Beiträge von Kathie

    Ja, jetzt verstehe ich es besser, Danke für die Erläuterung!

    Liebe Grüße in die Schweiz und einen schönen, sonnigen Sonntag noch!

    Hm, ursprünglich ging es ja darum, dass du meintest, der Lehrerberuf, gerade das Unterrichten kleiner Kinder, sei bedeutungsvoller als andere Berufe, deshalb sollte man dafür brennen.

    Ich finde den Beruf auch bedeutungsvoll und finde es wichtig, dass man zum Beispiel Kinder generell mag, wenn man Lehrerin ist. Mir fallen aber noch unzählige andere Berufe ein, die sehr wichtig sind:

    Ärzte, alles in der Pflege, Bauern, alles im Verkauf, Forschung, Berufe bei der Bahn, bei der Post, handwerkliche Berufe, Tätigkeiten in der Regierung und beim Militär und so weiter und so fort.


    Als Grundschullehrkraft hat man direkt mit Kindern zu tun, und ist stundenlang am Tag deren einzige erwachsene Ansprechpartnerin und oft ein Vorbild, also man ist schon recht prägend in deren Leben. Ähnliches gilt auch für alle Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, und natürlich auch für Förderschul- und Sekundarlehrkräfte.

    Also ich sehe unseren Beruf als wichtig an, aber nicht als wichtiger als andere Berufe.

    Ja das ist richtig. Klar werden hier im Forum überwiegend fertige Lehrpersonen unterwegs sein. Heisst aber nicht, dass ich genau die ansprechen wollte. Mag auch Mitleser/innen geben, die sich gerade fragen, wo sie ihr Lehramtsstudium beginnen wollen.

    Auch vor dem Ref möchte man sich ja vielleicht über die Optionen informieren. Ob das allerdings so einfach geht und ob ein fehlendes Ref bei Primarlehrpersonen in der Schweiz irgendwie kompensiert werden könnte/müsste, weiss ich aktuell allerdings nicht. Vielleicht ist da Antimon informiert? :)

    Ja aber, entschuldige dass ich jetzt nochmal nachhake bzw. schreibe, ich verstehe es irgendwie nicht, warum das für dich so wichtig ist, die Leute zu überzeugen, in die Schweiz zu kommen, zumal du selbst ja direkt dort studiert hast, aber hier in einem Lehrerforum schreibst, in dem 90% der Schreibenden (Schätzung) bereits fertig ausgebildet und in Deutschland verbeamtet bzw. angestellt sind, und der Rest sich im Studium oder Ref befindet. Und wie einfach bzw. schwierig es ist, unter diesen Voraussetzungen in die Schweiz zu wechseln, das weißt du ja nun gar nicht.

    Meine Knetbälle sind auch nicht gefüllt und können nicht platzen ;-).


    Ich habe eine Schale mit Fidget Toys am Pult stehen. Ich mache es so, dass die sehr unruhigen Kinder von mir von vornherein ein Fidget Toy für den Tag ausgeteilt bekommen, die anderen Kinder sich die aber auch nehmen dürfen. Wir haben besprochen, warum manche Kinder sie mehr brauchen als andere. Für die Kinder, die davon nicht profitieren, sind sie schnell uninteressant.


    Meine Klasse nutzt sie vorwiegend während stillen Phasen (ich lese vor oder erkläre etwas, wir haben ein Unterrichtsgespräch, die Kinder rufen sich gegenseitig auf, solche Situationen). Also immer, wenn die Hände nicht beschäftigt sind. Ansonsten bleibt das Fidget Toy einfach am Schülertisch liegen, es soll ja griffbereit sein, wenn der Bedarf aufkommt.

    Ich biete leise Fidget Toys (z.B. Squishys oder diese Knetbälle) gern sehr unruhigen Kindern an, die ansonsten mit anderen, lauteren Dingen, z.B. Stiften, spielen.

    Meiner Erfahrung nach brauchen manche Kinder etwas in der Hand, sie werden dadurch ruhiger und können sich dann auch wirklich besser konzentrieren, die oben genannten leisen Fidget Toys sind dafür super.

    Und deiner Analyse zu den Unterschieden bzgl. der Schweiz und Süddeutschland würde ich durchaus zustimmen. Im grenznahen Raum würde ich die Situation auch so beschreiben, sodass dort der Wechsel über die Grenze sicher einfacher ist. Konsequenterweise ist es aus allen anderen Teilen Deutschlands ein grösserer Schritt. Aber ein grosser Schritt ist ja noch lange kein unmöglicher Schritt. Auch für einen Berliner wäre der Schritt ins ländliche Bayern ein grosser Schritt und trotzdem würde niemand bestreiten, dass das grundsätzlich für manche Menschen möglich ist. Und so ist es auch mit der Schweiz. Für die allermeisten ist es sicher wenig attraktiv (oder auch viel zu riskant) ins Nachbarland zu wechseln. Aber manch andere finden das Land auch einfach nur spannend und verbinden damit (verklärte) Urlaubsfantasien. Es darf ja zum Glück jeder selbst entscheiden, was er/sie sich zutraut. Wie gesagt, ich will niemanden überreden, sondern nur besser verstehen, warum die Situation so ist, wie sie ist und gleichzeitig meine persönlichen Erfahrungen anbieten, falls sich dafür jemand interessiert.


    Du hast mir auf jeden Fall ein gutes Stück weitergeholfen! Herzlichen Dank.

    Der eine Schritt ist halt innerdeutsch, der andere ins EU-Ausland, die Schweiz ist zwar auf der Landkarte nah an Süddeutschland dran, aber dennoch ist sie nicht einmal ein EU Mitglied.


    Ich frage mich aber immer noch, was dich an den Beweggründen deutscher Lehrer, in Deutschland zu bleiben (was ja eigentlich das Normalste der Welt ist) so brennend interessiert, es kommt mir fast vor, als würdest du ein Buch schreiben wollen und wärst hier auf Recherche ;-).

    Kannst du das vielleicht ändern, dass man bei jedem Feld, wo etwas nicht zutrifft, die Schülerzahl mit 0 eintragen muss? Es ist mühsam auszufüllen, besonders am Handy, ich habe deswegen abgebrochen.


    Ich meine die Fragen ab dieser Stelle


    "Wie viele Schüler haben ADHS

    Mädchen:

    Jungen:

    Divers:"


    Da muss man sehr oft 0 eintragen, anstatt dass man vielleicht nur etwas ankreuzt, wenn es zutrifft.


    Bei der Beurteilung, ob etwas ein Fidget Toy ist oder nicht, war mir nicht ganz klar, ob du nach den offiziell so benannten Fidget Toys fragst oder danach, ob man selbst es als solches verwenden würde. Es kann ja auch etwas ein Fidget Toy sein, das eigentlich als keins konzipiert wurde. Wie ist diese Frage gemeint?

    Ich teile die hier geäußerte Sichtweise, dass es ein "Geschmäckle" hat, wenn Menschen in großen Abhänigkeitsverhältnissen dazu aufgefordert (und auch eine Bitte kann in so einem Abhängigkeitsverhältnis wie eine Aufforderung oder eine Anweisung klingen; so viel Kommunikationstheorie sollten wir alle drauf haben), solche Aufgaben zu übernehmen.

    Und dann wird auch noch von Vorgesetzten so argumentiert, dass die Referendare es ja "gerne" machen und dass die ja Zeit hätten. Bitte, welcher Referendar würde sich denn trauen, zu sagen, dass er das wahrlich nicht gerne macht, dass es nicht seine Aufgabe ist, und dass es ihn stresst, wenn von eben dem Vorgesetzten (Schulleiter in diesem Fall) am Ende des Jahres eine Beurteilung erfolgt?


    Und dass die Prüfer um 6 Uhr aufstehen müssen und deshalb dringend bewirtet werden müssen, ist doch auch Quatsch. Jeder sollte es schaffen, sich zu versorgen - und ne Tüte Kekse kann man sich theoretisch auch selbst in die Tasche stecken, sollte man vormittags welche essen wollen.

    Der Kaffee stammt aus der Kaffeemaschine im Lehrerzimmer und wird von der Schulleitung gestiftet, ebenso die Butterbrezel und die Kekse. Die Referendare des Vorkurses übernehmen die Organisation, holen beim benachbarten Bäcker die Brezeln, stellen Tasse, Thermoskanne, Teller und Kekse im Besprechungsraum bereit und räumen anschließend wieder auf.

    Also machen das eigentlich komplett die Referendare, vielleicht mit dem kleinen Unterschied zu anderen Schulen, dass sie es zumindest nicht selbst zahlen müssen. Dennoch, zum Bäcker gehen, die ganze Orga, das Aufräumen danach sind ja der Hauptteil der Arbeit. Da ist das Spenden von 15€ und sonst nix mit der Geschichte zu tun zu haben vergleichsweise easy ;-)


    Ich bin auch sehr dafür, dass die Bewirtung der Prüfungskomission abgeschafft gehört. Erwachsene Personen können sich wohl selbst was mitbringen.

    Seit ich krankheitsbedingt auf Gluten verzichten muss, faste ich Gluten und damit gefühlt die Hälfte aller Lebensmittel (so wie an jedem anderen Tag des Jahres auch). Mehr sehe ich ehrlich gesagt nicht ein, bin ja schon eingeschränkt genug. ;-)


    Die Idee mit der guten Tat am Tag gefällt mir aber sehr!

    1. Wenn du das Praktikum schon als sehr anstrengend empfunden hast, dann kannst du dir in etwa vorstellen, wie das Ref wird.


    2. Das lernst du im Ref aber.


    3. Meines Wissens nach ja, aber vielleicht ist das jetzt auch geändert worden, also ohne Gewähr!


    4. Schwer zu sagen, aber schon einige, es kommt sehr darauf an, wie schnell und effektiv du arbeiten kannst, wie sehr du dazu neigst, dich zu verzetteln und wie perfektionistisch du bist. Korrekturen in der Mittelschule werden auch ein Zeitfresser sein. Also wie gesagt, es wird weit mehr als eine 40-Stunden Woche


    Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und wie ich dir schon gesagt habe, es ist mit kleinen Kindern machbar, deine sind schon etwas größer, da ist es bestimmt auch machbar.

    Ich schließe mich in allen Punkten an, das klingt nach dem normalen Ref in Bayern. Es wird sicher mehr als 40 Wochenstunden beanspruchen, ich bin mir auch recht sicher, dass ein Tag am Wochenende (mindestens) für die Unterrichtsvorbereitung draufgehen wird.

    Ich habe das Ref mit kleinen Kindern gemacht, es war sehr stressig, aber schon machbar. Wichtig ist ein gutes Netz: Wer kann am Wochenende was mit den Kindern unternehmen, damit du vorbereiten kannst? Wer bringt die Kleinen in die Kita, wenn dein Tag früher beginnt als die Öffnungszeiten (gut, der Punkt fällt bei dir weg, wenn das jüngste Kind schon 8 ist)? Wer kann bei kranken Kindern daheim bleiben außer dir?

    Nicht unterschätzen solltest du auch, dass du nach einem Schulvormittag körperlich und geistig erstmal ausgelaugt sein wirst.

    Was mich wundert: Habt ihr nachmittags nie Teamarbeit? Plant ihr keine Schul - oder Stufenprojekte? Schulfeste? Hast du gar keine Zusatzaufgaben? Nicht einmal Schulkonferenz oder so? Elternarbeit ja auch nicht...


    Ich habe 2 feste Nachmittagstermine pro Woche. Einmal DB mit anschließender Projektplanung, einmal treffe ich mich mit meiner Parallelkollegin, um den Unterrichtsstoff und die Klassenarbeiten zu planen. Die müssen wir parallel schreiben.

    Doch, all das gibt es bei uns, dennoch sind das nicht zwei feste Nachmittage pro Woche. das kann man optimieren, wie ich finde.

    Du bist doch schon ewig Lehrerin, da kann man sich mit Parallelkollegen doch kurz und knapp absprechen. Thema, Sequenz, was kommt in etwa diese Woche dran, wann schreiben wir den Test - und dann kann jeder seine Erfahrung nutzen und seinen Unterricht planen. Ich kenne aber schon auch diese Ratsch-Teams, die eeeewig alles bis ins kleinste Detail besprechen, danach noch gemeinsam kopieren und wirklich stundenlang an der Schule sind. Kann man ja machen, aber wenn einen das stresst, dann kann man es auch ändern und daheim am Computer abends weiterplanen, sich Sachen mailen etc pp.


    Zusatzaufgaben ja, aber auch da gibt es keine festen wöchentlichen Termine. Man spricht sich ab, wann man sich mal trifft, oder kommuniziert online und verteilt Aufgaben... Das kommt ja auch in Wellen, mal ist viel zu tun und mal wenig.

    Ich glaube, solche Tage hat man in anderen Berufen auch regelmäßig. Was deinen Stress natürlich nicht mildert, das will ich damit nicht sagen.


    Ich sehe mit den Jahren den Job tatsächlich immer mehr als Job. Ich definiere es aber nicht so wie du, dass ein Job etwas ist, was ich nebenbei mache, sondern mein Job ist einfach mein Beruf - das, womit ich Geld verdiene, das, worin ich professionell handle.

    Schlaflose Nächte bereiten mit meine Schüler glücklicherweise nicht, Sorgen mache ich mir um sie stellenweise natürlich auch, aber ich versuche immer, einen gesunden Abstand zu wahren. Ich wünsche dir, dass dir das bald noch besser gelingt. Nicht abschalten zu können ist sehr anstrengend!

    Meine Kinder sind schon groß, daher kann ich auch den zweiten Punkt beurteilen. Zu keinem Zeitpunkt sind mir Kinder hier oder da zu viel geworden. Die eigenen Kinder zu erziehen ist einfach auch mal so komplett anders als die Arbeit in der Schule, das hing bei mir gar nicht zusammen, weder im positiven noch im negativen Sinne. Ich finde sogar, dass man seinen Beruf noch besser ausübt, wenn man eigene Kinder hat. Als ich Mutter war, konnte ich mich besser in das Denken und Erleben von meine Schulkindern hineinversetzen. Ich wurde weicher und sensibler für ihre Bedürfnisse.

    Meine auch...

    Ich stimme dir in Teil 2 zu, ich finde auch, dass eigene Kinder evtl dazu führen, den Schulkindern gegenüber mehr Verständnis aufzubringen und sich besser in Familien hineinversetzen zu können (auch an den Lehrerinnen meiner Kinder hat sich diese Theorie bewahrheitet).

    Teil 1 war bei mir anders. Während Freundinnen von mir, die Bürojobs haben, es immer irgendwie schön fanden, nachmittags Kinderbesuch zu haben, oder am Wochenende Übernachtungsgästekinder, hätte ich da gut und gern drauf verzichten können. Auch in Kinderhotels mit den eigenen und fremden Kindern gemeinsam was spielen mochte ich wenig, während andere Familien oft fremde Kinder zu sich an den Tisch eingeladen haben. Meine eigenen Kinder wurden mir nie zu viel - aber das Interesse an fremden Kindern war am Nachmittag sehr gering, wahrscheinlich, weil ich vormittags schon so viel mit fremden Kindern zu tun habe ;-)


    Würde ich den Beruf wieder wählen? Definitiv! Ich liebe den Beruf.

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