Ich hab jetzt alles gelesen und irgendwie drehen sich die Antworten doch mittlerweile etwas im Kreis, weil der TE nicht einsehen kann, dass es halt einfach ärgerlich ist, aber nicht die Schuld der Lehrer. Ich antworte nochmal auf die Fragestellung(en).
Kurz zur Situation: Die Schwester meiner Freundin ist in Mathematik nicht besonders gut ... Sie ist aus dieser mündlichen Abiturprüfung in Mathe tatsächlich mit 0 Punkten herausgelaufen - mit einem Punkt hätte Sie ihr Abitur in der Tasche gehabt. Es ist natürlich schwierig aus externer nachzuvollziehen, woran es gelegen hat.
Sie hat nicht genug gewusst und war dazu noch aufgeregt, vermute ich, was ihre Antworten noch schwächer gemacht hat.
Auch wenn ich hier definitiv einen Bias hege, da es sich um jemanden aus meinem Bekanntenreis handelt - 0 Punkte wären meiner Definition nach mit einer Prüfungsverweigerung gleichzusetzen.
Nein, man muss für 1 Punkt auch schon etwas wissen, und nicht nur die Prüfer begrüßen.
Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und die Nerven liegen ziemlich blank. Sie soll nun heute zur Schule und dort unterschreiben, dass Sie das Ergebnis akzeptiert. Die Konsequenz ist dann eine mündliche Nachprüfung (bzw. Zusatzprüfung) nächste Woche - dort muss sie 2 Punkte erreichen, um das Abitur zu bestehen. Ihr könnt euch vorstellen, was das bei einem jungen, schüchternen Mädchen für einen psychischen Druck auslöst - insbesondere der Tatsache, dass es wirklich an dieser einen Prüfung gelegen hat.
Ja, ist schlimm. Nicht nur für schüchterne Mädchen. Durchs Abi zu fallen und in eine mündliche Nachprüfung zu müssen, ist unangenehm, stressig, angsteinflößend, niederschmetternd, alles mögliche.
Ich würde euch um sinnvolle Ratschläge bitten, was Ihr in solch einer Situation tun würdet. ... Ich habe schon von Leuten mitbekommen, die in so einem Fall gleich nach einem Anwalt schreien und Widerspruch einlegen würden. Selbst wenn eine Ungerechtigkeit besteht, ich weiß nicht, ob das in dem Fall sinnvoll wäre und das wäre ja nochmals psychische Belastung mit unklarem Ausgang.
Man könnte dieses Ergebnis auch einfach akzeptieren, so ärgerlich es ist, jetzt lernen und dann hoffen, bei der Nachpüfung. durchzukommen. Und wenn nicht, dann gibt es 100 andere Wege für eine gute Zukunft und mit großer Sicherheit auch den Traumberuf. Wenn jeder mit 0 Punkten direkt klagen würde, dann hätten wir ja viele Verfahren am Laufen. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das was bringt und finde es auch irgendwie merkwürdig, darauf jetzt den Fokus zu legen. Ich kenne privat einige Jugendliche, die in Nachprüfungen mussten, und die haben die Zeit davor eben gelernt. Viele haben es geschafft, nicht alle. Andere sind im Studium an Mathematik gescheitert. Im Endeffekt geht das Leben weiter und man muss meiner Meinung nach nicht für jedes eigene Versagen (zu hartes Wort, vielleicht eher: für jeden persönlichen Fehlschlag) direkt zum Anwalt laufen und Widerspruch einlegen.
Ich wünsche deiner Bekannten gutes Durchhalten, starke Nerven und viel Glück bei der nachprüfung!