Fridays for Future

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      turtlebaby schrieb:

      Wie geht ihr damit um, wenn Schüler fehlen?
      • Als Fachlehrer: Schüler fehlt, ich vermerke das im Klassenbuch, fertig. Stelle ich nach 2 Wochen fest, daß der Klassenlehrer die Stunde als unentschuldigt gewertet hat, werte ich die Mitarbeit in der Stunde mit der Note 6.
      • Als Klassenlehrer: Schüler hat gefehlt, Attest liegt nicht vor, Schüler fehlt damit unentschuldigt. Ich notiere das entsprechend im Klassenbuch.
      Was gibt es da überhaupt zu diskutieren? Wenn ein Schüler im Unterricht fehlt, ist es mir egal warum und wieso, er ist einfach nicht da. Ggf. muß er dann auch damit bezahlen, daß er das Schuljahr wiederholen muß.

      An der Uni war es früher doch auch so, daß man zweimal/Semester fehlen durfte. Danach gab es einfach keinen Sitzschein mehr und man durfte im nächsten Semester die Veranstaltung noch einmal wiederholen. An der Uni kam noch verschärfend hinzu, daß auch keine Atteste akzeptiert wurden, Krankheit war also ein Privatproblem. Oder, wie es ein Prof. mal auf den Punkt brachte: "Sie dürfen zwei Wochen im Semester fehlen, egal ob sie da im Krankenhaus liegen oder am Strand in der Dominikanischen Republik."
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      plattyplus schrieb:


      An der Uni war es früher doch auch so, daß man zweimal/Semester fehlen durfte. Danach gab es einfach keinen Sitzschein mehr und man durfte im nächsten Semester die Veranstaltung noch einmal wiederholen. An der Uni kam noch verschärfend hinzu, daß auch keine Atteste akzeptiert wurden, Krankheit war also ein Privatproblem. Oder, wie es ein Prof. mal auf den Punkt brachte: "Sie dürfen zwei Wochen im Semester fehlen, egal ob sie da im Krankenhaus liegen oder am Strand in der Dominikanischen Republik."

      Und auch an der Uni ist dieses Prozedere verboten.
      Wenn man häufiger fehlt musste man eben eine andere Leistung erbringen, also nacharbeiten und somit auch auf die Zeit kommen.

      Und das gilt bei den Schülern eben auch, wer nicht kommt muss es entschuldigen und noch wichtiger selbst nacharbeiten.

      Ich würde meinen Kindern immer eine Entschuldigung schreiben, bzw ab 18 kann man sich selbst entschuldigen.
      Für den verpassten Inhalt ist man, genauso wie bei Krankheit, selbst verantwortlich.
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      Finde ich kritisch, da von daheim quasi den "Freifahrschein" fürs Schuleschwänzen zu geben. Besonders da die Demos jede Woche stattfinden.
      Ich würde meine eigenen Kinder viel eher dazu ermuntern sich in Kleinen für den Klimaschutz zu engagieren (an Jutetasche zum Einkaufen denken, Müll trennen, Konsumverhalten einschränken).
      Wenn die Demos nachmittags wären, wären sie bestimmt nur halb so voll - wetten? ;)
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      Kathie schrieb:

      Finde ich kritisch, da von daheim quasi den "Freifahrschein" fürs Schuleschwänzen zu geben. Besonders da die Demos jede Woche stattfinden.
      Ich würde meine eigenen Kinder viel eher dazu ermuntern sich in Kleinen für den Klimaschutz zu engagieren (an Jutetasche zum Einkaufen denken, Müll trennen, Konsumverhalten einschränken).
      Wenn die Demos nachmittags wären, wären sie bestimmt nur halb so voll - wetten? ;)

      Ich kann ja nur von mir aktuell sprechen, ich kaufe unverpackt ein so gut es geht, habe kein Auto etc, und so würde ich natürlich auch meine Kinder erziehen und würde es entsprechend unterstützen.
      Aber ich würde eben auch das Nacharbeiten unterstützen.

      Streiks finden auch während der Arbeitszeit statt. Warum wohl?
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      plattyplus schrieb:

      @Trantor: Meine sagen "wir gehen zur Demo", weil sie ein langes Wochenende haben wollen. Auf der Demo würdest niemanden von denen finden.
      Erstens weißt du das nicht, wem eh alles egal ist, der braucht in aller Regel sowieso keine Entschuldigung für sein Verhalten. Und zweitens ist die Frage auch eine Allgemeine, es sind ja nicht alle Schüler abgestumpft.

      Ich hörte übrigens von Schulen, die Wege finden, die heutige Demo zu ermöglichen. Freistellungen und verkürzter Unterricht zum Beispiel.
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      plattyplus schrieb:

      @Trantor: Meine sagen "wir gehen zur Demo", weil sie ein langes Wochenende haben wollen. Auf der Demo würdest niemanden von denen finden.
      Diese Pauschalisierungen gehen mir auch gewaltig auf die Nerven. Krabappel hat das schon richtig geschrieben. Ich persönlich finde es gut, dass die Schüler so etwas machen wollen.

      Kathie schrieb:

      Wenn die Demos nachmittags wären, wären sie bestimmt nur halb so voll - wetten?
      Mag sein - es interessiert aber auch niemanden, wenn du als (angestellter) Lehrer am Donnerstag nachmittag streikst, weil da kein Mensch in der Schule ist. Demos erreichen nur was, wenn sie a) zahlreich und b) öffentlichkeitswirksam sind.


      turtlebaby schrieb:

      Morgen ist ja zur großen Demo in vielen Städten aufgerufen. Wie geht ihr damit um, wenn Schüler fehlen? Gibt es bei euch eine Anweisung von oben ?
      Unabhängig von meiner privaten Meinung ist hier aber das Verfahren an der Schule zu trennen. Es steht uns nicht zu, Schulpflichten wegen solcher Dinge auszusetzen. Ich halte das für fragwürdig, denn wegen irgendeiner religiösen Feier, dem 90. von Opa oder Sportveranstaltungen dürfen wir als Tutoren ja problemlos Beurlaubungen schreiben. Solange diese - in meinen Augen - Ungleichbehandlung aber nicht anders geregelt wurde, muss ich zwangsläufig ein Fehlen ins Klassenbuch eintragen und bei fehlender Entschuldigung für die Stunde eine 6 geben.

      Glücklicherweise bin ich freitags immer nur kurz in der Schule, so dass ich da noch nicht gegen mein Gewissen handeln musste. Wie die Kollegen das handhaben, weiß ich nicht. Erfahrungsgemäß wird aber an vielen Tagen die Anwesenheit vorne im Klassenbuch nur lückenhaft dokumentiert. Und ohne Dokumentation kann auch keine Stunde als unentschuldigt gewertet werden.
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      SL hat alle Befreiungsanträge ab Kl.10 genehmigt, weil die Teilnahme an einer solchen Demonstration dem Schulkonzept entspreche.


      Ich freue mich auch über das Engagement. Für viele ist derAnfahrtsweg und die Dauer der Demo, gepaart mit dem Schietwetter,
      deutlich aufwändiger als die max.4 oder 5 Stündchen Unterricht, die zudem noch nachzuholen sind.

      Die Schüler aus meinem Kurs, die hingefahren sind, sind sehr ernsthaft am Thema Klimaschutz interessiert. Bei anderen weiß ich es nicht. Aber hey, es kann doch nicht unsere Aufgabe als Lehrer sein, eine Gewissensprüfung vorzunehmen.
      pingo, ergo sum
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      Bei uns fanden früher auch während der Schulzeit Demos statt (Irak-Krieg, meine ich). Wir sind da auch hin. Aber ohne Entschuldigung von daheim und ohne verkürzten Unterricht.
      Irgendwie wiederstrebt es mir, für eine wöchentlich stattfindende freitägliche Veranstaltung einfach so mir nicht, dir nichts, die Schulpflicht als weniger wichtig einzustufen.
      Wenn die Schule verkürzten Unterricht anbietet, geht die dann geschlossen auf die Demo? Was ist mit der Aufsichtspflicht? Versicherung? Oder verkürzter Unterricht für alle, Demo aber freiwillig?

      Ich sehe schon, ich bin relativ allein mit meinen Bedenken hier. Werde nochmal in mich gehen.

      Generell ist es natürlich wichtig, auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen. Und dass es wöchentlich passiert, ist richtig, da es die Aufmerksamkeit erhöht.

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      Kalle29 schrieb:

      Mag sein - es interessiert aber auch niemanden, wenn du als (angestellter) Lehrer am Donnerstag nachmittag streikst, weil da kein Mensch in der Schule ist. Demos erreichen nur was, wenn sie a) zahlreich und b) öffentlichkeitswirksam sind.
      Ob man Demos mit Streiks vergleichen kann ist eine gute Frage. Aber wenn Du es schon vergleichen willst: Bei einem Streik braucht der Arbeitgeber für den Tag den Arbeitnehmer nicht zu bezahlen. Warum soll ich dem Schüler dann für den Tag entschuldigen? Sowohl der Arbeitnehmer als auch der Schüler haben mit den Konsequenzen ihres Handelns zu leben und im Extremfall kann das dann auch heißen, daß in Konsequenz der Demos das Schuljahr zu wiederholen ist.

      Wenn am Freitag eine Klausur angesetzt ist, der Schüler ist nicht da und kann kein Attest vorlegen, ist die Klausur eben 6, fertig. Entschuldigungen von Mama zählen da auch nicht.
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      Trantor: Meine sagen "wir gehen zur Demo", weil sie ein langes Wochenende haben wollen. Auf der Demo würdest niemanden von denen finden.„

      Wenn es so wäre, wäre meine Meinung klar. Aber es sind viele Schüler dort - auch heute bei richtig miesem Wetter. Bei uns fangen die Demos erst um 12 Uhr an und sie sind dort bis 14/15 Uhr , da hätten viele schon frei. Also scheint ihnen die Sache wichtig zu sein und politisches Engagement finde ich gut. Klar ginge es auch anders , aber es handelt sich hier um Kinder und Jugendliche, immerhin stellen sie was auf die Beine .
      Ich bin gespannt , wie es weiter geht.
      Danke für eure Erfahrungen
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      @plattypus: von einer Klausur sprach bisher keiner.
      Und komplett frei gibt es am Freitag ja nicht, die starten ja nicht früh morgens.

      Wenn du meinst deine ganzen Schüler wären gleich und die schwänzen nur, könnte man ja durchaus mit einer schriftlichen Abfrage in der nächsten Stunde arbeiten. Denn es muss ja selbstständig nachgearbeitet werden.

      Mir kamen gerade sehr viele Schüler mit schildern entgegen. Da steckt also durchaus auch Arbeit hinterher. Ich finde es definitiv gut.
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      Die rechtlich korrekte Version wäre entweder unentschuldigtes Fehlen zu sanktionieren oder entschuldigt freizustellen. Da ich Tante Ernas Geburtstag freistellen kann, kann ich auch für wichtigere Dinge freistellen, wie z.B. die Zukunft unseres Planeten. Muss ich aber natürlich nicht. Ich bin Klassenlehrerin und entscheide darüber laut Schulgesetz.

      Ich sehe allerdings keine Notwendigkeit, als Schule eine gemeinsame Lösung zu finden. Ich sagte nur, dass es Schulen gibt, die das taten, da nimmts halt die SL auf ihre Kappe, würde ich vielleicht nicht machen, wenn ich eine wäre. Organisatorisch fände man vielleicht eine rechtlich einwandfreie Regelung, allerdings dürfen wir SchülerInnen nicht zu irgendeiner (politisch motivierten) Meinung "überreden".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Krabappel ()

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      plattyplus schrieb:

      Ob man Demos mit Streiks vergleichen kann ist eine gute Frage. Aber wenn Du es schon vergleichen willst: Bei einem Streik braucht der Arbeitgeber für den Tag den Arbeitnehmer nicht zu bezahlen. Warum soll ich dem Schüler dann für den Tag entschuldigen?
      Ich vergleiche nicht Demos allgemein mit Streik (denn Streiks aus politischen Gründen sind bekanntlich verboten), sondern ich vergleiche die Wirksamkeit der Maßnahmen. Genauso wenig wie die Öffentlichkeit über die Demos diskutieren würde, wenn die Schüler Sonntags nachmittags irgendwo demonstrieren, würde es bei der Gewerkschaft der Lokomotivführer jemanden interessieren, wenn diese sich zu einem Streik außerhalb der Arbeitszeit (dann wäre es kein Streik, na gut) verabreden würden.

      Übrigens, wenn du schon so kleinlich anfangen willst: Bei einem rechtmäßigen Streik darf der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht bestrafen. Dein Vergleich, dass der Arbeitgeber mit den Konsequenzen leben muss, würde sich dann auf das fehlende Einkommen für den Tag belaufen. Die Schüler verzichten auf den Wissenstransfer dieses Tages, wenn ich die Analogie weiter bemühen darf.

      Nochmal: Solange das nicht als "Projekt" oder ähnliches in der Schule gemacht wird, ist fehlen fehlen. Da sehe ich aus rechtlicher Sicht gar keine Handlungsoptionen. Es ist nur in meinen Augen absoluter Quatsch. Wie Oma Ernas Geburtstag weiter oben. Ich soll übrigens laut Bezirksregierung (oder Ministerium?) Schüler zum Ramadan beurlauben - also für eine lustige Feier für einen imaginären Freund. (Christliche Vergleiche würden hier nicht passen, da das im Regelfall schon Feiertage sind). Ich soll Schüler beurlauben, wenn sie an wichtigen sportlichen Ereignissen teilnehmen. Ich soll Schüler beurlauben, wenn sie Vorstellungsgespräche haben. Es erschließt sich mir absolut nicht, wieso man für so etwas beurlaubt werden kann, für eine solche Aktion aber nicht.
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      Wenn meine Schüler für diese Demos um eine Beurlaubung bitten würden (bislang hat es keiner getan), würde ich sie auffordern, eine ausführliche Begründung zu schreiben, aus der ich ersehen kann, dass ihnen das Thema wirklich unter den Nägeln brennt. Und dann würde ich diskutieren wollen, wie sich das mit den Kaffee-to-go-Bechern verträgt und was man selbst sonst noch so beizutragen hat.

      "Oma hat Geburtstag" reicht ja auch nicht. Da müsste Oma schon zu einem imaginären Freund mutieren (danke dafür, Kalle).

      Man kann und muss nicht in allem konsequent sein, das ist klar, trotzdem, einen Mindesteigenbeitrag sollte man schon leisten.

      Ich finde es super, dass die Schüler endlich mal Wirbel verursachen und sich für etwas einsetzen. Ihnen zu drohen finde ich grundfalsch und sinnlos, und was Christian Lindner bei Zeit online vorschlägt ("Klimatag" an den Schulen - von oben verordnet, was soll das) ist auch wieder so ein typisches: "Mutti macht schon". Mutti macht eben nicht.

      Apropos Mutti, nur so mal als Vorschlag: Wie würdet ihr es finden, wenn Grundschüler gegen Elterntaxis demonstrieren würden? Wäre doch mal was anderes als die Polizei zu bemühen, wenn wieder mal ein Helikoptermama-SUV die Kinder gefährdet.