    Apropos Mutti, nur so mal als Vorschlag: Wie würdet ihr es finden, wenn Grundschüler gegen Elterntaxis demonstrieren würden? Wäre doch mal was anderes als die Polizei zu bemühen, wenn wieder mal ein Helikoptermama-SUV die Kinder gefährdet.

    Das mit dem Dienstweg über den Schulleiter würde ich genauso sehen.

    Ansonsten kann ich mich den Vorschreibern nur anschließen: Unbedingt noch einmal das Gespräch suchen, gerade wenn sich bei dir im Kopf gerade alles dreht. Danach kannst du immer noch kündigen, aber wie schon beschrieben sind das Phasen, die fast jeder erlebt, und wenn du Unterstützung und Zuspruch bekommst, wird es leichter.

    Wenn dich alle zu deinem Entschluss zu kündigen beglückwünschen sollten, wäre das was anderes. Aber mein Gefühl sagt mir, dass das nicht der Fall sein wird.

    Ist jetzt auch nur Spekulation, aber: Klingt für mich nach einer kleinen Nervensäge, aus der eine große Nervensäge werden wird. So einer, der einen Tomatensalat ohne Tomaten bestellt und dann zurückgehen lässt, weil das Steak fehlt. Der wegen drei Blättern auf seinem englischen Rasen den Rechtsanwalt einschaltet und sich ein Auto mit eingebauter Vorfahrt kauft, mit dem er die anderen von der Bahn zu pusten trachtet.

    Leute, die man ungern in der Nachbarschaft wohnen hat. Wenn du versuchst, dieser Entwicklung entgegenzusteuern, tust du ein gutes Werk.

    Das Elternhaus spielt da natürlich eine große Rolle, die leben sowas vielleicht vor. Trotzdem sind sie vielleicht zugänglicher als man vermutet. Denn schließlich wollen sie einen erfolgreichen Sprössling haben. Und wenn er es sich mit den Lehrern verscherzt, ist das schlecht.

    Wenn der Junge ehrgeizig ist, was jetzt nicht recht klar wurde, würde ich ihn da packen. Er behält eben nicht Recht, wenn er ständig widerspricht und kritisiert. Da muss er bessere Wege finden, konstruktive, so dass er auch gehört wird. Über Sanktionen diskutieren geht nicht. Ich bleibe in solchen Fällen stehen und warte schweigend.

    Aber das ist alles mühsam ...

    4. Alle, die sich selbst dafür auf die Schulter klopfen, wie sie mit Ach und Krach das Abi geschafft haben,

    ... sollten sich mal überlegen, wie sie reagieren würden, wenn jemand dieselbe Problematik für Deutsch oder Englisch hier schildern würde.

    "Hat seit sechs Jahren kein Buch gelesen und keinen Aufsatz geschrieben, keine Vokabeln gelernt, kennt die Grammatik nicht ..." so etwa würde das klingen.

    Aber in Mathe ist das ja gar kein Problem?! Das soll eine allgemeine Hochschulreife werden - nicht ein Sichdurchmogeln auf Teufelkommraus.

    Kein Wunder, dass die Unis sich beklagen.

    Genau, die längerfristige Sicht ist hier wichtig. Du bist erst 30. Nimm soviel Ausbildung mit, wie es geht, und das wäre in dem Fall OBAS. Es ist nicht nur die Aussicht auf Verbeamtung, sondern um die Aufstiegschancen. Später OBAS dranzuhängen ist bestimmt sehr quälend - bring die Ausbildungssituation lieber gleich hinter dich.
    Mir war es damals wichtig, ein Jahr länger zu lernen, und das habe ich nicht bereut.

    Ich kann bestätigen, dass es keinen Sinn macht, sich in die Untiefen von Schild einzuarbeiten, weil man einen Zeugnisvordruck sucht. Bis man das alles begriffen und für die Schule angepasst hat, hat man dreimal einen ordentlichen Serienbrief in Word angefertigt.

    Da würde ich mir jemanden suchen, der sich mit sowas auskennt und mir helfen lassen.

    Ich wünschte, ich hätte mehr leistungsorientierte Schülerinnen und Schüler, echt. Was ist verkehrt daran, etwas leisten zu wollen? Man darf das halt nicht verwechseln mit "notengeil" sein, also die Lehrerin mit Kuhaugen anstarren und um eine 2 zu betteln, mit einem gaaanz langen Minus, aber vorne die 2 ... Ich hatte am Gymnasium in der Oberstufe auch eine Mitschülerin, die bei einer 2 in Tränen ausbrach und ja, das war sowas von mega-uncool.

    Ich möchte auch zu bedenken geben, dass durch die verschiedenen Kurse an der Gesamtschule sehr wohl auch Leistungsdruck entsteht. Für die Qualifikation zur gymnasialen Oberstufe braucht man bestimmte Noten. Am Gymnasium genügt die Versetzung.

    Über die Wendung "sie studieren zu lassen" bin ich auch gestolpert. Ich hoffe, deine Tochter darf selbst über ihre Zukunft entscheiden. Und die Möglichkeit, sie zu irgendetwas zu drängen oder ihr etwas zu "erlauben" wird ohnehin in Kürze schwinden.

    Über potentielle Mitschülerinnen und Mitschüler weiß man wenig. Das ist ein schlechtes Entscheidungskriterium. Bessere wurden ja schon genannt.

    Ja, jetzt kommt groß die Digitalisierung, das ist offenbar leichter als der vielen Wegwerfkaffeebecher Herr zu werden. Ich weiß noch, dass ich als Kindergartenmutter aufgefordert wurde, meinen Kindern keine Trinkpäckchen mitzugeben. Jetzt sehe ich keine Trinkpäckchen, sondern -pakete von Eistee und ähnlichem Zuckerkram. Und man kommt mit Pizzakartons und Chipstüten.

    Ja, da gebricht es uns auch an Schulkultur: Es genügt nicht, Müll fachgerecht zu entsorgen. Man kann Müll auch vermeiden. Ist gar nicht so schwer. Aber so selten, dass ich staune, wenn jemand mit einem ganz normalen Pausenbrot in einer Dose und einem Getränk in einem wiederverwendbaren Gefäß daherkommt.

    Solange man Frühstück nicht digitalisieren kann, bleibt das Thema!

    Ihr seid ja ulkig. Blättert ihr auch lieber im Telefonbuch statt Nummern online nachzuschauen? Oder zieht den Brockhaus aus dem Regal?

    Man kann Volltextsuche machen und vor allem die Schrift vergrößern. Das war doch längst überfällig! Und warum sollte man das ausdrucken?

    Ich habe ungefähr fünf Arbeitsplätze, die Klassenräume nicht mitgerechnet. Ich bin froh um jeden Zettel weniger!

    Ich verstehe nicht ganz, warum "durchschnittlich" jetzt so eine Herabsetzung sein soll. Vielleicht bezog sich das nur auf unser Alltagsgeschäft und war gar nicht wertend gemeint.

    Wenn ich mal wieder was vergessen habe, bin ich immer froh, zu wissen, dass andere auch schonmal was verschusseln und ich insgesamt da im Durchschnitt zu liegen scheine.

    Das mit dem ewigen Zuspätkommen ärgert mich allerdings auch. Ich finde es schon dreist, was sich einige herausnehmen. Ich finde es auch schwierig, wenn die Schüler mir sagen, Kollege xy kommt immer zu spät und in Bezug auf so irrsinnig witzige Sprüche bin ich manchmal echt humorbefreit.

    Bei der geschilderten Situation fand ich deine Reaktion aber auch sonderbar. Lass den doch über durchschnittliche Lehrer schwadronieren, das kann dir doch wurscht sein. Oder schreibt der deine dienstlichen Beurteilungen?

    So Leute gibt es halt überall. Man umfährt sie am besten weiträumig, wann immer es geht.


    Ich durfte dann zu einem Gespräch mit der SL und Abteilungsleitung, wo ich aufgefordert wurde, mit den SuS selbst Bewertungskriterien zu entwickeln ("Die SuS sind ja nun seit rd. 14-15 Jahren SuS, die haben da gute Kenntnisse, die Sie auch nutzen können.") sowie eine detaillierte Reihenplanung vorzulegen. Nach meinem Empfinden wurde nicht gefragt. Ich habe nun für das nächste Gespräch den Personalrat muteinbestellt.

    Frage: wo liegt der Fehler?

    Der Fehler liegt darin, dass es kein Bewertungskonzept gibt, das für alle bindend ist.

    An unserer Schule gibt es klare Richtlinien, wie Leistungen zu erbringen sind und wie sie bewertet werden, inklusive Notenschlüssel. Die Schüler bekommen das schriftlich. Diese Richtlinien werden dann im Unterricht für die einzelnen Fächer spezifiziert. Dazu gibt es dann gelegentlich Fragen, aber keine Diskussionen - weil das Konzept selbst fix ist.

    Trotzdem gibt es natürlich Unterschiede zwischen den Lehrern, und wenn man da den Unterricht von einem Kuschelnotenvergeber übernimmt, wird es schwierig. Und sehr zweifelhaft finde ich auch die Empfehlung von Schul- und Abteilungsleiter - statt dir den Rücken zu stärken sollen die Schüler Verantwortlichkeiten übernehmen (Leistungsbewertung), die ihnen nicht zustehen.

    Die Welt da draußen vergibt auch keine Kuschelnoten! Das sage ich mir und meinen Schülern, wenn sie über die Ansprüche stöhnen, die nun mal an sie gestellt werden.

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